Hausfassade, an der Fassadendämmung angebracht wird
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Bauen | Ratgeber

Fassadendämmung: Kosten und Methoden der Außendämmung

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Eine Fassadendämmung ist wie eine warme Hülle für das Haus. Es gibt mehrere Arten der Außendämmung und verschiedene Dämmstoffe, die sich für sie eignen. Wir zeigen euch, welche Methode für wen die beste ist und was die Dämmung der Fassade kostet.

Die Fassade ist ein großer Teil der Gebäudehülle – und so geht viel Energie über sie verloren. Wer die Wärme im Haus behalten möchte, der sollte sich für eine Fassadendämmung entscheiden. Denn so lassen sich Heizkosten und umweltschädliche Emissionen sparen. Egal ob Neubau oder Sanierung – es gibt für jedes Projekt verschiedene Methoden zur Außendämmung.

Welche Dämmstoffe sich eignen, welche Methoden der Fassadendämmung es gibt und wie viel sie kostet, erfahrt ihr hier.

Mann bringt Dämmplatten an einer Fassade an
Das Wärmedämmverbundsystem ist die am weitesten verbreitete Methode für die Außendämmung. © Rockwool

Warum ist eine Fassadendämmung sinnvoll?

Zur Fassade eines Hauses gehören aus energetischer Sicht alle Außenwände mit Ausnahme des Dachs, des Kellers und des Fundaments. Die Dämmung einer Fassade ist fast immer eine Außendämmung. Nur bei denkmalgeschützten Häusern oder Fachwerkhäusern kann eine Innendämmung die einzige Möglichkeit bleiben.

Mit einer guten Außendämmung bleibt die Wärme länger im Haus. So könnt ihr bis zu 20 Prozent der Heizkosten sparen. Aber nicht nur das: Auch das Raumklima verbessert sich durch die Fassadendämmung. Denn durch die fehlende Außendämmung bleiben die Wände kalt – und das fühlt sich kalt und ungemütlich an. Oft kälter, als die Raumtemperatur eigentlich ist.

Ein weiterer Vorteil der Außendämmung: Weil die Dämmung außen angebracht wird, verkleinert sich der Wohnraum nicht. Außerdem könnt ihr mit einer Außendämmung häufig nicht nur die Wärmedämmung steigern. Auch der Schallschutz und – je nach gewähltem Dämmmaterial – der Brandschutz des Hauses werden erhöht. Außerdem sorgt eine gute Wärmedämmung in der Regel auch dafür, dass sich das Haus im Sommer nicht so leicht aufheizt.

Methoden der Fassadendämmung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Fassade zu dämmen. Je nach Budget, individuellen Wünschen und den architektonischen Voraussetzungen habt ihr die Wahl.

Außendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Ein Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, ist wohl die am häufigsten gewählte Methode zur Außendämmung. WDVS sind ein System, dessen einzelne Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Grundsätzlich bestehen sie aus Dämmplatten, Armierungsgewebe, Armierungsmörtel, Fassadenputz und Fassadenfarbe. Ein WDVS eignet sich besonders zur Dämmung von Putzfassaden. Allerdings ist es nicht relevant, ob diese alt sind oder neu.

Als Dämmung kommen verschiedene Materialien in Betracht:

Die Fassadendämmplatten für WDVS lassen sich auch beim Sanieren anbringen. Ihr solltet für das Anbringen von WDVS aber immer Profis beauftragen, da sehr exakt gearbeitet werden muss. Ansonsten ist die Gefahr von Schimmelbildung oder Wärmebrücken zu groß.

Laut Bauordnung muss eine WDVS selbsttragend sein. Daher werden die Dämmplatten entweder aufgeklebt, gedübelt, verschraubt oder mit Schienensystemen an der Wand befestigt.

Wärmedämmverbundsystem (WDSV)
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Einblasdämmung oder Kerndämmung

Wer eine zweischalige Wand hat, der kann auch auf eine Kern- oder Einblasdämmung setzen. Die Dämmung befindet sich dabei zwischen zwei Mauern. Das ist zum einen die tragende Wand und zum anderen eine Außenschale aus Steinen, die frostfrei sind. Zwischen den beiden Mauern ist ein Hohlraum von rund 15 Zentimetern. In diesen kann dann die Dämmung eingebracht werden.

  • Dämmplatten aus Minerallwolle: Im Neubau eignen sich besonders Dämmplatten aus Glas- oder Steinwolle. Die haben sehr gute Wärmedämmeigenschaften und erhöhen außerdem den Brandschutz eines Hauses.
  • Schüttdämmung: Sowohl im Neubau wie auch im Altbau kann auch eine Schüttdämmung aus Schaumglasschotter oder Granulaten wie Kork als Kerndämmung dienen.
  • Einblasdämmung: Eine Einblasdämmung eignet sich besonders für den Altbau, weil der Dämmstoff durch gebohrte Löcher zwischen die Wände geblasen werden kann. Besonders gut eignet sich dafür Zellulose.
Kerndämmung
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Fassadendämmung als vorgehängte hinterlüftete Fassade

Bei der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) wird eine angepasste Front, die aus dem Dämmstoff und einer Verkleidung besteht, an der Außenwand befestigt. Das Grundprinzip bei der VHF besteht aus der Trennung von Wärmedämmung und Witterungsschutz durch eine Luftschicht. Als Bekleidung könnt ihr bei dieser Variante der Fassadendämmung frei wählen: Holz, Schiefer, Stein und Faserzement sind ebenso möglich wie Verkleidungen aus Kupfer, Zink oder Aluminium.

  • Mineralwolle: In den meisten Fällen werden für die VHF Dämmplatten aus Stein- oder Glaswolle genommen.
  • Hartschaumplatten: Auch Platten aus Polyurethan oder Polystyrol sind möglich. Allerdings kann sich der sehr hohe Wert beim Wasserdiffusionswiderstand bei diesem Material negativ auswirken.
  • Ökologische Dämmstoffe: Auch organische Dämmstoffe eignen sich für den Einsatz an VHF. Verwenden könnt ihr zum Beispiel Holzfaserplatten, Hanfmatten oder Dämmplatten aus Jute, Schafwolle oder Kork. Ökologische Dämmstoffe haben den Vorteil, dass sie die Feuchtigkeit sehr gut regulieren, für ein sehr angenehmes Raumklima sorgen und einen guten sommerlichen Hitzeschutz bieten. Viele der Materialien sorgen außerdem für eine sehr gute Schalldämmung.

Die VHF eignet sich sehr gut bei Sanierungen aber auch im Neubau. Besonders in Gebäuden mit Feuchteproblemen ist sie empfehlenswert, weil sie bauphysikalisch eine diffusionsoffene Konstruktion darstellt.

Vorgehängte Fassade
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Wärmedämmziegel als Außendämmung

Wärmedämmziegel werden besonders bei Neubauten als Fassadendämmung immer beliebter. Dementsprechend gibt es auch immer mehr Anbieter am Markt. Bei den Ziegeln handelt es sich um Lochziegel, deren Löcher mit Dämmstoff gefüllt sind. Die Ziegel selbst gibt es in unterschiedlichen Materialien, zum Beispiel aus Poroton oder Leichtbeton.

  • Mineralische Dämmstoffe: Häufig sind die Ziegel mit mineralischen Dämmstoffen wie Stein- oder Glaswolle oder dem Vulkangestein Perlite gefüllt.
  • Synthetische Dämmstoffe: Auch Ziegel mit einer Hartschaum-Füllung sind erhältlich. Polystyrol oder Polyurethan bieten sich dafür an.
  • Ökologische Dämmstoffe: Schließlich gibt es mittlerweile aber auch Wärmedämmziegel, die mit ökologischen Dämmstoffen wie Holzfaser gefüllt sind.

Die Ziegelsteine finden nicht nur im Neubau Anwendung, sondern können auch bei einer Sanierung verbaut werden. Dafür werden sie nachträglich als Vormauerwerk verbaut. Sie werden direkt an die Außenwand gemauert. Ist die Wand uneben, wird ein kleiner Hohlraum gelassen, der später mit einem Dämmstoff – zum Beispiel Perlite – aufgefüllt wird.

Wärmedämmziegel für die Fassadendämmung
Wärmedämmziegel sind mittlerweile eine beliebte Möglichkeit der Außendämmung. Sie haben allerdings ihren Preis. © tdx/Mein Ziegelhaus

Kosten für die Fassadendämmung

Eine Fassadendämmung ist nicht günstig. Weil die Fläche der Fassade groß ist, kommen so schnell mal Kosten im fünfstelligen Bereich zusammen. Wie hoch die Kosten der Außendämmung sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einfluss nehmen

  • die Dämmmethode,
  • der gewählte Dämmstoff,
  • bauliche Besonderheiten,
  • aber auch regional unterschiedliche Handwerkerkosten.

Ganz allgemein müsst ihr für eine Fassadendämmung mit 50 bis 300 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Fassadendämmung: von günstig bis teuer

  • Am günstigsten ist eine Einblasdämmung oder Kerndämmung. Hier müsst ihr mit Kosten zwischen 50 und 70 Euro pro Quadratmeter rechnen.
  • Wärmedämmverbundsysteme kosten zwischen 90 und 180 Euro pro Quadratmeter.
  • Die vorgehängte hinterlüftete Fassade ist mit Kosten zwischen 170 und 300 Euro noch einmal teurer.
  • Die Außendämmung mit Wärmeziegeln liegt preislich im ähnlichen Bereich und kostet zwischen 180 und 300 Euro pro Quadratmeter.

Die Kosten einer Fassadendämmung sind zwar sehr hoch. Allerdings könnt ihr durch eine gut gedämmte Fassade auch viele Heizkosten sparen. Bis sich die Kosten für die Fassadendämmung amortisieren, kann es allerdings Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern. Zudem erhöht ihr den Verkehrswert des Hauses durch eine gute Außendämmung.

Welche Art der Fassadendämmung ist die beste?

Welche Methode zur Fassadendämmung für ein Haus die sinnvollste ist, hängt ganz von baulichen Gegebenheiten, eigenen Wünschen und dem Budget ab. Wer eine zweischalige Wand hat oder neu baut, für den ist die Einblas- oder Kerndämmung eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, für eine deutlich verbesserte Wärmedämmung zu sorgen. Ein weiterer Vorteil ist der Einsatz von Zellulose, die nicht nur aus recyceltem Material besteht sondern auch gut entsorgt werden kann.

Wenn Geld keine Rolle spielt und eine individuelle Fassadengestaltung wichtig ist, dann ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade eine gute Wahl. Auch hier sind Dämmstoffe, die nachhaltig entsorgt werden können, kein Problem. Eine VHF bietet auch im Sommer ein sehr angenehmes Klima. Preislich in einer ähnlichen Liga spielen die gefüllten Wärmedämmziegel.

Wer die Möglichkeiten einer Einblas- oder Kerndämmung nicht hat und wem VHF oder Wärmedämmziegel zu teuer sind, der hat mit Wärmedämmverbundsystemen eine gute Alternative. Diese sind universell einsetzbar und liegen preislich im Mittelfeld der Fassadendämmungen. Außerdem bieten auch WDVS eine große Auswahl an verschiedenen Dämmstoffen. Nur der Wandgestaltung sind Grenzen gesetzt.

Mit Mineralwolldämmplatten gedämmte Fassade
Dämmplatten aus Stein- oder Glaswolle sind sehr beliebt bei der Außendämmung. Sie sind vergleichsweise günstig und erhöhen nicht nur den Wärme- sondern auch den Brandschutz. © Getty Images/iStockphoto

Gibt es eine Dämmpflicht für die Fassade?

Die Mindeststandards des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das im November die Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst hat, verpflichten euch beim Neubau nicht zu einer Außendämmung der Fassade. Lediglich für das Dach beziehungsweise die oberste Geschossdecke gibt es eine Dämmpflicht. Dennoch: Die Entwicklung geht klar in Richtung Dämmen und zu mehr Energieeffizienz. Dass die Anforderungen, die das GEG an Neubauten stellt, strenger werden, ist abzusehen. Wer heute ein Haus baut, ohne die Fassade zu dämmen, der geht das Risiko ein, dass es bald bautechnisch überholt ist und es Probleme mit dem Weiterverkauf gibt.

Wer eine Fassade heute saniert, der muss diese GEG-konform gestalten, wenn die sanierte Fläche größer als zehn Prozent ist.

Förderung für eine Außendämmung

Wer die Fassade eines Hauses energieffizient saniert, der kann dafür einen Zuschuss oder eine Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Die KfW stellt jedoch hohe Anforderungen an den U-Wert, der einzuhalten ist, damit sie die Förderung zahlt. Über das Programm KfW 151/152 könnt ihr Kredit mit Tilgungszuschuss für eine Einzelmaßnahme oder eine Gesamtsanierung bekommen.

Wenn ihr euer Haus zum KfW-Effizienzhaus sanieren wollt, dann gibt es dafür ebenfalls Fördermittel. Welche Anforderungen dafür gelten, lest ihr hier.

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