Wandhängender Gas-Brennwertkessel von Brötje
© Brötje

Modernisieren | Ratgeber

Neue Gasheizung: Vorteile und Kosten eines Brennwertkessels

Andreas Förstel

Level: Für Einsteiger

Gasheizungen sind immer noch die am häufigsten verbaute Heizungsart in Deutschland. In punkto Technik und Effizienz lässt sich dabei noch einiges optimieren. Das spart Kosten – und wird sogar gefördert.

Der fossile Brennstoff Gas ist beim Heizen weiterhin der wichtigste Energieträger – auch bei der Heizungsmodernisierung. Gasheizungen machen den Großteil aller in Deutschland verbauten Heizungen aus, und auch bei Neuinstallationen liegt diese Heizungsart ganz weit vorn.

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Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Voraussetzung für die Nutzung einer Gasheizung ist die Anbindung des Grundstücks an das Gasnetz. Der Hausanschluss schlägt hier mit rund 2.000 Euro zu Buche. Der Vorteil von Erdgas liegt damit auf der Hand: Es braucht anders als eine Ölheizung keinen Platz für Tanks. Diese sind nur erforderlich, wenn ihr mangels Gasanschluss ersatzweise Propangas nutzt. Das fällt bei der Verarbeitung von Rohöl an und lagert in Flüssiggastanks auf dem Grundstück.

Gas gilt als sauberer Brennstoff, da es fast ohne Rückstände verbrennt. Je Kilowattstunde beträgt der CO2- Ausstoß rund 200 Gramm. Eine Kombination mit der Nutzung erneuerbarer Energien ist möglich und hilft, die Ökobilanz weiter zu verbessern.

Austauschpflicht für alte Gasheizungen ohne Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik

Ähnlich wie bei Ölheizungen regelt § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) auch die Austauschpflicht für alte Gasheizungen. Heizkessel für gasförmige Brennstoffe müsst ihr demnach zwingend austauschen, wenn sie älter als 30 Jahre sind und nicht mit der Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik heizen.

In aller Regel betrifft die Austauschpflicht von Gasheizungen (ähnlich wie bei Ölheizungen) alte Konstanttemperaturkessel mit einer Heizleistung zwischen vier und 400 Kilowatt. Ausgenommen von der Austauschpflicht sind alle, die ihre Immobilie mit maximal zwei Wohnungen schon vor dem 1. Februar 2002 als Eigentümer bezogen haben.

Neue Gasheizung: Effizienz dank Brennwerttechnik

Moderne Gas-Brennwertheizungen nutzen die eingesetzte Energie nahezu vollständig aus. Während ältere Heizungen heiße Abgase zum Schornstein hinaus pusten, nutzt die Brennwerttechnik diese Energie ebenfalls, um damit Räume und Trinkwasser zu erwärmen.

Die Wärme entsteht bei der fast rückstandsfreien Verbrennung des Erdgases. Diese Wärme überträgt sich auf das Heizungswasser. Das wird dann in einem geschlossenen Kreislauf zu den Heizkörpern im ganzen Haus gepumpt. Neben der Wärme entsteht bei der Verbrennung allerdings auch Wasserdampf. Bei konventioneller Heiztechnik verschwindet dieser ungenutzt durch den Schornstein.

Die Brennwerttechnik nutzt die darin enthaltene Energie ebenfalls, denn die heißen Abgase werden so weit abgekühlt, dass der Wasserdampf kondensiert. Die bei der Kondensation freigesetzte Wärme lässt sich dann zusätzlich zum Heizen verwenden. Brennwerttechnik nutzt also nahezu den gesamten Energiegehalt des Brennstoffs – nämlich bis zu 98 Prozent.

Optimal heizen mit Gas: Diese Faktoren sind noch wichtig

Wie gut und effizient eine Brennwertheizung in der Praxis tatsächlich ist, hängt aber nicht nur vom Kessel ab. Die Auslegung des Heizsystems hat erheblichen Einfluss auf eine möglichst hohe Ausbeute an Kondensationswärme.

Um die erforderlichen Kondensationsbedingungen zu erreichen, sind bei Gas Abgastemperaturen von unter 58 Grad Celsius erforderlich. Erst dann kann der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensieren und ihr könnt die zusätzliche Kondensationswärme zum Heizen nutzen.

Erreichen lässt sich dieser Effekt am besten durch möglichst groß ausgelegte Heizkörper oder eine Flächenheizung. Darüber hinaus sind noch eine gut geplante Auslegung der Heizflächen und der Thermostatventile sowie ein hydraulischer Abgleich wichtig. Am besten lasst ihr euch vor dem Einbau eines neuen Gas-Brennwertkessels bei der Planung der zusätzlichen Maßnahmen von einem Energieberater oder dem Heizungsmonteur eures Vertrauens unterstützen.

Gas-Brennwert-Therme CGB-2 von Wolf
Platzsparende Gas-Brennwert-Thermen (hier: CGB-2 von Wolf) eignen sich ideal für Eigenheime. © Wolf

Kosten und Förderung von Gasheizungen

Die Erneuerung der alten Gasheizung durch einen Gas-Brennwertkessel kostet bei einem Einfamilienhaus rund 7.000 bis 9.000 Euro. Dafür könnt ihr unter Umständen Zuschüsse beantragen.

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es aber im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes komplett neue Förderbedingungen. Grundsätzlich vergibt den Hauptteil der Fördermittel jetzt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Gefördert wird aber nicht mehr wie bisher der Austausch alter Gasheizungen gegen neuere Modelle mit Brennwerttechnik. Wenn ihr euch eine neue Gasheizung anschafft, dann muss diese auch einen Teil der Wärme aus regenerativen Energien beziehen, um förderfähig zu sein.

Machbar ist das durch so genannte Gas-Hybridheizungen, also zum Beispiel durch die Kombination einer Gasheizung mit einer Wärmepumpe. Tauscht ihr eure alte Heizung gegen ein solches Modell aus, dann erhaltet ihr bis zu 30 Prozent der Kosten zurückerstattet.

Es gibt auch die Möglichkeit, eine neue Gasheizung einzubauen und diese schon einmal auf die Einbindung der neuen, umweltfreundlichen Technik vorzubereiten ("Renewable Ready"). In diesem Fall gibt es 20 Prozent der förderfähigen Kosten zurück.

Wann lohnt sich ein Gas-Brennwertkessel für mich?

Das Portal CO2online hat am Beispiel eines 125-Quadratmeter-Hauses aus den 1980er Jahren ausgerechnet, dass das Beheizen mit einem Standardkessel jährlich 3.155 Euro kostet (mittlerer Energiepreis bei durchschnittlich sieben Prozent Steigerung pro Jahr).

Wird stattdessen mit einem modernen Brennwertkessel geheizt, zahlt der Hauseigentümer jährlich 2.640 Euro Heizkosten. Das sind 510 Euro pro Jahr weniger, was einer Einsparung von über 16 Prozent entspricht. Bei einer durchschnittlichen Investitionssumme von 7.710 Euro für einen neuen Brennwertkessel inklusive Montage ergäbe sich eine Amortisationszeit von etwa 15 Jahren. Das heißt, die neue Gasheizung rechnet sich nach etwa 15 Jahren.

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