Installation einer Fußbodenheizung
© Getty Images/iStockphoto

Bauen | Ratgeber

Kosten für Fußbodenheizung: Was ist ein fairer Preis?

Die Zeiten, in denen Fußbodenheizungen noch als Luxus galten, sind lange vorbei. In der Anschaffung sind sie zwar nicht günstig, aber auf lange Sicht könnt ihr euch mit dem richtigen System Heizkosten sparen. Wir zeigen euch, mit welchen Kosten ihr für eine Fußbodenheizung rechnen müsst.

Fußbodenheizungen sind beliebt: Die Mehrheit der Bauherren entscheidet sich heute für ein solches System. Kein Wunder, denn die Heizungen schaffen über Strahlungswärme ein wohliges Gefühl und kommen mit geringeren Durchflusstemperaturen aus. Das ist umweltfreundlich und spart Heizkosten.

Welche Kosten für eine Fußbodenheizung auf euch zukommen, zeigen wir euch hier.

Fußbodenheizungen: Unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Kosten

Wenn ihr euch für Fußbodenheizungen interessiert, dann müsst ihr euch zunächst für ein System entscheiden. Auch die Art, wie die Heizung verlegt wird, hat große Auswirkungen auf die Kosten.

Wassergeführte Heizung im Nasssystem unter dem Heizestrich

In Neubauten kommen meistens wassergeführte Systeme zum Einsatz, die Heizungsinstallateure im Nassverfahren verlegen. Dabei verlegen sie zunächst Heizleitungen auf Dämmplatten. Anschließend wird das System mit einem flüssigen Heiz-Estrich übergossen. Das System ist so dauerhaft und fest im Boden integriert.

Für eine solche Fußbodenheizung müsst ihr 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter inklusive Einbau rechnen. Wenn es sich um eine Sanierung handelt und der Heizungsmonteur den alten Estrich entfernen muss, kommen noch einmal rund 20 Euro pro Quadratmeter obendrauf. Die Preise einzelner Betriebe können natürlich je nach Region abweichen.

Wassergeführte Fußbodenheizung im Dünnbettsystem über dem Estrich

Ein wassergeführtes System kann der Profi auch über dem Estrich verlegen. Hier werden die Heizleitungen über eine dünne Trägerplatte auf dem alten Boden verlegt. Diese Art der Verlegung ist für Altbauten besser geeignet als das Nassverfahren unter dem Estrich.

Ihr kommt damit auch etwas günstiger weg. Im Schnitt kostet eine Fußbodenheizung im Dünnbettsystem rund 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Wassergeführte Fußbodenheizung im Trockensystem

Das Trockenverfahren ist etwas aufwendiger als das Nassverfahren. Es verzeiht keine Unebenheiten. Es gibt die Möglichkeit, die Heizleitungen trocken auf spezielle Trägerplatten zu legen, über die dann ein Trockenestrich gegeben wird. Oder aber der Monteur fräst aus dem vorhandenen Boden schmale Kanäle aus, in die dann Heizleitungen verlegt werden.

Für eine wassergeführte Fußbodenheizung im Trockensystem müsst ihr zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Elektrische Fußbodenheizungen

Am günstigsten in der Anschaffung ist eine elektrische Fußbodenheizung. Diese Systeme arbeiten nicht mit Wasser, sondern mit strombetriebenen Heizmatten oder Folien. Die werden direkt unter dem Fußbodenbelag verlegt. Die Montage ist deutlich einfacher als bei wassergeführten Systemen.

Die Anschaffungskosten einer elektrischen Fußbodenheizung liegen inklusive Einbau zwischen 20 und 40 Euro pro Quadratmeter.

Kosten für Fußbodenheizung: Nachrüsten kann teurer werden

Ihr könnt eine Fußbodenheizung nicht nur im Neubau verlegen, sondern sie auch in Altbauten nachrüsten. Das kann jedoch einige Probleme und auch zusätzliche Kosten für das Entfernen des alten Bodens und Estrichs mit sich bringen. Außerdem ist wegen der nötigen Aufbauhöhe nicht jedes System für die Altbausanierung geeignet.

Das leistungsstarke wassergeführte System, das im Nassverfahren unter dem Heizestrich verlegt wird, könnt ihr in Altbauten oft nicht einsetzen. Das Dünnbettsystem oder ein im Trockenverfahren verlegtes System allerdings schon. Auch das Nachrüsten mit elektrischen Fußbodenheizungen ist möglich und in der Regel unkompliziert.

Tipp: Lasst euch auf alle Fälle individuell beraten. Wie ihr einen guten Handwerker findet, lest ihr in unserem Ratgeber "Fußbodenheizung nachrüsten".

Jährliche Betriebskosten einer Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung kostet nicht nur in der Anschaffung, sondern muss natürlich auch betrieben werden. Wie hoch diese Kosten sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • energetischer Zustand des Gebäudes
  • Art der Fußbodenheizung
  • Komfortansprüche der Verbraucher
  • Standort des Gebäudes
  • Art des Bodenbelags
  • Außentemperaturen
  • Art der Heiztechnologie

Betriebskosten für wassergeführte Fußbodenheizungen

Ihr könnt euer wassergeführtes System mit unterschiedlichen Heiztechnologien betreiben. Das funktioniert sowohl mit Standardbrennstoffen wie Öl und Gas, aber auch mit Holz, Brennstoffzellen oder Wärmepumpen. Auch mit Photovoltaik-Anlagen oder Pellets könnt ihr heizen.

Der Preis für die Betriebskosten hängt auch davon, wie ihr die Heizung betreibt. Ihr könnt im Schnitt aber davon ausgehen, dass ihr rund zehn Prozent an Heizkosten spart, weil Fußbodenheizungen aufgrund der Strahlungswärme eine geringere Durchflusstemperatur benötigen.

Besonders gut eignet sich daher auch die Kombination mit einer Wärmepumpe. Wärmepumpen arbeiten im Niedertemperaturbereich am effizientesten und so lassen sich noch einmal sechs bis zwölf Prozent der Kosten senken. Ihr müsst aber die Stromkosten für die Wärmepumpe bedenken.

Betriebskosten für elektrische Fußbodenheizungen

Deutlich teurer im Betrieb sind elektrische Fußbodenheizungen. Zumindest dann, wenn ihr den Strom nicht selbst erzeugt und er aus öffentlichen Netzen kommt. Die tatsächlichen Kosten hängen vom jeweiligen Strompreis ab.

Häufig lohnt sich wegen der hohen laufenden Kosten ein elektrisches System daher eher für kleinere Bereiche im Haus wie das Bad. Wenn ihr ein ganzes Haus damit beheizen wollt, kann es schnell teuer werden.

Der durchschnittliche Stromtarif liegt 2020 bei 31,73 Cent pro Kilowattstunde. Eine Kilowattstunde Gas hingegen gibt es für 5,93 Cent im deutschen Durchschnitt, Öl ist sogar für 4,82 Cent pro Kilowattstunde zu haben. Diese Preise schwanken jedoch stark von Region zu Region und sind auch jahreszeitenabhängig.

Kosten für Fußbodenheizung: Regelmäßige Wartung

Ihr solltet eure Fußbodenheizung regelmäßig warten lassen. So könnt ihr teure Reparaturkosten häufig vermeiden, weil der Fachmann kleine Schäden erkennt. Erstmals wird eine Wartung nach zehn Jahren fällig, anschließend sollte sich ein Profi alle zwei Jahre von der Funktionsfähigkeit des Systems überzeugen.

Je nachdem, wie umfangreich die Wartung durchgeführt wird und wie groß die Heizung ist, müsst ihr hier Kosten zwischen 700 und 2.500 Euro einplanen.

Förderung für Fußbodenheizungen

Wenn ihr euch eine Fußbodenheizung zulegt und dabei auch gleichzeitig den Heizkessel tauscht, dann könnt ihr euch das sogar fördern lassen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert das mit günstigen Krediten und einmaligen Zuschüssen bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten. Um diese Förderung zu bekommen, müsst ihr eine alte Gas- oder Ölheizung durch eine neue Heizung ersetzen.

Infrage für die neue Heiztechnologie kommen zum Beispiel Pelletheizungen, Wärmepumpen, moderne Gas-Brennwertheizungen und Brennstoffzellen. Wichtig ist allerdings, dass ihr die Förderung beantragt, bevor der Installateur seine Arbeit beginnt.

Lies noch mehr…

Der Schutz Deiner Daten ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmst Du grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten usw.). Sofern Du zustimmst, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Du kannst unter „Weitere Optionen“ selbst entscheiden, welche Cookie-Kategorie Du wählen möchtest:

Weitere Optionen