Wasserhahn mit Infrarot-Sensor von Grohe, Eurosmart Cosmopolitan E.
© Grohe

Bauen | Pro/Contra-Liste

Wasserhahn mit Sensor: Lohnen sich solche Armaturen für privat?

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ein Wasserhahn mit Sensor ist hygienisch und spart Wasser. Es gibt aber auch Tücken. Eine Übersicht zur Technik, den Kosten sowie den Vorteilen und Nachteilen.

Ein Wasserhahn mit Sensor ist keine neue Erfindung. Gerade im öffentlichen Bereich kommen berührungslose Armaturen oft zum Einsatz. In Zeiten verschärfter Hygienemaßnahmen kann ein Infrarot-Wasserhahn aber auch für den privaten Gebrauch interessant sein. Wie die Technik funktioniert, was die Vorteile und Nachteile sind und was solche Armaturen kosten, das klären wir hier.

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Wie funktioniert ein Wasserhahn mit Sensor?

Ihr kennt das vielleicht aus dem Waschraum im Restaurant: Statt an Hebeln oder Drehgriffen zu fummeln, haltet ihr einfach nur die Hände vor die Armatur – und schon fließt das Wasser.

Möglich macht das ein kleiner Infrarot-Sensor, der in der Armatur verbaut ist. Der sendet ein ständiges Infrarotsignal aus. Wenn ihr eure Hand vor den Sensor haltet, wird dieses Signal unterbrochen. Dadurch löst sich ein Magnetventil, sodass das Wasser fließen kann. Umgekehrt schließt sich das Ventil, sobald ihr die Hand nach dem Waschen wieder wegnehmt. Bei manchen Modellen gibt es davon unabhängig auch eine zeitliche Begrenzung.

In der Regel bezieht der Sensor seinen Strombedarf über Batterien. Netzbetriebene Varianten sind seltener. Die Temperatur lässt sich in vielen Fällen über einen kleinen Hebel an der Armatur einstellen. Es gibt sogar Modelle, die lassen sich über eine Fernbedienung oder per App steuern.

Fast berührungslos: Touch-Wasserhahn

Die Vorstufe zu den berührungslosen Armaturen sind solche, die ihr nur antippen müsst. Bei Küchenarmaturen gibt es zum Beispiel Modelle, bei denen das Wasser nur durch kurzes Antippen mit dem Unterarm fließt. Das ist praktisch, wenn ihr zum Beispiel gerade mit den Händen einen Kuchenteig geknetet habt.

Noch bequemer ist die Steuerung per Fuß. Hier ist ein Schalter am Sockel des Spülschranks mit der Armatur verbunden. Tippt der Fuß den Schalter an, heißt es Wasser marsch. Komplett berührungslos ist das aber auch nicht.

Armatur Minta Touch von Grohe
Fast berührungslos: Beim Modell Minta Touch von Grohe fließt das Wasser, sobald ihr den Hahn leicht (zum Beispiel mit dem Unterarm) berührt. © Grohe

Ohne Anfassen: Infrarot-Wasserhahn mit Sensor

Komplett ohne Berührung kommen Armaturen aus, bei denen wie oben beschrieben ein Infrarot-Sensor eingebaut ist. Der Vorteil liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand. Weil es keinen Kontakt mit der Armatur gibt, können auch keine Keime übertragen werden. So wird ganz einfach die sogenannte Kreuzkontamination verhindert, also die direkte oder indirekte ungewollte Übertragung von Verunreinigungen auf einen Gegenstand.

Aber Achtung: Völlig keimfrei ist ein Wasserhahn mit Sensor nicht! Bei berührungslosen Armaturen lauert die Keimgefahr nicht außen, sondern im Inneren. Das liegt an der technischen Beschaffenheit. Automatik-Armaturen sind komplexer aufgebaut und haben daher einen größeren "Totraum", also innenliegende Oberflächen. Werden diese Flächen nicht regelmäßig durchgespült, dann erhöht sich die Gefahr, dass sich hier Keime ansiedeln. Die spült ihr dann beim Waschen auf die Hände, was ihr ja eigentlich verhindern wolltet.

Gute Infrarot-Wasserhähne sind daher mit einer automatischen Spülungsfunktion versehen. Und die Wasserführung ist so optimiert, dass der besagte Totraum möglichst klein ist.

Wasserhahn mit Infrarot-Sensor von Grohe, Modell Bau Cosmopolitan E.
Beim Wasserhahn mit Infrarot-Sensor von Grohe (hier: Modell Bau Cosmopolitan E) lassen sich die Signalreichweite und die Dauer des Wasserflusses über eine Fernbedienung einstellen. © Grohe

Wasserhahn mit Sensor: Die Vorteile und die Nachteile

Keine Berührung, keine Verschmutzung. Das sind die Vorteile einer berührungslosen Armatur:

  • Durch den fehlenden Kontakt werden auch keine Keime auf die Armatur übertragen.
  • Geringer Wasserverbrauch, weil nach dem Händewaschen der Durchfluss entweder automatisch oder nach voreingestellter Zeit stoppt. Außerdem sind so Überflutungen ausgeschlossen.
  • Keine Berührung heißt auch keine Spritzer und keine Seifenreste. Berührungslose Armaturen sind daher (und aufgrund ihrer kompakten Bauform) leicht zu reinigen.

Ein paar Nachteile hat so ein Wasserhahn mit Sensor aber auch:

  • Für die Stromversorgung benötigt ihr Batterien. Die müsst ihr ab und zu tauschen.
  • Bei falsch eingestellten oder defekten Sensoren müsst ihr unter Umständen lange herumfuchteln, bis das Wasser fließt.
  • Anschluss und Funktionalität sind nicht immer sofort zu erkennen. Dazu mehr unter dem Punkt "Darauf solltet ihr achten".
Kaltwasserhahn mit Sensor von JRUIA.
Sieht schick aus. Allerdings ist dieser Infrarot-Wasserhahn von Jruia nur für den Anschluss mit Kaltwasser ausgelegt.

Wasserhahn mit Sensor kaufen: Darauf solltet ihr achten

Ihr möchtet einen sensorgesteuerten Wasserhahn kaufen? Dann solltet ihr folgendes bei der Auswahl beachten:

  • Zeitlich begrenzter Wasserfluss: Lässt sich die Wassernachlaufzeit auf eine bestimmte Zeit flexibel einstellen? Oder stoppt das Wasser sofort, sobald ihr die Hände wegzieht?
  • Sensorempfindlichkeit: Lässt sich auch das einstellen? Oder gibt es nur einen fest installierten Wert?
  • Wie steht es mit der Hygienespülung? Automatisch vorgesehen?
  • Anschlussmöglichkeiten: Manche Sensor-Armaturen funktionieren nur bei einem Kaltwasser-Anschluss. Auch die Auslegung des Wasserdrucks müsst ihr abstimmen (zum Beispiel dann, wenn das Wasser mit einem elektronischen Durchlauferhitzer erwärmt wird).
  • Lebensdauer der Batterie. Gibt es seitens des Herstellers darüber Angaben? Markenprodukte gewährleisten eine Lebensdauer der Batterien von sieben Jahren (bei 150 Betätigungen pro Tag), bevor ihr diese wechseln müsst.
Wasserhahn mit kalt/warm-LED-Anzeige
Heiß oder kalt? Dieses Modell des chinesischen Herstellers Gangang zeigt die Wassertemperatur durch eine LED an. © Ganggang

Was kostet ein Wasserhahn mit Sensor?

Wer sich schon mal bei Armaturen für Bad und Küche umgesehen hat, der weiß: Das Angebot ist riesig. Wasserhähne mit Sensor machen da keine Ausnahme.

Die Preisuntergrenze liegt für Sensor-Wasserhähne bei ungefähr 50 Euro. Marken-Armaturen mit Sensor beginnen bei etwa 150 Euro. Bei richtig guten Modellen müsst ihr schon mit rund 200 Euro rechnen.

Infrarot-Wasserhahn GROHE_Essence E
Das Modell Essence E von Grohe verfügt über sieben voreingestellte Programme, darunter eine automatische Spülung und die thermische Desinfektion. Es kostet aber auch knapp 300 Euro. © Grohe

Fazit: Lohnt sich ein Wasserhahn mit Sensor für privat?

Hygiene wird in diesen Zeiten immer wichtiger. Ein Wasserhahn mit Sensor kann da im privaten Bereich einen großen Beitrag leisten. Allerdings lohnt sich das in der Regel nur dann, wenn sich relativ viele Personen im Haushalt aufhalten oder zahlreiche Kinder die Armatur benutzen. Und: Eine richtige gute Infrarot-Armatur kostet Geld. Das solltet ihr schon investieren, damit solche wichtige Funktionen wie eine automatische Spülung den Hygiene-Vorteil nicht in einen bösen Nachteil verwandeln.

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