Immobilienpreise: Baustelle eines Mehrfamilienhauses mit Neubauwohnungen.
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Immobilienpreise: Prognosen, Nachrichten, Studien zur Preisent­wicklung bei Immobilien

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen seit Jahren. Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Wir präsentieren euch in diesem Newsticker die neusten Studien, Thesen, Daten und Zahlen zur Preisentwicklung am deutschen Immobilienmarkt.

Die Immobilienpreise in Deutschland kennen seit Jahren nur einen Weg: nach oben. Der Traum von den eigenen vier Wänden ist so für immer weniger Menschen realisierbar. Und auch die Corona-Krise sorgt auf dem Immobilienmarkt nicht für einen Rückgang der Preise von Häusern und Wohnungen – diese klettern sogar immer weiter. Experten und Wissenschaftler untersuchen die Immobilienpreisentwicklung regelmäßig.

Wir zeigen euch hier die neuesten Studien, Zahlen und Prognosen zur Immobilienpreisentwicklung in Deutschland in einem Newsticker, der ständig aktualisiert wird.

Neueste Entwicklungen der Immobilienpreise

Lest hier die wichtigsten aktuellen Nachrichten, Studien und Prognosen zur Immobilienpreisentwicklung in Deutschland. Und wenn ihr wissen wollt, was eine konkrete Immobilie wert ist, dann könnt ihr sie hier kostenlos bewerten lassen.

Eigentumswohnungen in den fünf größten Städten Deutschlands werden weiter teurer

Oktober 2021: Nach Einschätzung des Onlineportals Immoscout24 werden die Preise für Eigentumswohnungen in den großen Städten in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen – in Berlin wesentlich stärker als in Köln, Hamburg, Frankfurt oder München und in der Bundesrepublik insgesamt.

Für Berlin rechnen die Autoren des ImmoScout24 WohnBarometers mit einem Preiswachstum von 13,1 Prozent für Bestands-Eigentumswohnungen. Auch für Köln erwarten sie aufgrund der hohen Nachfrage ein Plus von 8,7 Prozent. Die geringste Steigerung wird für Frankfurt am Main mit 5,2 Prozent prognostiziert. Die Stadt liegt allerdings mit 5.635 Euro pro Quadratmeter bereits auf dem zweithöchsten Preisniveau nach München.

Was neu gebaute Eigentumswohnungen betrifft, so wird für Berlin für die kommenden zwölf Monate ein Preisanstieg von 12,8 Prozent prognostiziert. Hamburg folgt mit 7,1 Prozent und Köln sowie Frankfurt am Main mit 5,7 Prozent. In München erwartet ImmoScout24 mit 2,5 Prozent nur noch eine moderate Preisentwicklung.

Preisdynamik für Kaufimmobilien schwächt sich leicht ab – vor allem im Bestand

Oktober 2021: Deutschlandweit stiegen die Angebotspreise für Kaufimmobilien im dritten Quartal weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vorquartal. Zu diesem Ergebnis kommt das ImmoScout24 WohnBarometer. Die Preisdynamik schwächt sich in der gesamtdeutschen Betrachtung vor allem für Häuser zum Kauf ab. Die angebotenen Preise für neugebaute Eigentumswohnungen zogen im dritten Quartal stärker an als im Bestand. Ein Grund dafür dürfte in den deutlich gestiegenen Baukosten liegen.

Eine typische 80 Quadratmeter große Bestandswohnung wird aktuell um 63 Prozent und damit um 77.354 Euro mehr als vor fünf Jahren angeboten. Für bestehende Einfamilienhäuser mit 140 Quadratmetern müssen Käufer rund 141.000 Euro mehr bezahlen als noch vor fünf Jahren.

In Frankfurt ist die Gefahr einer Immobilienblase weltweit am größten

Oktober 2021: Einer aktuellen Studie der Schweizer Großbank UBS zufolge ist der Markt für Wohnimmobilien in Frankfurt am Main so überhitzt wie in keiner anderen Metropolregion weltweit. Das Finanzzentrum am Main weist das höchste Risiko einer Preisblase auf.

Frankfurt liegt damit im untersuchten Zeitraum von Mitte 2020 bis Mitte 2021 vor Toronto, Hongkong und München. Die inflationsbereinigten Wohnungspreise sind der Studie zufolge in Frankfurt seit 2016 jährlich um zehn Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum kletterten die Mieten jedes Jahr um annähernd drei Prozent. Günstige Kredite hätten zur Finanzierung spekulativer Mietprojekte geführt. Zudem habe sich die Bautätigkeit auf das Luxussegment beschränkt – das Angebot an bezahlbarem Wohnraum sei dagegen knapp.

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit über 20 Jahren

September 2021: Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen immer schneller. Für das zweite Quartal 2021 verzeichnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden den größten Preisanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Wohnimmobilien verteuerten sich im Schnitt um 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Preise stiegen sowohl in den Städten als auch in ländlichen Regionen deutlich an.

Eigentumswohnungen haben sich im Langfristvergleich am meisten verteuert

September 2021: Der F+B-Wohn-Index Deutschland zeigt, dass sich Eigentumswohnungen innerhalb der vergangenen fünf Jahre im bundesweiten Mittel um 31,6 Prozent verteuert haben. In den vergangenen zehn Jahren wurden sie sogar um 77,9 Prozent teurer. Damit ist die Eigentumswohnung im Langfristvergleich die Objektart mit der höchsten Preissteigerung gewesen.

"Eigenheime konnten allerdings in den letzten fünf Jahren deutlich an Preisdynamik zulegen, die vermutlich tendenziell eher Bauträgern und Verkäufern von Bestandsobjekten zu Gute kam", so der F+B Geschäftsführer Bernd Leutner. Einfamilienhäuser wurden in den vergangenen fünf Jahren um 35,1 Prozent teurer, im Zehn-Jahres-Vergleich wurde eine Preissteigerung von 63,4 Prozent gemessen.

Preise für Wohnimmobilien steigen 2021 weiter, die für Gewerbeimmobilien stagnieren

August 2021: Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hat die Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten für den gesamtdeutschen Markt ausgewertet und kommt zu der Erkenntnis, dass die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent gestiegen sind.

Am größten war der Anstieg bei Eigentumswohnungen. Die Preise dafür sind um 12,9 Prozent gestiegen. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich um 10,4 Prozent, Eigenheime um 10,5 Prozent.

Bei Gewerbeimmobilien spiegelt die Preisentwicklung im zweiten Quartal die weiterhin anhaltende Unsicherheit über die zukünftige Nachfrage wider: Während die Preise im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,1 Prozent nachgaben, verteuerten sie sich gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres minimal um 0,1 Prozent, was insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung hindeutet.

So teuer sind Eigentumswohnungen inzwischen

August 2021: Der Vermittler für Immobilienfinanzierungen, Baufi24, hat 200.000 Immobilientransaktionen seit Beginn der Corona-Pandemie untersucht und die Preise zwischen Mai und Oktober 2020 mit denen zwischen November 2020 und April 2021 verglichen. Demnach liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung in Deutschland inzwischen bei 3.065 Euro. Das entspricht einem Preisanstieg von 6,82 Prozent.

In den deutschen Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) liegt der Quadratmeterpreis sogar im Schnitt bei 5.685 Euro, was einem Plus von gut 6 Prozent entspricht.

Große regionale Unterschiede bei Immobilienpreisen

Juli 2021: Das Forschungsinstitut des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken, vdpResearch, hat aus den Daten von etwa 350.000 Immobilienkäufen ermittelt, was Eigentumswohnungen und Häuser in 57 deutschen Städten und Landkreisen 2020 kosteten. Das Besondere daran: Die Zahlen beruhen auf Daten aus tatsäch­lich abge­schlossenen Kauf­verträgen, nicht auf Annoncen oder Makler­umfragen.

Die Preise reichen dabei von unter 2.000 Euro pro Quadratmeter in Gera, Suhl oder Eisenach bis zu über 13.000 Euro pro Quadratmeter in München. Im Schnitt verzeichnete vdpResearch im Jahr 2020 ein Plus von 7,4 Prozent. Und der Boom scheint weiterzugehen. Für 2021 erwarten die Immobilienexperten einen Anstieg von mindestens vier Prozent.

Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Was kosten Immobilien in eurer Stadt?"

Steigende Preise für Baumaterial verteuern den Hausbau

Juli 2021: Ob Bauholz, Bitumen oder Stahl – für die wichtigsten Baumaterialien sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes innerhalb eines Jahres die Preise teils enorm angestiegen. Bauherren, die keine Fixpreise vereinbart haben, droht deshalb ein Preisschock.

Wo gibt es noch erschwingliche Immobilien?

Juli 2021: Was kostet ein Eigenheim in Deutschland im Durchschnitt? Wo sind Häuser und Wohnungen günstig, wo besonders teuer? Und wie werden sich die Immobilienpreise weiter entwickeln? Diese und viele andere Fragen beantwortet die Sparda-Bank-Studie "Wohnen in Deutschland 2021" – und nennt für jeden Landkreis und jede Stadt die aktuellen Durchschnittspreise für Immobilien.

Preise für Wohnimmobilien steigen weiter an

Juni 2021: Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die Immobilienpreise im 1. Quartal 2021 weiter angestiegen. Trotz (oder gerade wegen) Corona haben sich Wohnungen und Häuser nicht nur in den Ballungsgebieten, sondern auch im ländlichen Raum deutlich verteuert. Nur bei den Kaufnebenkosten gab es einen leichten Rückgang.

Energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Marktpreise

Juni 2021: Gebäude in Deutschland, die eine hohe Energieeffizienz haben, erzielen durchschnittlich 23 Prozent höhere Preise am Immobilienmarkt als unsanierte Vergleichsobjekte. Das hat eine Studie der Plattform ImmobilienScout24 im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) ergeben. Besonders hoch sind die Preisaufschläge bei energieeffizienten Häusern im ländlichen Raum und Altbauten in der Stadt. Mehr dazu hier: Energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Marktpreise.

Droht in Deutschland eine Immobilienblase?

April 2021: Seit dem Jahr 2015 sind die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser nach den Zahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) deutschlandweit um rund 35 Prozent gestiegen. Nun fragt sich das Institut in einer Untersuchung: Was treibt die Wohnimmobilien-Preise – riskante Spekulation oder solides Kalkül? Denn je länger die Preisentwicklung anhält, umso mehr stellt sich für die KfW die Frage, ob sich eine Immobilienpreisblase aufbläht, die platzen könnte – und das mit gravierenden gesamtwirtschaftlichen Folgen. Das Fazit der Förderbank: Die volkswirtschaftlichen Risiken geben noch keinen Anlass zur Sorge, haben aber weiter zugenommen.

Alarmierende Entwicklung bei Wohneigentumsquote in Deutschland

Januar 2021: Der Anteil der Menschen, die in Deutschland in selbstgenutztem Wohneigentum leben, ist 2018 zum ersten Mal seit 1993 wieder gesunken, wie aus einer Analyse des Berliner Forschungsinstituts Empirica hervorgeht. Demnach leben nur 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in den eigenen vier Wänden. In keinem anderen Land der EU ist die Wohneigentumsquote so niedrig. Besonders jüngere Menschen können sich Wohneigentum bei stetig steigenden Immobilienpreisen nicht mehr leisten, da sie es nicht schaffen, das nötige Eigenkapital für den Haus- oder Wohnungskauf aufzubringen.

Häuserpreise steigen, Baupreise nicht

Januar 2021: Im dritten Quartal 2020 sind die Immobilienpreise in Deutschland weiter gestiegen. Wohnungen und Häuser waren um 7,8 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In den Monaten Juli bis September vergangenen Jahres stiegen die Kaufpreise im Vergleich zu den drei Monaten zuvor um 2,6 Prozent. Die Baupreise in Deutschland fielen jedoch Ende 2020 um 0,1 Prozent. Verantwortlich dafür macht das Statistische Bundesamt die Senkung der Umsatzsteuer.

Mieten oder Kaufen? Eine Deutschlandkarte hilft bei der Entscheidung

September 2020: Das Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisniveau kann Aufschluss darüber geben, ob sich ein Immobilienkauf in einer bestimmten Region lohnt. Um die Preise zu vergleichen, wird ein Faktor berechnet, der angibt, wie viele durchschnittliche Jahresmieten eine Eigentumswohnung im Schnitt kostet. Je geringer dieser Faktor ausfällt, desto eher lohnt sich ein Immobilienkauf.

Die regionalen Unterschiede sind dabei in Deutschland sehr groß. Während im Burgendlandkreis in Sachsen-Anhalt gerade einmal elf Nettokaltmieten für den Immobilienkauf aufgewendet werden müssen, sind es im Landkreis Nordfriesland an der Nordsee 72 Nettokaltmieten.

Corona-Krise verstärkt den Traum vom eigenen Haus

August 2020: Während der Corona-Krise sind laut einer Studie des Beratungsunternehmens F+B die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser stärker gestiegen als die für Eigentumswohnungen. Demnach waren Häuser in den Monaten April bis Juni 2020 um 2,9 Prozent teurer als in den ersten drei Monaten des Jahres. Die Preise für Eigentumswohnungen kletterten im selben Zeitraum nur um 1,3 Prozent nach oben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Häuserpreise sogar um neun Prozent, die Wohnungspreise um 5,9 Prozent. Dabei dominieren erstmals nach vielen Jahren Eigenheime anstatt Mieten den Wohn-Index.

Deutsche setzen in Corona-Krise auf Immobilien als Wertanlage

August 2020: Immobilien sind in der Corona-Krise die beliebteste Wertanlage der Deutschen, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Vermögensverwalters Commerz Real hervorgeht. 56 Prozent der Befragten sehen sie als sinnvoll für die private Vermögensbildung. Bei einer vergleichbaren Umfrage aus dem Februar 2020 sagten das nur 51 Prozent der Befragten. In der Corona-Krise setzen die Menschen offenbar besonders auf sichere Wertanlagen. 49 Prozent der Befragten schrieben Immobilien dieses Attribut zu. Vor der Corona-Krise waren es nur 45 Prozent.

Geheimtipp-Regionen erleben bei Immobilienpreisen heftigsten Anstieg

April 2020: Laut dem Postbank Wohnatlas sind 2019 die Immobilienpreise in ländlichen Regionen am heftigsten gestiegen. In der Uckermark in Brandenburg wurden Anstiege von mehr als 48 Prozent verzeichnet. Im bundesdeutschen Schnitt lag der Anstieg bei 9,3 Prozent. Der starke Anstieg betrifft Regionen, in denen nur wenige Wohnungen und Häuser zum Kauf angeboten werden. "Das geringe Angebot führte bei leicht steigender Nachfrage bereits zu hohen Preiserhöhungen", heißt es in der Studie.

Entwicklung der Baulandpreise in Deutschland

Die Baulandpreise in Deutschland steigen seit Jahren an – natürlich mit großen regionalen Unterschieden. So kostete ein Quadratmeter baureifes Land im Jahr 2020 laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 199 Euro – so viel wie nie zuvor. 2010 mussten Bauwillige nur 130 Euro für den Quadratmeter ausgeben. In München kostete 2019 ein Quadratmeter Bauland in bester Lage ganze 5.900 Euro. Zehn Jahre zuvor konnten Käufer den Quadratmeter dort noch für rund 1.600 Euro erwerben.

Grundsätzlich steigen die Preise für Bauland mit der Gemeindegröße. In Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern kostet der Quadratmeter baureifes Land im Schnitt 71 Euro. In den 14 größten deutschen Städten mit mindestens einer halben Million Einwohnern war es mit 1.213 Euro das 17-fache, wie das Statistische Bundesamt berechnete.

Die Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland

Seit 2007 sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach Angaben des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) bundesweit um 106 Prozent gestiegen. Dabei gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Während in den westdeutschen kreisfreien Städten ein Anstieg um knapp 124 Prozent zu verzeichnen war, betrug dieser in den ostdeutschen Landkreisen lediglich bei 60 Prozent.

Besonders in den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren explodiert. Sie stiegen laut Marktbericht Wohnimmobilien Deutschland 2020/2021 von Engels & Völkers seit dem 1. Halbjahr 2015 um durchschnittlich 45,2 Prozent und in den vergangenen zwölf Monaten um 8,6 Prozent.

In Berlin sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen 2020 laut ZIA am stärksten gestiegen, und zwar um 10,7 Prozent. In der Hauptstadt beträgt der Quadratmeterpreis nun durchschnittlich 4.158 Euro.

Hohe Preisanstiege waren auch in Frankfurt und Köln zu beobachten (+10,6 Prozent beziehungsweise +10,5 Prozent). Überwiegend sind die Wohnungspreise 2020 jedoch weniger stark gestiegen als noch 2019.

Insbesondere in München scheinen die Kaufpreise mittlerweile ein Niveau erreicht zu haben, das nur noch moderate Steigerungen erlaubt. Ende 2020 lag der mittlere Preis für eine Eigentumswohnung im Bestand bei 7.330 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einer Steigerung von 4,9 Prozent innerhalb eines Jahres.

In den Metropolen sinken dabei die Renditen, weil die Mieten dort weniger stark gestiegen sind als die Kaufpreise.

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand kosteten im bundesdeutschen Durchschnitt laut ZIA im vierten Quartal 2020 rund 2.280 Euro pro Quadratmeter.

Die Preisentwicklung für Häuser in Deutschland

Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind seit 2007 mit gut 84 Prozent wesentlich geringer gestiegen als die für Eigentumswohnungen. Dabei ist laut ZIA eine leicht abnehmende Preisdynamik zu erkennen. Während 2019 die Steigerungsrate noch bei 7,9 Prozent lag, stiegen die Preise 2020 um 7,3 Prozent.

Im bundesweiten Mittel muss man 2.750 Euro für den Quadratmeter in einem Eigenheim zahlen.

Das mit Abstand höchste Preisniveau herrscht mit 3.775 Euro pro Quadratmeter in den westdeutschen kreisfreien Städte. In den kreisfreien Städten in Ostdeutschland kostet der Quadratmeter Eigenheim dagegen nur 2.375 Euro. Am günstigsten ist der Hauskauf in den ostdeutschen Landkreisen. Hier liegt der Quadratmeterpreis lediglich bei 1.515 Euro.

Interessant ist, dass laut ZIA die Preise für Einfamilienhäuser im ländlichen Raum mit gleicher Rate wie die Preise in den Metropolen gestiegen sind.

Wovon die Immobilienpreisentwicklung abhängt

Die Entwicklung der Immobilienpreise hängt von vielen Faktoren ab, wir nennen die vier zentralen.

1. Entwicklung der Einkommen

Bei steigenden Einkommen steigen auch die Immobilienpreise. Denn wenn die Menschen mehr Geld verdienen, steigt auch die Nachfrage nach Immobilien. Weil das Angebot so knapper wird, werden Immobilien teurer. Wird das Einkommen im Schnitt niedriger, sinkt die Nachfrage – und damit sinken zeitverzögert auch die Preise.

2. Entwicklung der Zinsen

Die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite wirken sich ebenfalls auf die Immobilienpreise aus. Durch die ständig sinkenden Zinsen steigen auch die Immobilienpreise – denn wenn Hauskäufer weniger Zinsen für die Finanzierung des Eigenheims bezahlen müssen, dann können sie sich einen höheren Kaufpreis leisten. Außerdem sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien steigt – und mit der Nachfrage steigt der Preis.

3. Immobilien als sichere Geldanlage

Immobilien werden als Wertanlage immer beliebter. Besonders in Krisenzeiten setzen die Menschen vermehrt auf Häuser und Immobilien – und investieren weniger in andere Anlageformen. Die Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt ermöglicht dabei auch deutlich höhere Renditen als viele andere Anlageformen. Und so investieren nicht nur Deutsche ins selbst genutzte Eigenheim, sondern auch vermehrt internationale Investoren in den sicheren deutschen Immobilienmarkt.

4. Entwicklung und Verhalten der Bevölkerung

Wächst die Bevölkerung, dann ist davon auszugehen, dass auch die Nachfrage nach Immobilien steigt – und damit wiederum die Immobilienpreise. Auch der in den vergangenen Jahren große Zuzug in Metropolen hat zu den sehr hohen Preisen besonders in diesen Städten geführt. Weil die Preise dort mittlerweile sehr hoch sind, können sich viele Menschen dort den Immobilienkauf nicht mehr leisten und suchen sich ein Eigenheim im Umland der Metropolen.

Das führt wiederum dort zu einem Preisanstieg. So sind die Preisanstiege im Umland von Berlin, Hamburg, München, Köln und Stuttgart seit 2017 sogar höher ausgefallen als in den Städten selber.

Auch der Trend zu kleiner werdenden Haushalten spiegelt sich in den Immobilienpreisen nieder. So sollen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 204o mehr als 45 Prozent der Menschen in Single-Haushalten leben. Im Jahr 1991 waren es noch 33,6 Prozent. Die Anzahl der Menschen in größeren Haushalten sinkt jedoch seit Jahren. Weil weniger Menschen pro Wohnung insgesamt mehr Platz benötigen, können auch durch diesen Effekt die Immobilienpreise steigen.

Mieten oder Kaufen – die ewige Frage

Ob sich ein Kauf bei den immer weiter steigenden Immobilienpreisen noch lohnt, fragen sich viele Menschen. Die Antwort: Es kommt drauf an. Einen Anhaltspunkt dafür, ob sich der Immobilienkauf lohnt, liefert der Vergleich von Kauf- und Mietpreisen in einer Region. Der Faktor, wie viele Jahresmieten für den Immobilienkauf benötigt werden, kann darüber Aufschluss geben.

Wenn eine Wohnung für weniger als das 25-fache der Jahresmiete zu haben ist, dann lohnt sich der Kauf in der Regel. Das ist laut einer Studie des Forschungsinstituts des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken, vdpResearch, in 125 von 401 deutschen Landkreisen und Städten der Fall. Darunter sind zum Beispiel Emden, Görlitz, Jena, Speyer und auch Lübeck. In keiner Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern ist das Kaufpreis-Miete-Verhältnis so günstig wie in der Hansestadt.

Kostet Wohneigentum dagegen mehr als das 30-fache der Jahresmiete, dann lohnt sich der Kauf eher nicht. Das ist in immerhin 96 Kreisen und Städten der Fall, darunter die Großstädte Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Neuer Vergleich: Was kosten Immobilien in eurer Stadt?".

Immobilienpreise: Die teuersten Städte Deutschlands

Wer in einer deutschen Großstadt eine Immobilie erwerben will, der muss tief in die Tasche greifen. Doch nicht nur die Region ist entscheidend, sondern auch, was die Käufer erwerben wollen.

So müssen Kaufwillige für ein Einfamilienhaus mit rund 120 Quadratmetern in Frankfurt einen höheren Preis bezahlen als in Düsseldorf. Der Quadratmeter Bauland hingegen ist in der Rheinmetropole teurer als am Main.

Wir zeigen euch, in welchen sieben Städten der Hauskauf am teuersten ist. Die Hauspreise sind Durchschnittswerte von Preisen für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenendhäusern, die auf Angebotspreisen in Immobilienportalen beruhen.

Deutsche Immobilienpreise im internationalen Vergleich

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte lagen die deutschen Immobilienpreise im Jahr 2018 im internationalen Vergleich lediglich im Mittelfeld. Für die Untersuchung wurden Immobilienpreise aus 16 europäischen Ländern mit dem dort durchschnittlich verfügbaren Einkommen verglichen. Am günstigsten ist der Hauskauf demnach in Portugal und Belgien, am teuersten in Tschechien.

Laut Deloitte reichen in Deutschland fünf bis sechs Jahresgehälter, um eine 70 Quadratmeter große Wohnung zu kaufen. In Österreich und Norwegen gilt das gleiche. Aber in elf der untersuchten Länder sei der Immobilienkauf teurer. In Tschechien müssten die Menschen sogar elf Jahresgehälter für eine Wohnung ausgeben.

Die regionalen Unterschiede sind allerdings in Deutschland sehr groß. Gerade in Großstädten und Ballungszentren müssen Menschen viel mehr für eine 70-Quadratmeter-Wohnung zahlen.

Immobilienpreise 2030: Prognosen und Thesen

Die Immobilienpreise in Deutschland sind hoch – aber bleibt das auch so? Eine Studie von Schwäbisch Hall und der Universität Freiburg aus dem März 2020 hat einen Blick in die Zukunft gewagt. Die Prognose: Bis 2030 steigen die Immobilienpreise weiter. Gerade in begehrten Lagen im Süden des Landes und in Ballungszentren erhöhen sich laut Studie die Preise sogar bis 2060 – denn die hohe Nachfrage hält an.

Obwohl die Bevölkerungsanzahl laut der Forscher zurückgeht, steige die Nachfrage an Wohnraum. Denn der Trend zu kleinen Haushalten wird weiter anhalten. So steige die Haushaltsanzahl bis 2030 um sechs Prozent. Trotz geringer werdender Bevölkerung wird die Haushaltsanzahl laut Prognosen der Forscher 2060 auf dem heutigen Stand sein. Und auch die Wohnfläche pro Person nimmt weiter zu: Heute liegt sie bei 45 Quadratmeter pro Person, 2030 bei 49 Quadratmeter pro Person.

Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut kommt im Postbank Wohnatlas zu dem Schluss, dass die Preise bis 2030 vielerorts weiter steigen werden. "In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer damit rechnen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt", heißt es dort.

Den heftigsten Preisanstieg werden laut den Experten die Landkreise rund um München haben. Auch in München selber soll es noch weiter nach oben gehen. Ländlichen Regionen im Osten hingegen bescheinigen die Experten einen Stillstand oder sogar Rückgang bei den Immobilienpreisen.

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