Frau entleert Aschekasten bei einer Pelletheizung.
© depi/Kees van Surksum

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Pelletheizung: Alles über Kosten, Vorteile & Nachteile

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Eine Pelletheizung schont nicht nur die Ressourcen. Dank moderner Steuer- und Regeltechnik ist diese Art zu heizen auch sehr komfortabel geworden. Alle Infos zu Technik, Betrieb, Kosten, Sparpotentialen und den Vorteilen und Nachteilen einer Holzheizung.

Pelletheizungen sind eine sehr ressourcenschonende Art zu heizen. Wir zeigen euch hier, wie diese Heizungsart arbeitet, welche Vorteile, aber auch Nachteile sie hat und mit welchen Kosten ihr bei Kauf und Betrieb rechnen müsst.

Was ist eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung dürft ihr nicht mit einem Pelletofen verwechseln. Beide haben als Brennstoff zwar die aus Sägespänen und anderen Holzresten gepressten Pellets. Eine Pelletheizung ist aber als Zentralheizung gedacht. Das heißt, sie versorgt das ganze Haus mit Wärme. Dagegen ist ein Pelletofen meist nur für die Wärmeversorgung eines Raumes ausgelegt.

Ausnahme: ein Pelletofen als sogenannter wasserführender Ofen. Hier wird ein Teil der über den Ofen gewonnenen Energie für das zusätzliche Erhitzen von Brauch- und/oder Heizungswasser genutzt.

Moderne Pelletheizungen sind ziemlich komfortabel. Sowohl das Befüllen des Kessels mit den Pellets als auch die Steuerung und Regelung der Anlage erfolgt größtenteils automatisch. Das macht Pelletheizungen immer beliebter.

Anzahl der Holzpelletfeuerungen in Deutschland

Die Anzahl der Pelletheizungen in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Gab es laut statista.com im Jahr 2012 genau 278.606 Pelletheizungen im Bundesgebiet, so wird für 2022 eine Anzahl von 648.000 Stück prognostiziert. Den größten Anteil machen dabei Pelletkessel mit einer Nennwärmeleistung von unter 50 Kilowatt aus.

Infografik Anzahl der Pelletheizungen 2012 bis 2022

Wie funktioniert eine Pelletheizung?

Pelletheizungen nutzen die älteste Methode der Wärmegewinnung: Sie verbrennen Holz. Das wird von einem Lagerraum oder Vorratsbehälter in den Pelletkessel transportiert. In der Brennkammer startet dann automatisch die Zündung und Verbrennung. Diese wird durch verschiedene Messfühler überwacht und gesteuert. Das geschieht so effizient, dass die meisten Pelletheizkessel einen Kesselwirkungsgrad von über 90 Prozent erreichen.

Die so entstehende Hitze erwärmt einen integrierten Wärmetauscher. Der gibt wiederum die Energie weiter in den Heizkreislauf. Unter Umständen kommt zu diesem System noch ein Pufferspeicher, der die erzeugte Energie sozusagen vorhält. Zurück bleibt Asche, die entsorgt werden muss.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Komponenten:

  • Verbrennungsregelung: Temperaturfühler und Abgas-Sensoren ermitteln die Wärmeleistung und steuern den Verbrennungsprozess durch die Regelung der Brennstoff- sowie Primär- und Sekundärluftzufuhr.
  • Automatische Zündung: Die automatische Zündvorrichtung zündet die Holzpellets und schaltet dann wieder ab. Das geschieht immer dann, wenn über die Regelung des Zentralheizungssystems mehr Energie/Wärme benötigt wird.
  • Gebläse für Verbrennungsluft: Die erforderliche Luft für die Verbrennung erhalten Pelletheizungen über ein Gebläse.
  • Rückbrandsicherung: Sie verhindert, dass die Flamme vom Kessel in das Zuführungssystem bis hin in den Lagerraum der Pellets zurückschießt. Hier kommen verschiedene technische Systeme wie Klappen und Schleusen, aber auch Löschwasservorrichtungen zum Einsatz.
Pelletheizung in einem Heizungskeller.
Äußerlich unterscheidet sich eine Pelletheizung kaum von anderen Heizungsarten. © depi (Deutsches Pellet-Institut)

Was sind die Vorteile einer Pelletheizung?

Rein ökologisch gesehen ist eine Pelletheizung eine feine Sache. Denn: Zwei Kilogramm der aus Säge- und Hobelspänen hergestellten Pellets ersetzen einen Liter Heizöl. Und es gibt noch viele weitere Vorteile:

  • Gute Energie-Bilanz: Neben der Vermeidung von fossilen Brennstoffen punkten Pellets mit einem hohen Energiegehalt.
  • Gute Öko-Bilanz: Die Verbrennung ist aufgrund des nachwachsenden Brennstoffes Holz CO2-neutral.
  • Preiswerter als fossile Energie: Trotz der enormen Preissteigerungen bei Pellets bleibt diese Art der Holzheizung im Betrieb immer noch günstiger als Öl oder Gas.

Was sind die Nachteile einer Pelletheizung?

Das alles klingt nicht nur gut, das ist es auch. Es gilt aber auch Nachteile zu berücksichtigen:

  • Hohe Investitionskosten: Pelletheizung sind in der Anschaffung recht teuer.
  • Platzbedarf einplanen: Für den Kessel und vor allem die Lagerhaltung der Pellets braucht ihr einen ausreichenden und vor allem gut geschützten Platz.
  • Ascherückstände entsorgen: Auch wenn die Pellets fast komplett verbrennen, Asche bleibt trotzdem zurück. Diese müsst ihr regelmäßig entnehmen.
Frau mit Aschetrolley
Der Aschekasten der Pelletheizung muss regelmäßig entleert werden. © DEPI/M. Ullrich

Was muss ich beim Kauf einer Pelletheizung beachten?

Ihr interessiert euch für den Kauf einer Pelletheizung? Dann solltet ihr vorher folgende Technik- und Komfortfragen klären:

Leistung der Pelletheizung

Genau wie bei jedem anderen System der Wärmegewinnung müsst ihr erst einmal ermitteln, welche Leistung eure Pelletheizung haben sollte, um euer Haus auch ausreichend zu beheizen. Wichtig ist dabei die Nennwärmeleistung. Darunter versteht man die Wärmeleistung des Kessels im Volllastbetrieb. Die Nennwärmeleistung sollte genau auf den Wärmebedarf ausgerichtet sein. Denn: Zu viel (unnötige) Leistung kostet zu viel Geld, bei zu wenig bleibt die Bude kalt.

Neben der Anzahl der Personen, die im Haushalt leben, ist natürlich die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Zimmer und der energetische Zustand wichtig. Folgende Tabelle gibt euch einen ersten, groben Überblick:

  • Baujahr des Gebäudes
  • Leistung der Pelletheizung pro m2
  • vor 1970
  • 150 bis 170 Watt
  • 1970 bis 1980
  • 100 bis 150 Watt
  • 1980 bis 1990
  • 75 bis 100 Watt
  • 1990 bis 2000
  • 50 bis 75 Watt
  • nach 2000
  • 15 bis 50 Watt

Leistungsanforderungen an eine Pelletheizung, abhängig vom Baujahr Quelle: heizung.de

Die Tabelle bildet nur Richtwerte ab. Für die Ermittlung eures ganz individuellen Bedarfs empfehlen wir euch, entweder einen Heizungsmonteur oder einen Energieberater zu befragen.

Pelletlagerung für die Pelletheizung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Holzpresslinge zu lagern.

  • Die günstigste Möglichkeit ist ein Gewebetank. Das ist eigentlich nichts anderes als ein großer Stoffsack in einem Gestell.
  • Alternativ dazu gibt es (unterirdische) Zisternen.
  • Luftundurchlässige Kunststoff- oder Metallsilos lassen sich im Kellerraum aufstellen.
  • Oder ihr lasst gleich einen Lagerraum (zum Beispiel den alten Raum für den Heizöltank) umbauen.

Die Deutsche Pelletinstitut GmbH (depi) empfiehlt: "Für kleine und mittlere Pelletheizungen (bis circa 75 kW Kesselleistung) sollte das Pelletlager so ausgelegt werden, dass es einen kompletten Jahresbedarf an Pellets fasst. Damit wird die Anzahl der Anlieferungen reduziert und man kann den üblicherweise günstigen Sommerpreis nutzen."

Wenn ihr also nicht andauernd nachliefern lassen wollt, muss das Pelletlager entsprechend dimensioniert sein. Bei einem Pelletbedarf von 3.750 Kilogramm im Jahr (entspricht ungefähr einem Wärmebedarf von 15.000 kWh), so rechnet das depi vor, benötigt ihr einen Tank mit einem Volumen von rund 6,5 Kubikmeter.

Achtung: In der Regel werden Holzpellets von einem Tankwagen geliefert. Der bläst die Pellets per Schlauch in euer Lager. Dabei darf der Abstand zwischen Tank und Standplatz des Lkw 30 Meter nicht überschreiten. Sonst funktioniert das Einblasen nicht. Das solltet ihr bei der Planung des Pelletlagers also auch mit beachten.

Lest mehr zum Thema Pellet-Lagerung in unserem Artikel: "Pelletlagerung: So solltet ihr eure Pellets lagern".

Auch wichtig: Die Pellets müsst ihr unbedingt stets trocken lagern. Feuchte oder gar matschige Pellets verstopfen die Heizung.

Pelletheizkessel mit Pellet-Gewebesack.
Pelletheizkessel (hier ein Modell aus der Pelletti-Serie von Paradigma) mit Pellet-Gewebesack. © Paradigma

Qualität der Pellets

Holzpellets sind per Norm in drei Qualitätsklassen eingeteilt: A1, A2 und B. Für eure private Pelletheizung solltet ihr nur A1-Ware verwenden.

Weitere Qualitätskriterien sind:

  • "DINplus"-Zeichen von TÜV Rheinland
  • FSC-Siegel (Forest Stewardship Council)
  • "DIN-Geprüft nach ISO 38200"-Zeichen

Als qualitativ hochwertige Pellets gelten auch die Presslinge mit dem ENplus-Zertifikat.

Fördertechnik für die Pellets

Beim Transport der Pellets vom Lager zum Heizkessel kommt das so genannte Austragungssystem zum Einsatz. Hierbei gibt es zwei Techniken:

  • Förderschnecke
  • Vakuumpumpen

Die Förderschnecke ist nicht anderes als ein großer, gewundener Bohrer. Durch seine Rotation befördert er die Presslinge in den Heizkessel. Wichtig: Bei der Nutzung einer Förderschnecke muss der Lagerbehälter oder Lagerraum direkt an die Pelletheizung beziehungsweise den Heizungsraum anschließen.

Die zweite Möglichkeit sind Vakuumpumpen. Hier werden die Pellets vom Lager in den Kessel gesaugt. Das ermöglicht eine größere Flexibilität, hier können Lagerraum und Heizungsraum bis zu 25 Meter voneinander entfernt liegen.

Übrigens: Ihr könnt eine Pelletheizung auch ohne Lager betreiben. Dann müsst ihr den Kessel aber regelmäßig selbst per Hand befüllen.

Art der Befeuerung

Die Pellets werden nicht direkt vom Lager in den Brennraum befördert. Es gibt noch einen Zwischenschritt. Dabei gibt es wieder zwei verschiedene Systeme:

  • Schubfeuerung
  • Fallstufensystem

Bei der Schubfeuerung werden die Pellets von der Seite auf einen Rost oder von unten in einen Stahlteller geschoben. Ein Fühler kontrolliert dabei den Grad der Befüllung. Die Pellets haben immer direkten Kontakt zur Glut. Schaltet die Heizung ab, schwelen die Pellets nach. Um diese Nachwärme zu nutzen, werden diese Kessel daher meist mit einem Pufferspeicher kombiniert.

Alternativ gibt es das Fallstufensystem. Dort fallen die Pellets durch einen Fallschacht auf den Feuerungsrost, ohne dass sie mit der Glut in Berührung kommen. Hier erfolgt die Überwachung des Füllstands nicht über einen Fühler, sondern über die Messwerte der Feuerungsregelung.

Unterschubbrenner einer Pelletheizung
So sieht die Schubfeuerung durch einen sogenannten Unterschubbrenner bei einer Pelletheizung aus. © Paradigma

Pufferspeicher bei Pelletheizungen

Bei einer anderen Art der Holzheizung, dem Scheitholzkessel, lässt sich die Wärmeerzeugung nicht einfach so an- und abschalten. Deshalb wird hier über einen Pufferspeicher die Wärme zwischengespeichert.

Dagegen verfügen Pelletheizungen über hochentwickelte Steuer- und Regelsysteme. Da sich Pellets sehr gut dosieren lassen und sich somit die Heizleistung ebenfalls gut steuern lässt, ist hier ein Pufferspeicher nicht zwingend nötig.

Trotzdem ist die Installation eines Pufferspeichers überlegenswert. Er verlängert in der Regel die Lebensdauer des Kessels und wirkt sich positiv auf den Verbrauch des Brennstoffs und die Emissionen aus.

Experten empfehlen für Pelletheizkessel ein Pufferspeichervolumen von rund 20 Litern pro Kilowatt Nennwärmeleistung. Und immer dann, wenn ein Pufferspeicher ins Spiel kommt, solltet ihr auch über die Installation einer unterstützenden Solarthermieanlage nachdenken.

Was kostet eine Pelletheizung inklusive Einbau?

Eine Pelletheizung ist in der Anschaffung nicht billig. Die Preise für die Kessel liegen zwischen 3.000 Euro und knapp 20.000 Euro.

Die Preise hängen dabei von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • der Nennleistung
  • dem Wirkungsgrad
  • der Energieeffizienzklasse
  • der Leistungs- und Feuerungsregelung (vorhanden oder nicht vorhanden)
  • der Art der Pelletzuführung
  • der Wärmetauscherreinigung (händisch oder automatisch)
  • der Entaschung (händisch oder automatisch)

Für einen neuen Pelletkessel für ein Einfamilienhaus müsst ihr – je nach Nennwärmeleistung – durchschnittlich mit Kosten zwischen 15.000 und 25.000 Euro rechnen. Darin enthalten sind die Kosten für die Heizung selbst, das Lager (in der Regel eine Gewebetank), die Aufbereitung des Warmwassers und die Fördertechnik.

Dazu kommt noch die Montage inklusive des Material- und Arbeitsaufwands des Installateurs. Dabei können die Montagekosten je nach Arbeitsaufwand, Komplexität und örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich ausfallen.

Hier findet ihr eine umfassende Marktübersicht mit 419 Pelletheizkesselmodellen von 34 Herstellern. Alternativ könnt ihr auch in der Produktdatenbank der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe stöbern. Aber Achtung: Die Werte stammen von 2020, die Anschaffungskosten sind seither deutlich gestiegen.

Schematische Darstellung einer Pelletheizung mit Pelletlager.
Schematische Darstellung einer Pelletheizung mit Pelletlager. Werden die Pellets per Pumpe zum Kessel befördert, erlaubt das größere Abstände zwischen Heizungsanlage und Pelletlager. © Paradigma

Ist Heizen mit Pellets wirklich billiger?

Holzpellets zählten in Sachen Energiekosten bisher mit zu den günstigsten Energieträgern. Das zeigt folgender Vergleich.

Um einen Haushalt mit einem Heizenergiebedarf von jährlich 20.000 Kilowattstunden (kWh) zu versorgen braucht man:

  • 20.000 kWh Gas. Durchschnittskosten: 18 Cent pro Kilowattstunde (Stand: September 2022, Quelle: Verivox)
  • 1 l Heizöl = Heizwert von 10 kWh = 2.000 Liter Heizöl. Durchschnittskosten: 162,66 Euro für 100 Liter (Stand: September 2022, Quelle: heizoel24.de)
  • 1 kg Pellets = Heizwert von 5 kWh = 4.000 kg Pellets. Durchschnittskosten: 683 Euro für
    1 Tonne (Stand: August 2021, Quelle: Deutsches Pelletinstitut)

Daraus ergeben sich dann folgende Gesamtheizkosten pro Jahr bei einem Verbrauch von
20.000 Kilowattstunden
:

  • Gas (18 ct/kWh)
  • Öl (162,66 Euro/100 l)
  • Pellets (683 Euro/t)
  • 3.600 Euro
  • 3.253 Euro
  • 2.732 Euro

Vergleich: Heizenergiepreis pro Kilowattstunde Quellen: Verivox, heizoel24.de, Deutsches Pelletinstitut, Stand: August/September 2022

Das ist allerdings nur eine grobe Rechnung. Heizkosten hängen immer auch ganz stark vom Heizverhalten, der Leistung der Heizung und der Dämmung des Hauses ab. Und auch regional gibt es teils erhebliche Preisunterschiede. Insofern dürften die reinen Energiekosten bei den meisten höher liegen. Am relativen Preisvorteil der Pellets ändert das aber nichts.

Lest hier, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sich für euch noch lohnen könnten.

Pellets kaufen: Anstieg um fast 200 Prozent

Obwohl das Heizen mit Pellets im Vergleich zu fossilen Energieträgern günstiger ist, sind auch die Pelletpreise extrem gestiegen. Nach Aussage des Deutschen Pelletinstituts lag der Preis für eine Tonne der Presslinge Ende August 2022 bei fast 683 Euro. Das Portal haustec.de hat die Preisentwicklung untersucht und festgestellt: Im Vergleich zum Vormonat entsprach das einer Preissteigerung von 34,5 Prozent. Und in Bezug auf den August 2021 verteuerten sich Pellets innerhalb eines Jahres gar um sage und schreibe fast 195 Prozent!

Ironischerweise hat der Preisanstieg unter anderem auch mit dem Erfolg der Pelletheizung zu tun. Aufgrund des faktischen Ausstiegs aus der fossilen Energie stellen viele Besitzer auf Pellets um. Ein Bevorratungsmentalität, die gestiegenen Kosten bei Produktion und Transport (vor allem die Spritpreise) und die kriegsbedingten Auswirkungen auf die Energiemärkte tun ein übriges.

Gibt es für Pelletheizungen eine Förderung?

Seit dem 1. Januar 2021 sind sämtliche Fördermaßnahmen sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen und Modernisierungen bei Altbauten in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zusammengefasst. Das gilt auch für die Heizungsoptimierung.

Als förderfähig gelten automatisch beschickte Pellet-, Hackschnitzel- oder Scheitholzvergaserkessel, Pelletkaminöfen mit Wassertasche sowie Kombikessel, die Pellets und Scheitholz oder Hackschnitzel und Scheitholz einsetzen können (jeweils mit einer Nennwärmeleistung ab 5 kW, nach oben hin keine Leistungsbegrenzung).

Wer sich für eine Pelletheizung entscheidet, wird dabei bei den "förderfähigen Kosten" unterstützt. Die umfassen alle notwendigen Maßnahmen für Vorbereitung und Umsetzung des Heizungsprojekts und damit zusammenhängende Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz der gesamten Heizanlage.

Pelletheizung im Altbau: Zuschuss und Kredit für Einzelmaßnahmen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt im Rahmen der sogenannten Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM) einmalige Zuschüsse für den Einbau einer Pelletheizung, und zwar in folgendem Umfang:

  • Heizsystem
  • Basis-Fördersatz
  • zusätzliche Förderung beim Heizungstausch
  • zusätzlicher Innovationsbonus
  • maximaler Fördersatz
  • Pelletheizung
  • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 5 Prozent (maximal 3.000 Euro)
  • = 25 Prozent (maximal 15.000 Euro)
  • EE-Hybrid (Pellets + Solar)
  • 20 Prozent (maximal 12.000 Euro)
    • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 5 Prozent (maximal 3.000 Euro)
  • = 35 Prozent (maximal 21.000 Euro)

Fördersätze für Holzheizungen / Stand: September 2022

Das BAFA fördert den Kauf einer Pelletheizung pauschal mit 10 Prozent der förderfähigen Kosten (seit 15. August 2022). Diese dürfen maximal 60.000 Euro betragen.

Diese 10 Prozent erhöhen sich unter folgenden Voraussetzungen noch um weitere Prozentpunkte:

  • + 10 Prozent Austauschbonus: Die Holzheizung ersetzt eine funktionsfähige alte Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine funktionsfähige, mindestens 20 Jahre alte Gasheizung.
  • + 5 Prozent Innovationsbonus: Die Holzheizung ist besonders emissionsarm und hält einen Feinstaubgrenzwert von maximal 2,5 mg/m³ ein.

Der Austauschbonus und der Innovationsbonus können kumuliert werden. Maximal könnt ihr also einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent erhalten. Macht bei einer Höchstsumme von 60.000 Euro stolze 15.000 Euro an Fördermitteln. Und gar satte 35 Prozent beträgt die Förderung, wenn ihr die Pelletheizung noch zusätzlich mit Solarthermie ergänzt und so eine Erneuerbare-Energien-Hybridheizung schafft.

Weitere Infos zu den förderfähigen Kosten, der Antragstellung für die Förderung und vieles mehr findet ihr hier: Förderung Holzheizung: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Pelletheizung im Neubau: Bau, Kauf oder Sanierung eines Effizienzhauses

Baut oder kauft ihr euch ein Effizienzhaus oder saniert ein Haus zum Effizienzhaus und betreibt dieses mit einer Pelletheizung, dann könnt ihr die Heizungsanlage indirekt über die Fördermittel für das Effizienzhaus bezahlen.

Die Neubauförderung wurde Ende April 2022 reformiert. Hier erfolgt die Förderung indirekt durch einen bezuschussten Kredit in Höhe von fünf Prozent von höchstens 120.000 Euro, also
6.000 Euro. Dieses Geld ist ein sogenannter Tilgungszuschuss, das heißt er verringert die Kreditsumme.

Im Prinzip ähnlich, aber wesentlich großzügiger ist die Förderung, wenn ihr euer Haus zu einem KfW-Effizienzhaus saniert. Bei der Sanierung zum Effizienzhaus liegt die maximale Kreditsumme bei 150.000 Euro, der Tilgungszuschuss kann hier aber bis zu 75.000 Euro betragen. Weitere Infos findet ihr hier: Sanierung zum KfW-Effizienzhaus: So kommt ihr an Fördermittel

Mann schließt Schlauch für die Pelletlieferung an ein Sacksilo an.
Einfache Lieferung: Hier schließt der Fahrer den Schlauch für die Pelletlieferung an ein Sacksilo an. © Deutsches Pelletinstitut

Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf einer Pelletheizung?

Ob sich für euch die Anschaffung einer Pelletheizung lohnt, ist nicht nur eine Rechenaufgabe. Klar solltet ihr Investitions- und Betriebskosten, Fördermittel und die (ungefähre) Preisentwicklung eures jetzigen Energieträgers der Pelletheizung gegenüberstellen. Die möglichen geringeren Kosten sind aber nur ein Vorteil. Die bessere Öko-Bilanz im Vergleich zu fossilen Brennstoffen kann auch ein Kaufkriterium sein.

Wer sowieso vor hat, sein Haus zu sanieren, der wird auch in Sachen Dämmung und Heizung über Alternativen nachdenken. Beides geht Hand in Hand, einfach nur eine neue (Pellet-)[Heizung](https://wohnglueck.de/tag/heizung) zu installieren, ohne dabei auch an Dämmung zu denken, ist sinnlos.

Ihr wollt euch auch über andere Heizsysteme informieren? Hier findet ihr eine ausführliche Übersicht mit allen Alternativen zu Gas und Öl.

Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass ihr mit einem Fachmann eine umfangreiche Aufstellung von Kosten und Nutzen machen müsst. Holt euch dafür einen qualifizierten Energieberater ins Haus. In welcher Form dieser euch unterstützt und was er kostet und leistet, lest ihr in diesem Artikel:

Auch interessant: "Alternative zur Gasheizung: Was kommt wirklich in Frage?"

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