Immobilienpreise: Baustelle eines Mehrfamilienhauses mit Neubauwohnungen.
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Immobilienpreisentwicklung: Aktuelle Immobilienpreise und Prognosen

Simone Nissen

Simone Nissen

Wie wirken sich Bauzinsen, Inflation und weitere Faktoren auf die Immobilienpreise in Deutschland aus? Wir präsentieren euch in diesem Newsticker die neusten Studien, Prognosen, Daten und Zahlen zur Immobilienpreisentwicklung.

Jahrelang kannten die Immobilienpreise in Deutschland nur einen Weg: nach oben. Jetzt zeigt sich eine Wende. Experten und Wissenschaftler untersuchen die Immobilienpreisentwicklung regelmäßig. Wir halten euch auf dem Laufenden.

+++ DIW hält Einbrüche der Immobilienpreise von bis zu 10 % für möglich +++

November 2022: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) attestiert dem deutschen Immobilienmarkt ein bedenkliches Auseinanderdriften von Kaufpreisen und Mieten. Deshalb prognostiziert es in einer aktuellen Studie zur Immobilienpreisentwicklung deutliche Preiseinbrüche.

Das Ergebnis der Studie: Die Immobilienpreise in 97 untersuchten Städte sind in 2022 durchschnittlich um elf Prozent gestiegen – auch wenn die Immobilienpreise jeweils im Vergleich zum Vorquartal abnahmen. Währenddessen haben die Mieten aber "nur" um vier Prozent zugenommen.

Laut DIW ist dieses Auseinanderdriften ein Indiz dafür, dass Immobilien als Spekulationsobjekte genutzt werden und es zu Preisblasen kommen kann. Daher lautet die Prognose des DIW: Die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser könnten um bis zu zehn Prozent fallen.

Grafik von der Preisentwicklung am Immobilienmarkt von 1996 bis 2021
Die DIW-Berechnungen basieren auf Daten des Immobilienverbandes IVD für Immobilien in mittlerer Lage in deutschen Großstädten. © DIW Berlin 2022

Wer jetzt Angst vor dem Platzen einer riesigen Immobilienblase hat, kann jedoch beruhigt sein. Denn zum einen gehen die hohen Immobilienpreise weiterhin vielerorts auf eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot zurück.

Zum anderen drängen gerade immer mehr Menschen auf den Mietmarkt, die den Traum von der eigenen Immobilie aufgegeben haben. Die Mieten dürften also noch deutlich anziehen.

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+++ Immobilienpreisentwicklung im zweiten Quartal in Folge rückläufig +++

November 2022: Die Immobilienpreise in Deutschland sind im Quartalsvergleich weiter gesunken. Nach dem Minus bei der Immobilienpreisentwicklung im zweiten Quartal 2022 um 0,9 Prozent, sind es im dritten Quartal sogar 4,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Das ergibt sich aus der aktuellen Interhyp-Studie. In konkreten Zahlen bedeutet diese Immobilienpreisentwicklung: Der Preis für den Bau oder Kauf einer finanzierten Immobilie inklusive Nebenkosten betrug im dritten Quartal 2022 durchschnittlich 512.000 Euro. Im zweiten Quartal waren es noch 535.000 Euro.

Grafik der fallenden Immobilienpreise im 3. Quartal 2022
Die Immobilienpreise, die Interhyp für die Studie nutzt, beziehen sich auf tatsächlich abgeschlossene Finanzierungen für einen Bau oder Kauf. © Interhyp AG

Beim Blick auf die deutschen Metropolen ist die Immobilienpreisentwicklung unterschiedlich. In München haben sich die Immobilienpreise dem Deutschlandtrend entsprechend entwickelt. In Hamburg und Berlin sieht es anders aus.

  • Metropole
  • 2. Quartal 2022 im Vergleich zum 1. Quartal
  • 3. Quartal 2022 im Vergleich zum 2. Quartal
  • München
  • -1,1 Prozent (durchschnittlich 894.000 Euro)
  • -4,5 Prozent (durchschnittlich 854.000 Euro)
  • Berlin
  • -1 Prozent (durchschnittlich 579.000 Euro)
  • +2,4 Prozent (durchschnittlich 593.000 Euro)
  • Hamburg
  • -0,4 Prozent (durchschnittlich 747.000 Euro)
  • +3,7 Prozent (durchschnittlich 775.000 Euro)

Aktuelle Immobilienpreisentwicklung in den Metropolen Berlin, Hamburg und München. Quelle: Interhyp AG

Die deutschlandweit durchschnittlich sinkenden Preise bestätigt auch der neuste Hauspreis-Index der Transaktionsplattform Europace. Er nimmt die Immobilienpreisentwicklung im Vergleich zum Vormonat unter die Lupe. Diese Studie zeigt im Oktober 2022 wieder sinkende Immobilienpreise in allen Segmenten. Am stärksten fallen die Preise für Eigentumswohnungen. Im Vergleich zum Vormonat waren es im Oktober rund 2 Prozent.

Grafik des Immobilienpreisentwicklung laut Hauspreis-Index von Oktober 2022
Beim Hauspreis-Index sieht die Entwicklung der Immobilienpreise von Neubauhäusern am stabilsten aus. © EUROPACE

Lest hier einen Beitrag zu der spannenden Frage: Haus verkaufen oder warten: Lohnt sich jetzt ein Hausverkauf?

+++ Aktuelle Immobilienpreisentwicklung: Stabilisierung auf hohem Niveau +++

Oktober 2022: Die Preiseinbrüche der vergangenen Monate am deutschen Immobilienmarkt setzen sich zumindest laut einer aktuellen Analyse des Immobilienportals Immoscout24 im dritten Quartal 2022 nicht fort. Dieser Studie zufolge hat sich der Einbruch der Nachfrage nach den starken Anstiegen der Bauzinsen nicht verschärft.

Allerdings ist diese Studie mit Vorsicht zu genießen. Sie bezieht sich auf Angebotspreise, nicht auf tatsächlich abgeschlossene Finanzierungen oder notariell beglaubigte Kaufpreise. Laut Immoscout24 wurden Bestands-Eigentumswohnungen im dritten Quartal um 0,9 Prozent teurer angeboten als im zweiten Quartal. Für Neubauwohnungen lag das Plus bei 1 Prozent.

Die Immobilienpreise der angebotenen Einfamilienhäuser im Bestand stiegen um 0,5 Prozent und im Neubau um 1,9 Prozent. "Wir sehen, dass der Kaufmarkt in Deutschland funktioniert und sich vor allem in den Metropolen beruhigt", kommentiert Immoscout24-Geschäftsführer Thomas Schroeter die Zahlen.

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+++ Prognose: Für Käufer wird es nicht einfacher Wohneigentum zu finden +++

Oktober 2022: Der neue Wohneigentumsreport des Immobilienunternehmens Accentro Real Estate mit dem Institut der deutschen Wirtschaft zerstört die Hoffnung vieler, auf dem angeheizten deutschen Immobilienmarkt nun doch endlich fündig zu werden. "Es wird für Käufer nicht einfacher oder günstiger, eine Wohnung zu finden", prognostiziert Accentro-Chef Lars Schriewer.

Grund dafür sei der schleppende Neubau in Deutschland, der die Preise von Immobilien perspektivisch weiter stabilisiert. Weil die Nachfrage auch in Zukunft höher sei als das Angebot, würden die Preise in den kommenden Jahren nicht einbrechen. Im Gegenteil: Schriewer sieht für die zukünftige Entwicklung der Immobilienpreise die Möglichkeit weiterer Preissteigerungen.

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Weitere Zahlen, Studien und Prognosen zur Immobilienpreisentwicklung im Überblick

Die Immobilienpreisentwicklung der zurückliegenden Monate und Jahre könnt ihr hier nachvollziehen und daraus Rückschlüsse auf die Wertentwicklung von Immobilien ziehen.

+++ Immobilienpreise für Neubauten steigen wieder – ganz leicht +++

September 2022: Die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen und bestehende Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser sind im August 2022 weiter leicht gesunken. Bei den Eigentumswohnungen gab es ein Minus von 0,60 Prozent. Die Preise für bestehende Häuser sanken um 0,58 Prozent. Anders sieht es bei Neubau-Häusern aus.

Neue Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser verzeichneten im August wieder einen leichten Preisanstieg – von 0,44 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das ergibt sich aus dem aktuellen Hauspreis-Index der Transaktionsplattform Europace.

Grafik des Hauspreis-Index von Europace
In der Grafik des Hauspreis-Index steigt nur die Kurve der Neubauten wieder leicht an. © Europace

"Mit dieser Entwicklung, von einerseits sinkenden Immobilienpreisen in zwei Segmenten und andererseits steigenden Zinsen, sehen wir zudem, dass wieder mehr Verkäufe gegenüber Juli 2022 abgeschlossen wurden. Die Lage bleibt aber weiterhin volatil", kommentiert Stefan Münter, Co-CEO und Vorstand von Europace die aktuelle Lage am Immobilienmarkt.

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+++ Energieeffiziente Immobilien erzielen bis zu 35% höhere Preise +++

September 2022: Eine energieeffiziente Gebäudehülle zahlt sich nicht nur bei den Heizkosten aus, sondern auch beim Verkauf von Haus oder Wohnung. Immobilien mit hoher Energieeffizienz erzielen bis zu 35 Prozent höhere Preise. Zudem sind sie am Immobilienmarkt 67 Prozent mehr nachgefragt als unsanierte Vergleichsimmobilien.

Das hat eine Studie von ImmobilienScout24 im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) ergeben. Grundlage dieser aktuellen Studie ist die Auswertung von 200.000 Immobilien in Deutschland (Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen), die nach Regionen und Baualtersklassen miteinander verglichen wurden. Als Betrachtungszeitraum dienten die vergangenen zwölf Monate.

"Wer in die Gebäudehülle seiner Immobilie investiert, spart in der Zukunft nicht nur sehr viel Energie, sondern steigert auch signifikant Nachfrage und Wert", fasst Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG, das Studienergebnis zusammen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die Preissteigerung von 35 Prozent bezieht sich auf ältere Gebäude im ländlichen Raum. Deutschlandweit liegt der durchschnittliche Wertzuwachs bei 22 Prozent.

In dieser Tabelle seht ihr die Zahlen im Detail.

  • Regionentyp
  • Baualtersklasse Altbau bis 1949
  • Baualtersklasse Neubau bis 1975
  • Baualtersklasse Neubau bis 1990
  • Baualtersklasse Neubau bis 2018
  • ländlicher Raum
  • 35%
  • 19%
  • 11%
  • 26%
  • Stadt
  • 17%
  • 11%
  • 2%
  • 24%
  • verdichtetes Umland
  • 32%
  • 18%
  • 5%
  • 19%
  • Gesamt
  • 25%
  • 16%
  • 7%
  • 23%

Auswirkungen von Energieeffizienz auf die Immobilienpreise, Quelle: Scout24 AG, Market Analytics, Immobilien Scout GmbH, Berlin

Lest hier, noch mehr gute Gründe für das Sanieren eines Altbaus.

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+++ Immobilienmarkt: Trendumkehr von Angebot und Nachfrage bei Kauf und Miete +++

August 2022: Wer aktuell eine Immobilie kaufen möchte, hat gute Chancen den Zuschlag zu bekommen. Für Mieter werden dagegen die Angebote immer knapper. Die schwierige Lage am Immobilienmarkt mit höheren Zinsen, hohen Energiekosten und steigenden Baupreisen verfestigt eine Trendumkehr von Angebot und Nachfrage bei Kauf und Miete.

Deutlich mehr Menschen möchten Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen verkaufen. Sie treffen aber auf eine sinkende Nachfrage bei den Käufern. Dagegen möchten mehr Menschen Häuser und Wohnungen mieten. Es kommen aber weniger Mietimmobilien auf den Markt. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs der Inserate der Monate Juni und Juli 2022 bei ImmoScout24.

Grafik von der aktuellen Lage am Immobilienmarkt
© ImmoScout24

"Mit dem Zinsanstieg im zweiten Quartal ist die Finanzierung eines Immobilienkaufs deutlich teurer geworden. Damit ist der Traum von der eigenen Immobilie für viele Menschen vorerst geplatzt. Menschen, die vorher über einen Kauf nachdachten, suchen seitdem vermehrt nach Immobilien zur Miete", kommentiert Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24, die Entwicklung.

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+++ Entwicklungen der Immobilienpreise: Minus bei allen Arten von Wohnimmobilien +++

August 2022: Der neue Hauspreisindex der Transaktionsplattform Europace zeigt: Bei allen Arten von Wohnimmobilien sind die Preise gefallen. Nach den Eigentumswohnungen (-0,86 Prozent) sinken die Preise für Bestandsimmobilien am zweitstärksten (-0,69 Prozent). Aber auch die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser sinken erstmals leicht (-0,26 Prozent).

Die Grafik des Hauspreisindex zeigt sinkende Immobilienpreise
So sieht es am Immobilienmarkt dem Hauspreis-Index von Europace zufolge aktuell aus. © Europace

"Käufer werden in der aktuellen Lage, aufgrund der hohen Inflation und den steigenden Energiepreisen, etwas zurückhaltender", kommentiert Stefan Münter, Co-CEO und Vorstand von Europace, den Hauspreisindex. "Verkäufer sind derzeit wieder eher bereit über Kaufpreise zu sprechen und zu verhandeln. Das bedeutet, es bieten sich trotz des Zinsanstiegs neue Möglichkeiten für die Verbraucher."

+++ Trendwende: Leichtes Minus bei den Immobilienpreisen +++

August 2022: Im zweiten Quartal 2022 sind die Immobilienpreise in Deutschland im Vergleich zum ersten Quartal auf Bundesebene im Durchschnitt gesunken. Die prognostizierte Trendwende ist also eingetreten.

Infografik zur Preissteigerung am Immobilienmarkt
Veränderung der Immobilienpreise seit 2012. © Interhyp AG

Auf Bundesebene ist das Minus nur leicht, es beträgt durchschnittlich 0,9 Prozent. Das ergibt sich aus einer Interhyp-Studie, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Ein Blick auf die deutschen Metropolen zeigt, dass der Rückgang der Immobilienpreise teilweise aber noch deutlich größer ist.

  • Stadt
  • Rückgang/Steigerung
  • Leipzig
  • -7,2 Prozent
  • Köln
  • -6,9 Prozent
  • München
  • -1,1 Prozent
  • Berlin
  • -1 Prozent
  • Hamburg
  • -0,4 Prozent
  • Frankfurt a. M.
  • +0,3 Prozent

Beispiele für die Veränderungen der Immobilienpreise in deutschen Metropolen zwischen dem zweiten und ersten Quartal 2022. Quelle: Handelsblatt/Interhyp

"Man kann schlecht von dem Immobilienmarkt in Deutschland sprechen, es gibt und gab immer schon starke Unterschiede", erläutert Interhyp-Chef Jörg Utecht das Phänomen im Handelsblatt. "Und jetzt, da der Markt zu einer neuen Balance findet, sehen wir eben auch in den einzelnen Städten und Regionen unterschiedlich starke Anpassungen."

Er sieht als Grund für das Sinken der Immobilienpreise neben den steigenden Zinsen auch das zunehmende Bewusstsein der Käufer dafür, dass Umweltauflagen und Energiekosten teurer werden. Beim Erwerb von Immobilien der Energieklassen G und H würden Käufer zurückhaltender – oder forderten mit Erfolg, dass dieser Aspekt in den Preisen berücksichtigt wird, sagt Utecht.

Die Zahlen beruhen auf einer Interhyp-Auswertung von über 500.000 abgeschlossenen Finanzierungen für den Bau oder Kauf einer Immobilie von 2012 bis zum ersten Halbjahr 2022.

Hier erfahrt ihr, ob es stimmt, dass Eigentümern eine Sanierungspflicht droht?

+++ Kaufpreise für Wohnungen in teuersten Großstädten steigen weniger rasant +++

August 2022: Im ersten Halbjahr 2022 sind die Kaufpreise für Wohnungen in deutschen Großstädten zwar weiterhin gestiegen. In den teuersten Städten Deutschlands war der Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 allerdings nur moderat. Hier seht ihr die Veränderungen der Immobilienpreise in den teuersten Großstädten im Überblick.

  • Stadt
  • 1. Halbjahr 2021
  • 1. Halbjahr 2022
  • Veränderung
  • München
  • 9.190 €
  • 9.500 €
  • 3%
  • Frankfurt am Main
  • 6.350 €
  • 6.520 €
  • 3%
  • Hamburg
  • 6.380 €
  • 6.760 €
  • 6%
  • Berlin
  • 4.780 €
  • 5.080 €
  • 6%
  • Düsseldorf
  • 4.930 €
  • 5.180 €
  • 5%
  • Stuttgart
  • 5.380 €
  • 5.760 €
  • 7%
  • Köln
  • 5.100 €
  • 5.350 €
  • 5%
  • Potsdam
  • 4.910 €
  • 5.410 €
  • 10%
  • Freiburg im Breisgau
  • 5.430 €
  • 5.770 €
  • 6%
  • Heidelberg
  • 5.270 €
  • 5.670 €
  • 8%

Anstiege der Immobilienpreise (Kaufpreise pro m2) für Wohnungen in den teuersten Großstädten Deutschlands. Quelle: immowelt

In den günstigeren Städten gab es deutlichere Preissprünge. Bochum liegt mit einem Plus von
21 Prozent an der Spitze. Auch in Solingen (+20 Prozent) und Mönchengladbach (+19 Prozent) sind die Angebotspreise für Bestandswohnungen innerhalb eines Jahres kräftig gestiegen. Datenbasis für die Analyse der Kaufpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote in
69 ausgewählten Großstädten für Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre).

Es zeichnet sich allerdings auch bei dieser Studie ab, dass steigende Bauzinsen, Inflation und Krieg in der Ukraine die Preiskurven deutlich abflachen lassen. Im zweiten Quartal 2022 sind deutschlandweit die Anfragen für Kaufimmobilien, die auf immowelt.de inseriert wurden, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gesunken.

Hier könnt ihr mehr lesen zu den teuersten und die günstigsten Wohnlagen in Deutschland.

+++ Weniger Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser +++

Juli 2022: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sinkt die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser weiterhin. Demnach wurden von Januar bis Mai 2022 genau 17,8 Prozent weniger Baugenehmigungen für diesen Haustyp erteilt als im Vorjahreszeitraum. Eine gegenteilige Entwicklung gab es bei den Zweifamilienhäusern, hier stieg die Anzahl der Genehmigungen um 2,1 Prozent.

+++ Experten prognostizieren mehr Zwangsversteigerungen +++

Juli 2022: Wer mit seiner Baufinanzierung ohnehin schon am Anschlag ist, dem könnte durch die steigenden Zinsen und die höhere Inflation die Zwangsversteigerung seiner Immobilie drohen. Experten erwarten, dass die Zahl der Zwangsversteigerungen in den Jahren 2023 und 2024 deutlich zunimmt – nachdem sie in den zurückliegenden Jahren immer wieder gesunken war.

Haushalte mit mittlerem Einkommen seien von Zinserhöhungen, der hohen Inflation und dem gesunkenen Verbrauchervertrauen besonders hart getroffen, erklärte Walter Ruesch, Geschäftsführer beim Fachverlag Argetra, laut handelsblatt.de. Wer mit seiner Baufinanzierung in Schieflage gerät, könne aber kaum auf Verhandlungsspielraum mit den Banken hoffen, weil diese in den vergangenen Jahren „bis an den Anschlag finanziert haben“, sagte Ruesch.

Aktuell gebe es bereits eine leichte Steigerung von Zwangsversteigerungen. Deutlich würde die Zunahme aber erst in den Jahren 2023 und 2024. Grund dafür sei, dass sich ein Zwangsvollstreckungsverfahren ein bis zwei Jahre hinzieht.

Diejenigen unter euch, die noch sehnlichst auf den Kauf einer Immobilie hoffen, finden hier Lesestoff: Zwangsversteigerung – Schnäppchen oder Falle?

+++ Preissteigerung im 1. Quartal 2022 beträgt 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal +++

Juni 2022: Die Preise für Wohnimmobilien sind laut des Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2022 um durchschnittlich zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Damit lag die Steigerungsrate des Häuserpreisindexes gegenüber dem Vorjahresquartal zum vierten Mal in Folge über zehn Prozent.

Gegenüber dem Vorquartal haben sich Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser allerdings nur um 0,8 Prozent verteuert. Damit deutet sich eine leichte Abschwächung der Dynamik an.
Im 3. Quartal 2021 waren die Preise für Wohnimmobilien noch um 4,1 Prozent und im 4. Quartal 2021 um 3,1 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal gestiegen.

+++ Europace Hauspreisindex: Immobilienpreise steigen kaum noch +++

Juni 2022: Im Mai stiegen die Immobilienpreise laut Europace Hauspreisindex bei Eigentumswohnungen, Neubauhäusern und Bestandshäusern nur noch um weniger als
0,5 Prozentpunkte.

Der Hauspreisindex für Eigentumswohnungen verzeichnete ein sehr leichtes Wachstum von
0,11 Prozent. Im Vorjahresvergleich lag die Verteuerung noch bei 11,41 Prozent. Mit 0,45 Prozent im Vergleich zum Vormonat stiegen die Kosten für neue Ein- und Zweifamilienhäuser am meisten. Im Vergleich zu den letzten zwölf Monaten verzeichnet das Segment eine Aufwärtsentwicklung um 13,59 Prozent.

Bestandshäuser kamen auf eine Wertsteigerung der Immobilien von 0,20 Prozent. Innerhalb der letzten zwölf Monate entwickelten sich die Preise um 13,26 Prozent nach oben.

+++ Am Immobilienmarkt zeichnet sich eine Wende ab +++

Juni 2022: Nach mehr als zehn Jahren Immobilienboom in Deutschland und enorm steigenden Preisen erwarten einige Experten eine Wende am Wohnungsmarkt. So sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), der dpa, dass bisher Vorzieheffekte zu sehen seien von Menschen, die noch schnell Immobilien kaufen wollten, bevor die Bauzinsen weiter steigen.

Im zweiten Quartal 2022 rechnet er aber mit einer Wende am Immobilienmarkt, da mit den steigenden Zinsen mehr und mehr Käufergruppen aus dem Markt fielen. Auch größere Investoren wollten zwar noch kaufen, aber angesichts der höheren Zinsen zu niedrigeren Preisen. Denkbar sei allerdings auch eine längere Preisstagnation, bis der Markt über steigende Einkommen wieder ein Gleichgewicht gefunden habe, so Voigtländer.

Auch Stefan Mitropoulos, Ökonom bei der Landesbank Helaba, geht in einer Analyse davon aus, dass die höheren Finanzierungskosten die Nachfrage nach Wohnimmobilien insgesamt dämpfen und stärker in das preisgünstigere weitere Umland der großen Städte lenken werde. Damit sollte sich im Jahresverlauf der Preisanstieg am Wohnungsmarkt "spürbar verlangsamen".

Eine aktuelle Preisschätzung von immowelt rechnet für zehn der 14 Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Kaufpreisen bis Dezember dieses Jahres. Mehr dazu in unserem Artikel: Ende des Immobilienbooms: In welchen Städten die Preise sinken.

Auch Experten der Deutschen Bank erwarten, dass der Aufwärtszyklus am Wohnungsmarkt vor einem Ende steht. Sie rechnen allerdings erst für 2024 damit, dass der Immobilienboom ausläuft, und mit einer "verhaltenen Preiskorrektur".

+++ Kaufpreisprognose 2035: Wo die Wohnungspreise noch steigen – und wo nicht +++

Mai 2022: In fast der Hälfte aller 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte können Haus- und Wohnungsbesitzer davon ausgehen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2035 real an Wert gewinnt. Weitere Zuwächse erwarten Experten vor allem für den süddeutschen sowie den Hamburger und Berliner Raum und das Weser-Ems-Gebiet. Das geht aus der Studie "Postbank Wohnatlas 2022" hervor, für die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) eine Kaufpreisprognose bis 2035 erstellt hat. In der knappen Mehrheit der Regionen hat der Preisboom jedoch ein Ende.

+++ Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen haben sich im ersten Quartal 2022 erneut verteuert +++

April 2022: Im ersten Quartal 2022 wurden bestehende Eigentumswohnungen bundesweit um
5,1 Prozent teurer als noch im Vorquartal angeboten. Im vierten Quartal 2021 lag die Teuerungsrate noch bei 4,3 Prozent. Damit nahm die Preisdynamik deutlich zu. Die Angebotskaufpreise für Neubau-Eigentumswohnungen stiegen deutschlandweit mit einem Plus von drei Prozent weniger stark als im Bestand. Eine Ursache dafür dürfte sein, dass die Nachfrage für Bestandswohnungen um das Vierfache höher lag als im Neubau. Zu diesem Ergebnis kommt das "ImmoScout24 WohnBarometer".

Der Angebotspreis von bestehenden Einfamilienhäusern stieg im Quartalsvergleich bundesweit um 4,6 Prozent. Die Angebotspreise von Neubauhäusern stiegen im selben Zeitraum um 4,5 Prozent.

+++ Wohnatlas 2022: Das kostet eine gebrauchte Eigentumswohnung pro Quadratmeter in den großen Städten +++

März 2022: Wie viel Käufer von gebrauchten Eigentumswohnungen in den sieben größten deutschen Städten bezahlen müssen, das geht aus dem Postbank Wohnatlas 2022 hervor. Das ist die Top Sieben:

  1. München: 9.731,59 Euro pro Quadratmeter
  2. Frankfurt am Main: 6.586,11 Euro pro Quadratmeter
  3. Hamburg: 6.488,89 Euro pro Quadratmeter
  4. Berlin: 5.527,53 Euro pro Quadratmeter
  5. Düsseldorf: 5.361,27 Euro pro Quadratmeter
  6. Stuttgart: 5.344,61 Euro pro Quadratmeter
  7. Köln: 4.897,50 Euro pro Quadratmeter

Zu den teuersten zehn Städten Deutschlands zählen außerdem Potsdam, Freiburg im Breisgau und Heidelberg – alle drei haben Quadratmeterpreise jenseits der 5.000-Euro-Marke.

+++ Rekordanstieg im vierten Quartal: Immobilienpreise ziehen stark an +++

März 2022: Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind Ende 2021 in Rekordtempo gestiegen. Sie erhöhten sich von Oktober bis Dezember um durchschnittlich 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Dies ist erneut der stärkste Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000", teilte das Statistische Bundesamt mit.

Besonders stark stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen mit einem Plus von 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Eigentumswohnungen verteuerten sich dort um 13,2 Prozent. In dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 14,5 Prozent und die Preise für Eigentumswohnungen um
11,2 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2021 zogen die Preise für Wohnimmobilien insgesamt um 11,0 Prozent an, nach 7,8 Prozent 2020.

+++ So haben sich die Preise für Neubauten entwickelt +++

März 2022: Die aktuelle Neubau-Preisanalyse von ImmoScout24 zeigt, dass in den zehn größten deutschen Städten die Angebotskaufpreise für Neubauwohnungen im Jahr 2021 zwischen 3,4 und 19,1 Prozent angestiegen sind. Im Umland der Metropolen zogen die Angebotskaufpreise für Neubauhäuser mit 5,0 und 19,9 Prozent ebenfalls stark an. Mit 19,9 Prozent verzeichnete der Speckgürtel von Berlin mit Abstand den höchsten Preisanstieg im Vergleich zum Umland der anderen Ballungsräume.

Bei den Städten selbst liegt Düsseldorf mit einem Preisanstieg von 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf Platz eins, gefolgt von Bremen mit 16,3 Prozent. In München, Köln, Hamburg und Berlin lagen die Preissteigerungen unter dem bundesweiten Durchschnitt von zwölf Prozent.

In München stiegen die Angebotspreise mit 3,4 Prozent zwar am geringsten, dennoch bleibt die bayerische Landeshauptstadt mit Abstand das teuerste Pflaster für neugebaute Eigentumswohnungen. Der Angebotspreis der 80 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Referenzwohnung lag im vierten Quartal 2021 im Durchschnitt bei 699.740 Euro. Mit großem Abstand folgt Frankfurt am Main. Hier wird eine vergleichbare Wohnung trotz der Preissteigerung von 14,6 Prozent etwa 185.000 Euro günstiger angeboten als in München.

Ein Grund für die gestiegenen Neubaupreise ist die Preisentwicklung bei den Baustoffen.

+++ Bundesbank: Wohnimmobilien sind bis zu 40 Prozent überbewertet +++

Februar 2022: Die Bundesbank sieht eine immer deutlichere Überbewertung bei Wohnimmobilien. "Die Überbewertungen bei Wohnimmobilien nahmen zu", schreiben die Analysten in ihrem Monatsbericht. "Gemäß aktuellen Schätzergebnissen lagen die Immobilienpreise in den Städten im Jahr 2021 zwischen 15 Prozent und 40 Prozent über dem Preis, der durch soziodemografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist." Im Jahr 2020 hatte die Überbewertung noch maximal 30 Prozent betragen. Die Mieten und Kaufpreise entkoppelten sich zunehmend – was als ein Warnzeichen für eine Immobilienblase gilt.

+++ Auch Immobilien in Mittelstädten werden immer teurer +++

Februar 2022: Nach den hohen Preissteigerungen in den Großstädten werden Immobilien auch in den Mittelstädten immer teurer. Das zeigt ein aktueller Vorjahresvergleich für 83 Mittelstädte (50.000 bis 100.000 Einwohner), in dem die Angebotspreise von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, ohne Neubau) untersucht wurden von immowelt.

Die Analyse zeigt: In allen 83 untersuchten Mittelstädten sind die Kaufpreise für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In 18 Gemeinden sogar um mindestens 20 Prozent. Die stärksten Anstiege gibt es in Nordrhein-Westfalen. Mittelstädte in Süddeutschland bleiben am teuersten. In den ostdeutschen Mittelstädten ist der Wohnungskauf hingegen am günstigsten.

+++ Prognose: Wie werden sich die Immobilienpreise 2022 in Deutschland entwickeln? +++

Februar 2022: Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage und den gestiegenen Baukosten prognostiziert ImmoScout24 bei Eigentumswohnungen sowohl im Bestand als auch bei Neubauwohnungen für 2022 bundesweit einen Anstieg der Angebotspreise von 13 Prozent.

Das Immobilienportal geht davon aus, dass die Preise bei Einfamilienhäusern im Bestand 2022 um elf Prozent und bei Neubauten um sieben Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate steigen.

Bei Bestands-Wohnungen werden die stärksten Preissteigerungen in Frankfurt am Main mit elf Prozent erwartet, gefolgt von Berlin, Düsseldorf und Köln mit jeweils neun Prozent. Bei den Angebotspreisen für Neubau-Wohnungen prognostiziert das WohnBarometer den höchsten Anstieg für Berlin und Stuttgart mit jeweils 13 Prozent, gefolgt von Düsseldorf und Frankfurt am Main mit je zwölf Prozent.

Aufgrund des relativ niedrigen Preisniveaus im Metropolenvergleich und der hohen Nachfrage bei den bestehenden Einfamilienhäusern ist das größte Preiswachstum in Berlin zu erwarten. Mit
16 Prozent wird die Preissteigerung voraussichtlich über dem Bundesschnitt von elf Prozent liegen.

+++ Preisexplosion für Eigentumswohnungen erfasst kleinere Großstädte +++

Januar 2022: Die Preise für Wohneigentum sind 2021 vielerorts weiter gestiegen – stellenweise um bis zu 31 Prozent. Das zeigt ein Vorjahresvergleich von immowelt. Untersucht wurden die Angebotspreise von Bestandswohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern in 78 deutschen Großstädten. In 63 davon sind die Preise von 2020 auf 2021 um zehn Prozent oder mehr gestiegen. Die prozentual stärksten Preiszuwächse 2021 gibt es in Städten, die bis dato nicht als Immobilienhotspots gelten.

Im Osten stechen beispielswiese Erfurt, Rostock und Leipzig heraus. In Erfurt kletterten die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen binnen eines Jahres um 31 Prozent auf 2.610 Euro. Für Rostock geht es um 23 Prozent nach oben auf 3.500 Euro. In Leipzig schlägt ein Zuwachs von 21 Prozent auf 2.610 Euro zu Buche.

Auch in etlichen Städten Nordrhein-Westfalens werden Eigentumswohnungen deutlich teurer angeboten als noch vor einem Jahr. In Leverkusen stieg das Niveau um 29 Prozent (3.030 Euro), in Remscheid um 26 Prozent (1.830 Euro). Um jeweils 24 Prozent verteuern sich Duisburg (1.610 Euro) sowie Dortmund (2.190 Euro).

Insgesamt gibt es 13 Städte, in denen sich das mittlere Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr um
20 Prozent oder mehr erhöht hat. Abgesehen von Dortmund und Leipzig hat keine dieser 13 Städte mehr als 500.000 Einwohner.

+++ Baupreise steigen so schnell wie zuletzt vor 50 Jahren +++

Januar 2022: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im November 2021 um 14,4 Prozent gegenüber November 2020 gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber einem Vorjahr seit August 1970.

Damals stiegen die Preise um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für die große Preissteigerung gibt es zwei Gründe: Zum einen die befristete Mehrwertsteuersenkung im 2. Halbjahr 2020. Zum anderen die stark gestiegenen Materialpreise.

+++ Prognose: Regional steigt die Gefahr von Immobilienpreisblasen +++

Dezember 2021: Die Immobilienpreise in Deutschland steigen auch in der Corona-Pandemie weiter. In immer mehr Regionen und Marktsegmenten kommt es dabei zu spekulativen Übertreibungen, insbesondere bei Eigentumswohnungen und Baugrundstücken in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München. Dort, aber auch in anderen großen Städten, sind in den nächsten Jahren Preiskorrekturen in größerem Ausmaß möglich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erschienen ist. Die Zeichen mehrten sich, dass die Wohnungspreise in einigen Städten und Marktsegmenten nicht mehr allein durch die Entwicklung der Mieten und die niedrigen Zinsen zu erklären seien, so einer der beteiligten Wissenschaftler. Eine flächendeckend spekulativ getriebene Preisblase sehen die Experten aber nicht.

+++ Häuserpreisindex steigt erneut in Rekordhöhe +++

Dezember 2021: Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im dritten Quartal 2021 um durchschnittlich 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Dies ist zum zweiten Mal in Folge der größte Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000, nachdem die Preise bereits im 2. Quartal 2021 um 10,8 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2020 gestiegen waren.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, haben sich Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal im Schnitt um 4,2 Prozent verteuert.

+++ Immobilienpreisentwicklung 2022: Nur noch moderate Anstiege +++

Dezember 2021: Nach Jahren der teils zweistelligen Zuwachsraten scheinen sich die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt in 2022 zu beruhigen. Das prognostiziert jedenfalls Christian Crain, Co-Geschäftsführer der PriceHubble Deutschland GmbH. In einem Interview mit Wohnglück sagte Crain: "Während wir von 2018 bis 2021 Preisanstiege von 25 bis teilweise über 50 Prozent hatten, liegen wir bei den Prognosen für die Immobilienpreisentwicklung 2022 eher bei 2,5 bis
3,5 Prozent."

+++ Wohnungsbedarf: Jährlich müssten 308.000 neue Wohnungen gebaut werden +++

November 2021: Um den Wohnungsbedarf zu decken, müssen deutschlandweit jährlich 308.000 neue Wohnungen gebaut werden. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die den Wohnungsbedarf bis 2025 berechnet hat. Der Bedarf ist zwar niedriger als in den von starker Zuwanderung gekennzeichneten Jahren zuvor, liegt aber immer noch leicht über der zuletzt nur wenig gestiegenen Bautätigkeit auf zuletzt 306.000 Wohnungen im Jahr 2020. Allerdings entsteht bisher viel Wohnraum in Regionen, die künftig stagnieren oder sogar schrumpfen werden – dort droht dann Leerstand. Großstädte bauen dagegen viel zu wenig.

+++ Wo sich Immobilieninvestitionen im Corona-Jahr besonders gelohnt haben +++

November 2021: Der Kaufpreisatlas des Vermittlers für Immobilienfinanzierungen Baufi24 in Kooperation mit dem Immobilienbewertungsunternehmen Sprengnetter zeigt, wo sich Immobilieninvestitionen im Corona-Jahr besonders gelohnt haben.

In Zwickau stiegen die Wohnungskaufpreise um 17,9 Prozent, in Cottbus um 17,1 Prozent und in Rostock um 17 Prozent. Neben den ostdeutschen Städten sind die Preise auch in Bremerhaven (+ 16 Prozent), in Hildesheim (+ 15,4 Prozent) und in Remscheid (+15,4 Prozent) besonders stark gestiegen. Ausgewertet wurden über 240.000 Datensätze über real erzielte Kaufpreise.

Verglichen wurden Daten im Zeitraum von Mai bis Oktober 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum November 2020 bis April 2021. "20 Städte wachsen preislich im zweistelligen Prozentbereich – eine rasante Entwicklung der lokalen Märkte", resümiert Baufi24-CEO Tomas Peeters. "Regionen mit niedrigeren Kaufpreisen ziehen preislich stark an. Das sind klare Folgen der Pandemie: Die Menschen arbeiten nun flexibler und unabhängig vom Arbeitgeberstandort und haben den Wunsch nach mehr Freiraum."

Deutschlandweit lag der Quadratmeterpreis für Wohnungen bei 3.299,70 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 6,93 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Bei Einfamilienhäusern zahlte ein Käufer durchschnittlich 3.990,96 Euro pro Quadratmeter, 7,09 Prozent mehr als noch im Vorhalbjahr.

+++ Eigentumswohnungen in den fünf größten Städten Deutschlands werden weiter teurer +++

Oktober 2021: Nach Einschätzung des Onlineportals Immoscout24 werden die Preise für Eigentumswohnungen in den großen Städten in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen – in Berlin wesentlich stärker als in Köln, Hamburg, Frankfurt oder München und in der Bundesrepublik insgesamt.

Für Berlin rechnen die Autoren des ImmoScout24 WohnBarometers mit einem Preiswachstum von 13,1 Prozent für Bestands-Eigentumswohnungen. Auch für Köln erwarten sie aufgrund der hohen Nachfrage ein Plus von 8,7 Prozent. Die geringste Steigerung wird für Frankfurt am Main mit
5,2 Prozent prognostiziert. Die Stadt liegt allerdings mit 5.635 Euro pro Quadratmeter bereits auf dem zweithöchsten Preisniveau nach München.

Was neu gebaute Eigentumswohnungen betrifft, so wird für Berlin für die kommenden zwölf Monate ein Preisanstieg von 12,8 Prozent prognostiziert. Hamburg folgt mit 7,1 Prozent und Köln sowie Frankfurt am Main mit 5,7 Prozent. In München erwartet ImmoScout24 mit 2,5 Prozent nur noch eine moderate Preisentwicklung.

+++ Preisdynamik für Kaufimmobilien schwächt sich leicht ab – vor allem im Bestand +++

Oktober 2021: Deutschlandweit stiegen die Angebotspreise für Kaufimmobilien im dritten Quartal weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vorquartal. Zu diesem Ergebnis kommt das ImmoScout24 WohnBarometer. Die Preisdynamik schwächt sich in der gesamtdeutschen Betrachtung vor allem für Häuser zum Kauf ab. Die angebotenen Preise für neugebaute Eigentumswohnungen zogen im dritten Quartal stärker an als im Bestand. Ein Grund dafür dürfte in den deutlich gestiegenen Baukosten liegen.

Eine typische 80 Quadratmeter große Bestandswohnung wird aktuell um 63 Prozent und damit um 77.354 Euro mehr als vor fünf Jahren angeboten. Für bestehende Einfamilienhäuser mit
140 Quadratmetern müssen Käufer rund 141.000 Euro mehr bezahlen als noch vor fünf Jahren.

+++ In Frankfurt ist die Gefahr einer Immobilienblase weltweit am größten +++

Oktober 2021: Einer aktuellen Studie der Schweizer Großbank UBS zufolge ist der Markt für Wohnimmobilien in Frankfurt am Main so überhitzt wie in keiner anderen Metropolregion weltweit. Das Finanzzentrum am Main weist das höchste Risiko einer Preisblase auf.

Frankfurt liegt damit im untersuchten Zeitraum von Mitte 2020 bis Mitte 2021 vor Toronto, Hongkong und München. Die inflationsbereinigten Wohnungspreise sind der Studie zufolge in Frankfurt seit 2016 jährlich um zehn Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum kletterten die Mieten jedes Jahr um annähernd drei Prozent. Günstige Kredite hätten zur Finanzierung spekulativer Mietprojekte geführt. Zudem habe sich die Bautätigkeit auf das Luxussegment beschränkt – das Angebot an bezahlbarem Wohnraum sei dagegen knapp.

frankfurt am Main
In Frankfurt am Main ist der Markt für Wohnimmobilien besonders überhitzt. © Getty Images/iStockphoto

+++ Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit über 20 Jahren +++

September 2021: Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen immer schneller. Für das zweite Quartal 2021 verzeichnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden den größten Preisanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Wohnimmobilien verteuerten sich im Schnitt um 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Preise stiegen sowohl in den Städten als auch in ländlichen Regionen deutlich an.

+++ Eigentumswohnungen haben sich im Langfristvergleich am meisten verteuert +++

September 2021: Der F+B-Wohn-Index Deutschland zeigt, dass sich Eigentumswohnungen innerhalb der vergangenen fünf Jahre im bundesweiten Mittel um 31,6 Prozent verteuert haben. In den vergangenen zehn Jahren wurden sie sogar um 77,9 Prozent teurer. Damit ist die Eigentumswohnung im Langfristvergleich die Objektart mit der höchsten Preissteigerung gewesen.

"Eigenheime konnten allerdings in den letzten fünf Jahren deutlich an Preisdynamik zulegen, die vermutlich tendenziell eher Bauträgern und Verkäufern von Bestandsobjekten zu Gute kam", so der F+B Geschäftsführer Bernd Leutner. Einfamilienhäuser wurden in den vergangenen fünf Jahren um 35,1 Prozent teurer, im Zehn-Jahres-Vergleich wurde eine Preissteigerung von 63,4 Prozent gemessen.

+++ So teuer sind Eigentumswohnungen inzwischen +++

August 2021: Der Vermittler für Immobilienfinanzierungen, Baufi24, hat 200.000 Immobilientransaktionen seit Beginn der Corona-Pandemie untersucht und die Preise zwischen Mai und Oktober 2020 mit denen zwischen November 2020 und April 2021 verglichen. Demnach liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung in Deutschland inzwischen bei 3.065 Euro. Das entspricht einem Preisanstieg von 6,82 Prozent.

In den deutschen Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) liegt der Quadratmeterpreis sogar im Schnitt bei 5.685 Euro, was einem Plus von gut sechs Prozent entspricht.

+++ Große regionale Unterschiede bei Immobilienpreisen +++

Juli 2021: Das Forschungsinstitut des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken, vdpResearch, hat aus den Daten von etwa 350.000 Immobilienkäufen ermittelt, was Eigentumswohnungen und Häuser in 57 deutschen Städten und Landkreisen 2020 kosteten. Das Besondere daran: Die Zahlen beruhen auf Daten aus tatsäch­lich abge­schlossenen Kauf­verträgen, nicht auf Annoncen oder Makler­umfragen.

Die Preise reichen dabei von unter 2.000 Euro pro Quadratmeter in Gera, Suhl oder Eisenach bis zu über 13.000 Euro pro Quadratmeter in München. Im Schnitt verzeichnete vdpResearch im Jahr 2020 ein Plus von 7,4 Prozent. Und der Boom scheint weiterzugehen. Für 2021 erwarten die Immobilienexperten einen Anstieg von mindestens vier Prozent.

Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Was kosten Immobilien in eurer Stadt?"

+++ Steigende Preise für Baumaterial verteuern den Hausbau +++

Juli 2021: Ob Bauholz, Bitumen oder Stahl – für die wichtigsten Baumaterialien sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes innerhalb eines Jahres die Preise teils enorm angestiegen. Bauherren, die keine Fixpreise vereinbart haben, droht deshalb ein Preisschock.

+++ Wo gibt es noch erschwingliche Immobilien? +++

Juli 2021: Was kostet ein Eigenheim in Deutschland im Durchschnitt? Wo sind Häuser und Wohnungen günstig, wo besonders teuer? Und wie werden sich die Immobilienpreise weiter entwickeln? Diese und viele andere Fragen beantwortet die Sparda-Bank-Studie "Wohnen in Deutschland 2021" – und nennt für jeden Landkreis und jede Stadt die aktuellen Durchschnittspreise für Immobilien.

+++ Preise für Wohnimmobilien steigen weiter an +++

Juni 2021: Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die Immobilienpreise im 1. Quartal 2021 weiter angestiegen. Trotz (oder gerade wegen) Corona haben sich Wohnungen und Häuser nicht nur in den Ballungsgebieten, sondern auch im ländlichen Raum deutlich verteuert. Nur bei den Kaufnebenkosten gab es einen leichten Rückgang.

+++ Energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Marktpreise +++

Juni 2021: Gebäude in Deutschland, die eine hohe Energieeffizienz haben, erzielen durchschnittlich 23 Prozent höhere Preise am Immobilienmarkt als unsanierte Vergleichsobjekte. Das hat eine Studie der Plattform ImmobilienScout24 im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) ergeben. Besonders hoch sind die Preisaufschläge bei energieeffizienten Häusern im ländlichen Raum und Altbauten in der Stadt. Mehr dazu hier: Energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Marktpreise.

+++ Alarmierende Entwicklung bei Wohneigentumsquote in Deutschland +++

Januar 2021: Der Anteil der Menschen, die in Deutschland in selbstgenutztem Wohneigentum leben, ist 2018 zum ersten Mal seit 1993 wieder gesunken, wie aus einer Analyse des Berliner Forschungsinstituts Empirica hervorgeht. Demnach leben nur 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in den eigenen vier Wänden.

In keinem anderen Land der EU ist die Wohneigentumsquote so niedrig. Besonders jüngere Menschen können sich Wohneigentum bei stetig steigenden Immobilienpreisen nicht mehr leisten, da sie es nicht schaffen, das nötige Eigenkapital für den Haus- oder Wohnungskauf aufzubringen.

+++ Immobilienpreise: Die teuersten Städte Deutschlands +++

Juli 2020: Wer in einer deutschen Großstadt eine Immobilie erwerben will, der muss tief in die Tasche greifen. Doch nicht nur die Region ist entscheidend, sondern auch, was die Käufer erwerben wollen.

So müssen Kaufwillige für ein Einfamilienhaus mit rund 120 Quadratmetern in Frankfurt einen höheren Preis bezahlen als in Düsseldorf. Der Quadratmeter Bauland hingegen ist in der Rheinmetropole teurer als am Main.

Wir zeigen euch, in welchen sieben Städten der Hauskauf am teuersten ist. Die Hauspreise sind Durchschnittswerte von Preisen für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenendhäusern, die auf Angebotspreisen in Immobilienportalen beruhen.

Welches die teuersten Immobilien 2021 in Deutschland waren, das lest ihr hier.

+++ Deutsche Immobilienpreise im internationalen Vergleich +++

August 2019: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte lagen die deutschen Immobilienpreise im Jahr 2018 im internationalen Vergleich lediglich im Mittelfeld. Für die Untersuchung wurden Immobilienpreise aus 16 europäischen Ländern mit dem dort durchschnittlich verfügbaren Einkommen verglichen. Am günstigsten ist der Hauskauf demnach in Portugal und Belgien, am teuersten in Tschechien.

Laut Deloitte reichen in Deutschland fünf bis sechs Jahresgehälter, um eine 70 Quadratmeter große Wohnung zu kaufen. In Österreich und Norwegen gilt das gleiche. Aber in elf der untersuchten Länder sei der Immobilienkauf teurer. In Tschechien müssten die Menschen sogar elf Jahresgehälter für eine Wohnung ausgeben.

Die regionalen Unterschiede sind allerdings in Deutschland sehr groß. Gerade in Großstädten und Ballungszentren müssen Menschen viel mehr für eine 70-Quadratmeter-Wohnung zahlen.

Wovon die Immobilienpreisentwicklung abhängt

Die Immobilienpreisentwicklung hängt von vielen Faktoren ab, wir nennen die vier zentralen.

1. Entwicklung der Einkommen

Bei steigenden Einkommen steigen auch die Immobilienpreise. Denn wenn die Menschen mehr Geld verdienen, steigt auch die Nachfrage nach Immobilien. Weil das Angebot so knapper wird, werden Immobilien teurer. Wird das Einkommen im Schnitt niedriger, sinkt die Nachfrage – und damit sinken zeitverzögert auch die Preise.

2. Entwicklung der Zinsen

Zinsen für Immobilienkredite wirken sich ebenfalls auf die Immobilienpreise aus. Durch sinkenden Zinsen, steigen die Immobilienpreise – denn wenn Hauskäufer weniger Zinsen für die Finanzierung des Eigenheims bezahlen müssen, dann können sie sich einen höheren Kaufpreis leisten.

Außerdem sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien steigt – und mit der Nachfrage steigt der Preis. Die Bauzinsen steigen allerdings seit geraumer Zeit wieder an. Steigenden Zinsen haben auf die Immobilienpreise den gegenteiligen Effekt.

3. Immobilien als sichere Geldanlage

Immobilien werden als Wertanlage immer beliebter. Besonders in Krisenzeiten setzen die Menschen vermehrt auf Häuser und Immobilien – und investieren weniger in andere Anlageformen. Die Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt ermöglicht dabei auch deutlich höhere Renditen als viele andere Anlageformen. Und so investieren nicht nur Deutsche ins selbst genutzte Eigenheim, sondern auch vermehrt internationale Investoren in den sicheren deutschen Immobilienmarkt.

4. Entwicklung und Verhalten der Bevölkerung

Wächst die Bevölkerung, dann ist davon auszugehen, dass auch die Nachfrage nach Immobilien steigt – und damit wiederum die Immobilienpreise. Auch der in den vergangenen Jahren große Zuzug in Metropolen hat zu den sehr hohen Preisen besonders in diesen Städten geführt.

Weil die Preise dort mittlerweile sehr hoch sind, können sich viele Menschen den Immobilienkauf nicht mehr leisten und suchen sich ein Eigenheim im Umland der Metropolen. Das führt wiederum dort zu einem Preisanstieg. So sind die Preisanstiege im Umland von Berlin, Hamburg, München, Köln und Stuttgart seit 2017 sogar höher ausgefallen als in den Städten selber.

Auch der Trend zu kleiner werdenden Haushalten spiegelt sich in den Immobilienpreisen nieder. So sollen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2040 mehr als 45 Prozent der Menschen in Single-Haushalten leben. Im Jahr 1991 waren es noch 33,6 Prozent.

Die Anzahl der Menschen in größeren Haushalten sinkt jedoch seit Jahren. Weil weniger Menschen pro Wohnung insgesamt mehr Platz benötigen, können auch durch diesen Effekt die Immobilienpreise steigen.

Mieten oder Kaufen – die ewige Frage

Ob sich ein Kauf bei den hohen Immobilienpreisen überhaupt lohnt, fragen sich viele Menschen. Die Antwort: Es kommt drauf an. Einen Anhaltspunkt dafür, ob sich der Immobilienkauf lohnt, liefert der Vergleich von Kauf- und Mietpreisen in einer Region. Der Faktor, wie viele Jahresmieten für den Immobilienkauf benötigt werden, kann darüber Aufschluss geben.

Wenn eine Wohnung für weniger als das 25-fache der Jahresmiete zu haben ist, dann lohnt sich der Kauf in der Regel. Das ist laut einer Studie des Forschungsinstituts des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken, vdpResearch, in 125 von 401 deutschen Landkreisen und Städten der Fall. Darunter sind zum Beispiel Emden, Görlitz, Jena, Speyer und auch Lübeck. In keiner Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern ist das Kaufpreis-Miete-Verhältnis so günstig wie in der Hansestadt.

Kostet Wohneigentum dagegen mehr als das 30-fache der Jahresmiete, dann lohnt sich der Kauf eher nicht. Das ist in immerhin 96 Kreisen und Städten der Fall, darunter die Großstädte Berlin, Hamburg, München und Stuttgart. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Vergleich: Was kosten Immobilien in eurer Stadt?".

Grafik Wo die Kaufpreise gemessen an den Mieten noch moderat sind

Immobilienpreise-Zukunft: Prognose zu den Immobilienpreisen in 2030

Eine Studie von Schwäbisch Hall und der Universität Freiburg aus dem März 2020 hat einen Blick in die Zukunft gewagt. Die Prognose: Bis 2030 steigen die Immobilienpreise weiter. Gerade in begehrten Lagen im Süden des Landes und in Ballungszentren erhöhen sich laut Studie die Preise sogar bis 2060 – denn die hohe Nachfrage hält an.

Obwohl die Bevölkerungsanzahl laut der Forscher zurückgeht, steige die Nachfrage an Wohnraum. Denn der Trend zu kleinen Haushalten wird weiter anhalten. So steige die Haushaltsanzahl bis 2030 um sechs Prozent. Trotz geringer werdender Bevölkerung wird die Haushaltsanzahl laut Prognosen der Forscher 2060 auf dem heutigen Stand sein. Und auch die Wohnfläche pro Person nimmt weiter zu: Heute liegt sie bei 45 Quadratmeter pro Person, 2030 bei 49 Quadratmeter pro Person.

Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut kommt im Postbank Wohnatlas zu dem Schluss, dass die Preise bis 2030 vielerorts weiter steigen werden. "In mehr als der Hälfte der 401 deutschen Kreise und Städte können Wohnungsbesitzer damit rechnen, dass ihre Immobilie bis mindestens 2030 real an Wert gewinnt", heißt es dort.

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