Moderne Haustür aus Holz
© Rubner Türen GmbH

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Moderne Haustüren: Trends, Neuheiten & Kosten

Sandra Hermes

Sich als Hausbesitzer für eine Haustür zu entscheiden ist nicht leicht. Auf dem Markt findet sich eine Vielzahl von modernen Haustüren aus unterschiedlichen Materialien und mit mehr oder weniger smarter Technik. Wir haben uns für euch umgesehen und geben euch einen kompakten Überblick in Sachen Trends, Neuheiten und Kosten.

Die Haustür ist das erste, was jemand sieht, der euch besuchen kommt. Sie zeigt ein Stück eurer Persönlichkeit. Grund genug, sich vor dem Türkauf gut zu informieren. Überlegt euch genau, wo eure Prioritäten liegen, was die neue Haustür kosten darf und welche technischen Spielereien ihr vielleicht nicht unbedingt mitmachen wollt. Wir stellen euch Trends und Neuheiten auf dem Markt für moderne Haustüren vor.

Trend 1: Holztüren aus außergewöhnlichen Materialien

Haustüren aus Holz gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Mit knarrenden Türen aus Massivholz in schweren Eisenbeschlägen haben moderne Holzhaustüren natürlich nicht mehr viel gemein. Heute werden Holztüren oft aus einer Vielzahl von Schichten hergestellt, um sie leichter zu machen. In der Kombination mit dauerelastischen Dichtungen und einem Schaumkern erreichen Holztüren heute gute Werte im Bereich Schall- und Wärmedämmung. Bei Bedarf können auch in Holztüren elektronische Schließsysteme mit Motorschloss verbaut werden.

Insgesamt betrachtet sind Holztüren weniger stark gefragt als Haustüren aus Aluminium und Kunststoff. Das liegt auch an den Kosten. Denn qualitativ hochwertige Holzhaustüren kosten ab 5.000 Euro aufwärts. Wenn ihr euch tiefer in die Klassiker unter den Haustüren einlesen möchtet, legen wir euch folgenden Ratgeber ans Herz:

Die Hersteller bieten neben serienmäßig produzierten Modellen immer mehr hochpreisige Modelle mit außergewöhnlichen Oberflächen an. Echte Holzliebhaber haben heute eine viel größere Auswahl in diesem Marktsegment als noch vor zehn Jahren.

Ein Trend sind Haustüren aus Altholz. Dabei werden Eichen- oder Fichtenhölzer aus alten Scheunen, Weinpressen oder Dachstühlen verarbeitet und bekommen so ein zweites Leben. Upcycling auf höchstem Niveau. Der über Jahrhunderte gereifte und durch Sonne und Witterung gealterte Rohstoff bildet eine einmalige Oberfläche und macht Haustüren mit einer Altholzoberfläche ganz sicher zu einem Unikat.

Bekannte Hersteller von Altholztüren sind Rubner aus Südtirol oder Wippro in Österreich.

Man sieht einen Eingangsbereich mit einer Altholztür aus groben Brettern.
Türen aus Altholz liegen im Trend. Neben klassischen Ausführungen nutzt der Türen-Produzent Rubner das wettergegerbte Material auch für moderne Eingangskonzepte. © Rubner Türen GmbH

Trend 2: Raumhohe Aluminiumtüren

Aluminium ist das beliebteste Baumaterial für moderne Haustüren. Die Liste der Vorteile ist lang:

  • Alutüren punkten durch einen geringen Wartungsaufwand
  • Es gibt eine Vielzahl von möglichen Designs
  • Die Lebensdauer ist hoch
  • Durch das geringe Gewicht des Baumaterials bleibt im Inneren der Profile viel Platz für moderne Dämm-, Sicherheits- und Schließtechnik.

Der neueste Trend sind raumhohe Türen, die viel Licht ins Haus lassen. Wenn ihr genug Fläche habt, könnt ihr die eigentliche Haustür mit mehreren Seitenelementen aus Glas kombinieren. So wirkt der Eingangsbereich sehr luftig und großzügig.

Damit der Zugang zu eurem Haus dennoch sicher bleibt, ist einbruchhemmendes Sicherheitsglas hier ein Muss, auch wenn dadurch in der Regel einige hundert Euro Zusatzkosten anfallen.

Der Hersteller Hörmann bietet seine Aluminium-Modelle ThermoSafe und ThermoCarbon bis zu einer Höhe von drei Metern an. Sie können bis zur Sicherheitsklasse RC3, bzw. RC 4 (ThermoCarbon) ausgerüstet werden. Die Kosten für diese Sonderanfertigungen könnt ihr über ein Formular auf der Hörmann-Website erfragen.

Man sieht eine raumhohe Alu-Tür von Hörmann in einem Eingangsbereich mit großzügigen Glaselementen an beiden Türseiten, durch die man direkt ins Haus schauen kann.
Raumhohe Eingangstüren sind ein Statement. Kombiniert mit Seitenwänden aus Glas wirken sie großzügig und einladend - wie hier die ThermoCarbon-Haustür von Hörmann. © Hörmann

Trend 3: Haustüren mit Fingerprint-Sensor

Per Zahlencode oder Transponder können Haustüren schon seit einigen Jahren elektronisch geöffnet werden. Der neueste Trend ist die Zugangskontrolle über biometrische Daten. Immer mehr Haustür-Produzenten bieten Modelle an, in denen ein Finger-Print-Sensor im Türblatt oder im Griff integriert ist. So habt ihr euren persönlichen "Schlüssel" immer dabei.

Wird das elektronische Schließsystem bereits ab Werk verbaut, kann es mit einem Motorschloss gekoppelt werden. So wird nicht nur die Zugangsberechtigung über den Fingerabdruck kontrolliert, sondern die Tür gleich automatisch geöffnet und geschlossen. Nicht nur für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ist das ein großes Plus. Jeder, der vollbepackt vom Einkaufen kommt oder ein Kind auf dem Arm trägt, wird sich freuen, wenn sich die Haustür auf einen simplen Fingerzeig öffnet.

Fingerprint-Systeme können auch nachgerüstet werden. Da der Sensor dann aber in der Regel neben der Tür in einer Box oder in der Wand angebracht beziehungsweise eingebaut wird, ist diese Variante weniger einbruchsicher. Dafür ist die Nachrüstung 150 bis 550 Euro günstiger als die integrierte Variante. Diese sorgt bei einer neuen Haustür für Zusatzkosten zwischen 800 und 1.500 Euro.

Moderne Fingerprint-Lösungen können übrigens nicht nur die Haustür öffnen. Auch der Garage, der Kellertür oder der Alarmanlage lassen sich unterschiedliche Fingerabdrücke zuordnen. Sie lassen sich auch mit dem Smart Home vernetzen und zusätzlich mit Kamera und Gegensprechanlage verbinden.

Man sieht den Ausschnitt des Türgriffs einer heroal-Haustür. Daneben ist ein Fingerprint-Sensor eigelassen.
Smarte Lösungen für erhöhten Bedienkomfort: heroal Haustüren lassen sich komfortabel per Fingerprint oder Smartphone App öffnen. © heroal

Trend 4: Barrierefreie Haustüren

Ralf Baureis, Architekt und unabhängiger Bauherrenberater beim Bauherren-Schutzbund e.V., beobachtet einen Trend zu mehr Barrierefreiheit. Um Rollstuhlfahrern, älteren Menschen mit Rollatoren oder auch Eltern mit Kinderwagen einen leichten Zugang zu ihrem Haus zu ermöglichen, sind zwei Faktoren wichtig:

  • Zum einen sollte die neue Tür möglichst keine Schwelle haben, um einen vollständig ebenen Zugang zu gewährleisten. Damit der nach unten fehlende Abschluss kein Minus in Sachen Isolierung bedeutet, solltet ihr euch gut beraten lassen. Hersteller von Qualitätstüren haben sich verschiedene alternative Lösungen einfallen lassen. Von doppelten Magnetschienen, die sich beim Schließen verbinden und beim Öffnen zurückziehen, über eine Entwässerung über Auffangschienen und Schlauchsysteme bis hin zu einfachen baulichen Maßnahmen, wie schützende Vordächer und zurückspringende Fassaden ist da vieles möglich.
  • Zum anderen heißt Barrierefreiheit, dass das Öffnen und Schließen der Tür möglichst einfach und ohne Kraftaufwand möglich ist. Elektronische Zugangssysteme, die mit dem Smartphone verbunden sind, kommen dieser Anforderung in der Praxis am nächsten. Wichtig ist, dass nicht nur die Zugangsberechtigung smart ist, auch das Öffnen und Schließen muss es sein. Die Firma Kneer-Südfenster bietet zum Beispiel einige ihrer Modelle als Drehflügeltür mit integriertem Motorantrieb an. Per Funksender lässt sie sich öffnen und schließen. Sobald die Tür zu ist, ist sie auch automatisch abgeschlossen. Informiert euch am besten vorab, ob die nicht unerheblichen Zusatzkosten einer barrierefreien Haustür förderfähig sind.
Man sieht einen Eingangsbereich mit einer dunkelgrauen, barrierefreien Alu-Tür von Schüco.
Ob für Eltern mit Kinderwagen, Senioren oder körperlich eingeschränkte Personen – mit einer großen Auswahl an Profilen und Ausstattungskomponenten realisiert Schüco barrierefreie Türanlagen nach DIN 18040. © Schüco International KG

Trend 5: Haustüren mit erhöhtem Einbruchschutz

Wir leben in unsicheren Zeiten. Kein Wunder, dass der genaue Blick auf Einbruchschutz und RC-Klassen beim Haustürkauf zunimmt. Die Abkürzung RC stammt aus dem Englischen und bedeutet Resistance Class. Im Deutschen wird der Begriff mit Widerstandsklasse (WK) übersetzt. Die Werte reichen von RC 1 bis RC 6. Die Polizei empfiehlt Hauseigentümern mindestens die RC 2. Eine Haustür dieser Klasse verhindert allerdings nur das Aufbrechen mit einfachen Hebelwerkzeugen.

In der RC 3 muss ein potentieller Einbrecher schon schwereres Gerät in der Tasche haben. Haustüren dieser Widerstandsklasse müssen einem Einbruchversuch mit zwei Schraubenziehern, einem Brecheisen oder einem Kuhfuß mindestens fünf Minuten standhalten. Leistet die Haustür auch Widerstand gegen Säge- und Schlagwerkzeuge oder ein Aufbohren mit einer Akku-Bohrmaschine, sprechen wir von RC 4. Der landläufige Einbrecher in Privathäuser lässt von seinem Vorhaben in der Regel ab, wenn es länger als fünf Minuten dauert und er dabei auch noch laute Geräusche von sich geben muss. Je nach eurem persönlichen Sicherheitsbedürfnis und nach Lage eures Hauses, seid ihr mit RC3 oder RC4 schon sehr gut geschützt. Je höher die RC-Klasse, desto teuer wird die neue Tür.

Wichtig: Die meisten Einbrecher versuchen den Einstieg eher über die Fenster oder die Terrassentür. Eine sichere Tür hilft also nur gegen Langfinger, wenn eure Fenster und Terrassentüren eine vergleichbare RC-Klasse aufweisen.

Tipp: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Sicherung gegen Haus- und Wohnungseinbrüche mit Zuschüssen.

Man sieht einen Eingangsbereich mit einer grauen Aluminium-Haustür von Kneer-Südfenster, inkl. Fingerprint-Sensor.
Haustüren von Kneer-Südfenster sorgen mit Bandseitensicherung und Automatikschloss für einen hohen Einbruchschutz. © Kneer-Suedfenster

Moderne Haustüren: Abschließendes Fazit

Ja, Trends kommen und gehen. In Sachen Bautechnik ist der Wandel jedoch nicht ganz so schnell wie beispielsweise in der Mode. Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr einfach der Holztyp seid, wird euch eure neue Altholz-Tür sicher auch in zehn Jahren noch gefallen.

Etwas anders sieht es da schon mit Trends im Bereich moderner Schließtechnik aus. Ob Fingerprinttüren auch im nächsten Jahrzehnt noch angesagt sind, ist schwer vorherzusagen. Vielleicht gestatten bis dahin ganz andere biometrische Daten den sicheren Zutritt zu unserem Zuhause.

Eine Investition in Barrierefreiheit wird sich dagegen sicher auszahlen. Auch wenn der Kinderwagen schon aus dem Haus ist und der Rollator noch fern scheint, wird der Tag kommen, an dem ihr froh über einen ebenerdigen Eingang seid.

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