alte Korkeiche in der Abendsonne
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Bauen | Listicle

Korkdämmung: Alles übers Dämmen mit Kork

Katharina Schneider

Kork wird in erster Linie als Trittschalldämmung verwendet. Der Einsatz als Wärmedämmstoff ist noch eher selten. Dabei hat die Korkdämmung einige Vorteile. Alles, was ihr über diesen ökologischen Dämmstoff wissen müsst.

Der Werkstoff Kork hat eine lange Geschichte – angeblich geht die bis ins zweite Jahrhundert zurück. Doch das Material ist nicht nur als Flaschenverschluss oder Bodenbelag einsetzbar. Auch als Wärmedämmstoff ist das Naturmaterial gut geeignet. Als Kork bezeichnet man das Material aus der Rinde der Korkeiche. Die kommt aus dem Mittelmeerraum, mittlerweile großteils aus Portugal. Von dort aus wird auch die Hälfte des Welthandels mit Kork abgewickelt.

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Korkdämmung bietet viele Vorteile. Kork ist schlecht brennbar, hält die Wärme im Winter gut im Inneren des Hauses, ist elastisch und dämmt Schall besonders gut.

Zahlen und Fakten zur Korkdämmung

  • Kennzahl
  • Korkdämmung
  • Wärmeleitfähigkeit in W/(mK)
  • 0,040
  • Wasserdampfdiffusionswiderstand
  • 5 bis 10
  • Baustoffklasse (Brandschutz) nach DIN 4102-1 und EN 13501-1
  • B1 (schwer entflammbar) oder B2 (normal entflammbar) laut DIN 4102-B1 bis B2 (DIN) und Bs1 d0 bis E (EN)
  • Rohdichte in kg/m3
  • 120
  • spezifische Wärmekapazität in J/(kgK)
  • 1.800
  • Kosten
  • Platten: 7 bis 60 Euro pro m2, Schüttung: 210 bis 400 pro m3

Kork als Dämmstoff

Kork ist in erster Linie als Trittschalldämmung verbreitet. Der Einsatz als Wärmedämmstoff ist noch eher selten.

Einsatzgebiete von Kork als Dämmstoff

Korkdämmungen lassen sich vielseitig einsetzen:

  • Loses Kork-Granulat eignet sich für jede Art der Hohlraumdämmung, sowohl bei Wänden, Decken und als Zwischensparrendämmung des Dachs.
  • Korkplatten eignen sich für die Außendachdämmung, die Fassadendämmung und das Dämmen von Decken. Ein großer Vorteil von Dämmstoffen aus Kork ist die Druckbeständigkeit. Daher lassen sie sich auch unter dem Estrich verlegen.
  • Bei der Fachwerksanierung setzen Experten häufig auf Kork. In der Kombination mit Lehm wird eine diffusionsoffene Innenwanddämmung geschaffen, die für den Erhalt der historischen Gebäude sorgt.
  • Der Einsatz von Kork als Innenwanddämmung ist allerdings umstritten. Technisch ist sie zwar kein Problem, jedoch bringt das Material einen typischen Eigengeruch mit, der gerade im Innenbereich viele Menschen stören kann.
  • Für die Perimeterdämmung ist Kork nicht geeignet.
alte Korkeiche in der Abendsonne
Die Korkeiche wächst auf der iberischen Halbinsel. Portugal ist der weltweit größte Produzent von Kork. © Getty Images/iStockphoto

Wärmeleitfähigkeit von Korkdämmung

Die Wärmeleitfähigkeit von Korkplatten liegt zwischen 0,040 und 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. Schüttdämmungen aus Kork haben eine etwas höhere Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,050 und 0,055 Watt pro Kelvin und Meter. Damit liegt Kork eher im Mittelfeld, was den Schutz vor winterlicher Kälte anbelangt. Kork kann Hitze jedoch sehr gut speichern und hält Gebäude im Sommer deshalb angenehm kühl.

Schallschutz: Gute Dämmung dank Hohlräumen

Kork enthält Hohlräume, die Luft speichern. Deshalb hat Kork nicht nur sehr gute Dämmeigenschaften, er ist auch sehr schalldämmend – und als Bodenbelag beliebt. Wer in einer lauten Gegend lebt, der ist mit Kork-Dämmungen gut beraten.

Kork als Bodenbelag zum Schallschutz
Wegen seiner hohen Rohdichte bietet Kork eine sehr gute Schalldämmung und eignet sich gut für das Dämmen von Fußböden. © Getty Images/iStockphoto

Feuchteschutz: Keine Fäulnis-Gefahr

Kork kann Feuchtigkeit aufnehmen, zwischenspeichern und wieder abgeben. Er ist sehr beständig gegenüber Fäulnis. Außerdem ist Kork diffusionsoffen, also atmungsaktiv.

Brandschutz

Kork ist ohne Nachbehandlung schon von Natur aus vor Bränden geschützt. Er fällt je nach Produkt in die Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) oder B2 (normal entflammbar) laut DIN 4102-1. Nach der europäischen Norm EN 1350-1 fällt er in die Klassen Bs1 d0 bis E (schwer entflammbar oder normal entflammbar).

Herstellung von Korkdämmung

Um Kork-Dämmstoffe herzustellen, wird die Rinde zunächst zu Granulat gemahlen. Anschließend backt man das Granulat unter Zufuhr von rund 350 Grad heißem Wasserdampf unter Druck. Daher heißt das so hergestellte Material auch Backkork. Durch die hohe Temperatur bläht sich das Granulat auf. Im Fachjargon: es expandiert. Außerdem tritt durch das Backen das korkeigene Harz Suberin aus, welches das Korkgranulat zu stabilen Blöcken verbindet. Aus diesen Blöcken lassen sich dann Dämmplatten schneiden.

Neben den Platten ist das Granulat nach der Expansion auch als Schüttdämmung geeignet.

Außerdem sind Produkte aus Presskork erhältlich. Um die zu produzieren, wird das Granulat unter hohem Druck mit Bindemitteln zu Blöcken gepresst, aus denen sich Platten schneiden lassen. Presskork wird allerdings weniger zur Wärmedämmung, sondern eher als Trittschalldämmung im Bodenbereich eingesetzt.

Eine Zugabe von weiteren Stoffen ist bei Dämmprodukten aus Kork nicht notwendig. Das Material ist von Natur aus widerstandsfähig gegen Brand, Schimmel und Schädlinge.

Expandierter Kork
Um Korkdämmplatten herzustellen, muss das Material zunächst expandieren. © FNR

Nachhaltigkeit von Korkdämmung

Kork ist ein natürlicher nachwachsender Rohstoff – und somit als Dämmung natürlich nachhaltiger als zum Beispiel Polysterol (Styropor). Die Korkeiche darf jedoch nur alle acht bis zehn Jahre geschält werden. Wenn das nicht häufiger passiert, dann erhält die Nutzung der Korkeichenwälder ein wichtiges ökologisches Gleichgewicht. Da Kork jedoch kein heimischer Rohstoff ist, wirken sich die langen Transportwege negativ auf die Öko-Bilanz von Korkdämmungen aus.

Eine Behandlung mit chemischen Zusatzstoffen gegen Brand, Schimmel oder Schädlinge ist nicht nötig, was wiederum positiv für die Öko-Bilanz ist.

Backkork oder Korkgranulat enthalten keinerlei Zusatzstoffe und lässt sich damit auch problemlos entsorgen. Korkgranulat wird außerdem in der Landwirtschaft oder im Gartenbau als Stoff zur Bodenverbesserung verwendet.

Wo ihr Korkdämmung kaufen könnt

Korkdämmstoffe könnt ihr teilweise beim gut sortierten Naturbauhändler beziehen. Aber auch zahlreiche Online-Shops bieten Kordämmungen an. Bei Korkshop findet ihr eine gute Auswahl an expandierten Dämmplatten. Auch die Firma G-Tec aus Österreich bietet Dämmprodukte aus Kork an. Auch bei Korkonline könnt ihr Wärmedämmprodukte aus Kork kaufen.

Preis und Kosten von Korkdämmung

Kork-Dämmplatten kosten je nach Dicke zwischen sieben und 60 Euro pro Quadratmeter. Für Korkgranulat müsst ihr zwischen 210 und 400 Euro pro Kubikmeter rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den Einbau. Korkdämmungen bewegen sich daher im mittleren bis oberen Preissegment der ökologischen Dämmstoffe.

Eine Fassadendämmung mit Kork, die entsprechend den Vorschriften der geltenden Energieeinsparverordnung ausgeführt werden soll, müsste eine Dicke von 18 Zentimetern haben. Dann erreicht die Außenfassade den vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

Vorteile und Nachteile von Kork als Dämmstoff

Korkdämmung bietet viele Vorteile:

  • gute Dämmeigenschaften und guter sommerlicher Hitzeschutz
  • feuchtigkeitsregulierund und atmungsaktiv
  • guter Schallschutz
  • keine Zusatzstoffe für Brandschutz, Schutz vor Schimmel oder Schädlinge nötig
  • sehr druckresistent
  • sehr elastisch

Doch auch einige Nachteile müsst ihr beachten:

  • kein heimisches Produkt und daher lange Transportwege
  • eingeschränkte Anwendbarkeit
  • möglicherweise starker Eigengeruch

Fazit zur Korkdämmung

"Kork eignet sich gut als Innendämmung von Außenwänden aber auch für technische Anlagen", sagt René Görnhardt von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe. "Er ist auch eine Alternative bei Wärmedämmverbundsystemen." Positiv beurteilt der Bauexperte in Bezug auf die Öko-Bilanz auch, dass die Dämmungen in den meisten Fällen keine Zusätze enthalten.

Nachteilig für die Umwelt wirken sich allerdings die langen Transportwege aus. Ein Projekt, bei dem alte Flaschenkorken zu Schüttdämmstoffen auch in Deutschland verarbeitet wurden, gibt es aktuell nicht mehr.

Ob Kork für euer Dämmprojekt das richtige Material ist oder ob sich ein anderer ökologischer Dämmstoff wie Holzwolle, Holzfaser, Zellulose, Stroh oder Hanf besser eignet, lest ihr in unserem großen Vergleich natürlicher Dämmstoffe.

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