Einbrecher vor dem Fenster
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Wohnen | Ratgeber

Einbrüche in Deutschland: Wo, wie und wann Einbrecher zuschlagen

Katharina Schneider

Auch wenn die Zahlen in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, finden in Deutschland immer noch mehr als elf Einbrüche pro Stunde statt. Wir zeigen auf, wo und wann die Täter am häufigsten zuschlagen und welche Häuser besonders gefährdet sind.

267 Mal – so oft wird jeden Tag in deutsche Wohnungen eingebrochen. Auch wenn die Einbruchzahlen 2018 um 16,3 Prozent gesunken und erstmals seit 1997 wieder unter der 100.000 Fall Marke sind – immer noch finden mehr als elf Einbrüche pro Stunde statt.

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Insgesamt erbeuteten Einbrecher im vergangenen Jahr ein Diebesgut im Wert von 260,7 Millionen Euro. Und die Chance, die gestohlenen Gegenstände wieder zu bekommen oder die Diebe zu fassen, ist nicht besonders groß. Die Aufklärungsrate liegt gerade einmal bei 18,1 Prozent – wobei die Polizeierfolge in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich sind.

Doch wo finden die meisten Einbrüche statt, welche Häuser und Wohnungen sind besonders gefährdet, wann schlagen die Diebe zu – und wo ist die Aufklärungsquote am höchsten?

Wir haben für euch die wichtigsten Antworten zusammengefasst.

Einbrüche in Deutschland nach Bundesland

Wer in Bayern lebt, hat die die geringste Chance, Einbruchsopfer zu werden. In keinem anderen Bundesland sind die Fallzahlen auf die Einwohner umgerechnet so gering. Am unsichersten ist das Eigentum in Bremer Wohnungen.

Und in Bremen ist auch die Aussicht, dass ein Einbruch aufgeklärt wird, am trübsten. Nur im Saarland, in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sind im Schnitt ein Viertel der Polizeiermittlungen bei Einbrüchen von Erfolg gekrönt.

  • Bundesland
  • Einbrüche pro 100.000 Einwohner
  • Aufklärungsquote (in Prozent)
  • Bayern
  • 40
  • 20,6%
  • Thüringen
  • 57
  • 26,5%
  • Baden-Württemberg
  • 65
  • 20,7%
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 68
  • 26,6%
  • Sachsen
  • 98
  • 22,4%
  • Rheinland-Pfalz
  • 101
  • 14,3%
  • Brandenburg
  • 104
  • 18,9%
  • Hessen
  • 120
  • 19,2%
  • Sachsen-Anhalt
  • 127
  • 21,2%
  • Niedersachsen
  • 141
  • 24,9%
  • Nordrhein-Westfalen
  • 167
  • 17,9%
  • Schleswig-Holstein
  • 169
  • 12,6%
  • Saarland
  • 173
  • 26,7%
  • Berlin
  • 210
  • 8,9%
  • Hamburg
  • 251
  • 8,5%
  • Bremen
  • 279
  • 7,2%

Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland nach 100.000 Einwohnern pro Bundesland im Jahr 2018 (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik).

Auch was die sichersten Großstädte angeht, ist der Süden des Landes vorne. Am seltensten eingebrochen wird in Erlangen, Reutlingen, Würzburg, Fürth und Regensburg. Die meisten Einbrüche relativ zur Einwohnerzahl verzeichnen Bremen, Saarbrücken, Bonn, Dortmund und Mühlheim an der Ruhr. In Bremen wird gar elf Mal so oft eingebrochen wie ein Erlangen.

  • Bundesland
  • Einbrüche 2018
  • Einbrüche 2017
  • Veränderung in Prozent
  • Bremen
  • 1.899
  • 2.606
  • - 27,1
  • Nordrhein-Westfalen
  • 29.904
  • 39.057
  • - 23,4
  • Hamburg
  • 4.601
  • 5.769
  • - 20,2
  • Brandenburg
  • 2.593
  • 3.167
  • - 18,1
  • Niedersachsen
  • 11.202
  • 13.595
  • - 17,6
  • Baden-Württemberg
  • 7.126
  • 8.437
  • - 15,5
  • Rheinland-Pfalz
  • 4.098
  • 4.834
  • - 15,2
  • Bayern
  • 5.239
  • 6.045
  • - 13,3
  • Thüringen
  • 1.236
  • 1.403
  • - 11,9
  • Berlin
  • 7.574
  • 8.580
  • - 11,7
  • Hessen
  • 7.502
  • 8.287
  • - 9,5
  • Schleswig-Holstein
  • 4.891
  • 5.403
  • - 9,5
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 1.101
  • 1.180
  • - 6,7
  • Sachsen
  • 4.001
  • 4.071
  • - 1,7
  • Sachsen-Anhalt
  • 2.821
  • 2.715
  • + 3,9
  • Saarland
  • 1.716
  • 1.391
  • +23,4

Einbrüche in Deutschland in den Jahren 2018 und 2017 sortiert nach Bundesländern und dem höchsten Rückgang der Fallzahlen.

Doch die Polizisten der Hansestadt haben auch etwas Positives zu vermelden: In keinem anderen Bundesland gingen die Einbrüche 2018 so sehr zurück wie in Bremen – um ganze 27,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in fast allen übrigen Bundesländern stellten die Behörden rückgängige Einbruchszahlen fest. Einzig in Sachsen-Anhalt (+ 3,9 Prozent) und im Saarland sind Diebe aktiver. Im Saarland sind die Einbrüche sogar um 23,4 Prozent nach oben geklettert.

Wann wird am meisten eingebrochen?

In der Ferienzeit während des Sommers und nachts passieren die meisten Einbrüche – das ist ein weit verbreiteter Irrglaube.

Einbrüche nach Jahreszeit und Monaten

Denn jahreszeitlich gesehen sind die Fallzahlen in den Herbst- und Wintermonaten deutlich höher als im Sommer. Laut Bundeskriminalamt (BKA) sind die wenigsten Einbrüche im Juli zu verzeichnen. Der Dezember ist hingegen der gefährlichste Monat. Diebe erwarten kurz vor Weihnachten nicht nur, mehr zu erbeuten. Der Dezember ist auch der Monat mit dem wenigsten Tageslicht – für Diebe optimal, um ungesehen zu bleiben.

Infografik Einbrüche in Deutschland nach Monaten

Einbrüche nach Uhrzeit

Es ist ein weiterer Mythos, dass die Einbruchsgefahr nachts höher ist. Die Täter schätzen zwar die Dunkelheit, doch nachts ist die Gefahr sehr groß, dass jemand zu Hause ist. Deshalb ist das Risiko, dass zwischen 22 Uhr und 8 Uhr eingebrochen wird, laut einem Report des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit drei Prozent auch recht gering.

Zwischen 10 Uhr und 12 Uhr liegt es dann schon bei 13,6 Prozent. Der GDV stellte fest, dass das Risiko eines Einbruchs am größten ist, wenn die Täter ein leeres Haus erwarten. Am gefährlichsten ist deshalb die Zeit zwischen 10 Uhr und 20 Uhr. In diesem Zeitraum werden 70 Prozent aller Einbrüche verübt.

Infografik Einbrüche in Deutschland nach Uhrzeit

Einbrüche nach Wochentag

Auch der Wochentag spielt eine Rolle fürs Einbruchsrisiko. Die meisten Einbrüche werden an Freitagen registriert, die wenigsten an Sonntagen.

Welche Häuser und Wohnungen sind am meisten gefährdet?

Laut einem Forschungsbericht zu Wohnungseinbrüchen der nordrhein-westfälischen Polizei aus dem Jahr 2017 sind Metropolen und städtische Regionen einbruchsgefährdeter als ländliche Gegenden.

Außerdem sind für die Täter mehrere Faktoren bei der Auswahl des Objekts entscheidend. So brechen die Diebe eher in Häuser und Reihenhäuser

  • von älteren Menschen ein,
  • in ethnisch heterogenen Gegenden,
  • in der Nähe des Wohnorts des Täters,
  • mit einer guten Anbindung zu Hauptstraßen (Fluchtweg),
  • mit einem – und das ist überraschend – gut einsehbaren, rückwärtigen Garten (wahrscheinlich auch wegen der Fluchtmöglichkeit)
  • in Gegenden, wo die Grundstückspreise eher hoch sind und wo es viele Einfamilienhäuser gibt.

Auch wer in einem Mehrfamilienhaus lebt, ist nicht sicher vor einem Einbruch. In Täterinterviews konnten britische Forscher feststellen, dass die Attraktivität hier besonders darin liegt, dass gleich mehrere Wohnungen gleichzeitig ausgeräumt werden können.

Und entgegen einem weiteren Mythos sind hier nicht die obersten Wohnungen die sichersten, sondern die unsichersten. Brechen Täter in ein Mehrfamilienhaus ein, werden in der Regel immer die obersten Wohnungen zuerst ausgeräumt. Denn: Je weiter oben, desto geringer ist die Gefahr entdeckt zu werden.

Infografik Wo in Haus und Wohnung eingebrochen wird

Wer sind die Einbrecher?

Die Einbrecher haben zum Großteil die deutsche Staatsangehörigkeit und kommen aus der jeweiligen Region, heißt es vom BKA. Oft seien sie schon polizeibekannt und setzten sich aus älteren Gewohnheitstäter sowie Banden von Jugendlichen und Drogenkonsumenten zusammen. Häufig wollen die Diebe mit dem Einbruch ihre Rauschgiftsucht finanzieren, so die Behörde.

Der Anteil von überregional und international agierenden Tatverdächtigen habe jedoch in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Das BKA bezeichnet sie als "reisende Täter", die häufig aus Südost- und Osteuropa stammen.

Die meisten Täter sind laut Kriminologen Männer. Doch nicht nur. Besonders Banden schicken häufig junge Frauen auf Diebestour – weil die weniger auffallen.

Was stehlen die Einbrecher ?

Den Dieben ist es in der Regel wichtig, unauffällig zu sein – und schnell. Laut Polizei dauert ein Einbruch im Schnitt nicht länger als fünf Minuten. Viel Zeit, große Gegenstände zu klauen, bleibt da nicht.

Deshalb bevorzugen die Täter alles, was wertvoll, nicht gut versteckt ist und in die Jackentasche passt. Bargeld, Schmuck, Smartphones. Auch Laptops werden häufig gestohlen. Fernseher hingegen sind viel zu unhandlich und deshalb als Diebesgut wenig begehrt.

Im Jahr 2018 betrug der durchschnittliche Schaden eines Einbruchs 2.850 Euro, hat der GDV ermittelt. Das sind immerhin 400 Euro weniger als 2016 – aber immer noch 2.850 Euro zu viel.

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