Fenster einbauen: Mann misst mit Wasserwage, anderer Mann schaut zu.
© Arnt Haug

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Fenster einbauen: Diese 5 Fehler solltet ihr vermeiden

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Fenster einbauen ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Gerade Anfänger begehen oft fünf klassische Fehler. Wir sagen euch, wie ihr diese vermeidet und wer euch bei der Planung hilft.

Beim Fenster einbauen kann einiges schiefgehen. Damit euer neues Fenster nicht nur richtig schließt, sondern auch sonst noch diversen baulichen Anforderungen genügt, solltet ihr beim Einbau die fünf gängigsten Fehler vermeiden. Wir haben diese einmal aufgelistet.

Fehler 1: Ungenügende Vorbereitung für den Einbau neuer Fenster

Bevor die neuen Fenster rein können, müssen die alten erst einmal raus. Das ist längst nicht immer so einfach wie es klingt. Je nach Alter und Art des Fensters gibt es verschiedene Tricks und Kniffe, um zum Beispiel einen Fensterflügel auszubauen. Und auch einen Fensterrahmen solltet ihr nicht einfach so herausreißen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Innenputz in Teilen mit abbröckelt. Oder ihr müsst gar unfreiwillig einen Teil der Laibung wieder aufmauern. Hier gibt es ein paar praktische Tipps für den Ausbau alter Fenster.

Sind die alten Fenster draußen, muss die Laibung für den Einbau der neuen Fenster möglichst sauber sein. Staub, Mörtel oder gar kleine Putzbrocken erschweren eine korrekte Abdichtung.

Fenster einbauen: Zwei Männer machen die Fensterlaibung sauber.
Beim Ausbau des alten Fenster muss auch die Laibung ganz sauber bearbeitet werden. © Arnt Haug

Fehler 2: Die falschen Maße

Höhe mal Breite auszumessen ist nicht schwer. Doch gelten die Maße für den bündigen Einbau der Rahmen? Wie ist das mit den Anschlussprofilen bei Altbauten, wenn die Fensterbänke innen und außen unterschiedlich hoch sind? Und wie viel Platz benötige ich für Dichtung und Fugen?

Über den Daumen gilt, dass zwischen dem Fensterrahmen und dem Mauerwerk eine circa 20 Millimeter breite Arbeitsfuge bleibt. Die wird später abgedichtet beziehungsweise ausgeschäumt. Auch die Höhe des Fensterbrettes müsst ihr bedenken.

Die richtigen Maße zu ermitteln ist also nicht ganz so trivial. Wie ihr das am besten macht, seht ihr am Anfang dieses Videos:

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Fehler 3: Fenster einbauen ohne richtige Abdichtung

Fenster rein, Baumschaum drumrum, fertig. Eben nicht. Ohne eine korrekte Abdichtung besteht die Gefahr von Wärmebrücken. Die sind nicht nur energetisch ärgerlich, sie bergen auch die Gefahr von Schimmelbildung.

Dabei wird beim Einbau von Fenstern in punkto Dichtung in drei Montage-Ebenen unterschieden:

  • Die innere Ebene wird durch das raumseitig liegende Fenster plus Rahmen gebildet. Hier muss die Abdichtung dampfdiffusionsdicht sein, das heißt es dringt keine Feuchte aus dem Innenraum in die Konstruktion. Dafür benutzt man in der Regel eine dampfdichte Folie, alternativ Acryl.
  • Die mittlere Ebene ist der Raum zwischen Fensterrahmen und Wand. Hier kommt meist der PU-Montageschaum (Bauschaum) zum Einsatz. Es gibt aber auch ökologische Alternativen zum Bauschaum. Und: Auch Multifunktionsdichtband oder Kompribänder erfüllen hier ihren Zweck.
  • Die äußere Ebene ist die Wetterseite – und muss so naturgemäß am meisten aushalten. Hier ist eine korrekte Abdichtung also besonders wichtig. Einerseits muss die Dichtung Schlagregen abhalten, andererseits diffusionsoffen sein. Diese Funktion erfüllen am besten spezielle Fenster-Dichtungsbänder für Fensteranschlussfugen.

Darüber hinaus solltet ihr noch beachten: Damit die einzelnen Dichtungen auch wirklich halten, muss die Fensterlaibung möglichst glatt und staubfrei sein.

Fenster einbauen: Mann schäumt Zwischenraum mit Bauschaum aus.
Bauschaum ist nur eines der Mittel bei der Abdichtung der Fenster. © Arnt Haug

Fehler 4: Die falsche Befestigung beim Fenster einbauen

So ein Fenster hält ja nicht allein in der Laibung, weil es mit ein wenig Bauschaum ausgeschäumt wurde. Rahmendübel, Maueranker und Fensterwinkel sorgen in der Regel für eine feste Verbindung von Fensterrahmen und Mauerwerk. Was genau wie zum Einsatz kommt, das hängt vor allem vom Material des Rahmens und von der Einbausituation ab.

Oft erhöhen sich bei einem Fensteraustausch die Anforderungen an die neuen Befestigungen. Wärmedämmende Dreifachverglasung, einbruchhemmendes Glas oder auch einfach nur andere Rahmen erhöhen oft das Gewicht, sodass die bisherige Befestigungsmethode meist nicht mehr ausreicht. Auch bei den Abständen der Befestigung vom Rahmen zum Mauerwerk gibt es bei verschiedenen Materialien unterschiedliche Anforderungen.

Mann schraubt Fensterrahmen in die Fensterlaibung.
Ganz wichtig: Die richtige Verbindung des Fensterrahmens mit der Laibung. © Arnt Haug

Fehler 5: Falsche Montage der Fensterbänke

Die Montage der Fensterbänke innen und außen wird oft unterschätzt. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen – oder können zu echten Problemen führen.

Bei der außenseitigen Fensterbank ist eine Neigung ganz wichtig. Sonst steht hier das Regenwasser drauf und fließt nicht ab. Die Neigung sollte mindestens fünf Prozent betragen. Auch beim Überstand der Fensterbank über das Mauerwerk, der sogenannten Abtropfkannte, gibt es Richtwerte. Profis empfehlen hier mindestens 30, besser noch 40 Millimeter. Und ganz wichtig: Seitlich muss die Fensterbank zum Mauerwerk hin richtig abgedichtet sein.

Bei der innenliegenden Fensterbank ist es wichtig, dass diese luftdicht zum Fenster hin abschließt. Und natürlich darf sie nicht zu weit über einen Heizkörper herausragen, um die Luftzirkulation nicht zu behindern.

Fenster einbauen: Wer hilft bei der Planung?

Ein Fenster korrekt einzubauen, ist gar nicht so trivial. Für die fachliche richtige Ausführung gibt es den sogenannten RAL-Montageleitfaden der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e. V. Die Gütegemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Herstellern aus den Branchen. Das (auf freiwilligen Vereinbarungen basierende) RAL-Gütezeichen soll dabei eine gleichbleibende Qualität bei den Produkten und deren Montage gewährleisten. Der Montageleitfaden für Fenster ist daher eher etwas für Profis – und kostet darüber hinaus auch 59 Euro.

Kostenlos, aber auch eher für Profis geeignet, ist der ift-montageplaner. Hinter dem Kürzel ift steckt das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Das Institut prüft und benormt (Fenster-)Bauteile und gilt weithin als anerkannter wissenschaftlicher Dienstleister. Wenn ihr allgemeine Fragen zum Einbau von Fenstern habt, dann empfehlen wir euch die FAQ-Liste des ift. Hier findet ihr viele Antworten auf diverse Fragen und dazu noch weiterführende Artikel.

Ausschnitt des Web-Montageplaners für Fenster des ift.
Das Institut für Fenstertechnik (ift) stellt den „ift-Montageplaner“ zur Verfügung. Das kostenlose Online-Tool richtet sich aber eher an Profis. © ift Rosenheim

Deutsche Fenster sind zwar funktional, aber bestimmt nicht magisch. Das sieht so mancher Amerikaner ganz anders:

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