Modernes Fertighaus mit Holzfassaden-Elementen
© Franck Paubel/WeberHaus

Bauen | Listicle

Fertighaus-Trends 2020: Der Fertighausbau der Zukunft

Antonia Eigel

Nicht nur preisbewusste Bauherren entscheiden sich für Fertighäuser. Die hohe Qualität ist mittlerweile Standard, die Häuser sind es längst nicht mehr. Trotz der vielen individuellen Lösungen lassen sich einige Fertighaus-Trends 2020 feststellen.

Jedes fünfte neugebaute Ein- oder Zweifamilienhaus in Deutschland ist ein Fertighaus – und der Anteil der Häuser in Fertigbauweise steigt und steigt. Kein Wunder, denn die Fertigbaubranche bietet längst professionelle, moderne, preisbewusste und individuelle Lösungen an. Das kommt gut an bei den Kunden.

So individuell die Fertighäuser mittlerweile sind, es lassen sich dennoch einige übergreifende Trends feststellen. Unsere Fertighaus-Trends 2020 basieren einerseits auf den Entwicklungen in unserer riesigen Fertighaus-Datenbank, andererseits auf dem von uns veranstalteten Deutschen Traumhauspreis und zahlreichen Gesprächen mit Fertighaus-Herstellern und -Bauherren.

Diese sieben Fertighaus-Trends finden wir besonders spannend:

1. Gefragte Zweifamilien- und Doppelhäuser

Baugrund ist kostbar wie nie zuvor – insbesondere in den attraktiven Großstadt-Randgebieten. Die stark gestiegenen Grundstückskosten haben zu einer erhöhten Nachfrage nach Zweifamilien- und Doppelhäusern geführt. Die Fertighaus-Hersteller haben längst reagiert und bieten zahlreiche hochwertige Lösungen an.

Doch nicht nur die geteilten Grundstücks- und Baukosten machen Mehrfamilien- und Doppelhäuser attraktiv: Viele junge Bauherren besinnen sich zurück auf Gemeinschaftswerte, der Sharing-Gedanke hat auch Einzug beim Fertigbau gehalten.

Das lässt sich auch bei der Anzahl der Garagenstellplätze beobachten: Insbesondere in Regionen mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geht der Trend eindeutig zu Einzelgaragen, in denen auch Fahrräder und Freizeitutensilien Platz finden.

2. Fertighaus-Branche profitiert vom Holz-Trend

Natürliche, nachhaltige Baustoffe liegen im Trend. Die Nachfrage nach ökologischen Dämmstoffen steigt ebenso wie die Nachfrage nach Holz als Baumaterial. Galten Holzhäuser früher als minderwertig, sind sie nun gefragt wie nie zuvor. Auch weil die Politik erkannt habe, "dass die Holzbauweisen in die Mitte der Gesellschaft gehören – als nachhaltige Alternative zu metallischen und mineralischen Baumaterialien", stellt der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) beglückt fest.

Holz bietet als Baumaterial tatsächlich zahlreiche Vorteile. Dazu gehört auch ein angenehmes, schadstoffarmes Raumklima. "Wände und Decken aus dem Naturmaterial Holz können Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben", erklärt BDF-Sprecher Christoph Windscheif, "so tragen sie zu einem gesunden Raumklima bei."

Holzbauweise bedeutet übrigens nicht Holzfassade. Zu den häufigsten Merkmalen neuer Fertighäuser gehört immer noch die Putzfassade (87 Prozent), reine Holzfassaden spielen hier eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist die Integration von Holzfassaden-Elementen bei Fertighäusern angesagt.

Modernes Fertighaus mit Holzfassaden-Elementen
Die Holzfassaden-Elemente verleihen diesem Fertighaus einen natürlichen Charme. © Franck Paubel/WeberHaus

3. Offene Wohnräume

Doch nicht nur bei der Art des Fertighauses und den verwendeten Materialien lassen sich Trends feststellen, sondern auch bei Raumeinteilung und -ausstattung. Was bei modernen Architektenhäusern zu sehen ist, ist auch bei Fertighäusern angesagt: Viele Bauherren wünschen sich offene, luftige Räume.

Wohnküchen sind längst Standard in neuen Häusern. Sie verbinden Küche und Wohnzimmer und schaffen eine kommunikative Atmosphäre. Ebenfalls sehr gefragt: eine Galerie über dem Wohn- oder Eingangsbereich, gerne auch in Verbindung mit großen Fenstern.

4. Faltbare Trennwände und Schiebetüren

Aus einem Raum mach' wieder zwei: Der Trend zu offenen Wohnräumen im Fertighaus kommt oft in Kombination mit faltbaren Trennwänden oder Schiebetüren. Die Vorteile der flexiblen Raumeinteilung:

  • Schiebetüren oder Trennwände schaffen Privatsphäre, wenn man sie braucht.
  • Sie regulieren die Lautstärke oder reduzieren störenden Lärm.
  • Schiebetüren sparen Platz. Durch vorher eingeplante Nischen verschwinden sie ruckzuck in der Fertighaus-Wand.
  • Eine Trennwand verhindert, dass Gerüche, die beim Kochen entstehen, ins Wohnzimmer wandern und sich dort in den Textilien festsetzen.
Ein Raum mit gefalteter Trennwand
Ein praktischer Trend im Fertighausbau: Trennwände und Schiebetüren bieten Flexibilität. © SchwörerHaus KG

5. Ungewöhnliche Treppenlösungen

Die Treppe in den ersten Stock befindet sich in den meisten Häusern im Flur. Dass das aber nicht immer der Standard sein muss, zeigt dieser Fertighaus-Trend:

Bauherren wünschen sich immer häufiger ungewöhnliche Treppenlösungen – sowohl bei der Platzierung der Treppe als auch bei ihrer Gestaltung. Die Treppe lässt sich beispielsweise als Raumtrenner in der Wohnküche integrieren oder freischwebend im hinteren Bereich des Erdgeschosses.

6. Ausgefeiltes Lichtkonzept im Fertighaus

Viele Kunden entscheiden sich bei der Planung ihres Fertighauses immer häufiger dazu, ein individuelles Lichtkonzept zu integrieren. Dank ausgefeilter Smart-Home-Technik ist es so möglich, die Beleuchtung an Tageszeit und Stimmung anzupassen. Dazu programmieren die Installateure verschiedene Lichtszenarien, die sich anschließend automatisiert oder manuell per Touchscreen oder Tablet ansteuern lassen.

Bei der Planung des Fertighauses wird immer häufiger ein passendes Lichtkonzept integriert.

Der Smart-Home-Trend ist übrigens auch in anderen Bereichen im Fertighausbau angekommen. "Das Smart Home nimmt den Bewohnern viele Handgriffe ab und erkennt selbst, wann es zum Beispiel an der Zeit ist zu lüften oder zu heizen", sagt BDF-Sprecher Christoph Windscheif: "Das steigert nochmals die Energieeffizienz und den Wohnkomfort moderner Haustechnik."

Allerdings gehört ebenfalls zur Wahrheit, dass viele Bauherren noch zurückschrecken vor allzu viel Smart-Home-Technik. Das liegt einerseits an den sportlichen Preisen für eine umfassende Automatisierung des neuen Zuhauses, andererseits an der noch mangelhaften Standardisierung. Und nicht wenige sorgen sich um Datenschutz und Sabotage von außen.

7. Alles aus einer Hand

Wen bringt es nicht auf die Palme, wenn die Paketlieferung mal wieder in der nächsten Postfiliale gelandet ist? Paketboxen können eine komfortable Lösung sein, die auch immer mehr Fertighaus-Bauherren nachfragen. Der Fertighaus-Hersteller Haas hat in Zusammenarbeit mit Mypaketkasten eine solche Paketbox in einem Musterhaus verbaut.

Dies ist nur ein Beispiel für eine Kooperation zwischen Fertighaus- und Komponenten-Anbieter. Nahezu alle Fertigbaufirmen haben ihre Zusammenarbeit mit Drittanbietern ausgebaut, sodass sie den Kunden möglichst alle Wünsche erfüllen können. Was bei Fenstern, Haustechnik, Küchen- oder Badaustattung anfing, umfasst nun auch Bereiche wie Smart Home oder Wallboxen fürs Elektroauto. Und selbst bei der mitunter komplizierten Grundstückssuche unterstützen die Fertighaus-Anbieter tatkräftig.

Der Vorteil dieses Fertighaus-Trends für die Kunden: Sie bekommen alles aus einer Hand, solide installiert und aufeinander abgestimmt.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK