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Bauen | Ratgeber

Fertighaus-Preise: Kosten für ein schlüsselfertiges Haus

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Ein schlüsselfertiges Fertighaus ist kostenintensiver als ein Ausbauhaus oder ein Bausatzhaus, dafür reduzieren sich die Eigenleistungen. Erfahrt hier, wie sich Fertighaus-Preise zusammensetzen und mit welchen Kosten ihr für ein schlüsselfertiges Fertighaus mindestens rechnen müsst – mit Beispielhäusern.

Schlüsselfertige Fertighäuser sind eine gute Wahl für alle, die sich beim Hausbau um möglichst wenig selbst kümmern möchten. Denn während der Bau- und Ausbauphase dürft ihr den Profis beim Arbeiten zusehen. Erst beim Einzug ist euer Einsatz gefragt. Welche Arbeiten jetzt noch anfallen, hängt vom Anbieter ab. Im Folgenden erklären wir euch, wie der Begriff "schlüsselfertig" definiert ist und zeigen anhand von Beispielen, welche Fertighaus-Preise aktuell gelten.

Ihr seid noch nicht sicher, ob ihr euch für ein Massivhaus oder ein Fertighaus entscheidet? Dann lest unseren Artikel "Fertighaus oder Massivhaus: Vorteile und Nachteile der Bauweisen".

Was ist ein schlüsselfertiges Fertighaus?

Schlüssel entgegennehmen und sofort ins neue Zuhause einziehen – genau das stellt man sich unter "schlüsselfertig" vor. Doch in der Praxis fallen auch bei einem schlüsselfertigen Fertighaus noch Restarbeiten an. Denn gemeint ist lediglich, dass sich das Objekt abschließen lässt. Demzufolge ist das schlüsselfertige Fertighaus also nicht zwangsläufig "bezugsfertig".

Üblicherweise übernimmt der Anbieter sämtliche Roh- und Innenausbauarbeiten inklusive der Elektrik. Im Extremfall nehmt ihr einen Rohbau mit Dach, Fenstern und Haustür entgegen. Daher gilt: Um böse Überraschungen zu vermeiden, schaut euch die Leistungsbeschreibung im Kaufvertrag genau an, bevor ihr unterschreibt: Welche Arbeiten umfasst die schlüsselfertige Ausbaustufe? Entsprechend können die finalen Fertighaus-Preise stark variieren.

Lest auch: "Fertighaus bauen unter 150.000 Euro: Geht das auch schlüsselfertig?"

Fertighaus als Ferienhaus: Modell Green Living Space von SchwörerHaus.
Schlüsselfertig bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Haus auch bezugsfertig ist. © SchwörerHaus

Wie setzen sich Fertighaus-Preise zusammen?

Ihr stellt euch die Frage: Wie viel kostet ein Fertighaus? Hierzu gibt es keine pauschale Antwort. Denn wenn es um Fertighaus-Preise geht, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal braucht ihr ein Grundstück. Außerdem habt ihr in puncto Hausgröße und Haustyp viel Gestaltungsspielraum. Ebenso bei den Außenanlagen und der Inneneinrichtung. Denn je hochwertiger und umfangreicher, desto mehr Budget müsst ihr einplanen. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind die Baunebenkosten.

Folgende fünf Kostenfaktoren beeinflussen die Fertighaus-Preise:

1. Grundstück

In der Regel kauft ihr beim Hersteller ein schlüsselfertiges Fertighaus, nicht aber das dazugehörige Grundstück. Die Kosten dafür sind sehr individuell und hängen neben der Größe vor allem von der Lage ab. Laut Statistischem Bundesamt kostet Bauland in Deutschland pro Quadratmeter im Schnitt 199 Euro (Stand 2020). Aber je nach Bundesland und Gemeindegröße gibt es dabei große Unterschiede. In Bayern und Baden-Württemberg zahlten Bauherren 2020 durchschnittlich 349 Euro für einen Quadratmeter. Dagegen lagen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die Preise zwischen 46 und 63 Euro.

Außerdem zu bedenken: Abhängig davon, ob das Grundstück voll erschlossen oder nur teilerschlossen ist, kommen Extrakosten auf euch zu.

Aber wer auch mit wenig Platz auskommt, kann mit dem Kauf einer Baulücke auf die Kostenbremse treten. Lest hier, wie ihr an ein günstiges Grundstück mit Potenzial kommt. In diesem Artikel findet ihr hilfreiche Informationen, was es beim Grundstückskauf zu beachten gibt.

2. Hausgröße

Bei der Hausgröße gilt die einfache Rechnung: Mit jedem zusätzlichen Quadratmeter steigen die Fertighaus-Preise. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt aktuell bei rund 2.000 Euro. Es lohnt sich also, bewusst zu durchdenken, wie viel Platz ihr tatsächlich benötigt. Ist ein eingeschossiger Bungalow ausreichend oder soll es ein zweigeschossiges Einfamilienhaus sein? Auch die Anzahl der Sanitäreinrichtungen spielt eine Rolle. Ebenso wie die Frage: reine Bodenplatte oder Keller? Für ein Kellergeschoss müsst ihr mit Mehrkosten zwischen 35.000 und 70.000 Euro rechnen. Lest hier mehr zum Thema: Keller bauen: Vorteile und Nachteile eines Untergeschosses

3. Haustyp

Stadtvilla, Doppelhaus, Bungalow, rechteckig oder L-förmig: Es gibt jede Menge unterschiedlicher Fertighaustypen, deren Fertighaus-Preise sich zum Teil stark unterscheiden. Je aufwändiger die Bauweise, desto kostenintensiver die Fertigstellung. Neben Grundriss, Raumgestaltung und verwendeten Materialien ist auch die Dachform bei der Budgetplanung mit einzubeziehen. Dabei habt ihr häufig die Wahl zwischen Pultdach, Satteldach und Flachdach. Hinzu kommt die Dacheindeckung: Dachziegel sind günstiger als Schiefer, eine Begrünung und Photovoltaik-Installationen kosten extra.

Mehr Informationen und Kostenbeispiele bekommt ihr hier: Alle Dachformen im Vergleich: Vorteile, Nachteile & Kosten

4. Baunebenkosten

Unterschätzt nicht die Baunebenkosten für ein schlüsselfertiges Fertighaus. Sie liegen bei rund 15 bis 20 Prozent der gesamten Baukosten. Dazu zählen zum Beispiel die Grunderwerbsteuer, Kosten für die Bauvorbereitung wie Erschließungskosten sowie Fertigstellungskosten, etwa für die Bauabnahme. Alles, was ihr darüber wissen müsst: Baunebenkosten: Diese Kosten solltet ihr beim Hausbau nicht vergessen

5. Außenanlagen und Inneneinrichtung

Damit ihr euch im neuen Eigenheim wohlfühlt, darf natürlich auch die Inneneinrichtung nicht vernachlässigt werden. Von den Fliesen im Bad bis hin zu den Armaturen in der Küche habt ihr viel Gestaltungsspielraum. Die Kosten variieren und hängen von eurem Anspruch an die Qualität und der Hausgröße ab.

Hinzu kommt die Garten- und Grundstücksgestaltung. Sollen eine Garage oder ein Carport eure Anlage vervollständigen? Welche Bepflanzung wünscht ihr euch? Pro Quadratmeter Garten sind mit rund 30 bis 100 Euro zu rechnen.

Tipp: Hier erfahrt ihr mehr dazu, wie lange der Bau eines Fertighauses dauert.

Mehrgenerationenhaus bauen: Modell Schwedenstil von Max-Haus.
Auch Terrasse, Garten, Einfahrt und Co. sind beim Bau eines schlüsselfertigen Fertighauses in den Kostenplan einzubeziehen. © Max-Haus

Wie viel kostet ein Fertighaus? 3 Beispiele für schlüsselfertige Fertighäuser

Die Fertighaus-Preise für eine schlüsselfertige Ausbaustufe variieren stark und sind abhängig von den oben genannten Faktoren. Eine Kosteneinschätzung kann daher nur einen groben Richtwert liefern. Die größte Auswahl für ein schlüsselfertiges Fertighaus habt ihr grundsätzlich ab einem Budget von 150.000 Euro.

Ihr seid interessiert, ein Fertighaus zu kaufen? Wir zeigen euch hier drei unterschiedliche Fertighäuser. Mehr Auswahl findet ihr in unserer Fertighaus-Datenbank.

Info: Immer weniger Fertighaus-Anbieter nennen auf ihrer Website Festpreise, an denen ihr euch orientieren könnt. Das ist unter anderem auch bedingt durch die derzeit stark schwankenden Baupreise. Eine verlässliche Preisaussage gibt es deshalb oft nur auf Anfrage.

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Alles auf einer Ebene: Dieser barrierefreie "Bungalow 92" von Town & Country Haus bietet auf gut 90 Quadratmetern Wohnfläche alles, was Singles, Paare oder kleine Familien zum Wohlfühlen brauchen. Ideal für alle, die aufs Treppensteigen verzichten und platzsparend bauen möchten.

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Ein Pultdach-Haus mit modernster Technik, das heißt unter anderem kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung (90 Prozent), Heizungswärmepumpe mit Fußbodenheizung und Warmwasserspeicher (250 Liter). Zwei gegeneinander versetzte Baukörper mit Pultdächern bilden eine lebendige Dachlandschaft, die unter dem Dachfirst Fenster erlaubt.

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