Ein kleiner Junge spritzt in der Dusche mit Wasser
© Getty Images / Mareen Fischinger

Modernisieren | Ratgeber

Wasser sparen leicht gemacht: Lohnt sich ein Sparduschkopf?

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Fast 40 Prozent des Wasserverbrauchs in privaten Haushalten entfallen auf die Körperpflege. Können Sparduschköpfe diesen Anteil wirklich senken?

Seit Jahren schwankt der tägliche Wasserverbrauch pro Person in Deutschland zwischen 120 und 130 Litern. Der größte Anteil davon entfällt aufs Duschen, Baden, sich Waschen. Und das, obwohl Gemeinden immer häufiger im Sommer dazu aufrufen, Wasser zu sparen. Denn das Trinkwasser wird in einigen Regionen knapp, der Klimawandel lässt grüßen.

Aber kann man ganz unkompliziert den eigenen Wasserverbrauch senken, ohne sich in der Körperpflege einzuschränken? Ja! Das versprechen zumindest sogenannte Sparduschköpfe und Perlstrahler. Diese sind nicht teuer und einfach zu installieren. Wie viel Wasser sparen sie tatsächlich ein und wie funktionieren sie?

So funktionieren Sparduschköpfe

Es gibt unterschiedliche Arten und Funktionsweisen von Sparduschköpfen. Zum einen findet ihr solche Duschköpfe, die schlicht weniger Wasser durchlassen, weil sie im Durchmesser kleiner gebaut sind, sehr feine Wasserdüsen besitzen oder einen Durchlaufbegrenzer eingebaut bekommen haben. Auf diese Weise erhöht sich auch der Wasserdruck, es gibt aber weniger Wasserstrahlen.

Zum anderen gibt es auch Sparduschköpfe und Perlstrahler, die dem Wasserstrahl, der aus der Armatur kommt, Luft beimischen. So wird die Menge des durchlaufenden Wassers gesenkt, ohne den Duschkomfort stark zu beeinträchtigen. Die Wasserstrahlen fühlen sich Erfahrungsberichten zufolge voller und weicher an, was ein angenehmer Nebeneffekt ist. Aber: Solche Luftbeimischer senken auch den Wasserdruck.

Worin unterscheidet sich ein Sparduschkopf von einem Perlstrahler?

Sparduschköpfe und Perlstrahler erfüllen dieselbe Funktion: Sie sorgen dafür, dass dem durchfließenden Wasser Luft beigemischt und dadurch Wasser gespart wird. Bei Perlstrahlern handelt es sich allerdings lediglich um einen Einsatz, der zwischen Duschkopf und Schlauch gesteckt wird.

Der Perlstrahler, auch Perlator genannt, ist die besonders wassersparende Variante des Strahlreglers, den man von allen haushaltsüblichen Wasserarmaturen in Küche und Bad kennt. Strahlregler sorgen dafür, dass das Wasser nicht plätschert und der Strahl gleichmäßig aus dem Wasserhahn kommt. Sie verlangsamen den Wasserstahl ohnehin ein wenig, wodurch sie auch in ihrer einfachen Variante Wasser sparen.

Ihr könnt eure von Haus aus eingebauten Strahlregler aber auch durch sparsamere Perlstrahler ersetzen. Diese bekommt ihr bereits für wenige Euro im Baumarkt.

Während ihr im Handel zunehmend Sparduschköpfe findet, die dem Wasserstrahl Luft beimischen, solltet ihr beim Kauf genau überlegen, welche Funktionsweise zu eurem Bad passt. Habt ihr ohnehin schon einen niedrigen Wasserdruck, raten wir von Sparduschköpfen, die Luft beimischen, und großen Regenduschköpfen ab.

Habt ihr aber von Haus aus einen ausreichend hohen Wasserdruck, so ist die Faustregel: Duschköpfe mit einem Durchlauf von mehr als 6 Litern pro Minute sorgen für einen guten Duschkomfort. Mit einem geringeren Durchlauf wird auch der Wasserstrahl zu schwach bzw. ihr bekommt spürbar weniger Wasser ab.

Wie viel Wasser spart man mit einem Sparduschkopf?

Wie viel Wasser ihr dank des Einsatzes eines sparsamen Duschkopfs genau spart, hängt natürlich davon ab, wie häufig und wie lang ihr duscht, wie viele Personen in eurem Haushalt leben und wie hoch der Wasserverbrauch eures aktuellen Duschkopfs ist.

Den könnt ihr selbst messen, indem ihr eine Minute lang das kalte Wasser voll aufdreht und sowohl davor als auch danach den Wasserzähler ablest. Natürlich sollte währenddessen keine andere Armatur benutzt werden, sonst wird das Ergebnis verfälscht.

Duschköpfe mit mehr als 15 Litern Wasserdurchlauf pro Minute haben einen hohen Wasserverbrauch. Weniger als 11 Liter pro Minute gilt als eher verbrauchsarm. Die meisten guten Sparduschköpfe lassen in der Minute etwa 7 bis 10 Liter laufen. Das bedeutet häufig eine Ersparnis von rund 50 Prozent und hat damit auch Auswirkungen auf die Nebenkostenrechnung.

Hände fangen das Wasser in der Dusche auf.
Trinkwasser wird auch in Mitteleuropa immer mehr zum kostbaren Gut. Mit einem Sparduschkopf könnt ihr beim Duschen realistisch 30 bis 50 Prozent Wasser einsparen. © Getty Images

Wie viel Geld spart man mit einem Sparduschkopf?

Wie viel Geld ihr dank eines Sparduschkopfs spart, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Neben den weiter oben genannten Faktoren hängt das auch vom Kalt- sowie Warmwasserpreis pro Liter ab. Und der ist regional teils sehr unterschiedlich. Mit einer vereinfachten Beispielrechnung möchten wir aber versuchen, die erwarteten finanziellen Einsparungen zu beziffern.

Gehen wir von einem Preis pro Liter Leitungswasser von 0,2 Cent aus. Dazu nehmen wir an, dass sich euer regulärer Wasserverbrauch beim Duschen auf 12 Liter pro Minute beläuft und dank eines Sparduschkopfs auf 8 Liter gesenkt wird. Das bedeutet, dass ihr in diesem Beispiel ein Drittel der Wassermenge spart.

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Wer im Schnitt fünf Minuten am Tag duscht, verbraucht somit jeden Tag beim Duschen statt 60 Litern Wasser nur 40 Liter.

Spart ihr diese 20 Liter jeden Tag ein, ergibt sich folgende Rechnung: 20 l x 0,2 Cent x 365 = 14,60 €

Die Ersparnis pro Person liegt in diesem Fall also bei 14,60 Euro im Jahr.

Das klingt zunächst nach nicht viel. Wir haben aber vorsichtshalber recht konservativ gerechnet. Vielerorts überstiegt das Wasserentgelt die hier herangezogenen 0,2 Cent pro Liter. Je mehr Personen in eurem Haushalt leben, desto mehr Geld spart ihr außerdem. Und: Die Energiekosten für die Erwärmung des Wassers haben wir auch außer Acht gelassen. Warmduscher sparen also noch deutlich mehr.

Wassersparende Duschköpfe bekommt ihr schon ab etwa 15 Euro. Rein finanziell rechnet sich diese Investition, abhängig von der Haushaltsgröße, schon nach wenigen Monaten, wenn nicht gar nach Wochen.

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