Außenansicht eines mit Dämmplatten versehenen Hauses
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Sanierungskosten absetzen: 5 Steuertipps für die energetische Sanierung

Dirc Kalweit

Die Kosten für die energetische Sanierung eures Hauses lassen sich jetzt auch bequem von der Steuer absetzen. Wie das genau funktioniert, mit welcher Steuerersparnis ihr rechnen könnt und in welchen Fällen sich das überhaupt lohnt, dazu fünf Steuertipps.

Wer sein Haus energetisch saniert, dem bietet der Staat für diverse Maßnahmen verschiedene Zuschüsse. Das geht entweder über eine direkte Förderung. Ihr könnt die Sanierungskosten aber auch von der Steuer absetzen. Wie ihr bei einer Gebäudesanierung konkret Steuern spart, wie hoch der Steuerbonus ausfällt und welche Voraussetzungen dafür gelten, das erfahrt ihr in unseren Steuertipps.

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Egal, ob ihr die Heizung tauscht, die Fassade dämmt oder Fenster erneuert – die energetische Sanierung eines Hauses kostet einen Menge Geld. Um die Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimapaket umzusetzen, gibt es deshalb für Haussanierer entsprechende Fördermittel vom Staat.

Diese Fördermittel erhaltet ihr zum einen in Form von direkten Zuschüssen oder günstigen Krediten, zum Beispiel bei der Heizungssanierung. Auch bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus bekommt ihr Geld ausgezahlt.

Steuertipp 1: Entweder Fördermittel oder Steuerbonus

Neben diesen Förderprogrammen könnt ihr alternativ die Kosten für die Gebäudesanierung auch von der Steuer absetzen. Alternativ heißt konkret: Ihr müsst euch entscheiden, ob ihr die Fördermittel aus den einzelnen Programmen in Anspruch nehmen wollt oder lieber eure Steuerschuld mindert.

Wenn ihr den Steuerbonus wählt, müsst ihr dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • das Haus muss älter als zehn Jahre sein
  • ihr müsst das Haus selbst bewohnen
  • ihr habt bisher keine anderen Steuervorteile genutzt oder öffentliche Fördermittel erhalten

Wie gesagt: Ihr könnt nicht Fördermittel (zum Beispiel die des BAFA für die Heizungserneuerung) beantragen und gleichzeitig diese Sanierungskosten beim Finanzamt absetzen. Was allerdings geht: Ihr stellte einen Antrag auf Fördermittel für die Heizung und bekommt den Steuerbonus für die Dachdämmung. Die Frage ist allerdings, ob sich das lohnt. Dazu am Ende des Artikels mehr.

Steuertipp 2: So viel Geld bekommt ihr vom Finanzamt zurück

Steuerlich könnt ihr maximal 200.000 Euro an Sanierungskosten geltend machen. Davon dürft ihr bis zu 20 Prozent von der Steuer absetzen. Das ergibt eine Steuerminderung von höchstens 40.000 Euro pro Wohneinheit.

Die Steuerermäßigung wird dabei über drei Jahre verteilt. Dabei gelten folgen Richtwerte:

  • Jahr 1: (Abschlussjahr der Sanierung): Steuerermäßigung von sieben Prozent auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 2: Steuerermäßigung von sieben Prozent auf die Sanierungskosten, maximal 14.000 Euro.
  • Jahr 3: Steuerermäßigung von sechs Prozent auf die Sanierungskosten, maximal 12.000 Euro.

Um den Steuerbonus zu erhalten, muss der Start der Sanierung nach dem 31. Dezember 2019 liegen. Bis zum 1. Januar 2030 muss die Sanierung abgeschlossen sein.

Steuertipp 3: Diese Sanierungsmaßnahmen sind steuerlich absetzbar

Grundsätzlich geht es bei der Steuerersparnis um die energetische Sanierung. Daher sind folgende Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzbar:

  • Wärmedämmung von Wänden
  • Dämmung von Dachflächen oder Geschossdecken
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  • Einbau einer Lüftungsanlage oder deren Erneuerung
  • Erneuerung einer Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage (wenn sie älter als zwei Jahre ist)

Achtung: Bei der Erneuerung einer Heizungsanlage werden keine reinen Öl- oder Gasheizungen steuerlich gefördert. Den Steuerbonus gibt es in diesem Fall nur für:

Steuertipp 4: Technische Voraussetzungen, um die Steuerermäßigung zu erhalten

Welche Dämmwerte müsst ihr erreichen, um die Sanierungskosten absetzen zu können? Wie hoch darf der maximale U-Wert beim Tausch von Dachflächenfenstern sein? Wie steht es um die Nennwärmeleistung von Wärmepumpen?

Damit nicht jeder einfach so drauflos saniert, um Steuervorteile zu kassieren, gibt es klare technische Vorgaben für die einzelnen förderfähigen Sanierungsmaßnahmen. Diese sind detailliert in der Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung - ESanMV) geregelt. Grundsätzlich sind die technischen Anforderungen dieser Verordnung identisch mit denen, die ihr auch bei einer KfW-Förderung erfüllen müsst.

Übrigens: Alle Arbeiten, so sieht es die ESanMV ebenfalls vor, müssen zwingend von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Eigenleistungen lassen sich nicht steuerlich absetzen.

Steuertipp 5: So beantragt ihr die Steuerermäßigung

Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen erhaltet ihr vom Fachunternehmen eine Rechnung und eine Bescheinigung der fachgerechten Ausführung. Dafür soll es künftig (spätestens bis 2021, wenn ihr die Sanierungskosten erstmals steuerlich absetzen könnt) über die Finanzverwaltung ein amtlich vorgeschriebenes Muster geben. Damit wird dann ein bundeseinheitliches Verfahren gewährleistet.

Darüber hinaus müsst ihr die Zahlung an das Fachunternehmen belegen. Bescheinigung und Zahlungsbeleg müsst ihr mit eurer Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Das prüft dann, ob ihr alle Voraussetzungen für den Steuerbonus erfüllt und teilt euch die Steuerminderung im Steuerbescheid mit.

Ausschnitt des Formulars für die Einkommensteuererklärung
Die Unterlagen über die Sanierungsmaßnahmen müsst ihr zusammen mit der Einkommensteuererklärung einreichen, um den Steuerbonus zu erhalten. © Getty Images/iStockphoto

Fazit: Steuerbonus oder Fördermittel? Was sind die Unterschiede, was lohnt sich für mich?

Fördermittel müsst ihr grundsätzlich beantragen, bevor die ersten Handwerker anrücken. Bei einer Steuer-Rückerstattung ist das nicht nötig.

Ein weiterer Unterschied ist die Einbindung eines Energieberaters. Bei den meisten Fördermaßnahmen ist sie zwingend vorgeschrieben. Um eine Steuerermäßigung zu erhalten ist der Energieberater keine Pflicht. Die bequemere Variante ist also der Steuerbonus.

Aber Vorsicht: Eine sinnvolle energetische Sanierung ist in den meisten Fällen eine sehr umfassende und aufwendige Angelegenheit. Eine Einzelmaßnahme kann sogar manchmal kontraproduktiv sein, wenn sie nicht in ein energetisches Gesamtkonzept eingebunden ist. Wir empfehlen euch daher, immer einen Energieberater mit einzubinden.

Auch die Kosten für den Energieberater könnt ihr von der Steuerschuld abziehen, diese sogar zu 50 Prozent. Dagegen erhaltet ihr über die Förderprogramme des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sogar 80 Prozent (maximal 1.300 Euro) der Kosten eines Energieberaters zurückerstattet.

Stellt sich also die Frage: Wann lohnt es sich, eher Fördermittel zu beantragen? Und wann ist der Steuerbonus sinnvoller? Dazu Franz Michel, Referent Energieeffizienz bei der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.: "Das hängt natürlich immer vom Einzelfall ab. Ich würde mich aber auf jeden Fall immer erst beraten lassen. In vielen Fällen ist die Förderung aber – gerade durch die Erhöhung vieler Fördersätze – deutlich attraktiver geworden und bringt häufig mehr an Ersparnis als eine Steuerminderung."

Übrigens: Ihr findet alle aktuellen Informationen zur steu­er­li­che För­de­rung ener­ge­ti­scher Ge­bäu­des­a­nie­run­gen auf einer eigenen Webseite der Bundesregierung.

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