Smart Lock mit Fingerabdrucksensor
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Elektronisches Türschloss: Vorteile, Nachteile und Kosten

Katharina Schneider

Es gibt immer mehr Produkte fürs Haus, die mit dem Internet verbunden sind. Eines davon ist das elektronische Türschloss. Es soll das Haus besonders vor Einbrechern schützen. Aber stimmt das wirklich? Wir haben Vor- und Nachteile von Smart Locks gesammelt.

Lampen, die sich mit der Stimme einschalten lassen. Intelligente Rollläden, die sich via App schließen. Kühlschränke, die wissen, wenn die Milch aus ist – fast alles fürs Haus gibt es mittlerweile als smarte Version. Natürlich auch Türschlösser. Ein elektronisches Türschloss – oder Smart Lock – ist ein mechanisches Schloss, das sich elektronisch öffnen oder sperren lässt. Das ist – je nach Variante – per Code, Chip, Fingerabdruck oder App möglich. Dabei muss das Schloss nicht zwingend mit dem WLAN verbunden sein. Auch eine Übertragung des Signals per Bluetooth ist möglich.

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Aber was bringen solche smarten Schlösser? Und bieten sie einen erhöhten Schutz gegen Einbrecher? Wir haben für euch Vor- und Nachteile von Smart Locks gesammelt.

Vorteile des elektronischen Türschlosses

1. Komfort

Wer kennt es nicht: Man steht mit voll beladenen Einkaufstüten vor der Haustür und wo befindet sich der Schlüssel? Genau – ganz unten in einer der gut gefüllten Taschen. Für Besitzer eines elektronischen Türschlosses ist das kein Problem. Denn um das Schloss zu entsperren und die Tür zu öffnen, reicht ein Code oder der Fingerabdruck. Oder eine App mit Geo-Fencing-Funktion. So lässt sich das Schloss sogar schon öffnen, wenn sich die berechtigten Personen der Türe nähern. Für Menschen mit Behinderungen oder körperlicher Beeinträchtigung ist das ein großer Vorteil. Denn die tun sich oft schwer damit, den Schlüssel in den Schließzylinder zu stecken oder ihn aus der Tasche zu holen. Auch für Kinder ist das eine Erleichterung.

2. Hohe Sicherheit bei verlorenem Schlüssel

Ein großer Vorteil bei einem elektronischen Türschloss ist, dass der Schließzylinder nicht ausgetauscht werden muss, wenn jemand den Schlüssel verliert. Egal ob der Transponder gestohlen oder verloren wird – ihr könnt ihm einfach die Berechtigung entziehen. Damit kann die Tür mit dem Schlüssel, der weg ist, nicht mehr geöffnet werden.

Bei herkömmlichen mechanischen Schlössern hingegen empfiehlt die Polizei, sofort den Schließzylinder zu tauschen, wenn ein Schlüssel verloren geht. Das ist nicht nur lästig, sondern auch teuer. Diese Kosten können sich Besitzer eines Smart Locks sparen. Auch teure Schlüsseldienste müsst ihr nicht bezahlen – zumindest dann nicht, wenn sich das elektronische Türschloss mit verschiedenen Anwendungen öffnen lässt. Verliert jemand den Transponder, gibt es bei den meisten Modellen immer noch die Möglichkeit, sie per Code, Fingerabdruck oder App zu entsperren.

3. Erweiterbarkeit der Zugangsberechtigungen

Bei vielen elektronischen Schlössern lassen sich schnell und einfach neue Zugangsberechtigungen vergeben. Das ist praktisch, wenn Handwerker in die Wohnung müssen, aber keiner daheim ist. Von unterwegs können die Hausbewohner so Zugang ermöglichen. Diese Funktion ist auch praktisch, wenn ein Paketbote vor der Tür steht oder Gäste kommen.

Die Zugriffsrechte lassen sich auch individuell vergeben. So könnt ihr zum Beispiel steuern, dass die Putzfrau nur zwischen 12 und 14 am Mittwoch in euer Haus oder eure Wohnung kommen kann.

4. Mit Smart Home-Funktionen verknüpfbar

Wenn ihr euch für ein elektronisches Türschloss entscheidet, das smart – also mit dem Internet verbunden ist – könnt ihr es mit verschiedenen Smart Home Anwendungen verknüpfen. So könnt ihr zum Beispiel einstellen, dass automatisch Lampen angehen, wenn die Tür geöffnet wird. Auch eine Steuerung der Heizung ist so möglich. Wenn ihr das Haus verlasst und die Tür schließt, könnt ihr eurem Smart Home-System auch befehlen, den Strom für bestimmte Geräte wie die Kaffeemaschine oder den Herd abzustellen.

Ein elektronisches Türschloss lässt sich auch mit einer smarten Video-Türklingel kombinieren. Die ermöglicht eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Besucher und schickt bei ungewöhnlichen Aktivitäten außerdem eine Nachricht ans Smartphone.

Elektronisches Türschloss: Nachteile

1. Stromversorgung

Ein elektronisches Türschloss funktioniert – wie der Name schon sagt – mit Strom. Und der kann ausfallen. Die meisten dieser Schlösser funktionieren zwar mit Batterien – doch auch diese können sich leeren. Eine leere Batterie heißt allerdings nicht zwingend, dass ihr nicht mehr in eure Wohnung kommt. Die meisten elektronischen Schlösser lassen sich zusätzlich noch mit einem ganz normalen Schlüssel öffnen. Das ist auch ein Vorteil, wenn sich das Schloss per App öffnet, aber der Smartphone-Akku leer ist.

Trotzdem ist es ratsam, die Batterien bei Smart Locks regelmäßig zu überprüfen und zu tauschen, wenn diese leer sind.

2. Manipulierbar/Hackbar

Alles was vernetzt ist, lässt sich – zumindest in der Theorie – auch hacken oder manipulieren. Allerdings haben viele Hersteller ihre Produkte besonders gegen solche Angriffe gesichert. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Challenge Response Authentifizierung. Dabei wird eine Zufallszahl generiert, die zum Beispiel per SMS ans Smartphone gesendet wird. Diese muss dann am Schloss eingegeben werden – nur so lässt sich die Tür öffnen. Die Zahlen werden immer neu vergeben und lassen sich so nicht von Einbrechern nutzen.

Wer zu große Angst hat, dass sich das Schloss über die WLAN-Verbindung hacken lässt, kann in den meisten Fällen auch auf Bluetooth-Verbindungen setzen. Die sind zwar auch manipulierbar, allerdings muss sich der Angreifer dabei im Umkreis von rund zehn Metern befinden.

Grundsätzlich solltet ihr auf gar keinen Fall Türschlösser von Herstellern kaufen, die Passwörter unverschlüsselt weitersenden. Denn die lassen sich sehr leicht abfangen. Außerdem ist es hier ratsam, auf namhafte Anbieter zu setzen. Denn die bieten ständige Sicherheits-Updates, was für die Sicherheit des Schlosses unabdingbar ist.

Außerdem ist es natürlich fraglich, ob sich"normale" Einbrecher die Mühe des Hackens machen. Meist gibt es auch einfachere Wege, in ein Haus zu gelangen.

3. Störanfällig

Alles, was über drahtlose Verbindungen funktioniert, ist anfällig für Störungen. So auch elektronische Schlösser. Das gilt nicht nur für Störungen durch nicht funktionierende WLAN-Verbindungen. Auch Fingerabdruck-Sensoren reagieren teilweise nur schlecht oder gar nicht auf dreckige, nasse oder fettige Hände.

Besonders beim Geo-Fencing, also wenn das Schloss über die Verbindung zum Smartphone Zugangsberechtigte erkennt und sich automatisch öffnet, kommt es immer wieder zu Problemen. Und zwar dann, wenn das Schloss den Bewohner falsch ortet. Also zum Beispiel statt im Haus kurz vor dem Haus. Dann kann es schon mal passieren, dass sich die Tür einfach öffnet, obwohl man das nicht möchte. Allerdings könnt ihr diese Funktion in der Regel auch abschalten.

Für den Fall, dass die Verbindung oder die Sensoren doch einmal spinnen, lassen sich die meisten Modelle immer noch mit einem herkömmlichen Schlüssel aufsperren.

4. Motorgeräusche

Produkte, die Strom brauchen, um zu funktionieren, machen das oft nicht ganz lautlos. Besonders bei älteren und billigen Modellen kann es zu störenden und teilweise lauten Motorgeräuschen kommen. Doch auch hier hilft der Fortschritt: Neue Produkte und solche namhafter Hersteller sind meistens sehr leise und im Haus gar nicht zu hören.

Was kostet ein elektronisches Türschloss?

Für ein elektronisches Türschloss müsst ihr in der Regel etwas mehr ausgeben als für einen mechanischen Schließzylinder. Natürlich kommt es ganz darauf an, welche Funktionen ihr wollt. Ein einfaches Smart Lock bekommt ihr schon ab 50 Euro. Für ein ordentliches Smart Lock eines namhaften Herstellers müsst ihr mit rund 300 Euro rechnen.

Auch wenn viele Hersteller versprechen, dass sich die Schlösser auch von Laien montieren lassen, solltet ihr einen Fachmann hinzuziehen. Besonders dann, wenn es um Einbruchschutz geht.

Einbruchschutz: Mechanisches oder elektronisches Türschloss?

Viele Hersteller von Smart Locks werben damit, dass diese eine Tür besonders gut vor Einbrechern schützen. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Im Prinzip können ein elektronisches Schloss und ein mechanisches Schloss den gleichen Einbruchschutz bieten. Denn auch wenn es in vielen Filmen zu sehen ist: Nur wenige Einbrecher öffnen Türen mit einem Dietrich. In der Regel reichen einfache Werkzeuge oder bloße Gewalt, um herkömmliche Türen zu öffnen. Deshalb erhöht der Austausch eines Schlosses allein noch nicht unbedingt die Sicherheit. An der Bänderseite lassen sich viele Türen zum Beispiel einfach aufhebeln. Wie ihr eure Haustür einbruchsicher macht, lest ihr hier.

Ein einbruchhemmendes Schloss ist die Grundvoraussetzung. Zudem ist es wichtig, egal ob mechanisches oder elektronisches Schloss, den Schließzylinder vor Gewalteinwirkungen wie Ziehen zu sichern. Zusätzlich empfiehlt sich ein Bohrschutz.

Die Polizei empfiehlt grundsätzlich mechanische einbruchhemmende Schlösser. Die sollten nach DIN 18251 zertifiziert sein und den Klassen 4 oder 5 entsprechen. Die Bayerische Polizei hat jedoch auch eine Liste mit elektronischen Schließzylindern zusammengestellt, die empfehlenswert sind.

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