Hybridheizung Viocaldens 222-F von Viessmann.
© Viessmann

Modernisieren | Ratgeber

Hybridheizung: Lohnt die Kombi aus fossilen & erneuerbaren Energien?

Andreas Förstel

Andreas Förstel

In einer Hybridheizung arbeiten Heiztechniken mit verschiedenen Energieträgern zusammen. Vor allem die Kombination fossiler Brennstoffe mit erneuerbaren Energien bietet viele Vorteile. Wir zeigen euch die Kombi-Möglichkeiten sowie deren Stärken und Schwächen.

Hybridheizungen vereinen zwei eigentlich fast unvereinbare Dinge – nämlich die Erzeugung von Wärme über eine Kombination von fossilen und erneuerbaren Energien. Wie das funktioniert, welche Kombi-Möglichkeiten es gibt und welche Vorteile und Nachteile eine Hybridheizung hat, das erfahrt ihr hier.

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Was ist eine Hybridheizung?

Bei einer Hybridheizung werden verschiedene Energieträger wie Gas, Öl, Holz oder erneuerbare Energien in einem Heizsystem kombiniert. Durch die Kombination fossiler und erneuerbarer Energien lassen sich die Vorteile verschiedener Systeme effizient verbinden. Während erneuerbare Energien für niedrige Heizkosten und eine gute Klimabilanz sorgen, gewährleistet eine konventionelle Gas- oder Ölheizung Sicherheit und Komfort.

Auch wenn aus Gründen des Klimaschutzes fast alles für die erneuerbaren Energien spricht, stehen dem doch auch Nachteile gegenüber. Denn mit Sonnenenergie allein lässt sich die benötigte Wärme zum Heizen beispielsweise nicht bereitstellen. Und Wärmepumpen verlieren gerade dann an Effizienz, wenn es besonders kalt ist.

Wie funktioniert eine Hybridheizung?

Wie ein Hybridauto mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombiniert eine Hybridheizung mehrere Energieträger und nutzt die Vorteile von beiden, um möglichst komfortabel, kostengünstig und klimafreundlich zu heizen. Werden zwei Energieträger in einem System genutzt (zum Beispiel Gas und Solar), spricht man von einer bivalenten Heizung; bei mehr als zwei Energieträgern von einer multivalenten.

Die Hybridheizung wählt je nach Situation und Bedarf selbstständig die passende Wärmequelle. Demzufolge kommt die Wärme zum Beispiel mal vollständig von der Solarthermie auf dem Dach, mal allein aus dem Heizkessel oder auch aus beiden Quellen gleichzeitig. Deshalb gilt: Je besser dieses gesteuerte Zusammenspiel funktioniert, umso mehr Heizkosten und CO₂-Emissionen lassen sich sparen. Darum ist eine gute und vor allem richtig eingestellte Regelung für die Effizienz eines Hybridheizsystems von entscheidender Bedeutung.

Bei Hybridheizgeräten, die mehrere Energieerzeuger in einer platzsparenden Einheit zusammenfassen, ist eine solche intelligente Regelung bereits integriert. Infolgedessen sorgt sie dafür, dass automatisch die optimale Energiequelle beziehungsweise die beste Kombination um Einsatz kommt.

Die 4 wichtigsten Kombinationen bei einer Hybridheizung

Kurz gesagt ist grundsätzlich jede Kombination aus Umweltwärme (Wärmepumpe), Solarthermie, Holz, Gas, Öl und Strom möglich. Aber ökonomisch und ökologisch sinnvoll und in der Praxis für Eigenheimbesitzer relevant sind im Wesentlichen diese vier:

Hybridheizungs-Kombi 1: Gas-/Ölkessel + Solarwärme

Bei der Installation neuer Gas- oder Ölheizungen mit Brennwerttechnik ist die Kombination mit einer thermischen Solaranlage fast schon die Regel. Im Grunde genommen ist es die einfachste und am weitesten verbreitete Einbindung erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung.

Solarkollektoren auf dem Dach wandeln Sonnenenergie in Wärme um. Die lässt sich zur Trinkwassererwärmung und – bei größeren Anlagen – auch zur Heizungsunterstützung nutzen. In den Sommermonaten versorgt die Solarthermie den Haushalt oft allein mit Warmwasser. Reicht die Sonneneinstrahlung nicht mehr aus, übernimmt die Gasheizung der Hybridheizung. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich eine thermische Solaranlage auch mit einer Pelletheizung kombinieren.

Hybridheizungs-Kombi 2: Gaskessel/Ölkessel + Kaminofen

Was die Solarthermie im Sommer ist, ist ein Kaminofen im Winter. Denn ein mit Scheitholz oder Pellets betriebener Kaminofen sorgt nicht nur für wohlige Gemütlichkeit, sondern kann auch erneuerbare Wärme für das Heizsystem liefern. Dafür müssen die Öfen mit einer Wassertasche ausgerüstet sein, über die sie ihre Wärme auch an den Pufferspeicher des Heizsystems abgeben können.

Hybridheizungs-Kombi 3: Wärmepumpe + Gaskessel/Ölkessel

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltenergie, die in Luft, Erde oder Grundwasser gespeichert ist, für die Heizung und Warmwasserbereitung. Dafür wird Strom als Antriebsenergie benötigt. Die am weitesten verbreitete, weil günstigste Variante sind Luft-Wärmepumpen, die ihre Wärme direkt aus der Umgebungsluft gewinnen. Sie trägt bei bivalenten Wärmepumpen-Systemen die Grundlast der Wärmeversorgung. Hingegen übernimmt die Gas-Brennwertheizung erst, wenn es für die Luft-Wärmepumpe draußen zu kalt ist, um effizient zu arbeiten.

Bei einer Hybridheizung mit Wärmepumpe gibt es für die Regelung meist verschiedene Optionen. Dabei kann das System entweder die wirtschaftlichste Wärmequelle nutzen (geringste Verbrauchskosten) oder möglichst viel CO₂ einsparen. Oder ab einer gewissen Außentemperatur die vorher definierte Wärmequelle einsetzen.

Hybrid-Wärmepumpe Vitocal 250-S von Viessmann
Eine Hybrid-Wärmepumpe (hier: Vitocal 250-S von Viessmann) gibt es auch zum Nachrüsten bestehender Gas-/Öl-Brennwertgeräte mit kostenloser Umweltwärme. © Viessmann

Hybridheizungs-Kombi 4: Power-to-Heat

Mit dem Begriff Power-to-Heat bezeichnet man die Umwandlung von Strom in Wärme. Zu den Hybridheizungen zählt das Prinzip, wenn überschüssiger Strom aus einer Photovoltaikanlage zur Unterstützung der Heizung genutzt wird. Dafür gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten.

Zum einen kann eine Wärmepumpe mit Strom direkt aus der Photovoltaikanlage oder aus einem Batteriespeicher geladen werden. Bei anderen Heizsystemen lässt sich der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms aus der Photovoltaikanlage durch die Anbindung eines Heizstabes im Warmwasser- oder Pufferspeicher einfach steigern.

Falls ein Überschuss an selbst produziertem Strom besteht, kann das Brauch- oder Heizungswasser über einen Heizstab zusätzlich direkt elektrisch erwärmt werden. Dies kann insbesondere im Sommer lohnend sein, damit die Erwärmung des Brauchwassers nicht über den Öl- oder Gaskessel erfolgen muss.

Hybridheizung Smart PV von ÖkoFEN
Power-to-Heat: Überschüssiger Strom aus der Photovoltaikanlage kann mit Smart PV von ÖkoFEN über einen Heizstab im Heizungswasser gespeichert werden. © ÖkoFEN

Pufferspeicher rechtzeitig mit einplanen

Der Pufferspeicher spielt innerhalb einer Hybridheizung eine zentrale Rolle: Er nimmt die von den verschiedenen Wärmeerzeugern gelieferte Wärme auf und speichert sie für die spätere Nutzung. Soweit ihr euch die Option für die Einbindung von erneuerbaren Energiequellen ins Heizsystem offenhalten möchtet, solltet ihr daher von Anfang an einen entsprechend dimensionierten Pufferspeicher installieren.

Hybridheizung: Die Vorteile und Nachteile

Hier noch mal die Vorteile einer Hybridheiung zusammengefasst:

  • Umweltschonend: Durch die Einbindung von erneuerbaren Energien sinkt die CO₂-Belastung.
  • Aufrüst- und erweiterbar: Hybridheizungen gelten als modulares System, das sich – klug geplant – auch später noch erweitern lässt.
  • Unabhängig: Die Kombination verschiedener Wärmequellen macht unabhängiger von der Preisentwicklung nur eines Energieträgers.

Bei allen Vorteilen haben Hybridheizungen auch einen Nachteile:

  • Kostspieliger: Die Kombination verschiedener Technologien macht Hybridheizungen in der Anschaffung deutlich teurer als Einzelsysteme.
  • Anfälliger: Mehrere kombinierte Systeme sind anfälliger für Fehler.
  • Wartungsintensiver: Spezielle Systeme verlangen für die Wartung auch Spezialisten. Nicht jeder Heizungstechniker kennt sich damit aus.

So werden Hybridheizungen vom Staat gefördert

Bei der Heizungsmodernisierung gibt es für Hybridheizungen mit erneuerbarer Energie attraktive Förderungen. Denn das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt einen Zuschuss bis zu 35 Prozent; beim Tausch einer alten Ölheizung sind es sogar bis 45 Prozent.

Für Hybridheizungen mit Gas und erneuerbaren Energien oder Wärmepumpe liegt die Förderung bei 30 Prozent (40 Prozent beim Ersatz einer alten Ölheizung). Wenn zunächst nur die Gas-Brennwertheizung installiert („Renewable Ready“) und die erneuerbare Energie innerhalb von zwei Jahren nachgerüstet wird, beträgt der Zuschuss 20 Prozent.

Weitere Infos dazu findet ihr auch in diesem Artikel:

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