Symbolbild eines Schlosses auf einer Computer-Platine
© Getty Images/iStockphoto, Matej Moderc

Modernisieren | Ratgeber

Smart Home und Sicherheit: Wie schütze ich mich vor Hackern?

Dirc Kalweit

Level: Für Anfänger

Was tun gegen unbefugte Zugriffe auf das Smart Home? Wir haben fünf praktische und einfache Tipps, wie ihr euer Smart Home gegen Hacker absichern könnt.

Ihr kennt das vielleicht aus Hollywood-Filmen: Da sitzt ein Mann im Auto vor einem Haus. Laptop hochgeklappt. Im Wageninneren alles dunkel. Flinke Finger huschen über die Tastatur und schwupps ist auf dem Bildschirm ein Wohnzimmer zu sehen.

Kann das auch in einem Smart Home passieren? Schließlich sind hier die Geräte in den meisten Fällen miteinander vernetzt. Und über das heimische WLAN gibt es eine Verbindung nach außen.

Die schlechte Nachricht: Theoretisch funktioniert das. Die gute: Praktisch gesehen ist das ziemlich aufwändig. Und mit ein paar wichtigen (und einfachen) Verhaltensregeln macht ihr es potentiellen Hackern so gut wie unmöglich, sich über die smarten Geräte Zugang zu eurem Heim zu verschaffen.

5 Tipps für mehr Sicherheit im Smart Home

Der größte Unsicherheitsfaktor ist oft nicht die Technik, sondern der Mensch. Um beim Smart Home wirklich auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr folgende Grundregeln für mehr Sicherheit beherzigen:

1. Verschlüsselte Kommunikation der Geräte

Dass smarte Geräte untereinander und mit einer Steuerzentrale kommunizieren, ist ein potentielles Einfallstor für Hacker. Grundsätzlich muss die Kommunikation der Geräte untereinander deshalb verschlüsselt erfolgen.

Fragt beim Kauf also gezielt nach, ob wenn ja, welche Verschlüsselungstechnik der Hersteller der Geräte nutzt. Achtet auch auf eine Zertifizierung durch den Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). Das Zertifikat garantiert nach Aussage des VDE die "Informationssicherheit zum Schutz der Vertraulichkeit, der Verfügbarkeit und der Integrität aller Informationen im Gesamtsystem".

Auch die AV-Test GmbH hilft bei der Frage, ob Smart Home-Komponenten wirklich sicher sind. Das in Magdeburg ansässige, unabhängige Forschungsinstitut für IT-Sicherheite prüft regelmäßig Smart Home-Geräte und stellt die Ergebnisse online.

2. Gesichertes WLAN

Per App von überall auf der Welt auf die smarten Geräte zugreifen – das ist einer der großen Vorteile des Smart Homes. Dafür benötigt ihr über den Router eine Verbindung in das heimische WLAN. Das sollte über die WAP2-Verschlüsselung abgesichert sein, NICHT über WEP! Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Bei der Einrichtung zum Beispiel einer Fritz!Box ist WAP2 sowieso standardmäßig vorinstalliert. Manche alte Geräte lassen sich aber nur über WEP verbinden. In diesem Fall wie gesagt auf keinen Fall den Verschlüsselungs-Modus ändern, sondern lieber ein neues Gerät kaufen, das WAP2-fähig ist.

Wer mag (und es ohnehin nicht schon hat), kann noch ein Gast-WLAN einrichten. Das ist dann ausschließlich für die Nutzung der Smart Home-Geräte da. Die werden dadurch von eurem eigentlichen Netzwerk isoliert.

Und noch ein Tipp zum WLAN: Der Netzwerkname sollte auf keinen Fall Rückschlüsse auf euch zulassen. Also keinen Familiennamen oder gar Straße und Hausnummer eintragen.

3. Sichere Passwörter

12345, admin, diesisteinpasswort – toll zu merken, leicht zu knacken. Gebt euch beim Passwort ein wenig Mühe, auch wenn es im ersten Augenblick nervt. Groß- und Kleinschreibung, mindestens ein Sonderzeichen und Zahlen gemixt sind so gut wie nicht zu knacken.

Das gilt sowohl für den Zugang zum WLAN als auch für den Zugriff von außen auf das Smart Home-System. Wer über das Smartphone, Tablet, Laptop oder Computer auf die smarte Steuerzentrale zugreift, um zum Beispiel die Kamera zu checken oder die Heiztemperatur zu ändern, der authentifiziert sich zuerst bei eben diesem System mit Benutzername und Login/Passwort.

4. Regelmäßige Updates

Die Hersteller verbessern ständig ihre smarten Produkte. Die Updates, die häufig auch der Sicherheit dienen, werden nicht immer automatisch übertragen. Häufig ist dafür eine händische Eingabe oder Bestätigung erforderlich. Also in den Einstellungen der Apps oder der Web-Oberfläche immer mal wieder nach Updates oder entsprechenden Hinweisen Ausschau halten und die aktualisierte Software dann installieren.

5. Gesperrtes Smartphone

Der Verlust das Handys ist bei Smart Home-Nutzern doppelt schmerzhaft. Denn wer jetzt Zugriff auf das Telefon hat, könnte damit auch die smarten Geräte steuern. Neben der üblich PIN empfehlen wir euch daher noch weitere Sperrmethoden (Passwort, Fingerabdruck etc.).

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