Modernes Fertighaus mit Holzfassaden-Elementen
© Franck Paubel/WeberHaus

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Fertighaus-Trends: So sehen moderne Häuser aus

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Nicht nur preisbewusste Bauherren entscheiden sich für Fertighäuser. Die hohe Qualität ist mittlerweile Standard, die Häuser sind es längst nicht mehr. Trotz der vielen individuellen Lösungen lassen sich einige Fertighaus-Trends für 2021 feststellen.

Gut jedes fünfte neugebaute Ein- oder Zweifamilienhaus in Deutschland ist ein Fertighaus. Und die Branche boomt: Im ersten Halbjahr 2020 ist die Anzahl der Fertighäuser um ganze 11 Prozent gestiegen. Der Marktanteil liegt nun bei 22 Prozent. Kein Wunder, denn die Fertighaus-Branche bietet längst professionelle, moderne, preisbewusste und individuelle Lösungen an. Das kommt gut an bei den Kunden. So gut, dass der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) der Zukunft positiv entgegenblickt und in den kommenden drei Jahren eine bundesweite Fertigbauquote von 25 Prozent anpeilt.

So individuell die Fertighäuser mittlerweile sind, es lassen sich dennoch einige übergreifende Trends feststellen. Unsere Fertighaus-Trends basieren einerseits auf den Entwicklungen in unserer riesigen Fertighaus-Datenbank, andererseits auf dem von uns veranstalteten Deutschen Traumhauspreis und zahlreichen Gesprächen mit Fertighaus-Herstellern und -Bauherren.

Diese neun Fertighaus-Trends für das Jahr 2021 finden wir besonders spannend:

1. Gefragte Zweifamilien- und Doppelhäuser

Baugrund ist kostbar wie nie zuvor – insbesondere in den attraktiven Großstadt-Randgebieten. Die stark gestiegenen Grundstückskosten haben zu einer erhöhten Nachfrage nach Zweifamilien- und Doppelhäusern geführt. Die Fertighaus-Hersteller haben längst reagiert und bieten zahlreiche Lösungen an.

Doch nicht nur die geteilten Grundstücks- und Baukosten machen Mehrfamilien- und Doppelhäuser attraktiv: Viele junge Bauherren besinnen sich zurück auf Gemeinschaftswerte, der Sharing-Gedanke hat auch Einzug beim Fertigbau gehalten.

Das lässt sich auch bei der Anzahl der Garagenstellplätze beobachten: Insbesondere in Regionen mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr geht der Trend eindeutig zu Einzelgaragen, in denen auch Fahrräder und Freizeitutensilien Platz finden.

2. Fertighaus-Branche profitiert vom Holz-Trend

Natürliche, nachhaltige Baustoffe liegen im Trend. Die Nachfrage nach ökologischen Dämmstoffen steigt ebenso wie die Nachfrage nach Holz als Baumaterial. Galten Holzhäuser früher als minderwertig, sind sie nun gefragt wie nie zuvor. Auch weil die Politik erkannt habe, "dass die Holzbauweisen in die Mitte der Gesellschaft gehören – als nachhaltige Alternative zu metallischen und mineralischen Baumaterialien", stellt der Bundesverband Deutscher Fertigbau beglückt fest.

Holz bietet als Baumaterial tatsächlich zahlreiche Vorteile. Dazu gehört auch ein angenehmes, schadstoffarmes Raumklima. "Wände und Decken aus dem Naturmaterial Holz können Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben", erklärt BDF-Sprecher Christoph Windscheif, "so tragen sie zu einem gesunden Raumklima bei."

Holzbauweise bedeutet übrigens nicht Holzfassade. Zu den häufigsten Merkmalen neuer Fertighäuser gehört immer noch die Putzfassade (87 Prozent). Reine Holzfassaden spielen hier eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist die Integration von Holzfassaden-Elementen bei Fertighäusern angesagt.

Modernes Fertighaus mit Holzfassaden-Elementen
Die Holzfassaden-Elemente verleihen diesem Fertighaus einen natürlichen Charme. © Franck Paubel/WeberHaus

3. Offene Wohnräume

Doch nicht nur bei der Art des Fertighauses und den verwendeten Materialien lassen sich Trends feststellen, sondern auch bei Raumeinteilung und -ausstattung. Was bei modernen Architektenhäusern zu sehen ist, ist auch bei Fertighäusern angesagt: Viele Bauherren wünschen sich offene, luftige Räume.

Wohnküchen sind längst Standard in neuen Häusern. Sie verbinden Küche und Wohnzimmer und schaffen eine kommunikative Atmosphäre. Ebenfalls sehr gefragt: eine Galerie über dem Wohn- oder Eingangsbereich, gerne auch in Verbindung mit großen Fenstern.

4. Faltbare Trennwände und Schiebetüren

Aus einem Raum mach' wieder zwei: Der Trend zu offenen Wohnräumen im Fertighaus kommt oft in Kombination mit faltbaren Trennwänden oder Schiebetüren. Die Vorteile der flexiblen Raumeinteilung:

  • Schiebetüren oder Trennwände schaffen Privatsphäre, wenn man sie braucht.
  • Sie regulieren die Lautstärke oder reduzieren störenden Lärm.
  • Schiebetüren sparen Platz. Durch vorher eingeplante Nischen verschwinden sie ruckzuck in der Fertighaus-Wand.
  • Eine Trennwand verhindert, dass Gerüche, die beim Kochen entstehen, ins Wohnzimmer wandern und sich dort in den Textilien festsetzen.
Ein Raum mit gefalteter Trennwand
Ein praktischer Trend im Fertighausbau: Trennwände und Schiebetüren bieten Flexibilität. © SchwörerHaus KG

5. Ungewöhnliche Treppenlösungen

Die Treppe in den ersten Stock befindet sich in den meisten Häusern im Flur. Dass das aber nicht immer der Standard sein muss, zeigt dieser Fertighaus-Trend:

Bauherren wünschen sich immer häufiger ungewöhnliche Treppenlösungen – sowohl bei der Platzierung der Treppe als auch bei ihrer Gestaltung. Die Treppe lässt sich beispielsweise als Raumtrenner in der Wohnküche integrieren oder freischwebend im hinteren Bereich des Erdgeschosses.

6. Ausgefeiltes Lichtkonzept im Fertighaus

Viele Kunden entscheiden sich bei der Planung ihres Fertighauses immer häufiger dazu, ein individuelles Lichtkonzept zu integrieren. Dank ausgefeilter Smart-Home-Technik ist es so möglich, die Beleuchtung an Tageszeit und Stimmung anzupassen. Dazu programmieren die Installateure verschiedene Lichtszenarien, die sich anschließend automatisiert oder manuell per Touchscreen, Tablet oder Smartphone ansteuern lassen.

Neben funktionalen Lichtquellen über Küchenarbeitsplatte, Leseecke oder am Schreibtisch werden auch indirekt verbaute Leuchten, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen, bei Fertighaus-Bauherren und -Baufrauen immer beliebter. Wer sich für eine besondere Lichtplanung im eigenen Fertighaus interessiert, sollte sich frühzeitig mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzen.

Der Smart-Home-Trend ist übrigens auch in anderen Bereichen im Fertighausbau angekommen. "Das Smart Home nimmt den Bewohnern viele Handgriffe ab und erkennt selbst, wann es zum Beispiel an der Zeit ist zu lüften oder zu heizen", sagt BDF-Sprecher Christoph Windscheif: "Das steigert nochmals die Energieeffizienz und den Wohnkomfort moderner Haustechnik."

Allerdings gehört ebenfalls zur Wahrheit, dass viele Bauherren noch zurückschrecken vor allzu viel Smart-Home-Technik. Das liegt einerseits an den hohen Preisen für eine umfassende Automatisierung des neuen Zuhauses, andererseits an der noch mangelhaften Standardisierung. Und nicht wenige sorgen sich um Datenschutz und Sabotage von außen.

Küche in Fertighaus mit ausgefeiltem Lichtkonzept
Bei der Planung des Fertighauses wird immer häufiger ein passendes Lichtkonzept mit integriert. © Wolf Haus GmbH

7. Alles aus einer Hand

Wen bringt es nicht auf die Palme, wenn die Paketlieferung mal wieder in der nächsten Postfiliale gelandet ist? Paketboxen können eine komfortable Lösung sein, die auch immer mehr Fertighaus-Bauherren nachfragen. Der Fertighaus-Hersteller Haas hat in Zusammenarbeit mit Mypaketkasten eine solche Paketbox in einem Musterhaus verbaut.

Dies ist nur ein Beispiel für eine Kooperation zwischen Fertighaus- und Komponenten-Anbieter. Nahezu alle Fertigbaufirmen haben ihre Zusammenarbeit mit Drittanbietern ausgebaut, sodass sie den Kunden möglichst alle Wünsche erfüllen können. Was bei Fenstern, Haustechnik, Küchen- oder Badaustattung anfing, umfasst nun auch Bereiche wie Smart Home oder Wallboxen fürs Elektroauto. Und selbst bei der mitunter komplizierten Grundstückssuche unterstützen die Fertighaus-Anbieter tatkräftig.

Der Vorteil dieses Fertighaus-Trends für die Kunden: Sie bekommen alles aus einer Hand, solide installiert und aufeinander abgestimmt.

8. Mehr Platz im Badezimmer

In der Fertighaus-Welt ist das Badezimmer längst nicht mehr nur eine kleine Nasszelle. Bauherren und -Baufrauen planen in ihrem Traum-Fertighaus viel mehr Platz und auch mehr Budget fürs Badezimmer und Sanitäreinrichtungen ein. Komfort steht dabei an oberster Stelle: Freistehende Badewannen, Regenduschen oder berührungslose Armaturen sind im Fertighaus-Bad kein seltener Anblick.

Erfahrt hier mehr zu aktuellen Badezimmer-Trends und schaut euch an, welche Fliesen-Trends fürs Badezimmer gerade besonders angesagt sind.

Großes Badezimmer mit Badewanne im Fertighaus
In großzügig geplanten Badezimmern im Fertighaus findet auch eine freistehende Badewanne Platz. © ALBERT Haus GmbH & Co. KG

9. Gesundes Raumklima durch integrierte Lüftungssysteme

Für gesunde Raumluft muss man regelmäßig die Fenster zum Durchlüften öffnen? In einem Fertighaus ist das nicht zwingend notwendig, denn hier übernehmen integrierte Lüftungsanlagen und -systeme den Luftaustausch im ganzen Haus. In Fertighäusern mit einer sehr hohen Luftdichtheit gehören solche Anlagen laut Fertigbau Informationsdienst sogar zum Energiespar-Konzept dazu.

Ein gut geplantes Lüftungskonzept kann nicht nur für stetig gute Raumluft sorgen. Mit einem Wärmetauscher oder einem Frischluft-Heizsystem kann verloren gegangene Wärme sogar zurückgewonnen werden. Dadurch kann der Heizwärmebedarf deutlich gesenkt werden und das spart Heizkosten.

Ihr wollt wissen, wie lange der Bau eines Fertighauses dauert? Dann lest unseren Artikel zur Bauzeit eines Fertighauses.

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