Zwei LED Leuchtmittel in der Hand
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Wohnen | Ratgeber

LEDs kaufen: So findet ihr das richtige Leuchtmittel

Antonia Eigel

Um das richtige LED-Leuchtmittel zu finden, lohnt sich beim Kauf der Blick auf die Verpackung. Was sich hinter den Angaben verbirgt, worauf ihr achten müsst und wie ihr alte Glühbirnen richtig ersetzt, könnt ihr hier nachlesen.

Das richtige LED-Leuchtmittel zu kaufen ist manchmal gar nicht so einfach. Entweder ist es zu hell, die Farbtemperatur zu kalt und ungemütlich oder der Sockel passt nicht in das Gewinde eurer Stehlampe im Wohnzimmer.

Die Angaben auf der Verpackung sind oft kryptisch und erfordern gefühlt ein Physik-Studium, um Abkürzungen wie lm, E26 oder 2700 K zu verstehen. Damit ihr zukünftig zum richtigen LED-Leuchtmittel greift, haben wir für euch alle wichtigen Begriffe auf der Verpackung erklärt und geben euch Hinweise dazu, wie ihr zum Beispiel alte Glühlampen durch stromsparende LEDs ersetzen könnt.

LED Leuchtmittel Verpackung
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1. Watt: Stromverbrauch von LEDs

  • LED
  • Energiesparlampe
  • Halogen
  • Glühbirne
  • 2-3 Watt
  • 6 Watt
  • 19 Watt
  • 25 Watt
  • 4-6 Watt
  • 9 Watt
  • 35 Watt
  • 40 Watt
  • 7-9 Watt
  • 14 Watt
  • 52 Watt
  • 60 Watt
  • 8-11 Watt
  • 19 Watt
  • 65 Watt
  • 75 Watt
  • 12-14 Watt
  • 26 Watt
  • 84 Watt
  • 100 Watt

Auf der Verpackung eines LED-Leuchtmittels findet ihr, genau wie bei der alten Glühbirne, eine Watt-Angabe. Sie gibt den Stromverbrauch an. In der Tabelle könnt ihr ablesen, wie viel Strom LEDs im Vergleich zu Glühbirnen, Halogenlampen und Energiesparlampen verbrauchen.

Mit LEDs könnt ihr im Vergleich zur Glühbirne bis zu 80 Prozent Strom einsparen. Als die Glühbirne noch das gängige Leuchtmittel war, konnte man über die Wattzahl nicht nur den Stromverbrauch ablesen. Der Wert galt gleichzeitig als Indikator für Helligkeit. Je höher die Wattzahl, desto heller leuchtete die Glühbirne.

Mit Aufkommen von energiesparenderen Leuchtmitteln wie Halogen, Energiesparlampe oder LEDs ist der Vergleich der Helligkeit über die Watt-Anzahl schwierig geworden. Um die Helligkeit der unterschiedlichen Leuchtmittel miteinander vergleichen zu können, ist der Lumen-Wert die geeignete Einheit.

2. Lumen: So hell leuchten LEDs

  • Watt Glühbirne
  • Lichtstrom Glühbirne
  • Watt LED
  • Lichtstrom LED
  • 25 Watt
  • 200 Lumen
  • 2-3 Watt
  • ca. 250 Lumen
  • 40 Watt
  • 430 Lumen
  • 4-6 Watt
  • ca. 500 Lumen
  • 60 Watt
  • 730 Lumen
  • 7-9 Watt
  • ca. 800 Lumen
  • 75 Watt
  • 900 Lumen
  • 8-11 Watt
  • ca. 1000 Lumen
  • 100 Watt
  • 1380 Lumen
  • 12-14 Watt
  • ca. 2500 Lumen

Die Einheit Lumen wird auf der Verpackung meist mit lm abgekürzt und gibt den Lichtstrom der Lichtquelle beziehungsweise die Helligkeit an. Sie verrät, wie viel Licht vom Leuchtmittel ausgehend abgestrahlt wird.

Möchtet ihr eure alten Glühbirne gegen energiesparende LEDs mit gleicher Helligkeit austauschen, könnt ihr euch an dieser Tabelle orientieren.

Wie hell euer Leuchtmittel sein sollte, hängt zudem vom Wohnraum ab. Folgende Werte könnt ihr als Richtwert verwenden:

  • Küche: 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter
  • Wohnzimmer/Flur: 100 bis 150 Lumen pro Quadratmeter
  • Bad: 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter
  • Arbeitszimmer: 250 bis 300 Lumen pro Quadratmeter

Berücksichtigt ihr diese Werte beim Kauf von LEDs, könnt ihr optimale Lichtverhältnisse in euren Wohnräumen schaffen.

3. Kelvin: Die Angabe von Farbtemperatur oder Lichtfarbe

Warmweiß, Neutralweiß oder Tageslichtweiß: Diese Begriffe verstecken sich hinter der Kelvin-Angabe. Sie gibt an, welche Lichtfarbe oder Farbtemperatur das LED-Leuchtmittel hat.

In vielen Fällen bilden Leuchtmittel-Hersteller eine Farbskala ab, die euch die Lichtfarbe anzeigt. Findet ihr keine solche Grafik auf der Verpackung sondern nur den Kelvin-Wert, könnt ihr euch hieran orientieren:

  • Warmweiß: 2.200 bis 3.300 Kelvin,
  • Kaltweiß: 3.300 bis 5.300 Kelvin
  • Tageslichtweiß/Kaltweiß: über 5.300 Kelvin

Warmweißes Licht zwischen 2.200 und 3.300 Kelvin eignet sich besonders gut für Wohnräume. Das warme Licht strahlt Gemütlichkeit aus und ist besonders heimelig. Kaltweißes Licht wird oft mit Begriffen wie "sachlich" oder "positiver Stimmung" gleichgesetzt. LEDs mit Werten über 3.300 Kelvin fördern dazu eure Konzentration und sind deshalb für euren Arbeitsplatz oder für das Büro geeignet.

4. Dimmbar oder nicht dimmbar

LEDs können dimmbar sein. Aber nicht alle sind es auch wirklich. Wer sich eine dimmbare LED-Lampe kaufen möchte, sollte auf der Verpackung auf das Symbol für Dimmbarkeit achten. Nur explizit gekennzeichnete LED-Leuchtmittel besitzen diese Funktion.

Mithilfe von einem Dimmer könnt ihr die Helligkeit regulieren. Aber aufgepasst: Nicht alle Dimmer und LEDs sind kompatibel. Das merkt ihr zum Beispiel dann, wenn das Licht flackert. Möchtet ihr dimmbare LEDs kaufen, achtet deshalb auch immer auf einen passenden Dimmer.

Die meisten Universaldimmer sind für LEDs ungeeignet. Sie werden hauptsächlich für dimmbare Halogen- und Energiesparlampen verwendet. Wir empfehlen euch deshalb die Produktbeschreibung von Dimmer und Leuchtmittel genau zu studieren oder einen Dimmer vom gleichen Hersteller zu kaufen. Dieser gibt häufig an, welche seiner dimmbaren LEDs kompatibel sind.

5. Lebensdauer: Das versteckt sich hinter der Angabe

Häufig wird die Lebensdauer von LEDs in Stunden angegeben. Sie enthält Informationen zur Nutzlebensdauer oder die mittlere Lebensdauer eines Leuchtmittels:

  • Nutzlebensdauer: Sie gibt an, nach welcher Zeit der Lichtstrom auf einen bestimmten Wert gesunken ist. Das Leuchtmittel leuchtet weiter, jedoch mit geringerer Lichtintensität. Die Angabe erfolgt über den L-Wert. Steht auf der LED-Verpackung L70, beschreibt die angegebene Stundenzahl den Zeitpunkt, nachdem das Leuchtmittel nur noch 70 Prozent seiner Helligkeit erreicht.
  • Mittlere Lebensdauer: Laut EU-Verordnung ist die Angabe der mittleren Lebensdauer seit 2014 eine Pflichtangabe. Sie bildet die Lebenserwartung von Leuchtmitteln in Betriebsstunden ab. Dieser Wert wird durch Labortests ermittelt, bei denen mehrere Leuchtmittel einer Art gleichzeitig unter alltagsüblichen Bedingungen betrieben werden, um die maximale Lebensdauer zu ermitteln. Trotz identischem Testverfahren und gleichem Modell fallen die Leuchtmittel nicht gleichzeitig aus, sondern variieren in ihrer Lebensdauer. Die mittlere Lebensdauer bildet also den Durchschnittswert aller getesteten Leuchtmittel ab.

Dazu wird die mittlere Lebensdauer unter erschwerten Bedingungen durchgeführt, da die LEDs sonst jahrzehntelang getestet werden müssten, bevor sie auf den Markt kämen. Üblicher ist bei LEDs deshalb die Angabe der Nutzlebensdauer.

6. Einschaltverzögerung: Dann leuchten LEDs vollständig

Besonders in Wohnbereichen wie dem Flur, in dem man sich meist nur kurz aufhält, kann eine große Einschaltverzögerung als störend empfunden werden. Energiesparlampen sind dafür bekannt: Man betätigt den Lichtschalter, es bleibt erst mal eine gefühlte Ewigkeit dunkel und so richtig hell wird es auch nicht direkt.

Bei LEDs müsst ihr mit diesen großen Einschaltverzögerungen nicht mehr rechnen. Laut EU-Verordnung darf die Zündzeit maximal 0,5 Sekunden betragen. Hersteller sind außerdem dazu verpflichtet, auf der Verpackung oder im Onlinehandel die Anlaufzeit anzugeben, bis das Leuchtmittel 60 Prozent der endgültigen Helligkeit erreicht hat.

7. Schaltfestigkeit: So oft könnt ihr die Lampe ein- und ausschalten

Die Schaltfestigkeit ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Sie gibt an, wie oft ihr den Lichtschalter betätigen könnt, bis die LED-Lampe den Geist aufgibt.

Je nach Hersteller und Qualität kann dieser Wert bei LEDs stark variieren: Zwischen 15.000 und 50.000 Stunden sind möglich. Stiftung Warentest hat in einem Langzeittest zehn unterschiedliche LEDs auf Lebensdauer und Schaltfestigkeit geprüft. Dabei wurden sie über eine Millionen Mal an- und ausgeschaltet. Die LEDs bestanden den Test unbeschadet.

Wenn ihr LEDs für Räume kaufen möchtet, in denen das Licht häufiger an und ausgeschaltet wird, raten wir euch deshalb, Leuchtmittel mit einer besonders hohen Schaltfestigkeit zu kaufen. Solche Bereiche sind zum Beispiel Flur, Treppenhaus oder Bereiche, in denen ihr Bewegungsmelder installiert habt.

8. Sockelgrößen: Die acht gängigsten Größen

  • E27 Lampe
  • E14 Lampe (kleiner Sockel)
  • GU10 Stiftsockel
  • GU5.3 Stiftsockel (auch MR16)
  • G4 Sockel
  • G9 Stiftsockel
  • GX53 Lampe
  • G53 Stiftsockel
  • Aufbau Sockel
  • großes Schraubgewinde
  • kleines Schraubgewinde
  • Sockel mit Bajonettverbindung
  • BiPin Sockel mit zwei kurzen Stiften
  • Sockel mit zwei länglichen Stiften
  • Steckverbindung mit zwei Schlaufen
  • Sockel mit Bajonettverbindung, aber flacher als GU 10 Sockel
  • Stecksockel
  • Gewinde-Durchmesser
  • 27 mm
  • 14 mm
  • 10 mm zwischen den zwei Stiften
  • 5,3 mm zwischen den zwei Stiften
  • 4 mm zwischen den zwei Stiften
  • 9 mm zwischen den zwei Schlaufen
  • 53 mm zwischen den zwei Stiften
  • 53 mm zwischen den Steckkontakten
  • Verwendung
  • gebräuchlichster Sockel
  • bei kleineren Leuchtmitteln
  • hauptsächlich für Spots
  • Bad, Küche oder Außenbereich
  • atmosphärische Beleuchtung, Schreibtischleuchten, Stehleuchten, Dunstabzugshauben
  • Wand- und Deckenleuchten
  • flache Leuchten, Boden- oder Deckenleuchten
  • fast ausschließlich für Reflektor des Typen AR11
  • Für wie viel Volt geeignet?
  • 230 Volt
  • 230 Volt
  • 230 Volt
  • 12 Volt (Vewendung eines Trafos)
  • 12 Volt (Verwendung eines Trafos)
  • 230 Volt
  • 230 Volt
  • 12 Volt (Verwendung eines Trafos)

Die geläufigsten Sockelgrößen beziehungsweise Gewindekennungen für Lampen sind nach wie vor E27 und E14. Die Größen wurden von der alten Glühbirne beibehalten und ermöglichen euch einen problemlosen Austausch. Welche weiteren Sockelgrößen es gibt und wo sie eingesetzt werden, könnt ihr der obigen Tabelle und der Abbildung entnehmen.

Übersicht der acht geläufigsten Sockelgrößen bei LED-Lampen

9. Ra-Wert: Das bedeutet der Farbwiedergabe-Index

In manchen Wohnbereichen, wie zum Beispiel Küche oder Arbeitszimmer, kommt es besonders auf eine angemessene Beleuchtung an und deshalb auch auf einen optimalen Farbwiedergabe-Wert. Dieser gibt an, wie natürlich die Farben von angestrahlten Objekten wirken.

Ein Ra-Wert von 100 entspricht einer naturgetreuen Wiedergabe von Farben. In Wohnräumen sollte der Wert laut Vorschrift immer über einem Ra-Wert von 80 liegen, da sonst die Farben von Kleidung oder Speisen möglicherweise verfälscht wiedergegeben werden.

Auf der Verpackung von LEDs findet ihr eine Angabe zum Farbwiedergabe-Wert, der häufig mit CRI (Colour Rendering Index) abgekürzt wird. Benötigt ihr LEDs für eure Küche, insbesondere für den Bereich über der Arbeitsplatte, sollte der Ra-Wert sogar bei 85 oder 90 liegen, um Speisen farbgetreu wiederzugeben.

Energieeffizienz: Das steht auf dem Label

Infografik Energieffizienzlabel

Häufig wird das Energieeffizienzlabel nicht auf der Verpackung abgedruckt. Dennoch enthält es wichtige Aspekte, die zu eurer Kaufentscheidung beitragen können. Dort findet ihr Angaben zum Stromverbrauch, der Energieeffizienzklasse, dem Hersteller und der Modellbezeichnung.

Wenn ihr eure LEDs online kauft, stehen die Informationen häufig in der Produktbeschreibung. Kauft ihr das Leuchtmittel im Laden, sind häufig ausgestellte Lampen-Musterstücke mit dem Energieeffizienzlabel ausgezeichnet.

Das war eine Erleuchtung? Dann habt ihr jetzt vielleicht Lust bekommen, in eurem Zuhause das Beleuchtungskonzept zu optimieren. Worauf ihr bei der Lichtplanung grundlegend achten solltet, verrät Interior-Expertin und Wohnglück-Autorin Eva Brenner in ihrer Kolumne.

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