Installateur repariert Waschbecken
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Bauen | Ratgeber

Sanitärinstallation: 7 Tipps vom Profi-Handwerker

Katharina Schneider

Bad, Heizung, Lüftung – ein Installateur hat viele Einsatzgebiete und wird daher auch oft gebraucht. Doch worauf solltet ihr achten, wenn ihr einen Betrieb für Sanitärinstallation engagiert? Profi-Installateur Andreas Braun gibt sieben Tipps.

Ihr wollt ein neues Bad? Eure Heizung ist kaputt? Der Durchlauferhitzer funktioniert nicht mehr richtig? Bei all diesen Problemen ist ein Sanitärinstallateur der erste Ansprechpartner. Doch ihr solltet auf einige Dinge achten, wenn ihr einen Betrieb engagiert. Und damit, wie ihr die Zusammenarbeit gestaltet, habt ihr auch Einfluss auf das Ergebnis.

Andreas Braun, gelernter Sanitärinstallateur und Referent für den Bereich Sanitär beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), gibt sieben Tipps.

1. Schildert dem Installateur das Problem möglichst präzise

Installateure haben viele Aufgabenbereiche. Gerade kleine Betriebe sind oft nicht auf einen spezialisiert, sondern kümmern sich um vieles – vom kaputten Abwasserrohr bis zur neuen Lüftung. Wegen der Vielzahl der Aufgabengebiete und auch Produkte, mit denen sich Installateure beschäftigen, ist es wichtig, dass ihr euer Problem oder Vorhaben möglichst genau schildert.

"Es kommt immer auf den Einzelfall an, aber es ist gut, wenn der Kunde dem Installateur schon vorab ein möglichst präzises Bild verschaffen kann", sagt Braun. "Wichtig ist auch, dass Kunden schon vorher sagen, um welches Produkt es geht, um welchen Hersteller es handelt und welche technischen Details es hat." Ihr könnt dem Installateur dafür auch Fotos per Mail schicken.

Möglichst genaue Informationen über das Problem zu bekommen, sei auch wichtig für den Betrieb, denn es kann ein "Anhaltspunkt sein, welcher Mitarbeiter geschickt wird", sagt Braun.

2. Sucht euch einen Installateur in der Nähe

"Sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich einen Installateur in der Nähe zu suchen", sagt Braun. Und das nicht nur, weil der eine geringere Anfahrtspauschale berechnet. Der Installateur könne sich dann zunächst einmal ein Bild vor Ort machen, "und dann möglicherweise Ersatzteile aus dem Betrieb holen", sagt Braun. Denn: "Bei der Vielzahl an Produkten und Herstellern ist es heute unmöglich, alles dabei zu haben." Vor 20 Jahren sei das eben noch anders gewesen.

Bei einem defekten Gerät kann es auch sinnvoll sein, wenn ihr euch einen Betrieb sucht, der sich auf den Hersteller spezialisiert hat. Die gibt es natürlich nicht überall, aber die Suche lohnt sich durchaus. "Denn solche Betriebe haben die meisten Ersatzteile für die Produkte dieser Hersteller oft vorrätig."

3. Mit Innungs- und Versorgerbetrieben geht ihr auf Nummer sicher

Wer nach einem Betrieb für Sanitärinstallation sucht, der hat viele Möglichkeiten. Empfehlungen, Branchenbücher, Handwerkerportale im Internet. Natürlich könnt ihr dabei nicht immer wissen, ob der Betrieb auch gute Arbeit leistet. Einen gewissen Vorteil hätten Innungsbetriebe, sagt Braun. Denn die haben meist einen gewissen Informationsvorsprung über die Verbände und stellen außerdem einen Großteil der Ausbildungsbetriebe.

Ein weiterer Anhaltspunkt kann euer Gas- und Wasserversorger sein. Denn um an den Leitungen arbeiten zu dürfen, müssen Betriebe im Installateursverzeichnis der Versorger gelistet sein. Es gebe eine Eintragungspflicht, sagt Braun. "Wenn sich der Kunde unsicher ist, dann kann er da auch nachfragen. Dann weiß er, dass der Installateur zumindest über eine Grundqualifikation verfügt."

Prinzipiell rät er dazu, sich den Betrieb genau anzuschauen und dann zu entscheiden, welchen Eindruck er auf den Kunden macht.

4. Holt euch bei größeren Projekten einen externen Berater dazu

Bei kleineren Problemen oder Reparaturen reicht es durchaus, selbst zu recherchieren. Aber was, wenn es sich um ein neues Bad oder eine komplette energetische Sanierung handelt? Je mehr Geld im Spiel ist, umso wichtiger ist es, Angebote zu vergleichen und sie gegebenenfalls von einer unabhängigen Stelle überprüfen zu lassen.

Braun rät deshalb: "Wenn es sich um einen größeren Auftrag handelt, kann der Kunde auch einen externen Berater oder Fachplaner hinzuziehen." Der unabhängige Experte kann dann auf jeden Fall beurteilen, ob es sich um ein seriöses, professionelles und im Rahmen der marktüblichen Preise befindliches Angebot handelt.

5. Macht euch selbst schlau

Um unseriöse Betriebe oder Installateure gar nicht erst ans Werk schreiten zu lassen, ist es unumgänglich, sich vorab zu informieren. "Man sollte sich als Kunde auch kundig machen", sagt Braun.

Ein Kunde, der gar keine Ahnung hat, kann auch leichter übers Ohr gehauen werden. Wer sich allerdings informiert, kann im Gespräch mit dem Installateur die richtigen Fragen stellen. Und schlussendlich selbst bewerten, welcher Betrieb vertrauenswürdig ist und welches Angebot seriös.

6. Konzentriert euch beim Preis auf die goldene Mitte

"Ich würde dazu raten, sich mehrere Angebote einzuholen und das ganz billige und das ganz teure nicht zu nehmen", sagt Braun. Dieser Weg erweise sich oft als der sinnvollste.

Allerdings müsse ein günstiges Angebot nicht automatisch für einen unseriösen Betrieb sprechen. "Es kann auch sein, dass es sich um 'Lockangebote' handelt, weil der Installateur seinen Kundenstamm stärken muss", sagt Braun.

Es könne außerdem sein, dass dem Betrieb ein großer Auftrag unerwartet weggebrochen und das ganze Material schon gekauft worden ist. Auch dann würden Installateure oft günstigere Angebote machen, um nicht auf den Waren sitzen zu bleiben. Wenn euch ein Angebot besonders günstig vorkommt, fragt den Installateur offen nach den Gründen.

7. Mit dem Installateur reden ist der Schlüssel zum Erfolg

Für Kunden und Handwerker ist eine gute Kommunikation vor Ort wichtig. Die Situation könne für beide Seiten schwierig sein, sagt Braun: "Als Kunde läuft jemand durch meinen privaten Bereich, der Installateur hat Angst, etwas kaputt zu machen und muss sich erstmal orientieren." Auch das solltet ihr berücksichtigen, wenn ihr einen Handwerker engagiert.

Auch über eine kleines Verpflegungsangebot freuen sich Installateure – zumindest meistens. Auch hier ist jedoch Kommunikation der Schlüssel. Schließlich kann es auch einem Vegetarier schwerfallen, das angebotene Wurstbrot auszuschlagen. "Natürlich freut sich jeder, wenn er etwas angeboten bekommt", sagt Braun. Doch normalerweise würden die Handwerker selbst für ihre Verpflegung sorgen.

Einen Tipp zum Schluss hat Braun noch: "Wenn der Kunde zufrieden ist, ist ein kleines Trinkgeld sicherlich gerne gesehen." Oder man spricht online eine Empfehlung aus – das kann auch viel wert sein.

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