Heizöl-Lieferung durch einen Tankwagen
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Neue Ölheizung: Alle Infos zu Kosten & Nutzen der Brennwerttechnik

Andreas Förstel

Andreas Förstel

Ihr wollt eure alte Ölheizung austauschen, den fossilen Brennstoff aber weiterhin nutzen? Durch die Nutzung der Brennwerttechnik kann sich das unter Umständen lohnen. Wir geben einen Überblick über Technik, Vor- und Nachteile und Kosten.

Eine neue Ölheizung einbauen – lohnt sich das überhaupt noch? Eine berechtigte Frage, gerade vor dem Hintergrund des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes.

Da heißt es nämlich, dass ab 2026 "in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist", keine Ölheizung mehr verbaut werden dürfen. Was aber ist mit den Ölheizungen, die noch in Betrieb sind? Immerhin erzeugen noch rund ein Viertel aller derzeit in Betrieb befindlichen Heizungen in Deutschland ihre Heizenergie mit Öl. Das geht aus einer Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks und dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervor.

Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Muss ich meine alte Ölheizung austauschen?

Das kommt darauf an. Laut Energieeinsparverordnung (§ 10 EnEV) müssen alte Ölheizungen ausgetauscht werden. Und zwar dann, wenn die Heizung älter als 30 Jahre alt ist und nicht mit der Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik heizt.

Anders gesagt: Die Austauschpflicht betrifft in der Regel alte Konstanttemperaturkessel mit einer Heizleistung zwischen vier und 400 Kilowatt. Denn bei Konstanttemperaturkesseln – der Name sagt es bereits – läuft der Kessel auf gleichbleibend hohen Temperaturen. Und das ist ein echter Energiefresser.

Ihr habt noch so einen Kessel? Dann müsst ihr trotzdem nicht gleich den Heizungsmonteur rufen. Ausgenommen von der Austauschpflicht sind alle, die ihre Immobilie mit maximal zwei Wohnungen schon vor dem 1. Februar 2002 als Eigentümer bezogen haben. Aber Achtung: Wenn ihr zum Beispiel euer Elternhaus erbt, dann werdet ihr neuer Eigentümer – und dann seid ihr auch zum Austausch verpflichtet. Dafür habt ihr zwei Jahre Zeit.

Neue Ölheizung: Nur mit Brennwertkessel

Auch wenn ihr vielleicht nicht zwangsläufig die alte Ölheizung austauschen müsst: Es lohnt sich dennoch, über die Installation eines neuen Kessels nachzudenken. Viele Hausbesitzer, die mit Öl heizen, bleiben aber ihrem Brennstoff auch bei einer Modernisierung treu. Immerhin waren 2018 noch acht Prozent aller neu installierten Heizungen solche mit Öl-Brennwertkessel. Dafür gibt es gute Gründe.

Der Austausch des alten Kessels gegen ein Brennwertgerät ist bei der Erneuerung der Heiztechnik meist die preiswerteste Lösung. Der Öltank ist sowieso schon vorhanden, und die Umrüstung auf ein anderes Heizsystem wie zum Beispiel Gas oder Holz ist dann doch mit nicht unerheblichen, zusätzlichen Kosten verbunden. Außerdem ist durch den Einsatz von schwefelarmem Heizöl in Brennwertkesseln die Verbrennung wesentlich sauberer geworden.

Infografik Anteil der Öl-Heizungen an den neu installierten Heizungen in Deutschland

Vorteile von Öl-Brennwertkesseln

Größter Pluspunkt von Öl-Brennwertkesseln ist die verbesserte Technik. Alte Kessel gewinnen – vereinfacht gesagt – die Energie ausschließlich aus der Verbrennung des Öls, nutzen daher nur den so genannten Heizwert. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die bei der Verbrennung entstehenden Abgase. So erreichen sie einen Wirkungsgrad von rund 95 Prozent und verbrauchen zwischen zehn und 30 Prozent weniger Heizöl als alte Geräte.

Wenn Kessel und Steuerungselektronik der alten Heizung noch in Ordnung sind, kann es sinnvoll sein, nur den Brenner zu tauschen. Besonders die modulierend arbeitenden Modelle sind sparsam im Verbrauch und machen sich schnell bezahlt.

Modulierend heißt in diesem Fall vereinfacht gesagt, dass sich die Leistung dem jeweiligen Energiebedarf anpasst. Alte Kessel arbeiten dagegen mit einer so genannten Taktung, das heißt die erforderliche Brennerleistung wird nur durch simples Ein- und Ausschalten geregelt.

Neue Ölheizung plus erneuerbare Energien

Wirklich ökologisch ist aber auch ein neuer Öl-Brennwertkessel nicht. Mit 290 Gramm pro Killowattstunde ist der Ausstoß von CO2 noch rund zehn bis 15 Prozent höher als bei Erdgas.

Ein neuer Brennwertkessel lässt sich aber auch mit erneuerbaren Energien kombinieren. So kann zum Beispiel eine Solaranlage zusätzlich ins Heizsystem eingebunden werden. Im besten Fall reduziert das die Heizkosten und CO2-Emissionen sogar um mehr als ein Drittel.

Ölkessel mit Brennwerttechnik gibt es mit integriertem Wasserspeicher, so dass sich die komplette Heizzentrale inklusive Solartechnik auf kleinem Raum unterbringen lässt.

Kosten und Förderung von Ölheizungen

Monteur am einer Ölheizung mit Brennwertkessel
Eine moderne Ölheizung mit Brennwerttechnik spart gegenüber einem Kessel mit konstanter Temperatur bis zu 30 Prozent Energie. © IWO

Eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik kostet für ein Einfamilienhaus rund 8.000 bis 10.000 Euro. Bis Ende 2019 gab es für die Neu-Installation einer reinen Ölheizung mit Brennwerttechnik noch Fördermittel. Die wurden im Rahmen des erwähnten Klimapaketes ab 2020 allerdings gestrichen.

Um die erneuerbaren Energien in deutschen Heizungskellern zur fördern, gibt es nun eine Zusatzprämie von zehn Prozent auf die ohnehin bestehenden Fördermittel, wenn ihr eure alte Ölheizung gegen eine moderne, mit erneuerbaren Energien betriebene Anlage austauscht.

Also gibt es überhaupt keine Fördermittel mehr für Ölheizungen? Indirekt schon. Wenn ihr eure alte Ölheizung gegen ein neues Modell mit Brennwerttechnik austauscht und zusätzlich erneuerbare Energien integriert, dann gibt es Fördergeld für den Heizungsteil, der nicht mit Öl betrieben wird. Dazu heißt es wörtlich bei den Förderbedingungen der BAFA: "Sofern eine Ölheizung um einen erneuerbaren Wärmeerzeuger (Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpe) ergänzt wird, kann letzterer jedoch gefördert werden".

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