Kran mit Fertighaus-Wand auf Baustelle
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Baupreise für Fertighäuser steigen massiv

Joscha Thieringer

Joscha Thieringer

Fertighäuser sind bei den Deutschen äußerst beliebt. An den hohen Materialkosten kommt die Branche allerdings auch nicht vorbei: Die Baupreise für Fertighäuser sind 2021 massiv gestiegen. Ein Einfamilienhaus kostet somit schnell 50.000 Euro mehr als vor einem Jahr.

Glücklich, wer bereits Immobilienbesitzer ist: Die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Das gilt auch für Fertighäuser. "Die Preissteigerungen liegen 2021 zwischen acht und zwölf Prozent", teilte Hans Volker Noller, Präsident des Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF), bei einer Veranstaltung im September 2021 mit.

Das Statistische Bundesamt hatte im August 2021 eine Preissteigerung in Höhe von 12,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat festgestellt. Es sei "der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber einem Vorjahr seit November 1970", teilte das Bundesamt mit.

Einfamilienhaus kostet bis zu 70.000 Euro mehr

Dem BDF gehören 49 Hersteller von Häusern in Holzfertigbauweise an. Die gestiegenen Materialkosten ließen keine andere Wahl, als die Preise massiv zu erhöhen – da ist sich die Branche einig. "Es sind ja nicht nur die Holzpreise, die in die Höhe geschossen sind", berichtet Alexander Lux: "Dämmung, Rohre, Fenster – überall ging es massiv nach oben."

Der Geschäftsführer von Luxhaus spricht ganz offen über die Preissteigerungen: "Ja, das Bauen wird teurer. Wir haben in diesem Jahr bereits dreimal erhöht, insgesamt rund zwölf Prozent."

Für Interessenten eines schlüsselfertigen Einfamilienhauses bedeutet das: Sie bezahlen nun 35.000 bis 70.000 Euro mehr als vor einem Jahr. Und dabei sind die Baunebenkosten noch nicht einmal berücksichtigt.

Die aktuelle Entwicklung zeigt sich auch in der großen Fertighaus-Datenbank von Wohnglück: Einige Anbieter sind dazu übergegangen, ihre Häuser nur noch mit "Preise auf Anfrage" auszuzeichnen.

Auftragsbücher sind trotzdem voll

Wer nun denkt, die gestiegenen Fertighaus-Preise würden abschreckend wirken, täuscht sich. "Unsere Auftragsbücher sind voll", sagt Dagmar Fritz-Kramer, Geschäftsführerin von Baufritz. Die Folge: Wer heute ein Fertighaus bestellt, kann meist erst in zwei Jahren einziehen.

Aber immerhin: Bei den jetzt vereinbarten Preisen handelt es sich um Festpreise, die auch bei Hausübergabe in zwei Jahren gelten. In Verbindung mit einer günstigen Baufinanzierung lässt sich der Traum vom Eigenheim immer noch verwirklichen. Eine Haus-Finanzierung dauert eher 25 Jahre, auf die sich die Preissteigerungen verteilen.

Informiert ihr euch außerdem über Zahlen und Prognosen zur Baupreisentwicklung.

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