Pelletofen Groove von MCZ mit integriertem WLAN in einem Wohn-/Esszimmer.
© MCZ

Modernisieren | Listicle

Smart-Home-Heizung: Nachhaltig und effizient heizen

Sven Rohde

Selbst Pelletöfen funktionieren heutzutage als Smart-Home-Heizung. Wie das geht, welche Möglichkeiten die modernen Smart-Home-Heizungen noch bieten und was die Technik kostet, erklären wir in unserem großen Ratgeber.

Per App könnt ihr eure Smart-Home-Heizung steuern und so für mehr Behaglichkeit und Energieeffizienz sorgen. Das funktioniert mittlerweile sogar bei Pelletöfen. Wie das Smartphone bei der bedarfsgerechten Wärmezufuhr (und beim Sparen) hilft, erläutern wir in diesem Artikel.

Mann und Frau beim Renovieren sitzen auf dem Boden

Wie gut ist dein Zuhause in Schuss?

Finde es mit unserem digitalen Modernisierungscheck heraus.

Jetzt mehr erfahren

Heizungsteuerung: Mit dem Smartphone, einfach wie ein Smartphone

Wann habt ihr in der vergangenen Zeit vor dem Display eurer Heizung gestanden und versucht, eine Urlaubspause für das System zu programmieren? Ist es euch gelungen? Glückwunsch, das kann nicht jeder. Wann wolltet ihr zuletzt auf eurem Smartphone eine E-Mail schreiben, einen Termin eintragen oder eine Überweisung abschicken? Hat es funktioniert? Natürlich hat es das.

Wie wäre es, wenn sich die Heizung genauso leicht bedienen ließe wie das Smartphone – am besten sogar mit dem Gerät selbst? Das ist die Zukunft. Wir haben alle längst verstanden, dass wir nicht mehr so einfach die Abgase fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre blasen können, dass wir regenerative Energien nutzen und mit ihnen besonders sparsam umgehen müssen.

Das bedeutet: Wir brauchen eine Technologie, die regenerative Energiequellen wie Sonne, Umweltwärme und Holz unkompliziert ins System integriert. Und die es ganz einfach macht, die Wärme in den Räumen an den tatsächlichen, sprich aktuellen Bedarf anzupassen – zum Beispiel mit einem Fingertippen die Wärmeproduktion herunterzufahren, weil wir übers Wochenende wegfahren.

Smart-Home-Heizung = automatisierte Intelligenz

Die bedarfsgesteuerte Wärmezufuhr ist ein wichtiger Faktor der Energieeffizienz. Natürlich haben wir seit Jahrzehnten raumtemperaturgeführte Thermostate an Heizkörpern oder für die Fußbodenheizung. Eine witterungsgeführte Elektronik des Heizkessels sowie die Nachtabsenkung sind ebenso Standard. Diese Systeme sind zwar zuverlässig – aber viel zu statisch.

"Alexa, stelle die Temperatur im Wohnzimmer auf 21 Grad": So könnte es in Zukunft heißen. Und ganz ohne Kommando fährt die Heizung wieder herunter, wenn die smarte Steuerung bemerkt, dass alle Bewohner das Haus verlassen haben: Weil sich ihre Smartphones, auf denen die entsprechende App installiert ist, nicht mehr im Bereich des WLANs befinden. Dann liefert der Heizkessel nur noch so viel Wärme, um mindestens 16 Grad Raumtemperatur zu gewährleisten. Von unterwegs lässt sich das System wieder hochfahren, damit es bei der Rückkehr angenehm warm ist.

Heizungssteuerung im smarten Paket

Zu einem Paket des Herstellers Tado, das ähnlich auch Unternehmen wie Innogy und Netatmo anbieten, gehören Thermostate, Sensoren und Steuerelemente sowie natürlich eine App. "Der nachträgliche Einbau digitaler Technik in eine bestehende Anlage spart bis zu 15 Prozent Energie", sagt Uwe Glock, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie.

Wer dabei lieber auf Lösungen setzen möchte, die vom Hersteller der Heiztechnik selbst entwickelt wurden, findet auch hier Angebote. So bietet etwa Vaillant Steuerelemente an, die sich über eine Schnittstelle – Gateway genannt – in Smart-Home-Technologie einbinden lassen. Wichtig für die Nachrüstung in Altbauten: Die Steuerbefehle können auch über Funk übertragen werden.

Viessmann ermöglicht über seine Schnittstelle zum Internet die Einbindung von Amazons Sprachsteuerung. "Alexa, stelle die Badezimmer-Temperatur für eine Stunde auf 23 Grad" wäre ein Befehl, um das Heizsystem zu beauftragen. Damit es funktioniert, braucht es natürlich die entsprechende Technologie im Hintergrund: Eine raumgeführte Temperaturregelung und einen Thermostaten im Bad, der umsetzen kann, was Alexa ihm befiehlt.

Smart-Home-Heizung: Smarte Heizungssteuerung von Tado.
Bei der smarten Heizungssteuerung von Tado erkennt die App auf dem Smartphone wenn der Letzte das Haus verlässt. Dann wird die Heizung heruntergeregelt. © Tado

Smart-Home-Heizung auch für Pellet- und Scheitholzöfen

Noch ein Prototyp ist "Karl", digitaler Sprachassistent des Pelletofen-Herstellers Wodtke. Dem reicht die Klage "Karl, mir ist kalt!", um für ein Hochfahren des Feuers im Ofen zu sorgen. Zum Glück reagiert er aber auch auf den Hinweis "Karl, mir ist zu warm".

Das Überheizen von Räumen ist gerade Besitzern von Pellet- und Scheitholzöfen sowie Kaminen gut bekannt. Wir lieben den Anblick des flackernden Feuers und stellen schon bald fest, dass so viel Wärme nun auch wieder nicht gebraucht wird. Das ist die große Herausforderung beim Zusammenspiel regenerativer Heizsysteme – ihre Wärmeproduktion optimal auf den tatsächlichen Bedarf auszurichten. Darum ist der erste Schritt: eine präzise Steuerung der Energieabgabe.

Das ist mittlerweile auch bei Pelletöfen möglich. Die Intensität des Brennvorgangs wird per Temperatursensor geregelt. Der zweite Schritt: die Integration in das Wärmemanagement des Hauses. Das ist bei Öfen etwa von Hark, MCZ oder Wodtke per Smartphone möglich. Die Elektronik im Ofen lässt sich mit dem WLAN verbinden, so dass man ihn per App steuern kann.

Pelletofen Groove von MCZ mit integriertem WLAN.
Dank integriertem WLAN kann der Pelletofen Groove von MCZ per Smartphone oder mit einer mit Raumthermostat ausgestatteten Fernbedienung gesteuert werden. © MCZ

Vernetztes Energiemanagement über das WLAN

Hier geht freilich noch mehr. Es lassen sich übers WLAN alle Komponenten, die Energie erzeugen oder verbrauchen, miteinander vernetzen – vom Pelletofen und der Wärmepumpenheizung samt Photovoltaikanlage über die Waschmaschine bis hin zum E-Auto. Entsprechend regelt ein Home Energy Management System (HEMS) das Zusammenspiel der Geräte.

Ist reichlich Sonnenenergie vorhanden, wird die Wärmepumpe mit Strom aus der Solaranlage in Gang gesetzt. Besteht dagegen dafür kein Bedarf, kann der Strom gespeichert werden. Und auch hier gibt es neue Lösungen. So bietet der Hersteller Ökofen, Spezialist für Pelletöfen, eine Technologie, mit deren Hilfe die Energie überschüssigen Sonnenstroms aus der Photovoltaikanlage nicht etwa in einer Batterie gespeichert wird, sondern im Heizsystem: Über einen Heizstab, der das Brauchwasser erwärmt.

Witterungsgeführter Regler sensoCOMFORT von Vaillant
Über den witterungsgeführten Regler sensoCOMFORT von Vaillant lässt sich das Heizsystem bequem per App steuern; auch die Einbindung von Solar, Photovoltaik und Lüftung ist möglich. © Vaillant

Wer hilft bei der Wahl einer Smart-Home-Heizung?

Die kaum überschaubare Vielfalt der Möglichkeiten stellt alle, die es zu Hause einfach nur warm und gemütlich haben wollen, vor echte Probleme – wie die Lösung finden, die optimal zu mir und meinem Haus passt?

Diese Frage stellt ihr am besten einem unabhängigen Energieberater. Dabei gilt: Wer in Zukunft sein Smartphone zur zentralen Steuereinheit des Energiemanagements machen möchte, sollte beim Erstkontakt abklären, ob der Berater damit schon Erfahrungen gesammelt hat.

Zum Kaufen: 7 Smart-Home-Lösungen für die Heizungssteuerung

Ob funkgesteuertes Thermostat, Pelletofen mit WLAN oder komplettes Energie-Management-System – für die Smart-Home-Heizung gibt es diverse Lösungsansätze. Dementsprechend stellen wir hier eine kleine Auswahl vor:

1. Kit V3+ von tado°

Starter-Kit V3+ von tado°
Starter-Kit V3+ von tado°. © tado°

tado° wurde 2011 in München gegründet und ist nach eigener Aussage "europäischer Marktführer für intelligentes Klima-Management zuhause". Dabei handelt es sich um ein System, das mit allen wichtigen Smart-Home-Systemen und Herstellern kompatibel ist. Darüber hinaus gilt das Versprechen: "Steuere deine Heizung mit tado°. Marke oder Alter spielen keine Rolle".

Das Starter Kit V3+ von tado°* besteht aus einem smarten Thermostat sowie der Bridge zur Verbindung ins Internet und kostet ca. 155 Euro.

2. Innogy Smart-Home-Heizungspaket

Innogy Smart-Home-Heizungspaket
Das Innogy Smart-Home-Heizungspaket. © Innogy

Ursprünglich war Innogy eine börsennotierte Tochtergesellschaft von RWE. Allerdings gehört Innogy seit 2018 im Rahmen eines Tauschs von Geschäftsbereichen zu E.ON.

Das Innogy Heizungspaket enthält zwei smarte Heizkörperthermostate plus der SmartHome-Zentrale für die Anbindung ans Internet und kostet ca. 199 Euro. Für die mobile Steuerung von unterwegs sind bei Neukunden die ersten 24 Monate kostenfrei. Danach wird eine Pauschale von 9,95 Euro für zwölf Monate fällig.

3. Netatmo-Steuerung von Heizungsanlagen

Netatmo-Steuerung von Heizungsanlagen
Netatmo-Steuerung von Heizungsanlagen. © Netatmo

Das französische Unternehmen Netatmo ist ursprünglich mit einer Wetterstation auf den Smart-Home-Markt getreten, hat mittlerweile von der Überwachungskamera bis zum Rauchmelder diverse Smart-Home-Produkte im Programm.

Das Netatmo Smart Thermostat zur Steuerung von Heizungsanlagen* ist laut Hersteller mit den meisten Heizkesselmodellen (Strom, Gas, Heizöl, Holz, Wärmepumpe) kompatibel und kann überall im Haus installiert werden. Es kostet ca. 165 Euro.

4. Vaillant: Systemregler sensoComfort

Heizungs-Systemregler sensoComfort von Vaillant
Heizungs-Systemregler sensoComfort von Vaillant. © Vaillant

2014 feierte das Unternehmen mit Sitz in Remscheid das 140. Jubiläum. Dabei zählt die Vaillant Group mit rund 14.000 Mitarbeitern zu den größten Unternehmen der Heizungsbranche in Europa.

sensoCOMFORT steuert die Warmwasserbereitung und bis zu neun Heizkreise: Photovoltaik, Solarthermie und eine kontrollierte Wohnraumlüftung lassen sich problemlos in das System einfügen. Ebenso ist der Reglee auch als Funkvariante für die einfache Installation ohne Kabelverlegung erhältlich. Allerdings wird der Regler nur über Fachpartner vor Ort vertrieben, Kostenpunkt: ca. 500 Euro.

5. Vitoconnect und ViCare-App von Viessmann

Vitoconnect-Heizungsregelung von Viessmann
Vitoconnect-Heizungsregelung von Viessmann. © Viessmann

Ebenso wie Vaillant ist auch Viessmann (mit Sitz in Nordhessen) ein Familienunternehmen – und Schwergewicht in Sachen Heiztechnik.

Vitoconnect* ist die Schnittstelle zwischen Heizkessel und ViCare. ViCare wiederum ist die hauseigene App, konzipiert zur Regelung eines Heizkreises. Infolgedessen kann die Heizung direkt geregelt oder mit Hilfe einer Assistenzfunktion individuell voreingestellt werden. Die Schnittstelle Vitoconnect kostet rund 115 Euro. Die App ist kostenlos.

6. Pelletofen Groove von MCZ

Smart-Home-Heizung: Pelletofen Groove von MCZ mit integriertem WLAN.
Pelletofen Groove von MCZ mit integriertem WLAN. © MCZ

Der Pelletofen Groove der italienischen Firma MCZ brennt dank einer neuen Technologie nicht nur besonders sauber. Er lässt sich dank doppelt integriertem WLAN auch in der Wohnung (per Fernbedienung) oder von unterwegs (über das Smartphone) steuern. Dementsprechend ist der Preis. Das Modell Groove kostet rund 3.300 Euro.

7. Pelletronic Touch Heizungsregelung von Ökofen

Pelletronic Touch Heizungsregelung von Ökofen
Pelletronic Touch Heizungsregelung von Ökofen. © Ökofen

Der Heizkreisregler Pelletronic Touch dient als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Komponenten bei Heizung und Warmwasserbereitung. Dabei lassen sich über das Pelletronic Touch in Kombination mit der myPelletronic App und einer Online-Wetterdaten-Auswertung viele Energiespar-Optionen nutzen. Kostenpunkt für die Pelletronic Heizungsregelung: ca. 750 Euro.

Übrigens: Auch für die Modernisierung mit Smart-Home-Produkten gibt es staatliche Fördergelder. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Artikel:

*Dieser Beitrag wurde um Affiliate-Links ergänzt. Dadurch bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision. Produkthinweise erfolgen rein redaktionell und unabhängig.

Lies noch mehr…

Der Schutz Deiner Daten ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmst Du grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten usw.). Sofern Du zustimmst, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Du kannst unter „Weitere Optionen“ selbst entscheiden, welche Cookie-Kategorie Du wählen möchtest:

Weitere Optionen