Holzwolledämmung
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Holzwolledämmung: Alles übers Dämmen mit Holzwolle

Holzwolle dient Menschen schon seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts als Dämmstoff. Holzwolledämmung punktet in erster Linie durch ihren guten Brandschutz und ihren guten Schutz vor sommerlicher Hitze. Obwohl sie keinen guten Kälteschutz bietet, ist Holzwolle als Dämmstoff sehr beliebt.

Unter den natürlichen Dämmstoffen gehört Holzwolle zu den ältesten. Schon seit 1938 sind Holzwolleplatten oder Holzwolle-Leichtbauplatten als Baustoff genormt. Doch die Geschichte des Materials als Werkstoff ist noch älter: Im 19. Jahrhundert wurde Holzwolle zur Herstellung von Tapeten und Wundverbänden genutzt. Als Rohmaterial für die Holzwolledämmung können sowohl Nadel- wie auch Laubhölzer dienen. Die feinen, bis zu einem halben Meter langen Fäden sind elastisch, staub- und splitterfrei.

Zahlen und Fakten zur Holzwolledämmung

  • Kennzahl
  • Holzwolledämmung
  • Wärmeleitfähigkeit in W/(mK)
  • 0,090
  • Wasserdampfdiffusionswiderstand
  • 2 bis 5
  • Baustoffklasse (Brandschutz) nach DIN 4102-1 und EN 13501-1
  • B1, B2 (DIN) und B, A2-s1, d0 (EN)
  • Rohdichte in kg/m3
  • 110 bis 250
  • spezifische Wärmekapazität in J/(kgK)
  • 2.100
  • Kosten
  • Zwischen 8 und 20 Euro pro m2

Holzwolle als Dämmstoff

Holzwolledämmung ist sehr beliebt unter den Naturdämmstoffen. Laut der Initiative "Natürlich Dämmen" kommen sie auf einen Marktanteil von 20 Prozent – und landen damit hinter Zellulose und Holzfaser auf Platz drei.

Holzwolle in einer Geschenkbox
Holzwolle wird für verschiedenste Zwecke genutzt – auch zum Verpacken von Geschenken. © Getty Images/iStockphoto

Einsatzgebiete von Holzwolle als Dämmstoff

  • Holzwolledämmplatten werden oft als Verbundstoff genutzt. Andere Dämmstoffe werden dann zwischen zwei dünne Platten aus Holzwolle eingelegt und miteinander verbunden. Die Patten werden im Mauerwerks- und Betonbau als Putzträger zum Beispiel für Decken genutzt.
  • Die Platten eignen sich auch als Putzträger im Innen- und Außenbereich oder als Beplankung für Einblasdämmstoffe, weil die Oberfläche sehr rau ist.
  • In der Perimeterdämmung lässt sich Holzwolle nicht verwenden.

Wärmeleitfähigkeit von Holzwolledämmung

Die durchschnittliche Wärmeleitfähigkeit liegt mit 0,090 Watt pro Meter und Kelvin im Vergleich mit anderen Naturdämmstoffen hoch. Deshalb ist die Dämmwirkung von reinen Holzwolleplatten auch recht gering. Allerdings hat Holzwolle eine gute Wärmespeicherkapazität und ist deshalb besonders für Gebäude geeignet, die sich stark aufheizen.

Schallschutz

Holzwolle ist besonders gut dafür geeignet, Schall zu dämmen – ein Vorteil besonders in dicht besiedelten Gegenden.

Brandschutz: Pluspunkt für Holzwolledämmung

Holzwolle kann im Vergleich mit anderen Naturdämmstoffen besonders durch die gute Baustoffklasse A2 bis B1 (nach DIN 4102-1) punkten. Das heißt, die Platten sind nicht brennbar bis schwer entflammbar. Die Baustoffklasse wird erreicht, weil die Holzwolle mit Zement vermischt wird.

Feuchteschutz

Dämmstoffe aus Holzwolle absorbieren Wasser. Allerdings regulieren sie Feuchtigkeit nicht ganz so gut wie zum Beispiel Flachs, Hanf oder Seegras als Dämmstoff. Dennoch sorgt die Fähigkeit der Holzwolle, Feuchtigkeit aufzunehmen, für ein angenehmes Raumklima.

Herstellung von Holzwolledämmung

Holzwolle wird aus entrindeten, luftgetrockneten Laub- oder Nadelhölzern gewonnen. Das Holz hat dabei nur noch eine Restfeuchte von 13 Prozent. Mit speziellen Hobelmaschinen, sogenannten Holzwollmaschinen, wird dann die Holzwolle hergestellt. Um daraus Dämmstoffe zu produzieren, werden die Fäden zunächst zu einem Vlies verarbeitet und mit einem mineralischen Bindemittel wie Zement oder Magnesit in einer Form zu Platten gepresst. Die Platten sind, nachdem sie getrocknet sind, sehr formstabil und fest. Neben diesen Dämmplatten lässt sich Holzwolle auch lose als Einblasdämmung nutzen.

Weil sie durch die langen Fäden eine Ähnlichkeit mit gepresstem Sauerkraut haben, werden die Holzwolle-Platten umgangssprachlich auch Sauerkrautplatten genannt.

Holzstapel am Weg eines Mischwalds
Holzwolle wird aus Laub- und Nadelhölzern hergestellt. © Getty Images/iStockphoto

Nachhaltigkeit von Holzwolledämmung

Holzwolledämmung besteht größtenteils aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, was sich positiv auf die Klimabilanz der Dämmstoffe auswirkt. Holzwolle ist außerdem von Natur aus widerstandsfähig gegenüber Ungeziefer, Verrottung und Pilzbefall. Die Dämmstoffe müssen daher nicht mit umweltschädigenden Stoffen nachbehandelt werden. Da Holzwolle rein mechanisch produziert wird, ist die Herstellung im Vergleich zum Beispiel von Dämmstoffen aus Holzfaser, sehr energiearm. Außerdem lassen sich die Dämmstoffe recyceln oder verbrennen und so als Wärme wieder nutzbar machen.

Wo ihr Holzwolledämmung kaufen könnt

Holzwolledämmung könnt ihr teilweise im gut sortierten Naturbauhandel bekommen. Außerdem bieten zahlreiche Online-Shops wie Kemmler, Baunativ oder Benz24 Holzwolle-Leichtbauplatten an.

Das Unternehmen Knauf Insulation stellt seit mehr als 90 Jahren Holzwolledämmung her. Eine Liste der Händler, die die Produkte vertreiben, findet ihr auf der Webseite.

Ein weiterer Hersteller von Holzwolledämmung ist das Unternehmen Fibrolith. Es stellt Dämmstoffe aus FSC- und PEFC-zertifizierter Waldwirtschaft her.

Eine Übersicht über Öko-Zertifikate für Holz findet ihr hier:

Preis und Kosten von Dämmstoffen aus Holzwolle

Ein Quadratmeter Holzwolleplatte kostet je nach Dicke zwischen acht und 20 Euro. Holzwolleplatten die mit Zement gebunden werden, sind in der Regel günstiger als die Variante mit Magnesit.

Weil Holzwolle keine hohe Dämmwirkung hat, müssen die Platten außerdem sehr dick sein. Besonders dann, wenn ihr nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) einen U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin an der Außenfassade erzielen wollt. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder.

Vorteile und Nachteile von Holzwolledämmung

Eine Holzwolledämmung bietet einige Vorteile:

  • Baustoffklasse A2 bis B2, also guter Brandschutz
  • fest und formstabil
  • guter Schutz vor sommerlicher Hitze wegen guter Wärmespeicherkapazität
  • feuchtigkeitsabsorbierend
  • guter Schallschutz
  • Resistenz gegen Schädlinge, Pilze und Fäulnis
  • energiearme Herstellung
  • recyclebar

Doch ihr müsst auch die Nachteile berücksichtigen:

  • Geringe Dämmwirkung reiner Holzwolleplatten
  • Vergleichsweise teuer

Fazit zur Holzwolledämmung

"Bei Holzwolle wird meist Zement zugegeben", sagt René Görnhardt von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe. "Dadurch ist der Dämmstoff feuerbeständig und dürfte auch im Reihenhaus verwendet werden." Ein großer Vorteil im Vergleich mit vielen anderen natürlichen Dämmstoffen. Die energiearme Herstellung und die Tatsache, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, wirken sich außerdem positiv auf die Ökobilanz von Holzwolledämmung aus.

"Allerdings ist die Wärmeleitfähigkeit recht hoch, das heißt, Holzwolle bietet keinen besonders guten Kälteschutz“, sagt Görnhardt. Daher eignet sich Holzwolledämmung vor allem als Verbundstoff. Zwischen die Platten werden dann andere Dämmstoffe eingelegt, die Kälte besser aus dem Haus halten. Eine Tatsache, die Holzwolledämmung allerdings auch recht teuer macht.

Welcher der richtige ökologische Dämmstoff für euer Projekt ist, könnt ihr in unserer großen Übersicht über natürliche Dämmstoffe nachlesen.

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