Frau sitzt in Badewanne und braust sich ab.
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Wohnen | Ratgeber

Duschen oder Baden: Was verbraucht weniger Wasser?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Duschen oder Baden – was verbraucht eigentlich mehr beziehungsweise weniger Wasser? Diese Frage beantworten wir euch hier. Darüber hinaus geben wir euch Tipps, wie ihr euren Warmwasserverbrauch beim Duschen und damit die Kosten deutlich reduzieren könnt.

Kann ich beim Duschen oder Baden eigentlich deutlich Geld sparen, weil das eine oder das andere deutlich weniger Wasser verbraucht? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele, wenn sie die Rechnung ihres Wasserversorgers bekommen. Die Antwort auf diese Frage lest ihr in diesem Artikel. Außerdem geben wir euch Tipps, wie ihr euren Wasserverbrauch beim effektiv Duschen senken und damit Kosten sparen könnt.

Wie viel Wasser verbrauchen Duschen und Baden generell?

Diese Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Eine normale Badewanne fasst rund 150 Liter Wasser. Ein normaler Duschkopf hat eine Durchflussmenge von zehn Litern pro Minute. Wenn also die Dusche zehn Minuten lang voll aufgedreht läuft, dann verbraucht ihr 100 Liter Wasser. Mit einer Badewannenfüllung könnt ihr also rund 15 Minuten bei voll aufgedrehter Brause unter der Dusche stehen. Wer Warmwasser sparen will, für den gilt: Duschen ist (meist) sparsamer als Baden.

Aber das hier sind nur Durchschnittswerte. Bei euch zu Hause kann das ganz anders aussehen. Je nachdem, welche Art von Brause ihr habt, wie lange ihr duscht und wie groß eure Badewanne ist. Deshalb erklären wir euch, wie ihr euren persönlichen Wasserverbrauch beim Duschen oder Baden ermitteln könnt.

Wie viel Wasser verbrauche ich beim Duschen und Baden?

Ob ihr beim Duschen oder Baden mehr Wasser verbraucht, hängt unter anderem davon ab, wie groß die Durchflussmenge eures Duschkopfes ist und wie groß eure Badewanne ist.

So ermittelt ihr die Durchflussmenge eures Duschkopfs

Es gibt Messgeräte, so genannte Smart Shower Meter, mit denen ihr sofort sehen könnt, wie viel Wasser ihr beim Duschen verbraucht. Sie werden zwischen Duscharmatur und Duschschlauch geschraubt. Die kleinen Geräte, zum Beispiel von Amphiro, kosten rund 70 Euro.

Es geht aber auch einfacher. Eine Methode, die Durchflussmenge eures Duschkopfes zu bestimmen, ist das "Auslitern". Und das geht so: Ihr benötigt einen Zehn-Liter-Eimer und eine Stoppuhr oder eine Uhr mit Sekundenzeiger. Dreht nun den Duschkopf wie gewöhnlich auf und messt die Zeit, bis der Eimer voll ist.

Das hat 60 Sekunden gedauert? Dann hat euer Duschkopf einen Wasserdurchlauf (Schüttmenge) von 600 : 60 = 10 Liter/Minute. Diese Schüttmenge multipliziert ihr mit eurer Duschzeit, nehmen wir als Beispiel acht Minuten. Also: 10 Liter/Minute Wasserdurchlauf mal 8 Minuten Duschzeit ergibt einen Wasserverbrauch von 80 Litern.

Duschrechner ermittelt Kosten für Warmwasser und Energie

Eine Alternative ist der Duschrechner der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dort könnt ihr genau errechnen, wie viel Energie eure Duschgewohnheiten verbrauchen und was euch das im Jahr kostet. Der Rechner zeigt auch Einsparpotentiale auf.

Wasserverbrauch fürs Baden ermitteln

Wenn ihr wissen wollt, wie viel Liter Wasser ihr genau fürs Baden verbraucht, gibt es nur eine verlässliche, aber auch etwas mühsame Methode: Füllt eure Badewanne so lange mit dem Inhalt von Zehn-Liter-Eimern , bis die Füllmenge erreicht ist, die ihr gewöhnlich für ein Bad nutzt. Also nicht bis zur absoluten Oberkante, sondern nur bis zu der Höhe, in die ihr üblicherweise das Wasser einlasst. Sind es zwölf Eimer, dann liegt der Warmwasserverbrauch pro Badesession bei 120 Litern.

Wasserverbrauchsmesser von Amphiro
Die vom Wasserverbrauchsmesser von amphiro ermittelten Daten lassen sich auch mit dem Smartphone auswerten und teilen. © amphiro

Was ist für mich günstiger: Duschen oder Baden?

Wenn ihr nun die Durchflussmenge eures Duschkopfs kennt und wisst, wie lange ihr normalerweise unter der Dusche steht und außerdem wisst, wie viel Wasser in eure Badewanne passt, dann könnt ihr ausrechnen, ob Duschen oder Baden für euch günstiger ist. Dabei ist auch wichtig, was für eine Art von Duschkopf ihr benutzt.

Wer mit einem Standard-Duschkopf länger als zehn Minuten duscht, verbraucht letztlich mehr Wasser als mit einem Vollbad in einer Standard-Badewanne. Mit einem wassersparenden Sechs-Liter-Duschkopf könnt ihr dagegen bei gleichem Wasserverbrauch bereits 30 Minuten, also dreimal so lange, unter der Dusche bleiben.

Und wenn ihr eine große Regendusche habt, bei der sogar über 20 Liter pro Minute fließe können, wenn die Rohrinstallation das ermöglicht, dann würde eine normale Badewanne bei zehn Minuten Duschen bereits überlaufen. Dann wäre Baden günstiger.

Beim Duschen lässt sich der Wasserverbrauch wesentlich einfacher verringern als beim Baden. Und eines dürft ihr nicht vergessen: Mit jedem eingesparten Liter spart ihr zugleich Heizkosten zum Erwärmen des Wassers.

Dusche mit verfugten Fliesen
Langes Duschen unter der Regendusche verbraucht mehr Wasser als ein Vollbad. © Getty Images/iStockphoto

Wasser und Energie sparen beim Duschen: Spar-Duschkopf verwenden

Die einfachste Möglichkeit, beim Duschen Wasser und Energie einzusparen, ist die Anschaffung einer Wassersparbrause. Der Begriff ist allerdings nicht geschützt. Ob der Brausekopf also wirklich Wasser spart, solltet ihr sorgfältig prüfen.

Häufig werden als Grenze für den Wasserdurchfluss, ab der man von einer "Sparbrause" sprechen kann, neun Liter pro Minute angegeben. Es existiert aber bereits eine Reihe von Modellen auf dem Markt, die einen deutlich geringeren Durchfluss von zum Beispiel nur sechs Litern pro Minute besitzen. Welche das sind, könnt ihr beispielsweise unter EcoTopTen sehen.

Damit reduziert sich der Wasserbedarf für eine drei- bis zehnminütige Dusche ganz erheblich auf 18 bis 60 Liter, ohne dass der persönliche Komfort darunter leidet. Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt kann so im Jahr etwa 400 Euro sowie 640 Kilogramm Kohlendioxid-Emissionen einsparen.

Duschköpfe, durch die mehr als zwölf Liter pro Minute durchfließen, verbrauchen unverhältnismäßig viel Wasser und ihr solltet sie möglichst gegen ein sparsameres Modell austauschen. Durch den Einsatz einer Wassersparbrause in einem Zwei- Personen-Haushalt könnt ihr durchschnittlich 20.000 Liter Wasser pro Jahr einsparen. Und nicht nur das, wassersparende Hand- und Kopfbrausen sparen auch Energie aufgrund des – im Vergleich zu herkömmlichen Brausen – geringeren Verbrauchs an warmem Wasser.

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