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Baunebenkosten beachten: Was kostet ein Fertighaus?

Claudia Lindenberg

Level: Für Einsteiger

Was kostet ein Fertighaus? Neben dem Kaufpreis gibt es noch einige Baunebenkosten, die ihr bei eurer Preiskalkulation unbedingt beachten solltet.

Die Fertighaus-Hersteller werben üblicherweise mit Festpreisen für bestimmte Ausbaustufen. Doch die Angaben gelten in der Regel "ab OK". Wir erläutern euch, was es mit diesem Kürzel auf sich hat und welche Kosten ihr für die Bauvorbereitung einkalkulieren müsst beziehungsweise welche Baunebenkosten noch auf euch zukommen.

Dafür steht "ab OK"

Das Kürzel steht für "ab Oberkante Bodenplatte beziehungsweise "ab Oberkante Keller" – je nachdem, ob ihr euer Haus mit oder ohne Keller plant. Das bringt es mit sich, dass ihr üblicherweise dafür sorgen müsst, das Grundstück für die Errichtung des Fertighauses vorzubereiten.

Dabei ist es mit der Bodenplatte oder dem Bau des Kellers nicht getan, denn bis diese Arbeiten durchgeführt werden können, sind noch viele vorbereitende Arbeitsschritte erforderlich – etwa der Abriss eines alten Hauses, das Fällen von Bäumen oder die Einrichtung und Sicherung der Baustelle. Ihr dürft nicht vergessen: Auch bei einem Fertighaus habt ihr als Bauherr einige Pflichten.

Mit diesen Bauvorbereitungskosten müsst ihr rechnen

Zusätzlich zu den reinen Grundstücks- und Baukosten müsst ihr die Nebenkosten beim Hausbau beachten, zu denen auch die Kosten für die Bauvorbereitung gehören. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

  • Bodenplatte: je nach Bauweise 70 bis 170 Euro je Quadratmeter Grundfläche
  • Keller: etwa 35.000 bis 70.000 Euro
  • Bodengutachten: etwa 500 bis 3.000 Euro
  • Vermessungskosten: rund 2.000 bis 3.000 Euro
  • Baugenehmigung: rund 0,2 bis 0,7 Prozent der Baukosten
  • Prüfstatiker (falls erforderlich): 1.500 bis 2.000 Euro
  • Baustrom: 500 bis 1.000 Euro
  • Versicherungen (für die gesamte Bauphase): 500 bis 1.000 Euro
  • Baubegleitung: etwa 2.500 Euro
  • Erschließungskosten (inkl. Hausanschlüsse Strom, Wasser, Gas) 10.000 bis 20.000 Euro

Was ihr beim Bau beachten müsst

Der Hersteller kann euer Fertighaus nur dann fachgerecht errichten, wenn die Bodenplatte beziehungsweise der Keller exakt den Anforderungen für den Bau des Hauses entspricht. Wenn ihr euch um die Bauvorbereitung kümmert, ist es daher wichtig, dass der Baugrund und später auch die Bodenplatte oder der Keller von einem Sachverständigen gemeinsam mit dem Hersteller begutachtet werden, empfiehlt der Verband Privater Bauherren (VPB). Ohnehin ist eine Baubegleitung sinnvoll angelegtes Geld, da sie dazu beiträgt, Folgekosten durch Mängel am Bau zu vermeiden.

Das Bodenseehaus Bohlingen
Grundstück, Bauvorbereitung, Außenanlagen – neben dem reinen Kaufpreis gibt es noch einiges Zusatzkosten, die ihr einkalkulieren müsst. © Das Bodenseehaus

Weitere Baunebenkosten

Auch für den Grundstückskauf fallen Kosten an, ebenso für die Außenanlagen und erforderliche Einrichtungsgegenstände. Hier eine Aufstellung der weiteren Nebenkosten, die zusätzlich zum reinen Kaufpreis anfallen.

Kaufkosten für das Grundstück

Die Kosten für Grundstücke fallen in Deutschland extrem unterschiedlich aus – je nachdem, wo euer Traumhaus stehen soll. Im Bundesdurchschnitt liegen die Kosten je Quadratmeter Bauland laut einer Studie der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Pestel-Institut bei rund 200 Euro (Stand 2017), in München sind es hingegen 2.750 Euro. Oft variieren die Kaufpreise sogar innerhalb einer kurzen Distanz erheblich: So müsst ihr laut Studie in Hamburg mit rund 750 Euro je Quadratmeter rechnen, im benachbarten Landkreis Stade sind es hingegen weniger als 100 Euro.

Kaufnebenkosten für das Grundstück

Je nachdem, in welcher Region sich euer Wunsch-Grundstück befindet und ob ihr einen Makler fündig geworden seid, müsst ihr bis zu 15 Prozent der Grundstückskosten an Erwerbsnebenkosten einkalkulieren. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

  • Maklercourtage: 3,57 bis 7,14 Prozent
    Die Höhe der Maklercourtage variiert je nach Region. In Berlin etwa müsst ihr inklusive Mehrwertsteuer 7,14 Prozent einkalkulieren, in Bayern sind es 3,57 Prozent.
  • Notarkosten: rund 1,5 bis 2 Prozent
    Für den Grundstückserwerb müsst ihr rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises an Kosten für den Notar einkalkulieren. Er kümmert sich um die Eigentumsumschreibung im Grundbuch und beurkundet den Kaufvertrag.
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 Prozent
    Auch die Grunderwerbsteuer hängt von der Region ab, in der ihr kauft: In Bayern ist sie mit 3,5 Prozent am niedrigsten, in Nordrhein-Westfalen etwa werden 6,5 Prozent fällig.

Außenanlagen

Auch das schönste Fertighaus kommt optisch eher bescheiden daher, wenn die Außenanlagen allzu spartanisch sind. Außerdem wollt ihr euer Grundstück ja auch nutzen. Daher müsst ihr nicht nur für die Bepflanzung Kosten einkalkulieren, sondern auch für das Pflastern einer Einfahrt und einer Terrasse. Und auch ein Geräteschuppen oder Carport kostet Geld. Rund 5.000 bis 10.000 Euro solltet ihr für diese Extras einplanen.

Einrichtung

Oft ist der Wunsch nach mehr Platz Anlass, ein Haus zu bauen. Wenn das auch auf euch zutrifft, müsst ihr beachten, dass ihr dann voraussichtlich auch mehr Möbel benötigt – und in der Regel auch eine neue Einbauküche. Häufig kommt es auch vor, dass der ein oder andere Schrank im neuen Haus nicht untergebracht werden kann und gegen einen passenden ausgetauscht werden muss. Natürlich müsst ihr nicht alle Möbel sofort neu kaufen, aber es ist sinnvoll, für diese Anschaffungen eine Rücklage einzuplanen.

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