Eine schwimmend unter Parkett verlegte Heizfolie
© Mi-Heat Heizsysteme GmbH

Modernisieren | Pro/Contra-Liste

Elektrische Fußbodenheizung: Vorteile, Nachteile & Kosten der Heizfolien-Lösung

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Eine elektrische Fußbodenheizung wärmt eure Füße auch ohne dicke Socken und lässt sich leicht nachrüsten. Aber was kosten Fußbodenheizungen in Anschaffung und Betriebskosten? Alle Vorteile und Nachteile von Heizmatten und Heizfolien im Überblick.

Barfuß über den Boden laufen und trotzdem warme Füße haben. Ein Traum! Eine Fußbodenheizung macht ihn wahr. Dabei habt ihr zwei Möglichkeiten: Ein wasserführendes Rohrsystem, das mit dem Heizungssystem verbunden wird, oder eine elektrische Fußbodenheizung. Letztere ist gerade beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung beliebt.

Trifft die gleichmäßige Strahlungswärme der Fußbodenheizung auf andere Gegenstände oder Personen im Raum, werden diese erwärmt. Zusätzlich reflektieren die Objekte die Strahlung und wirken so selbst wie eine Mini-Heizung. Das Ergebnis: Nicht nur die Füße, der ganze Raum wird schnell und angenehm erwärmt.

[Anzeige*] Jetzt 5 % Rabatt auf Heizung, Sanitär und andere Produkte bei EMAX-Haustechnik sichern – ab einem Bestellwert von 60 Euro. Gutscheincode: wohnglueck5

Arten von elektrischen Fußbodenheizungen

Auch wenn mache Anbieter ihre elektrische Fußbodenheizung als Infrarot-Fußbodenheizung bezeichnen: Es gibt keine Infrarot-Fußbodenheizung. Denn als Infrarotheizung bezeichnet man Heizungen, die mit einer Mindesttemperatur von 75 Grad Celsius arbeiten. Erst ab dieser Temperatur ist der Strahlungsanteil im Vergleich zum Konvektionsanteil so hoch, dass man die Heizung als Infrarotheizung bezeichnen kann. Wenn aber euer Boden 75 Grad heiß werden würde, dann wäre das sehr unangenehm.

Das Problem: Es gibt bis heute keine verbindliche Richtlinie, welche Art von Heizung sich als Infrarotheizung bezeichnen darf.

Es gibt also keine Infrarot-Bodenheizungen, wohl aber Heizmatten, Heizfolien und Heizgewebe als elektrische Bodenheizung, die wir euch näher vorstellen.

Heizmatten als Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen gehören zu den Flächenheizungen. Wenn ihr euren Boden elektrisch heizen wollt, habt ihr mittlerweile eine große Auswahl unterschiedlicher Systeme. Dabei sind elektrische Heizmatten sehr verbreitet. Sie werden von den Herstellern auch Dünnbettheizung oder Fliesenheizung genannt.

Das Trägermaterial besteht meistens aus einem Kunststoffnetz, in das die Leiter integriert sind. Die Matten werden in unterschiedlich breiten Bahnen auf dem vorbereiteten Boden verlegt, miteinander verbunden und anschließend an das Stromnetz angeschlossen. Anschließend können sie nass verputzt und überfliest oder mit einem anderen gewünschten Bodenbelag versehen werden.

Elektrische Heizmatten werden verlegt und mit einem Fliesenkleber verputzt.
Minimaler Aufwand: Die fixierten, selbst-klebenden Heizmatten werden beim Verlegen der Fliesen direkt in den Fliesenkleber eingebunden. © AEG Haustechnik

Heizfolien als Bodenheizung

Heizfolien (auch Carbonheizfolie oder Heizfilm) sind dünner als elektrische Heizmatten. Die Bahnen bestehen in der Regel aus zwei Kupferbändern (Elektroden), die außen verlaufen und von dort eine elektrisch leitende Glasfaserbeschichtung versorgen. So erwärmt sich die Heizfolie vollständig und kann ihre Strahlungswärme gleichmäßig nach oben abgeben.

Heizfolien arbeiten in der Regel mit einer Betriebsspannung von 220 bis 240 Volt. Es gibt aber Ausnahmen. Das Produkt Carbo-e-Foil von Future Carbon arbeitet zum Beispiel mit 24 V-Netzspannung (Niedervolttechnik). Durch den geringen Aufbau (0,4 – 0,5 mm) kann die Heizfolie problemlos schwimmend auf dem bestehenden Untergrund verlegt werden.

Heizfolie gilt als äußerst robust. Auch dem zusätzlichen Druck von darüber verlegten Fliesen oder anderen Bodenbelägen hält sie gut stand.

Schlafzimmer mit einer teilweise unter dem Parkett sichtbaren Heizfolie.
Die Heizfolie Carbo e-Foil von Future Carbon nutzt mit einer 24 V-Netzspannung die Niedervolttechnik. © Future Carbon

Heizgewebe als elektrische Fußbodenheizung

Eine Alternative sind Heizgewebe auf Glasfaserbasis. Hier ist das Gitter nicht das Trägermaterial, sondern der Leiter selbst. Die Gitterstruktur hat den großen Vorteil, dass die Heizbahnen diffusionsoffen sind. Auch die benötigte Aufbauhöhe ist bei einer minimalen Materialstärke sehr gering. Die Bedienung ist über digitale Raumthermostate möglich, die in jedem Zimmer angebracht werden.

Das System V4Heat des Herstellers Vitrulan arbeitet beispielsweise mit einer 48-Volt- Gleichspannung. Dabei entstehen durch die sogenannte Schutzkleinspannung kein Elektrosmog und keine Wechselfelder.

Tipp: Alle genannten Varianten werden in der Regel als Meterware angeboten und können nach Bedarf gekürzt werden. Allerdings gibt es auch Produkte, die eine festgelegte Größe haben und nicht zugeschnitten werden können. Lest die Produktbeschreibung daher ganz genau, bevor ihr bestellt.

Heizgewebe in Nahaufnahme
Das V4heat Infrarot-Heizgewebe ist ein stabiles, aber flexibles Armierungsgewebe auf Glasfaserbasis. Es wird direkt in die Hüllflächen (Decke, Wand oder Boden) eingebaut und ist damit später völlig unsichtbar. © Vitrulan Textile Glass GmbH/Vitrulan Gruppe

Welche Vorteile haben elektrische Fußbodenheizungen?

Elektrische Fußbodenheizungen haben einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Heizkörpern und auch im Vergleich zu wasserführenden Fußbodenheizungen.

Angenehme Wärme

Elektrische Fußbodenheizungen sind Strahlungsheizungen und Strahlungswärme wird von uns als sehr angenehm empfunden, da sie dem natürlichen Prinzip der Sonnenstrahlung ähnelt. Dabei reicht im Vergleich zu einer Heizung mit konventionellen Heizkörpern eine Temperatur aus, die zwei bis drei Grad geringer ist.

Elektro-Fußbodenheizung spart Platz

Eine mit Strom betriebene Fußbodenheizung spart Platz. Denn wenn sich die Wärmequelle im Boden versteckt, sind keine Heizkörper mehr nötig. Auch Tanks für Öl, Gas oder Pellets fallen weg. Das gilt natürlich nur dann, wenn ihr die Bodenheizung von unten als einzige Wärmequelle nutzt.

Gut zum Nachrüsten geeignet

Da die benötigte Aufbauhöhe mit wenigen Millimetern sehr gering ist, eignet sich eine elektrische Fußbodenheizung auch gut zum Nachrüsten. Das Verlegen können geschickte Heimwerker selbst übernehmen. Besonders dann, wenn die Folien selbstklebend sind. Der Anschluss ans Stromnetz ist in der Regel auch ohne großen Aufwand möglich. Ihn muss aber ein Fachmann übernehmen.

Geringe Aufwärmzeit

Eine Fußbodenheizung arbeitet mit geringen Vorlauftemperaturen, da sie die Wärme über eine große Fläche abgibt und über Thermostate für jedes Zimmer einzeln geregelt werden kann.

Gut für Asthmatiker

Strahlungsheizungen verteilen keinen Staub in der Luft. Im Vergleich zu konventionellen Heizkörpern stellt das gerade für Allergiker oder Asthmatiker ein großes Plus dar.

Elektrische Fußbodenheizungen haben eine geringe Aufbauhöhe

Im Gegensatz zu wasserführenden Fußbodenheizungen hat die strombetriebene Variante eine sehr geringe Aufbauhöhe. Am dünnsten sind Heizfolien. Sie gibt es schon unter einem halben Zentimeter. Das macht sie zum Nachrüsten besonders geeignet.

Welche Nachteile haben elektrische Fußbodenheizungen?

Dem Komfort stehen bei der Elektro-Fußbodenheizungen aber auch einige echte Nachteile gegenüber:

Nicht für alle Bodenbeläge gleich gut geeignet

Eine Fußbodenheizung muss einiges aushalten. Zu weiche Bodenbeläge schützen Heizfolien oder Heizmatten nicht ausreichend vor der alltäglichen, mechanischen Belastung. Daher sind Fliesen, Parkett und Laminat als Bodenbelag weitaus besser geeignet als Teppich, Kork oder PVC. Wollt ihr dennoch eine Heizfolie unter diesen weichen Belägen nutzen, kann eine zusätzliche Schutzschicht aus MDF-Platten (2 bis 3 Millimeter stark) eingezogen werden.

Tipp: Achtet unbedingt auf die Wattleistung der elektrischen Fußbodenheizung. Bei einem Steinboden braucht die Heizung eine höhere Leistung pro Quadratmeter (ca. 200 W/m2) als bei einem Boden aus Holz (ca. 150 W/m2).

Deckt nicht immer die Heizlast

Wie alle Flächenheizungen muss auch eine Fußbodenheizung genug Fläche haben, um überhaupt ausreichend Strahlungswärme abgeben zu können. Eine Fußbodenheizung, die anschließend mit Schränken und Sofas zugestellt oder von Teppichen bedeckt wird, deckt dann eventuell nicht mehr die Heizlast des betreffenden Raums. Lasst euch also von einem Experten genau ausrechnen, welche Leistung in eurem Fall notwendig ist, um es kuschelig zu haben. Reicht die Fußbodenheizung allein nicht aus, lässt sie sich auch mit anderen Heizsystemen kombinieren.

Vorausschauende Planung notwendig

Ist die Fußbodenheizung erst einmal verlegt, ist im Grunde Schluss mit Bohren. Überlegt also schon vor dem Verlegen, ob ihr Aussparungen für Bohrlöcher braucht.

Möglicher Wärmeverlust

Wenn ihr eine elektrische Fußbodenheizung im Erdgeschoss plant, müsst ihr an eine gute Dämmung unter der Heizfolie denken. Denn sonst heizt ihr den Keller mit.

helles Wohnzimmer mit einer halbfertig verlegten, elektrischen Fußbodenheizung
Die Heizmatte Laminotherm von Etherma hat eine Aufbauhöhe von nur 1,3 Millimetern. © Etherma

Was kosten Elektro-Fußbodenheizungen?

Wenn es um die Kosten für eine elektrische Fußbodenheizung geht, müsst ihr zwischen Anschaffungskosten und Betriebskosten unterscheiden. Denn gerade bei den laufenden Kosten zeigt sich ein gravierender Nachteil.

Relativ preiswert in der Anschaffung

Die Anschaffungskosten für eine elektrische Fußbodenheizung sind vergleichsweise gering. Pro Quadratmeter kosten Heizfolien zwischen 20 und 50 Euro. Arbeiten sie mit Niedervoltspannung, sind sie teurer. Hier liegt der Quadratmeterpreis zwischen 60 und 90 Euro. Aber: Hinzu kommen die Kosten für Thermostate, Trafos und die Arbeitsstunden für die Installation der Elektrik. Dafür müsst ihr nach VDE DIN 100 einen Fachmann für die Nachrüstung einer Fußbodenheizung beauftragen.

Ziemlich teuer bei den Betriebskosten

Speist sich eure Fußbodenheizung durch den Strom aus der Streckdose, sind die Betriebskosten sehr teuer. Unter Laborbedingungen hat das Forschungs-Projekt "IR Bau" ergeben, dass eine elektrische Fußbodenheizung 3,4 mal so viel Strom verbraucht wie ein Luft-Wasser-Wärmepumpensystem mit wasserbetriebener Fußbodenheizung.

Was ihr für die Elektro-Fußbodenheizung an Stromkosten veranschlagen müsst, könnt ihr mit folgender Formel berechnen:

Heizleistung (in W/m²) x verlegte Heizfläche (in m²) x täglicher Betriebszeit (in h) / 1.000 x Strompreis (in Euro/kWh) = tägliche Stromkosten (in Euro)

Dazu ein Rechenbeispiel: Ein Badezimmer ist mit fünf Quadratmetern elektrischer Fußbodenheizung ausgelegt. Die Heizleistung beträgt 200 Watt pro Quadratmeter. Geheizt wird an vier Stunden pro Tag. Der durchschnittliche Strompreis liegt bei 32 Cent (Stand: Juli 2021). Das ergibt dann: 200 x 5 x 4 / 1.000 x 0,32 = 1,28 Euro.

Diese elektrische Fußbodenheizung mit fünf Quadratmetern Fläche kostet also 1,28 Euro an Strom pro Tag. Läuft die Heizung das ganze Jahr durch, dann zahlt ihr 467,20 Euro – nur für den Betrieb dieser einen Elektro-Fußbodenheizung!

Wie kann ich die Kosten einer elektrischen Fußbodenheizung senken?

Habt ihr eine Photovoltaikanlage, sieht das mit den Betriebskosten etwas anders aus. Hier lohnt sich der empfohlene Eigenverbrauch gleich doppelt. In Kombination mit einem passenden Speicher kann sich für euch eine elektrische Fußbodenheizung durchaus lohnen. Allerdings auch nur dann, wenn ihr einen Speicher habt und das Gebäude gut gedämmt ist.

Wenn ihr auch ohne Solarstrom nicht auf die angenehme Fußwärme verzichten wollt, müsst ihr ganz genau überlegen, in welchem Raum sie euch am wichtigsten ist. Vielleicht reicht es ja aus, sie im Bad und im Kinderzimmer als zusätzliche Fußbodentemperierung zu installieren.

Auch eine individuelle Steuerung über Thermostate oder ein Smart-Home-System, das die Heizung nur dann hochfährt, wenn ihr jeden Morgen ins Bad kommt, steigert die Energieeffizienz und senkt die Kosten. Ob und wann sich die Elektro-Fußbodenheizung dadurch aber amortisiert, solltet ihr euch nach Möglichkeit von einem Energieberater durchrechnen lassen. Oder ihr schaltet – wenn ihr sowieso eine größere Modernisierung vorhabt – einen Bausachverständigen mit ein.

Fazit: Lohnt sich der Einbau einer elektrischen Fußbodenheizung?

Den vielen Vorteilen von elektrischen Fußbodenheizungen stehen besonders die hohen Betriebskosten gegenüber. Elektroheizungen haben einen schlechteren Wirkungsgrad als andere Heizungsarten und sie sind nicht besonders energieeffizient. Das gilt auch für elektrische Fußbodenheizungen. Mehr dazu lest ihr auch in unserem Artikel über Elektroheizungen.

Falls ihr keinen selbst produzierten Strom einspeisen könnt und ihr dennoch nicht auf die angenehme Fußwärme verzichten wollt, hilft nur eins: Eine genaue Planung der Heizlast und eine raumgenaue Temperaturregelung über Thermostate oder Smart-Home-Systeme.

Unter dem Strich eignet sich eine elektrische Fußbodenheizung in den meisten Fällen nicht als Vollheizung, sondern nur als Zusatzheizung.

*Es handelt sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Diese Produkthinweise erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Bei Kaufabschluss erhalten wir einen kleinen Anteil der Provision, das Produkt wird für euch dadurch nicht teurer.

Das wird dich auch interessieren