Frau und Kind vor Waschmaschine im Bad
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Strom sparen: 13 Tricks, um eure Stromkosten zu senken

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Wer Strom sparen will, muss nicht zwangsläufig den Anbieter wechseln. Es gibt viele einfache Tricks, wie ihr euren Energieverbrauch im Haushalt reduzieren und damit rund 600 Euro Stromkosten im Jahr sparen könnt. Plus: Die Umwelt dankt es euch. Unsere besten Stromspartipps.

Energie sparen steht ganz oben auf eurer Agenda? Dann seid ihr hier genau richtig. Wir verraten euch, wie ihr herausfindet, ob euer aktueller Stromverbrauch zu hoch ist, was es über den Anbieterwechsel zu wissen gibt und wie ihr letztlich ganz einfach im Haushalt Strom sparen könnt.

Unabhängig von eurem Stromanbieter könnt ihr im Haushalt nämlich einiges tun, um Energie zu sparen, egal ob für die Umwelt oder euren Geldbeutel. Hier sind 13 Tipps zum Strom sparen für Küche, Bad, Wohn- und Arbeitszimmer – mit Kostensparcheck.

Stromverbrauch: Was ist eigentlich normal?

Bevor ihr zum Stromsparfuchs werdet, solltet ihr einen genauen Blick auf euren Energieverbrauch und eure Stromkosten werfen: Liegt euer Gesamtverbrauch im grünen Bereich oder außerhalb der Norm?

Durchschnittswerte für den jährlichen Stromverbrauch von einem 1- bis 4-Personen-Haushalt könnt ihr den Tabellen entnehmen:

Stromverbrauch im Haus pro Jahr (ohne elektrische Warmwasserbereitung)

  • Haushaltsgröße
  • Geringer Verbrauch
  • Mittlerer Verbrauch
  • Hoher Verbrauch
  • 1-Personen-Haushalt
  • 1.300 bis 2.000 kWh
  • 2.000 bis 3.200 kWh
  • 3.200 bis 4.100 kWh und mehr
  • 2-Personen-Haushalt
  • 2.000 bis 2.800 kWh
  • 2.800 bis 3.500 kWh
  • 3.500 bis 4.200 und mehr
  • 3-Personen-Haushalt
  • 2.500 bis 3.400 kWh
  • 3.400 bis 4.200 kWh
  • 4.200 bis 5.000 kWh und mehr
  • 4-Personen-Haushalt
  • 2.700 bis 3.700 kWh
  • 3.700 bis 4.700 kWh
  • 4.700 bis 5.800 kWh und mehr

Stromverbrauch im Haus pro Jahr (mit elektrischer Warmwasserbereitung)

  • Haushaltsgröße
  • Geringer Verbrauch
  • Mittlerer Verbrauch
  • Hoher Verbrauch
  • 1-Personen-Haushalt
  • 1.500 bis 2.300 kWh
  • 2.300 bis 3.500 kWh
  • 3.500 bis 5.000 kWh und mehr
  • 2-Personen-Haushalt
  • 2.400 bis 3.400 kWh
  • 3.400 bis 4.500 kWh
  • 4.500 bis 6.000 kWh und mehr
  • 3-Personen-Haushalt
  • 3.000 bis 4.000 kWh
  • 4.000 bis 5.600 kWh
  • 5.600 bis 7.000 kWh und mehr
  • 4-Personen-Haushalt
  • 3.500 bis 4.800 kWh
  • 4.700 bis 6.400 kWh
  • 6.400 bis 8.000 kWh und mehr

Stromverbrauch in der Wohnung pro Jahr (ohne elektrische Warmwasserbereitung)

  • Haushaltsgröße
  • Geringer Verbrauch
  • Mittlerer Verbrauch
  • Hoher Verbrauch
  • 1-Personen-Haushalt
  • 800 bis 1.200 kWh
  • 800 bis 1.200 kWh
  • 1.600 bis 2.000 kWh und mehr
  • 2-Personen-Haushalt
  • 1.200 bis 1.800 kWh
  • 1.800 bis 2.500 kWh
  • 2.500 bis 3.000 kWh und mehr
  • 3-Personen-Haushalt
  • 1.500 bis 2.200 kWh
  • 2.200 bis 3.000 kWh
  • 3.000 bis 3.700 kWh und mehr
  • 4-Personen-Haushalt
  • 1.700 bis 2.500 kWh
  • 2.500 bis 3.500 kWh
  • 3.500 bis 4.100 kWh und mehr

Stromverbrauch in der Wohnung pro Jahr (mit elektrischer Warmwasserbereitung)

  • Haushaltsgröße
  • Geringer Verbrauch
  • Mittlerer Verbrauch
  • Hoher Verbrauch
  • 1-Personen-Haushalt
  • 1.000 bis 1.600 kWh
  • 1.600 bis 2.200 kWh
  • 2.200 bis 2.800 kWh und mehr
  • 2-Personen-Haushalt
  • 1.800 bis 2.600 kWh
  • 2.600 bis 3.500 kWh
  • 3.500 bis 4.000 kWh und mehr
  • 3-Personen-Haushalt
  • 2.500 bis 3.500 kWh
  • 3.500 bis 4.500 kWh
  • 4.500 bis 5.500 kWh und mehr
  • 4-Personen-Haushalt
  • 2.500 bis 4.000 kWh
  • 4.000 bis 5.000 kWh
  • 5.000 bis 6.000 kWh und mehr

Stromfresser identifizieren und Stromkosten berechnen

Ihr liegt mit eurem Verbrauch oberhalb der Norm? Dann habt ihr vielleicht viele Stromfresser im Haushalt. Es gibt eine einfache Formel, mit der ihr eure Betriebskosten für einzelne Geräte berechnen könnt:

Verbrauch in Kilowattstunden = (Wattzahl x Stunden Laufzeit)/1.000. Das Ergebnis multipliziert ihr dann mit dem Preis pro Kilowattstunde Strom.

Habt ihr das einmal ausgerechnet, könnt ihr potenzielle Stromfresser leicht identifizieren. Eine Beispielrechnung, wie ihr den Stromverbrauch einzelner Geräte berechnen könnt, findet ihr auch in unserem Ratgeber "Stromkosten berechnen". Dort findet ihr außerdem Angaben zu neun typischen Elektrogeräten von Fernseher bis Waschmaschine.

Ein Blick auf die letzte Stromrechnung verrät euch nicht nur, wie viel Energie ihr im Vorjahr verbraucht habt, sondern auch, was euch das kostet. Wenn euer Strompreis über dem derzeitigen Durchschnittspreis von rund 32 Cent liegt, lässt sich womöglich durch einen Tarifwechsel bereits Geld sparen.

Oder ihr schaut euch direkt nach einem neuen Energieversorger um, der günstiger und fairer ist. Dafür gibt es im Netz eine Reihe von Vergleichsportalen wie:

Tipp: Die grüne Ökostrom-Variante ist nicht zwangsläufig teurer. Achtet aber darauf, dass euer Ökostrom-Anbieter ein anerkanntes Ökostromsiegel wie "ok-Power" oder "Grüner Strom" trägt. Lest hier, woran ihr echte Ökostrom-Anbieter erkennt.

Eure Stromkosten sind zu hoch? Dann probiert mal, sie mit folgenden Stromspartipps zu senken. Wir haben auch ausgerechnet, wie viel Geld ihr mit jedem einzelnen Tipp im Jahr sparen könnt.

1. Strom sparen im Haushalt: Wasserkocher optimal füllen

Teewasser zubereiten oder die Wärmflasche befüllen: Ein Wasserkocher leistet gute Dienste im Haushalt. Dafür verbraucht er auch jede Menge Energie. Mit 2.000 Watt ist das Elektrogerät einer der größten Energiefresser. Je mehr Wasser ihr darin zum Kochen bringt, desto mehr Strom verbraucht der Küchenhelfer. Achtet also auf die optimale Füllmenge. Jeder Extraliter schadet der Umwelt und eurem Portemonnaie.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 30 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 10 Euro
Heißes Wasser läuft aus Wasserkocher
Mit rund 2.000 Watt ist ein Wasserkocher ein enormer Energiefresser. Bei einer Nutzungsdauer von fünf Minuten pro Tag zahlt ihr am Ende des Jahres im Schnitt 17 Euro Betriebskosten. © Getty Images/iStockphoto

2. Strom sparen: Beim Backen auf das Vorheizen verzichten

Die meisten Rezepte sehen vor, dass ihr den Backofen vorheizt. Das mag Pizza, Streuselkuchen und Co. zwar gut tun, eure Energiebilanz hingegen leidet darunter. Setzt die Wärme effizient ein, indem ihr auf das Vorwärmen verzichtet. In den meisten Fällen verlängern sich die Garzeiten nur um wenige Minuten.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 60 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 20 Euro

3. Beim Kauf von neuen Elektrogeräten auf Energieklasse achten

Für neue Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Geschirrspüler, Waschmaschine und auch den Fernseher gilt: Achtet bei der Anschaffung auf die höchste Energieeffizienzklasse. Bis Ende Februar 2021 war das noch A+++, seitdem gilt für folgende fünf Produktgruppen eine neue Energieeffizienzklassen-Einteilung von A bis G:

  • Waschmaschinen/Waschtrockner
  • Kühlgeräte
  • Geschirrspüler
  • Lichtquellen
  • elektronische Displays wie zum Beispiel Fernseher

Allerdings ist die A-Kennzeichnung für zukünftige, noch energieeffizientere Geräte vorbehalten. Alle Geräte, die beim Start im Frühjahr 2021 bereits auf dem Markt waren, konnten also maximal ein B erreichen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es lohnenswert ist, alte Geräte wie einen Kühlschrank direkt durch neue zu ersetzen. Laut Wohnglück-Experten rechnet sich beispielsweise eine neue Kühl-Gefrier-Kombination für den Geldbeutel erst nach etwa 18 Jahren. Nur bei sehr alten oder ineffizienten Elektrogeräten ist ein Austausch sinnvoll.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 120 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 36 Euro

4. Energie sparen im Alltag: Kühlschrank und Ofen schnell schließen

Nicht selten passiert es, dass die Kühlschranktür beim morgendlichen Tischdecken für ein paar Minuten offen bleibt. Oder die Ofentür ständig auf und zu geht, weil ihr einen Blick auf die frisch gebackenen Kekse erhaschen wollt. Dabei entweicht jedes Mal Kälte beziehungsweise Wärme, was die Elektrogeräte unter hohem Energieaufwand kompensieren. Öffnet den Backofen also nur, wenn es nötig ist und schließt die Kühlschranktür nach jedem Gebrauch schnell wieder.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 23 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 7 Euro
Mann und Kind vor dem Ofen
Der Herd ist in der Küche Energiefresser Nummer eins: Die Stromkosten belaufen sich auf rund 220 Euro bei einer halben Stunde Nutzung täglich. © Getty Images

5. Stromkosten senken: Gefrierschrank regelmäßig abtauen

Einen leichten Reifansatz bildet fast jeder Kühl- oder Gefrierschrank mit der Zeit aus. Sobald ihr jedoch eine dicke Schicht erspäht, solltet ihr euch ans Abtauen machen. Die Vereisung verbraucht nicht nur kostbaren Platz in der Truhe, sondern auch jede Menge extra Strom.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 50 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 15 Euro

6. Energiesparend: beim Kochen den Deckel benutzen

Kochtöpfe und Pfannen haben nicht umsonst Deckel. Sie sorgen dafür, dass die Hitze dort bleibt, wo sie gebraucht wird. Verwendet ihr einen zu kleinen oder großen Aufsatz, entweicht die kostbare Wärme und mit ihr verschenkt ihr viel Energie. Gleiches gilt übrigens für Herdplatten: Verwendet zur Topfgröße passende Platten.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 60 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 20 Euro

7. Strom sparen im Haushalt: auf die Vorwäsche verzichten

Selten sind Verschmutzungen in Textilien so stark, dass eine Vorwäsche wirklich notwendig ist. In den meisten Fällen genügt die Hauptwäsche. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem Strom.

Tipp: Sind Rückstände auf Handtüchern, Laken oder Shirts widerspenstig, probiert es lieber mit etwas Essigessenz im Waschmittel.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 23 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich bei drei Waschgängen pro Woche sparen: circa 7 Euro

8. Energiesparend waschen: Wäsche bei 30 statt 60 Grad waschen

Die meiste Energie verbrauchen Waschmaschinen beim Erhitzen des Wassers. Ihr könnt Strom sparen, indem ihr die Temperatur der Waschgänge reduziert. Bis auf hartnäckige Verschmutzungen werden eure Textilien auch bei 30 oder maximal 40 Grad sauber.

Tipp: Moderne Waschmaschinen haben Eco-Programme, die zwar länger laufen, aber weniger Ressourcen als herkömmliche Waschgänge verbrauchen.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 116 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 35 Euro

9. Waschmaschine voll beladen, um Stromverbrauch zu senken

Empfindliche Kleidungsstücke wie Blusen oder Hemden brauchen Platz in der Trommel. Bei alle anderen Textilien – Handtücher, Bettwäsche, Gardinen, Jeans und T-Shirts – könnt ihr die Maschine ganz voll machen. Damit reduziert ihr die Anzahl der Waschgänge und spart jede Menge Energie.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 60 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 20 Euro

10. Stromverbrauch Trockner: So könnt ihr Energiekosten einsparen

Dank eines Trockners wird die klitschnasse Bettwäsche im Nu nicht nur trocken, sondern auch flauschig weich. Wer auf diesen Luxus verzichtet, kann der Umwelt und seinem Geldbeutel Gutes tun. Trocknet eure Textilien lieber auf der Leine oder einem Wäscheständer. Ist das Gerät unverzichtbar, sollte es mindestens die Energieeffizienzklasse A beziehungsweise B aufweisen.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 200 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 60 Euro

Tipp: Wer keinen Platz für einen Wäschetrockner auf dem Boden hat, dafür aber hohe Decken, kann auch einen praktischen Deckentrockner für die nasse Wäsche verwenden.

11. Wasser und Strom sparen mit Sparduschkopf und Durchlaufbegrenzer

Wird euer Wasser mit Strom erhitzt, solltet ihr euren Verbrauch im Auge behalten. Besonders im Bad gibt es Sparpotenzial: Spezielle Sparduschköpfe* (Anzeige) und Durchlaufbegrenzer für Wasserhähne sind ein effektives Mittel, um den Wasserverbrauch zu senken. Ihr bekommt die Hilfsmittel in jedem gut sortierten Baumarkt.

  • Einsparpotenzial in einem 2-Personen-Haushalt pro Jahr: circa 883 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 265 Euro

12. Standby: Ruhemodus verbraucht unnötige Energie

Wenn das kleine rote Lämpchen an Fernseher, Kaffeemaschine oder Drucker leuchtet, ist das Gerät in der Regel auf Standby. Das mag praktisch sein, verbraucht aber sinnlos Energie. Wer auf die Funktion verzichtet und seine Elektrogeräte nach dem Gebrauch ausschaltet, kann mehr als hundert Euro pro Jahr sparen.

  • Einsparpotenzial pro Jahr: circa 383 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr jährlich sparen: circa 115 Euro

13. Stromkosten senken mit LED-Lampen

Nach wie vor findet die "alte" Glühbirne in vielen Haushalten Verwendung. Die Nostalgie in allen Ehren, aber smart beleuchten sieht anders aus. Am effizientesten sind LED-Lampen. Sie sind zwar teurer in der Anschaffung, dafür halten sie deutlich länger und verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als die herkömmliche Glühbirne. Bei der Energiesparlampe sind es immerhin noch 30 Prozent Ersparnis. Eine Glühbirne hält bis zu 1.000 Betriebsstunden, ein LED-Leuchtmittel um die 15.000.

  • Einsparpotenzial pro 60-Watt-LED-Leuchtmittel: circa 40 Kilowattstunden
  • So viel Geld könnt ihr je Glühlampe sparen: circa 12 Euro

Fazit Strom sparen: Um so viel könnt ihr eure jährlichen Stromkosten senken

Strom sparen ist nicht nur sinnvoll, sondern auch einfach – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Tricks. Wenn ihr unsere Stromspartipps beachtet, könnt ihr eure Energiekosten unterm Strich um rund 600 Euro pro Jahr senken.

Daneben kann ein Anbieterwechsel nicht schaden, um das Beste aus eurem Stromtarif rauszuholen.

Noch mehr Spartipps: Lest hier, wie ihr eure Nebenkostenabrechnung prüfen und eure Ausgaben weiter senken könnt. Wer langfristig Energiekosten einsparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun will, für den ist sicherlich auch die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage interessant:

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