Perimeterdämmung eines Kellergeschosses.
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Sockeldämmung: Was kostet eine gute Perimeterdämmung für den Keller?

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Eine Sockeldämmung (auch Perimeterdämmung genannt) sorgt für dichte Kellerwände, damit keine Feuchtigkeit durch sie dringen kann. Wir zeigen euch, wie das funktioniert, welches Material verwendet wird und was das kostet.

Feuchte Wände im Keller oder Untergeschoss sind so ziemlich das Schlimmste, was Hausbesitzern passieren kann. Dagegen hilft eine Sockeldämmung, die der Fachmann auch als Perimeterdämmung bezeichnet. Im Folgenden findet ihr eine Übersicht zu Materialien plus den Kosten und wie ihr eine Sockeldämmung richtig anbringt.

Was versteht man unter einer Perimeterdämmung?

Eine Perimeterdämmung ist offiziell die Außendämmung von erdberührenden Bauteilen. Heißt konkret: die Dämmung der Kellerwände (und meist auch der Bodenplatte). Deswegen ist die Perimeterdämmung auch als Sockeldämmung bekannt.

Wann braucht man eine Sockeldämmung?

Sobald ein Bauteil eines Gebäudes in Berührung mit dem Erdreich kommt, braucht man eine Perimeterdämmung. Das ist auf jeden Fall beim Sockel eines Hauses der Fall und erst recht dann, wenn ihr einen Keller plant. Bei eigentlich jedem Bauvorhaben solltet ihr daher auf eine ausreichende Sockeldämmung achten, denn diese nachträglich anzubringen ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Wie wird eine Sockeldämmung ausgeführt?

Die Abdichtung der Kellerwände und der Bodenplatte über eine Sockeldämmung erfolgt üblicherweise in fünf Schritten:

  1. Sockel reinigen: Die freiliegenden Kellerwände sollten sauber und trocken sein. Bei Altbauten solltet ihr gegebenenfalls alte Schutzanstriche entfernen und den Sockel durch Verputzen begradigen.
  2. Mauer grundieren: Anschließend wird eine Grundierung aufgetragen. Das ist üblicherweise ein Voranstrich aus Bitumen.
  3. Dickbeschichtung auftragen: Danach folgt die sogenannte Dickbeschichtung, ebenfalls mit Bitumen.
  4. Dämmplatten anbringen: Die Dickbeschichtung dient quasi als Kleber für die Dämmplatten. Üblicherweise haben die Platten für die Sockeldämmung ein Stufenfalz. Das minimiert die Gefahr von Wärmebrücken.
  5. Noppenbahn montieren: Die abschließende Noppenbahn schützt die Platten vor Schäden durch Wurzeln oder Steine.

Hier noch die Videoanleitung eines Herstellers für das Anbringen einer Sockeldämmung:

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Unser Tipp: Könnt ihr beurteilen, ob eine Perimeterdämmung fachgerecht umgesetzt wurde? Lasst euch von den Wohnglück-Bauexperten bei der Bauabnahme unterstützen.

Was kostet eine Sockeldämmung?

Die Kosten für eine Perimeterdämmung setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Materialkosten für das Dämmmaterial
  • Lohnkosten für die Montage
  • Kosten für die Erdarbeiten

Allerdings fallen die Kosten für die Erdarbeiten eigentlich nur beim Altbau an. Beim Neubau ist die Baugrube ja bereits ausgehoben, Keller und Bodenplatte sind für die Perimeterdämmung frei zugänglich. Deshalb rechnet man bei den Kosten für die Sockeldämmung grob über den Daumen mit:

  • circa 50 bis 70 Euro pro Quadratmeter beim Neubau
  • circa 60 bis 120 Euro pro Quadratmeter beim Altbau

Dagegen müsst ihr beim Altbau nicht die Bodenplatte dämmen – da kommt ihr im Normalfall nicht mehr ran. Das Ausbaggern des Erdreichs rund ums Haus fällt aber kostentechnisch schwer ins Gewicht. Daher lohnt sich eine Perimeterdämmung beim Altbau in Sachen Kosten meist nur dann, wenn ihr die Wände sowieso freilegt, zum Beispiel um den Keller gegen Feuchtigkeit abzudichten.

Materialien für die Sockeldämmung: Was kosten EPS, XPS oder Schaumglas?

Sind alle Bauarbeiten abgeschlossen, liegt die Sockeldämmung unter der Erde. Deshalb müssen die verwendeten Dämmplatten feuchtigkeitsbeständig und druckfest sein. Das geht nur mit Kunststoffen, eine Dämmung mit natürlichen Materialien kommt bei der Perimeterdämmung nicht in Frage.

Bei der Sockeldämmung kommen meist folgende Dämmmaterialien zum Einsatz:

  • Expandierter Polystyrol-Hartschaumstoff (EPS) kennen die meisten von uns als Styropor. Es ist die kostengünstigste Variante bei der Sockeldämmung, sie ist aber auch mit gewissen Einschränkungen in Bezug auf Einbautiefe, Druckfestigkeit und Feuchtigkeitsschutz verbunden. Kosten: ca. 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter
  • Extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS) sind auch unter dem Markennamen Styrodur bekannt und zeichnen sich vor allem durch hohe Druckfestigkeit und Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit aus. Gleichzeitig sind die Platten leicht und langlebig, es gibt sie in Stärken von 20 bis 200 Millimetern. Das macht sie zu einem bevorzugten Werkstoff bei der Sockeldämmung. Ihr Nachteil: Bei der Herstellung ist die Ökobilanz negativ. Kosten: ca. 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter
  • Schaumglas (Foam glas) besteht – der Name deutet es an – zum Teil aus Altglas. Feuchtigkeit kann dem Material so gut wie gar nichts anhaben, die Platten aus Schaumglas sind in der Regel 40 bis 180 Millimeter dick. Es gibt sogar radonbeständiges Schaumglas, das die Radonbelastung verringert. Auch hier ist die Herstellung sehr energieintensiv.
    Kosten: ca. 15 bis 50 Euro pro Quadratmeter

Mehr Infos zu Schaumglas findet ihr in diesem Artikel: Schaumglasdämmung: Ökologisches Dämmen mit Altglas

Detailansicht einer Perimeterdämmung
Der Stufenfalz der Dämmplatten minimiert die Gefahr von Wärmebrücken. © JOMA Dämmstoffwerk GmbH

Wo kann man Dämmplatten für die Sockeldämmung kaufen?

Ob Polystyrol-Hartschaumplatten, XPS-Platten oder Schaumglas, alle großen Dämmstoff-Hersteller wie zum Beispiel

bieten Materialien für die Sockeldämmung an. Dabei ist die Produktvielfalt so groß, dass Bauherren leicht den Überblick verlieren. Lasst euch also ausführlich beraten oder zieht einen Bausachverständigen von Wohnglück zu Rate.

Wie stark sollte die Perimeterdämmung sein?

Die Platten für die Sockeldämmung gibt es in den unterschiedlichsten Stärken, was vor allem wichtig in Bezug auf die Dämmstärke ist. Denn um eine ausreichende Wärmedämmung des Sockels zu erreichen, müssen bestimmte gesetzliche Vorgaben erreicht werden.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt für die Perimeterdämmung einen maximalen U-Wert von 0,30 W/m²K vor. Das gilt sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung. Wie ihr diesen Wert erreicht, darüber solltet ihr euch beim Kauf des Dämmmaterials beraten lassen.

Im Allgemeinen wird bei der Sockeldämmung eine Dämmstärke von 16 bis 20 Zentimetern empfohlen. Dabei solltet ihr besonders auf eine sauberen Übergang zum Abschluss des Erdgeschosses achten.

Kann ich eine Sockeldämmung für den Keller selber anbringen?

Im Grunde genommen könnt ihr mit einigermaßen handwerklichem Geschick eine Sockeldämmung auch selbst anbringen. Vor allem bei Bausatzhäusern wird dieser Arbeitsschritt meist vom Bauherren selbst ausgeführt. Wichtig ist vor allem, dass ihr sorgfältig arbeitet. Die Platten müssen fugenfrei angebracht werden. Übereinander liegende Kreuzfugen müsst ihr durch versetztes Anbringen der Platten unbedingt vermeiden.

Der wichtigste Punkt: Auf keinen Fall darf Feuchtigkeit oder gar Wasser über die Fugen zwischen die Dämmplatten und damit in den Sockel geraten. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, dann verseht ihr auch die Fugen noch mit einer Bitumen-Sperrschicht.

Beachtet unbedingt, wie oben bereits beschrieben, die gesetzlichen Anforderungen für die Kellerdämmung und lasst euch von einer Fachfirma beraten.

Bekomme ich für eine Sockeldämmung Fördermittel?

Egal ob Neubau oder Altbau, für eine Perimeterdämmung gibt es – direkt oder indirekt – folgende Fördermöglichkeiten:

Bei einem Bestandsgebäude erhaltet ihr im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) maximal 9.000 Euro an Zuschuss für ein sogenannte Einzelmaßnahme (BEG EM), konkret: Maßnahmen an der Gebäudehülle. Da kommen dann noch mal 3.000 Euro oben drauf, wenn ein Energieberater die Perimeterdämmung im Rahmen eines individuelle Sanierungsfahrplans empfiehlt.

Alternativ könnt ihr bei der Kellerdämmung auch einen Kredit mit Tilgungszuschuss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufnehmen, wenn ihr euer Haus zu einem sogenannten Effizienzhaus umbaut. Tilgungszuschuss bedeutet konkret, dass ihr nur einen Teil des Darlehens zurückzahlen müsst und nicht die komplette Summe. Die maximale Darlehenssumme, die die KfW gewährt sowie der Tilgungszuschuss berechnen sich nach der durch die Sanierung erreichten Energieeffizienz des Hauses. Die Perimeterdämmung wäre hier aber nur Teil eines Gesamtpaketes.

Bei der Neubau-Förderung gibt es keine gesonderten Mittel für die Dämmung. Um hier Fördergelder zu erhalten, muss der Neubau insgesamt den Effizienzhaus-Standard EH/EG 40 NH (NH = Nachhaltiges Gebäude) erreichen.

Unser abschließender Tipp: Ihr wollt mehr zum Thema "Dämmung" wissen? Dann empfehlen wir euch auch folgende Artikel:

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