a robotic lawn mower working on a green grass field
© Dario Lo Presti/Getty Images/iStockphoto

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Mähroboter: Tatsächliche Flächenleistung berechnen

Nike Heinen

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Level: Für Alle

Es kann so einfach sein: Mähroboter aktiviert, Rasenpflege erledigt. Wer einen Rasenmähroboter kaufen möchte, der muss jedoch einiges beachten. Denn die tatsächliche Flächenleistung deckt sich nicht unbedingt mit den Angaben der Hersteller.

Es gibt Mähroboter für Sonnen- und für Regenwetter. Für kleine Gärten, für verwinkelte Gärten und für parkähnliche Rasenflächen oder Sportplätze. Manche von ihnen finden von ganz allein die Grenze zwischen Rasen und Restgarten – und fast alle finden heute allein zurück zu ihrer Ladestation.

Das Angebot an Mährobotern für den heimischen Garten ist inzwischen fast so umfangreich wie das an Gartenscheren. Und es werden immer mehr: 2018 kamen einige Dutzend neue Rasenmähroboter-Modelle heraus.

Diese Flut liegt wahrscheinlich in der gefühlten Not der Kundschaft begründet: Nichts nervt viele Garteneigner so sehr wie die wöchentlich anstehende Rasenpflege. Das Glück der Mähroboter-Besitzer macht da schon neidisch: Wenn ihr Wochenende beginnt, ist der Rasen bereits gemäht.

Doch welcher Mähroboter passt zu euch und eurem Rasen? Ein wichtiges Indiz ist die Flächenleistung. Die Angaben der Hersteller sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Wie ihr die tatsächliche Mähroboter-Flächenleistung berechnet, erklären wir euch, nachdem wir elf Modelle kurz vorstellen.

Mähroboter: Elf Modelle im Porträt

Hier findet ihr elf Mähroboter-Modelle, die euch die Rasenpflege erleichtern.

1. Robomow Loopo S150 von Wolf

Robomow Wolf Logo S150
Robomow Logo S150 von Wolf. © Wolf

Der Robomow Loopo S150 von Wolf ist mit 499 Euro sensationell günstig in der Anschaffung. Dafür ist seine Leistung auch eher schmal: Er ist für Flächen bis 250 Quadratmeter geeignet. Dort mäht er allerdings gründlich – inklusive Kantenschnitt.

2. Yard Force SA500ECO

Yard Ford SA500ECO
Yard Force SA500ECO. © Yard Ford

Der Yard Force SA500ECO Mähroboter gehört mit 499 Euro auch in die Schnäppchenliga. Dafür ist stattlich, was er in einer Stunde bewältigen soll: 500 Quadratmeter Rasenfläche. Das liegt an seinem ziemlich guten Akku: Er kann eine Stunde lang ununterbrochen mähen, fährt dann zur Ladestation zurück.

Der Nachteil: keine Startautomatik. Beim Losfahren muss ihm dort ein Mensch helfen.

3. Blitz 2.0 von Wider

Blitz 2.0 von Wiper.
Blitz 2.0 von Wiper. © Wiper

Das Modell 2018 des Blitz 2.0 von Wider ist ein echter Alleskönner: Einfach auf den Rasen stellen und es kann losgehen – dank seiner Sensoren kann dieser Roboter Hindernisse umfahren und er erkennt, wo der Rasen aufhört. Nur selber aufladen kann er sich nicht, dafür muss der Mensch ihn anschließen.

Der Blitz ist schnell erschöpft. Trotz des stolzen Preises von 1.099 Euro, schafft er gerade einmal 200 Quadratmeter in einer Woche.

4. L60 Deluxe Plus von Ambrogio

L60 Deluxe Plus von Ambrogio
L60 Deluxe Plus von Ambrogio. © Ambrogio

Das neue Modell des L60 Deluxe Plus ist ein echtes Arbeitstier. Er mäht besonders schnell und kann wegen seiner geringen Lautstärke bei Bedarf auch rund um die Uhr mähen. Der Hersteller Ambrogio gibt an, dass der L60 Deluxe Plus eine Flächenleistung von 400 Quadratmetern hat.

Der Mähroboter erkennt, wo das Gras wächst, braucht keinen Begrenzungsdraht und zudem umfährt er für ihn gefährliche Abgründe oder Hindernisse, wie zum Beispiel Treppen. Er lässt sich übers Handy via Bluetooth steuern.

Nachteil? Der Preis von 1.299 Euro.

5. Landroid M1000i von Worx

Landroid M1000i (Modell 2018) von Worx
Landroid M1000i (Modell 2018) von Worx. © Worx

Der Landroid M1000i (Modell 2018) von Worx ist detailversessen: Er misst den Garten und mäht diesen dann systematisch ab. Dabei kümmert er sich nicht nur hingebungsvoll um Ecken und Kanten, sondern – ungewöhnlich reinlich für einen Roboter – sogar um das Gras um seine Ladestation herum. Die ist so konstruiert, dass sie mit der Zeit im Rasen verschwindet.

Seine Flächenleistung beträgt bis zu 1.000 Quadratmeter. Der Roboter für Saubermänner kostet 988 Euro.

6. L250i Elite S+ von Ambrogio

L250i Elite S+ von Ambrogio
L250i Elite S+ von Ambrogio. © Ambrogio

Dieser Roboter ist nicht nur Ferrari rot, er ist der Ferrari unter den Robotern: Der L250i Elite S+ von Ambrogio mäht bis zu 5.000 Quadratmeter in der Woche. Er legt sich selbst eine Arbeitskarte des Rasens an und misst die Luftfeuchtigkeit, um den perfekten Zeitpunkt für die Mahd zu finden. Er mäht leise und, ein großes Plus, er mäht auch am Berg.

Nachteil: Der Roboter ist laut Hersteller zu kompliziert für Selbermacher. Hier muss ein professioneller Service für die Installation dazu gebucht werden.

Den Preis für den Ferrari-Roboter gibt es auf Anfrage.

7. Gardena SILENO City 500

Gardena SILENO City 500
Gardena SILENO City 500. © Gardena

Verwinkelte Gärten waren bisher kein Terrain für Mähroboter. Das soll sich mit dem Gardena SILENO City 500 ändern: Seine Form lässt ihn auch auf schmalen Wegen vorankommen, um von einer zur anderen Rasenfläche zu kommen.

Außerdem ist er mit einem Regensensor ausgestattet und mäht nur trockenes Gras. Leider braucht der Mähroboter einen Begrenzungsdraht – bei verwinkelten Gärten sehr fummelig.

Er schafft bis zu 500 Quadratmeter und kostet 929 Euro.

8. Robolinho 700 1 von AL-KO

Robolinho 700 1 von AL-KO
Robolinho 700 1 von AL-KO. © AL-KO

Naturfreund mit Hang zur Wiese? Der neue Robolinho Mähroboter 700 I von AL-KO schafft angeblich auch höheres Gras, außerdem kann er bis zu 45 Grad steile Wiesen mähen. Die Schnitthöhe lässt sich von 25 bis 55 mm verstellen, in der Woche können bis zu 700 Quadratmeter auf dem Programm stehen.

Leider braucht er jedoch ein Begrenzungskabel. Sein Preis liegt bei 1199 Euro.

9. Ambrogio L60B Plus

Ambrogio L60B Plus.
Ambrogio L60B Plus. © Ambrogio

Der Ambrogio L60B Plus soll die Rasengrenze ganz allein finden. Das funktioniert allerdings nur, wenn dort Erde oder Steinplatten liegen. Sein Preis liegt bei ca. 1.200 Euro.

10. Stiga Auto-Clip M3

Stiga Auto-Clip M3
Stiga Auto-Clip M3. © Stiga

Gemacht für kleine Stadtgärten bis 300 Quadratmeter: der Stiga Auto-Clip M3. Gutes Detail: Er merkt, wenn es regnet und fährt dann heim. Der Preis liegt bei rund 750 Euro.

11. Worx Landroid WR 120si

Worx Landroid WR 120si.
Worx Landroid WR 120si. © Worx

Der Worx Landroid schneidet auch die Rasenkanten. Auch schön: Die Ladestation verschwindet im Gras, nur die Kontakte sind oberirdisch.

Preislich beginnt der Mähroboter ab 750 Euro.

Mähroboter-Flächenleistung berechnen

Eine wichtige Kennzahl für Mähroboter ist die so genannte Flächenleistung, sie liegt zum Beispiel bei 300, 600 oder 1.200 Quadratmetern. Das ist die Rasenfläche, für die der Roboter technisch ausgelegt ist, je nachdem, wie schnell er fährt und wie oft er zur Ladestation zurückfahren muss.

Aber Vorsicht: Nur weil da genauso viel Quadratmeter stehen wie eure Rasenfläche groß ist, heißt das nicht, dass der Roboter der Aufgabe in eurem Garten gewachsen ist.

Denn die meisten Hersteller geben die Flächenleistung nur als theoretische Größe an – für den theoretischen Fall, dass der Roboter jeden Tag fast ununterbrochen mäht. Die meisten Familien möchten ihren Rasen aber während der Woche auch benutzen, dann bleibt der Roboter besser in der Garage.

Außerdem ist es nicht anzuraten, den Roboter nachts laufen zu lassen. Dann sind zu viele Tiere unterwegs, die der Mäher überfahren könnte.

Und nicht alle Mäher können weiterarbeiten, wenn es regnet. Die im Sommer in eurer Gegend übliche Niederschlagsmenge verkürzt also die Wochenarbeitszeit des kleinen Helfers auch noch mal.

Vor dem Kauf solltet ihr also genau überlegen, wie lange der Roboter in eurem Garten arbeiten soll und kann. An welchen Tagen? Für wie viele Stunden? An wie vielen Tagen regnet es bei euch erfahrungsgemäß?

Aus dieser echten Arbeitszeit ergibt sich die tatsächliche Mähleistung des Gerätes nach folgender Formel.

Formel zur Ermittlung der tatsächlichen Flächenleistung

Flächenleistung des Mähroboters laut Hersteller-Gebrauchsanleitung (in Quadratmetern)
x (mal) geplante wöchentliche Einsatzzeit im eigenen Garten (in Stunden)
/ (geteilt durch) Einsatzzeit, in der die Flächenleistung laut Hersteller erbracht wird (inklusive Ladezeiten, in Stunden)
= (ist gleich) tatsächliche Flächenleistung des Mähroboters pro Woche in eurem Garten

Beispielrechnung zur tatsächlichen Flächenleistung

Die meisten Roboter in Familiengärten laufen realistisch gesehen etwa 40 Stunden pro Woche – nur wochentags, und nur von 6 bis 14 Uhr, wenn niemand zu Hause ist. Die meisten Hersteller rechnen aber mit etwa 120 Stunden pro Woche.

Daraus ergibt sich folgende Beispielrechung:

Die Flächenleistung eures Mähroboters ist mit 1.300 Quadratmetern angegeben. Der Hersteller des Roboters gibt an, dass diese Fläche in 120 Stunden gemäht wird. Ihr könnt den Roboter aber realistisch gesehen nur an rund 40 Stunden in der Woche einsetzen.

Übertragen auf die Formel bedeutet das: 1.300 qm x 40 h : 120 h = 433 qm.

Die tatsächliche Flächenleistung des Mähroboters entspricht pro Woche realistisch gerechnet also nur 433 statt den angegebenen 1.300 Quadratmetern.

Wenn euer Garten also deutlich größer ist als diese 433 Quadratmeter, solltet ihr euch lieber einen Mähroboter mit mehr Flächenleistung anschaffen.

Mähroboter: Vorteile und Nachteile

Fassen wir die Vorteile und Nachteile der Mähroboter noch einmal kurz zusammen.

Vorteile von Mährobotern

  1. Mähroboter erledigen die Rasenpflege, das lästige Rasenmähen nehmen sie euch ab. Über einen ganzen Sommer gesehen sparen sie euch also einige Stunden Arbeit.
  2. Weil sie häufig mähen und weil sie das Schnittgut fein zerkleinert als nährenden Mulch zwischen den Grashalmen liegen lassen, wächst der Rasen besonders dicht und teppichartig.
  3. Weil sie leiser sind als ein herkömmlicher Rasenmäher, dürfen sie theoretisch sogar nachts mähen. Theoretisch. Denkt aber bitte an die Tiere, die nachts unterwegs sind.

Nachteile von Mährobotern

  1. Mähroboter kosten so viel wie mehrere Rasenmäher zusammen.
  2. Sie brauchen in der Regel einen Grenzdraht, um das Ende des Rasens zu finden, und dort an den Kanten lassen sie dann mitunter trotzdem die letzten Büschel stehen. Also muss bei ordnungsliebenden Gemütern zumindest der Rasenkantenschneider zur Unterstützung herhalten.
  3. Ist der Garten nicht eben, kann es zu Verletzungen der Grasnarbe kommen. Denn Mähroboter nehmen darauf keine Rücksicht.
  4. Insekten, Igel oder andere Nützlinge werden durch die ständige Gefahr, überfahren zu werden, stärker beeinträchtigt als bei konventionellen Mähern.
  5. Tests haben außerdem immer wieder mal Sicherheitsdefizite bei Mährobotern aufgezeigt. Es ist davon abzuraten, euren (jüngeren) Nachwuchs alleine zu lassen, wenn der Mähroboter aktiv ist.

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