Installation einer Fußbodenheizung
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Bauen | Ratgeber

Kosten für eine Fußbodenheizung: Was ist ein fairer Preis?

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Die Zeiten, in denen Fußbodenheizungen noch als Luxus galten, sind lange vorbei. In der Anschaffung sind sie zwar nicht günstig, aber auf lange Sicht könnt ihr euch mit dem richtigen System Heizkosten sparen. Wir zeigen euch, mit welchen Kosten ihr für eine Fußbodenheizung rechnen müsst.

Fußbodenheizungen sind beliebt: Die Mehrheit der Bauherren entscheidet sich heute für ein solches System. Kein Wunder, denn die Heizungen schaffen über Strahlungswärme ein wohliges Gefühl und kommen mit geringeren Durchflusstemperaturen aus. Das ist umweltfreundlich und spart Heizkosten. Welche Kosten für eine Fußbodenheizung auf euch zukommen, zeigen wir euch hier.

Was kostet eine Fußbodenheizung pro Quadratmeter?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn die Quadratmeterkosten für die Installation einer Fußbodenheizung sind in erster Linie vom System euer Wahl abhängig und den damit verbundenen Material- und Montagekosten. Ihr könnt wählen zwischen folgenden Varianten:

  1. wassergeführte Heizung im Nasssystem unter dem Heizestrich
  2. wassergeführte Fußbodenheizung im Dünnbettsystem über dem Estrich
  3. wassergeführte Fußbodenheizung im Trockensystem
  4. elektrische Fußbodenheizung

Je nachdem, für welche Variante ihr euch entscheidet, liegen die Kosten für die Fußbodenheizung im Neubau inklusive Installation zwischen 20 und 100 Euro pro Quadratmeter. Eine Fußbodenheizung im Trockensystem ist grundsätzlich teurer als ein Nasssystem. Die preiswertesten Varianten sind das Dünnbettsystem und die elektrische Fußbodenheizung.

  • Art der Fußbodenheizung
  • Materialkosten pro Quadratmeter
  • Montagekosten pro Quadratmeter
  • Gesamtkosten pro Quadratmeter
  • Nassheizungssystem
  • 30 bis 65 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 40 bis 80 Euro
  • Trockenheizungssystem
  • 60 bis 95 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 70 bis 100 Euro
  • Dünnbettsystem
  • 20 bis 50 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 30 bis 65 Euro
  • Elektrische Fußbodenheizung
  • 15 bis 30 Euro
  • 5 bis 10 Euro
  • 20 bis 40 Euro

Durchschnittliche Kosten für eine Fußbodenheizung im Neubau (Angaben ohne Gewähr, Stand 2022)

Egal, was ihr wählt, hinzu kommen in jedem Fall noch die jährlichen Betriebskosten für die Fußbodenheizung, die ihr bei euren Überlegungen unbedingt berücksichtigen solltet. Auch wer nicht neu baut, sondern eine Fußbodenheizung nachrüsten will, muss auf den Quadratmeterpreis noch einiges draufrechnen. Mehr dazu erfahrt ihr weiter unten im Text.

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Was kosten 100 Quadratmeter Fußbodenheizung?

Wenn ihr im Neubau eine Fußbodenheizung auf einer Fläche von 100 Quadratmetern verlegen wollt, kostet euch das zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Ob ihr eher im unteren oder oberen Bereich dieser Preisspanne landet, hängt stark vom System sowie von den aktuellen Material- und Handwerkerkosten ab.

Erfahrungsgemäß kostet eine 100-Quadratmeter-Fußbodenheizung im Nasssystem circa 4.000 bis 8.000 Euro inklusive Einbau. Für eine Heizung im Trockensystem auf dieser Fläche bezahlt ihr eher 7.000 bis 10.000 Euro. Das Dünnbettsystem kostet etwa 3.000 bis 6.500 Euro auf 100 Quadratmetern und eine elektrische Fußbodenheizung ist schon für 2.000 bis 4.000 Euro zu bekommen.

Einen Überblick über alle Heizsysteme und Kosten bekommt ihr hier: Neue Heizung: Was kosten neue Heizungsanlagen und wie viel sparen sie?

1. Kosten für eine wassergeführte Heizung im Nasssystem unter dem Heizestrich

In Neubauten kommen meistens wassergeführte Systeme zum Einsatz, die Heizungsinstallateure im Nassverfahren verlegen. Dabei verlegen sie zunächst Heizleitungen auf Dämmplatten. Anschließend wird das System mit einem flüssigen Heiz-Estrich übergossen. Das System ist so dauerhaft und fest im Boden integriert.

Für eine solche Fußbodenheizung müsst ihr 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter inklusive Einbau rechnen. Wenn es sich um eine Sanierung handelt und der Heizungsmonteur den alten Estrich entfernen muss, kommen noch einmal rund 20 Euro pro Quadratmeter oben drauf. Die Preise einzelner Betriebe können natürlich je nach Region abweichen.

2. Kosten für eine wassergeführte Fußbodenheizung im Dünnbettsystem

Ein wassergeführtes System kann der Profi auch über dem Estrich verlegen. Hier werden die Heizleitungen über eine dünne Trägerplatte auf dem alten Boden verlegt. Diese Art der Verlegung ist für Altbauten besser geeignet als das Nassverfahren unter dem Estrich.

Ihr kommt damit auch etwas günstiger weg. Im Schnitt kostet eine Fußbodenheizung im Dünnbettsystem rund 30 bis 65 Euro pro Quadratmeter.

3. Kosten für eine wassergeführte Fußbodenheizung im Trockensystem

Das Trockenverfahren ist etwas aufwendiger als das Nassverfahren. Es verzeiht keine Unebenheiten. Es gibt die Möglichkeit, die Heizleitungen trocken auf spezielle Trägerplatten zu legen, über die dann ein Trockenestrich gegeben wird. Oder aber der Monteur fräst aus dem vorhandenen Boden schmale Kanäle aus, in die dann Heizleitungen verlegt werden.

Für eine wassergeführte Fußbodenheizung im Trockensystem müsst ihr zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter rechnen.

4. Kosten für eine elektrische Fußbodenheizung

Am günstigsten in der Anschaffung ist eine elektrische Fußbodenheizung. Diese Systeme arbeiten nicht mit Wasser, sondern mit strombetriebenen Heizmatten oder Folien. Die werden direkt unter dem Fußbodenbelag verlegt. Die Montage ist deutlich einfacher als bei wassergeführten Systemen.

Die Anschaffungskosten einer elektrischen Fußbodenheizung liegen inklusive Einbau zwischen 20 und 40 Euro pro Quadratmeter.

Fußbodenheizung nachrüsten: Was kostet das?

Ihr könnt eine Fußbodenheizung nicht nur im Neubau verlegen, sondern sie auch in Altbauten nachrüsten. Das kann jedoch einige Probleme und auch zusätzliche Kosten für das Entfernen des alten Bodens und Estrichs mit sich bringen. Im Schnitt zahlt ihr 30 Prozent mehr. Außerdem ist wegen der nötigen Aufbauhöhe nicht jedes System für die Altbausanierung geeignet.

Das leistungsstarke wassergeführte System, das im Nassverfahren unter dem Heizestrich verlegt wird, könnt ihr in Altbauten oft nicht einsetzen oder nur mit viel Aufwand. Das Dünnbettsystem oder ein im Trockenverfahren verlegtes System allerdings schon. Auch das Nachrüsten mit elektrischen Fußbodenheizungen ist möglich und in der Regel unkompliziert.

Folgende Tabelle gibt euch einen Überblick über die möglichen Kosten, wenn ihr eine Fußbodenheizung im Rahmen einer Sanierung verlegt:

  • Art der Fußbodenheizung
  • Demontagekosten pro Quadratmeter
  • Materialkosten pro Quadratmeter
  • Montagekosten pro Quadratmeter
  • Gesamtkosten pro Quadratmeter
  • Nassheizungssystem
  • 20 bis 40 Euro
  • 30 bis 65 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 60 bis 120 Euro
  • Trockenheizungssystem
  • 20 bis 40 Euro
  • 50 bis 80 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 90 bis 135 Euro
  • Dünnbettsystem
  • -
  • 20 bis 50 Euro
  • 10 bis 15 Euro
  • 30 bis 65 Euro
  • Elektrische Fußbodenheizung
  • 20 bis 30 Euro
  • 15 bis 30 Euro
  • 5 bis 10 Euro
  • 40 bis 70 Euro

Fußbodenheizung nachrüsten: Mögliche Kosten für eine Fußbodenheizung im Rahmen einer Sanierung (Angaben ohne Gewähr, Stand 2022)

Wie ihr einen guten Handwerker findet und was ihr noch beachten müsst, lest ihr in unserem Ratgeber "Fußbodenheizung nachrüsten".

Lest hier außerdem einen Erfahrungsbericht zu dem Thema: Haus sanieren: Neue Fußbodenheizung – eingebaut in nur zwei Tagen

Jährliche Betriebskosten einer Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung kostet nicht nur in der Anschaffung, sondern muss natürlich auch betrieben werden. Wie hoch diese Kosten sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • energetischer Zustand des Gebäudes
  • Art der Fußbodenheizung
  • Komfortansprüche der Verbraucher
  • Standort des Gebäudes
  • Art des Bodenbelags
  • Außentemperaturen
  • Art der Heiztechnologie

Betriebskosten für wassergeführte Fußbodenheizungen

Ihr könnt euer wassergeführtes System mit unterschiedlichen Heiztechnologien betreiben. Das funktioniert sowohl mit Standardbrennstoffen wie Öl und Gas, aber auch mit Holz, Brennstoffzellen oder Wärmepumpen. Auch mit Photovoltaik-Anlagen oder Pellets könnt ihr heizen.

Der Preis für die Betriebskosten hängt auch davon ab, wie ihr die Heizung betreibt. Clevere Spartipps fürs Heizen gibt es hier. Ihr könnt im Schnitt davon ausgehen, dass ihr euren Energieverbrauch um rund zehn Prozent reduziert, weil Fußbodenheizungen aufgrund der Strahlungswärme eine geringere Durchflusstemperatur benötigen.

Besonders gut eignet sich daher auch die Kombination mit einer Wärmepumpe, die sich wider vieler Stimmen auch im Altbau eignet. Mehr dazu erklären wir euch im Artikel "Wärmepumpe im Altbau: Bauweisen und Heizkörper, Kosten und Förderung". Wärmepumpen arbeiten im Niedertemperaturbereich am effizientesten und so lassen sich noch einmal sechs bis zwölf Prozent der Kosten senken. Ihr müsst aber die Stromkosten für die Wärmepumpe bedenken.

Folgende Tabelle zeigt beispielhaft die Kosten zum Heizen einer 100-Quadratmeter-Wohnung mit den verschiedenen Heiztechnologien – einmal mit klassischem Heizkörper und einmal mit Fußbodenheizsystem:

  • Heiztechnologie
  • Heizkosten pro Jahr mit einem herkömmlichen Heizkörper
  • Heizkosten pro Jahr mit einer Fußbodenheizung
  • Öl
  • circa 1.060 Euro
  • circa 940 Euro
  • Gas
  • circa 1.375 Euro
  • circa 1.220 Euro
  • Pellets
  • circa 1.000 Euro
  • circa 910 Euro
  • Wärmepumpe
  • circa 780 Euro
  • circa 940 Euro
  • Elektro
  • circa 4.940 Euro
  • circa 4.440 Euro

Mögliche Heizkosten pro Jahr für eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit Heizkörper oder Fußbodenheizung (Angaben ohne Gewähr, Stand 2022)

In diesem Ratgeber erklären wir euch ausführlich, viel die verschiedenen Heiztechnologien im Betrieb kosten und welche die beste ist.

Betriebskosten für elektrische Fußbodenheizungen

Am teuersten im Betrieb sind elektrische Fußbodenheizungen. Zumindest dann, wenn ihr den Strom nicht selbst erzeugt und er aus öffentlichen Netzen kommt. Die tatsächlichen Kosten hängen vom jeweiligen Strompreis ab.

Häufig lohnt sich wegen der hohen laufenden Kosten ein elektrisches System daher eher für kleinere Bereiche im Haus wie das Bad. Wenn ihr ein ganzes Haus damit beheizen wollt, kann es schnell teuer werden.

Der durchschnittliche Stromtarif liegt nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zur Jahresmitte 2022 bei 37,14 Cent pro Kilowattstunde. Eine Kilowattstunde Gas hingegen gibt es für 13,77 Cent, Öl ist sogar für 8,09 Cent pro Kilowattstunde zu haben. Diese Preise schwanken jedoch stark von Region zu Region und sind auch jahreszeitenabhängig.

Kosten für Fußbodenheizung: Regelmäßige Wartung

Ihr solltet eure Fußbodenheizung regelmäßig warten lassen. So könnt ihr teure Reparaturkosten häufig vermeiden, weil der Fachmann kleine Schäden erkennt. Erstmals wird eine Wartung nach zehn Jahren fällig, anschließend sollte sich ein Profi alle zwei Jahre von der Funktionsfähigkeit des Systems überzeugen.

Je nachdem, wie umfangreich die Wartung durchgeführt wird und wie groß die Heizung ist, müsst ihr hier Kosten zwischen 700 und 2.500 Euro einplanen.

Förderung für Fußbodenheizungen

Legt ihr euch eine Fußbodenheizung zu und setzt gleichzeitig auf eine emissionsarme, nicht fossile Energiequelle, könnt ihr euch das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördern lassen.

Wenn ihr beispielsweise in eine Wärmepumpe samt Fußbodenheizung investiert, sind 35 Prozent der Kosten förderfähig. Statt 33.500 Euro zahlt ihr am Ende nur noch 21.800 Euro. Für den Austausch einer alten Gas- oder Ölheizung gibt es sogar extra Zuschüsse.

Die KfW bietet Kredite mit Zinsvergünstigung und Tilgungszuschuss für Sanierungen zum Effizienzhaus. Wenn ihr bei einer solchen Sanierung eine neue Heizung mit erneuerbaren Energien einbaut, ist das Teil der Förderung, zum Beispiel mit dem KfW-Kredit 261. Einzelmaßnahmen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau hingegen nicht unterstützt.

Wichtig ist in beiden Fällen, dass ihr die Förderung beantragt, bevor der Installateur seine Arbeit beginnt. Mehr Tipps dazu findet ihr in unserem Ratgeber: Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW.

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