Schematische Ansicht einer Pelletheizung mit Pelletlager.
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Modernisieren | Ratgeber

Pelletheizung: Alles über Kosten, Vorteile & Nachteile

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Eine Pelletheizung schont nicht nur die Ressourcen. Dank moderner Steuer- und Regeltechnik ist diese Art zu heizen auch sehr komfortabel geworden.

Pelletheizungen sind eine sehr ressourcenschonende Art zu heizen. Wir zeigen euch hier, wie diese Heizungsart arbeitet, welche Vorteile und Nachteile sie hat und mit welchen Kosten ihr bei Kauf und Installation rechnen müsst.

Was ist eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung dürft ihr nicht mit einem Pelletofen verwechseln. Beide haben als Brennstoff zwar die aus Sägespänen und anderen Holzresten gepressten Pellets, eine Pelletheizung ist aber als Zentralheizung gedacht. Das heißt, sie versorgt das ganze Haus mit Wärme. Dagegen ist ein Pelletofen meist nur für die Wärmeversorgung eines Raumes ausgelegt.

Ausnahme: Ein Pelletofen als sogenannter wasserführender Ofen. Hier wird ein Teil der über den Ofen gewonnenen Energie für das zusätzliche Erhitzen von Brauch- und/oder Heizungswasser genutzt.

Moderne Pelletheizungen sind ziemlich komfortabel. Sowohl das Befüllen des Kessels mit den Pellets als auch die Steuerung und Regelung der Anlage erfolgt größtenteils automatisch. Das macht Pelletheizungen in den letzten Jahre immer beliebter.

Anzahl der Holzpelletfeuerungen in Deutschland

Geschätzte 525.000 Kessel und Öfen gibt es 2020 in Deutschland, die mit Holzpellets befeuert werden. Damit hat sich die Gesamtzahl der Anlagen seit 2011 mehr als verdoppelt. Den größten Anteil machen Pelletkessel mit einer Nennwärmeleistung von unter 50 Kilowatt aus.

Grafik zu Pelletheizungen

Wie funktioniert eine Pelletheizung?

Pelletheizungen nutzen die älteste Methode der Wärmegewinnung: Sie verbrennen Holz. Das wird von einem Lagerraum oder Vorratsbehälter in den Pelletkessel transportiert. In der Brennkammer startet dann automatisch die Zündung und Verbrennung. Diese wird dann durch verschiedene Messfühler überwacht und gesteuert. Das geschieht so effizient, dass die meisten Pelletheizkessel einen Kesselwirkungsgrad von über 90 Prozent erreichen.

Die so entstehende Hitze erwärmt einen integrierten Wärmetauscher. Der gibt wiederum die Energie weiter in den Heizkreislauf. Unter Umständen kommt zu diesem System noch ein Pufferspeicher, der die erzeugte Energie sozusagen vorhält (dazu später mehr). Zurück bleibt Asche, die entsorgt werden muss.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Komponenten:

  • Verbrennungsregelung: Temperaturfühler und Abgassensoren ermitteln die Wärmeleistung und steuern den Verbrennungszprozess durch die Regelung der Brennstoff- sowie Primär- und Sekundärluftzufuhr.
  • Automatische Zündung: Die automatische Zündvorrichtung zündet die Holzpellets und schaltet dann wieder ab. Das geschieht immer dann, wenn über die Regelung des Zentralheizungssystems mehr Energie/Wärme benötigt wird.
  • Gebläse für Verbrennungsluft: Die erforderliche Luft für die Verbrennung erhalten Pelletheizungen über ein Gebläse.
  • Rückbrandsicherung: Sie verhindert, das die Flamme vom Kessel in das Zuführungssystem bis hin in den Lagerraum der Pellets zurückschießt. Hier kommen verschiedene technische Systeme wie Klappen und Schleusen, aber auch Löschwasservorrichtungen zum Einsatz.
Pelletheizung in einem Heizungskeller.
Äußerlich unterscheidet sich eine Pelletheizung kaum von anderen Heizungsarten. © depi (Deutsches Pellet-Institut)

Was muss ich beim Kauf einer Pelletheizung beachten?

Ihr interessiert euch für den Kauf einer Pelletheizung? Dann solltet ihr vorher folgende Technik- und Komfortfragen klären:

Leistung der Heizung

Genau wie bei jedem anderen System der Wärmegewinnung müsst ihr erst einmal ermitteln, welche Leistung eure Pelletheizung haben sollte, um euer Haus auch ausreichend zu beheizen. Wichtig ist dabei die Nennwärmeleistung. Darunter versteht man die Wärmeleistung des Kessels im Volllastbetrieb. Die Nennwärmeleistung sollte genau auf den Wärmebedarf ausgerichtet sein. Denn: Zu viel (unnötige) Leistung kostet zu viel Geld, bei zu wenig bleibt die Bude kalt.

Neben der Anzahl der Personen, die im Haushalt leben ist natürlich die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Zimmer und der energetische Zustand wichtig. Folgende Tabelle gibt euch einen ersten, groben Überblick:

  • Baujahr des Gebäudes
  • Leistung der Pelletheizung pro m2
  • vor 1970
  • 150 bis 170 Watt
  • 1970 bis 1980
  • 100 bis 150 Watt
  • 1980 bis 1990
  • 75 bis 100 Watt
  • 1990 bis 2000
  • 50 bis 75 Watt
  • nach 2000
  • 15 bis 50 Watt

Leistungsanforderungen an eine Pelletheizung, abhängig vom Baujahr Quelle: heizung.de

Aber wie gesagt, das sind nur Richtwerte. Für die Ermittlung eures ganz individuellen Bedarfs empfehlen wir euch, entweder einen Heizungsmonteur oder einen Energieberater zu befragen.

Lagerung der Pellets

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Holzpresslinge zu lagern.

  • Die günstigste Möglichkeit ist ein Gewebetank. Das ist eigentlich nichts anderes als ein großer Stoffsack in einem Gestell.
  • Alternativ dazu gibt es (unterirdische) Zisternen.
  • Luftundurchlässige Kunststoff- oder Metallsilos lassen sich im Kellerraum aufstellen.
  • Oder ihr lasst gleich einen Lagerraum (zum Beispiel den alten Raum für den Heizölrank) umbauen.

Die Deutsche Pelletinstitut GmbH (depi) empfiehlt: "Für kleine und mittlere Pelletheizungen (bis ca. 75 kW Kesselleistung) sollte das Pelletlager so ausgelegt werden, dass es einen kompletten Jahresbedarf an Pellets fasst. Damit wird die Anzahl der Anlieferungen reduziert und man kann den üblicherweise günstigen Sommerpreis nutzen".

Wenn ihr also nicht andauernd nachliefern lassen wollt, muss das Pelletlager entsprechend dimensioniert sein. Bei einem Pelletbedarf von 3.750 Kilogramm im Jahr (entspricht ungefähr einem Wärmebedarf von 15.000 kWh), so rechnet das depi vor, benötigt ihr einen Tank mit einem Volumen von rund 6,5 Kubikmeter.

Achtung: In der Regel werden Holzpellets von einem Tankwagen geliefert. Der bläst die Pellets per Schlauch in euer Lager. Dabei darf der Abstand zwischen Tank und Standplatz des Lkw 30 Meter nicht überschreiten. Sonst funktioniert das Einblasen nicht. Das solltet ihr bei der Planung des Pelletlagers also auch mit beachten.

Auch wichtig: Die Pellets müsst ihr unbedingt stets trocken lagern. Feuchte oder gar matschige Pellets verstopfen die Heizung.

Pelletheizkessel mit Pellet-Gewebesack.
Pelletheizkessel (hier ein Modell aus der Pelletti-Serie von Paradigma mit Pellet-Gewebesack. © Paradigma

Qualität der Pellets

Holzpellets sind per Norm in drei Qualitätsklassen eingeteilt: A1, A2 und B. Für eure private Pelletheizung solltet ihr nur A1-Ware verwenden.

Weitere Qualitätskriterien sind das "DINplus"-Zeichen von TÜV Rheinland, das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) oder das "DIN-Geprüft nach ISO 38200"-Zeichen. Qualitativ hochwertige Pellets verbrennen sauber und verlängern so die Lebensdauer des Kessels.

Fördertechnik für die Pellets

Beim Transport der Pellets vom Lager zum Heizkessel kommt das so genannte Austragungssystem zum Einsatz. Hierbei gibt es zwei Techniken.

  • Da wäre zum einen die Förderschnecke. Das ist nicht anderes als ein großer, gewundener Bohrer. Durch seine Rotation befördert er die Presslinge in den Heizkessel. Möglichkeit Nummer zwei ist der Vakuumsauger. Wichtig: Bei der Nutzung einer Förderschnecke muss der Lagerbehälter oder Lagerraum direkt an die Pelletheizung beziehungsweise den Heizungsraum anschließen.
  • Die zweite Möglichkeit sind Vakuumpumpen. Hier werden die Pellets vom Lager in den Kessel gesaugt. Das ermöglicht eine größere Flexibilität, hier können Lagerraum und Heizungsraum bis zu 25 Meter voneinander entfernt liegen.

Noch mehr Infos zur Pelletlagerung findet ihr beim Deutschen Pelletinstitut.

Übrigens: Ihr könnt eine Pelletheizung auch ohne Lager betreiben. Dann müsst ihr den Kessel aber regelmäßig selbst per Hand befüllen.

Art der Befeuerung

Die Pellets werden nicht direkt vom Lager in den Brennraum befördert. Es gibt noch einen Zwischenschritt. Dabei wird wieder in zwei verschiedene Systeme unterschieden.

  • Bei der Schubfeuerung werden die Pellets von der Seite auf einen Rost oder von unten in einen Stahlteller geschoben. Ein Fühler kontrolliert dabei den Grad der Befüllung. Die Pellets haben immer direkten Kontakt zur Glut. Schaltet die Heizung ab, schwelen die Pellets nach. Um diese Nachwärme zu nutzen, werden diese Kessel daher meist mit einem Pufferspeicher kombiniert.
  • Alternativ gibt es das Fallstufensystem. Dort fallen die Pellets durch einen Fallschacht auf den Feuerungsrost, ohne das sie mit der Glut in Berührung kommen. Hier erfolgt die Überwachung des Füllstands nicht über einen Fühler, sondern über die Messwerte der Feuerungsregelung.
Unterschubbrenner einer Pelletheizung
So sieht die Schubfeuerung durch einen sogenannten Unterschubbrenner bei einer Pelletheizung aus. © Paradigma

Pufferspeicher

Weil sich bei einem Scheitzholzkessel die Wärmeerzeugung nicht einfach so an- und abschalten lässt, wird hier über einen Pufferspeicher die Wärme zwischengespeichert.

Dagegen verfügen Pelletheizungen über hochentwickelte Steuer- und Regelsysteme. Da sich Pellets sehr gut dosieren lassen und sich somit die Heizleistung ebenfalls gut steuern lässt, ist hier ein Pufferspeicher nicht zwingend nötig.

Trotzdem ist die Installation eines Pufferspeichers überlegenswert. Er verlängert in der Regel die Lebensdauer des Kessels und wirkt sich positiv auf den Verbrauch des Brennstoffs und die Emissionen aus.

Experten empfehlen für Pelletheizkessel ein Pufferspeichervolumen von rund 20 Litern pro Kilowatt Nennwärmeleistung. Und immer dann, wenn ein Pufferspeicher ins Spiel kommt, solltet ihr auch über die Installation einer unterstützenden Solarthermieanlage nachdenken.

Was kostet eine Pelletheizung?

So eine Pelletheizung ist in der Anschaffung nicht billig. Die Preise für die Kessel liegen – je nach Nennwärmeleitung – zwischen 5.000 Euro und knapp 20.000 Euro. Dazu kommen noch die Montage. Und ihr dürft die Kosten für das Pelletlager und das Fördersystem nicht vergessen. Dafür müsst ihr auch noch mal rund 3.000 Euro bis 4.000 Euro einkalkulieren.

Hier findet ihr eine umfassende Marktübersicht mit 419 Pelletheizkesselmodellen von 34 Herstellern. Alternativ könnt ihr auch in der Produktdatenbank der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe stöbern.

Neben den reinen Investitionskosten sind auf Dauer gesehen natürlich auch die Verbrauchskosten wichtig. Und da wird es interessant ...

Schematische Darstellung einer Pelletheizung mit Pelletlager.
Schematische Darstellung einer Pelletheizung mit Pelletlager. Werden die Pellets per Pumpe zum Kessel befördert, erlaubt das größere Abstände zwischen Heizungsanlage und Pelletlager. © Paradigma

Wieviel Heizkosten spare ich mit einer Pelletheizung?

Holzpellets zählen in Sachen Energiekosten mit zu den günstigsten Energieträgern. Das zeigt folgender Vergleich.

Um einen Haushalt mit einem Heizenergiebedarf von jährlich 20.000 Kilowattstunden (kWh) zu versorgen braucht man:

  • 20.000 kWh Gas. Durchschnittskosten: 5,82 Cent pro Kilowattstunde.
  • 1 l Heizöl = Heizwert von 10 kwH = 2.000 Liter Heizöl. Durchschnittskosten: 50 Euro für 100 Liter.
  • 1 kg Pellets = Heizwert von 5 kwH = 4.000 kg Pellets. Durchnittskosten: 200 Euro für 1 Tonne

Daraus ergeben sich dann folgende Gesamtheizkosten pro Jahr bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden:

  • Gas (5,82 ct/kWh)
  • Öl (50 Euro/100 l)
  • Pellets (200 Euro/t)
  • 1.164 Euro
  • 1.000 Euro
  • 800 Euro

Vergleich: Heizenergiepreis pro Kilowattstunde Quellen: www.carmen-ev.de/infothek/preisindizes/holzpellets, www.vergleich.de/gaspreise.html#c224123, www.zukunftsheizen.de/heizoel/aktueller-heizoelpreis.html

Selbst bei einem vergleichsweise günstigen Ölpreis und einem sehr wohlwollend gerechneten Gaspreis ist der Rohstoff Pellets immer noch günstiger. Ein weiterer Vorteil der Presslinge: Die Preisschwankungen sind längst nicht so groß wie bei den fossilen Energieträgern.

Das ist allerdings nur eine grob überschlagene Rechnung. Heizkosten hängen immer auch ganz stark vom Heizverhalten, der Leistung der Heizung und der energetische Dämmung des Hauses ab. Und auch regional gibt es teils erhebliche Preisunterschiede. Insofern dürften die reinen Energiekosten bei den meisten höher liegen. Am relativen Preisvorteil der Pellets ändert das aber nichts.

Gibt es für Pelletheizungen eine Förderung?

Pelletheizungen werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. Dabei bekommt ihr einen Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten, wenn der Pelletkessel eine Nennwärmeleistung von mindesten fünf Kilowatt hat. Tauscht ihr gleichzeitig noch eine alte Ölheizung aus, erhöht sich die Förderung auf 45 Prozent.

Bei Neubauten gilt dazu noch, dass es sich entweder um einen Kessel mit Brennwerttechnik handeln muss, oder die Anlage eine sekundäre Abscheidung für die Abgaspartikel besitzt.

Hier findet ihr noch detailliertere Infos zu den Fördermöglichkeiten bei einer Pelletheizung.

LKW wird mit Pellets befüllt.
Wer seine Pellets nicht als Sackware kaufen möchte, lässt den Pellet-Tankwagen kommen. © depi/Stefan Hanke

Pelletheizung: Die Vorteile und die Nachteile

Rein ökologisch gesehen ist so eine Pelletheizung eine feine Sache. Denn: Zwei Kilogramm der aus Säge- und Hobelspänen hergestellten Pellets ersetzen einen Liter Heizöl. Das sind die weiteren Vorteile:

  • Gute Energie-Bilanz: neben der Vermeidung von fossilen Brennstoffen punkten Pellets mit einem hohen Energiegehalt.
  • Gute Öko-Bilanz: Die Verbrennung ist aufgrund des nachwachsenden Brennstoffes Holz CO2-neutral.
  • Stabile Preise: Während Öl und Gas großen Preisschwankungen unterworfen sind, sind Pellets sehr preisstabil.

Das alles klingt nicht nur gut, das ist es auch. Es gilt aber auch Nachteile zu berücksichtigen:

  • Hohe Investitionskosten: Pelletheizung sind in der Anschaffung recht teuer.
  • Platzbedarf einplanen: Für den Kessel und vor allem die Lagerhaltung der Pellets braucht ihr einen ausreichenden und vor allem gut geschützten Platz.
  • Ascherückstände entsorgen: Auch wenn die Pellets fast komplett verbrennen, Asche bleibt trotzdem zurück. Diese müsst ihr regelmäßig entnehmen.
Frau entleert Aschekasten bei einer Pelletheizung.
Der Aschekasten der Pelletheizung muss regelmäßig entleert werden. © depi/Kees van Surksum

Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf einer Pelletheizung?

Ob sich für euch die Anschaffung einer Pelletheizung lohnt, ist nicht nur eine Rechenaufgabe. Klar solltet ihr Investitions- und Betriebskosten, Fördermittel und die (ungefähre) Preisentwicklung eures jetzigen Energieträgers der Pelletheizung gegenüberstellen. Die möglichen geringeren Kosten sind aber nur ein Vorteil. Die bessere Öko-Bilanz im Vergleich zu fossilen Brennstoffen kann auch ein Kaufkriterium sein.

Wer sowieso vor hat, sein Haus zu sanieren, der wird auch in Sachen Dämmung und Heizung über Alternativen nachdenken. Beides geht Hand in Hand, einfach nur eine neue (Pellet-)Heizung zu installieren, ohne dabei auch an Dämmung zu denken, ist sinnlos.

Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass ihr mit einem Fachmann eine umfangreiche Aufstellung von Kosten und Nutzen machen müsst. Holt euch dafür einen qualifizierten Energieberater ins Haus. In welcher Form dieser euch unterstützt und was er kostet und leistet, lest ihr in diesem Artikel:

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