Kind feiert ausgelassen Weihnachten mit Papa und Mama
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Wohnen | Ratgeber

Brandschutz-Tipps für Advent und Weihnachten: So brennt nichts an

Joscha Thieringer

Joscha Thieringer

Alle Jahre wieder brennt der Weihnachtsbaum – leider auch im wortwörtlichen Sinne. Gerade im Advent und an Weihnachten steigt das Risiko von Zimmerbränden. Hier kommen die wichtigsten Brandschutz-Tipps, dringend empfohlen von der Feuerwehr.

Die Statistik ist recht eindeutig: Rund 15.000 Zimmerbrände in Deutschland werden jährlich von Adventskränzen oder Weihnachtsbäumen mit echten Kerzen ausgelöst. Mit ausreichendem Brandschutz könnten viele verhindert werden.

Passt bitte auf euch und eure Familien auf, denn: Wer die Brandgefahr unterschätzt, könnte eine böse Überraschung erleben. Hier kommen die wichtigsten Brandschutz-Tipps für Advent und Weihnachten – mit freundlichen Grüßen von der Feuerwehr.

Brandschutz-Tipp 1: Frische Zweige verwenden

Die häufigste Brandursache in der Adventszeit sind Adventsgestecke und Tannenbäume in Verbindung mit echten Kerzen. Je trockener die Gestecke werden und je mehr die Kerzen in Richtung des Tannengrüns oder der Deko herunterbrennen, desto größer wird die Brandgefahr.

Behaltet deshalb Tannengestecke, Adventskränze und Weihnachtsbäume nicht zu lange in der Wohnung – trockene Zweige brennen wie Zunder. Ersetzt trockene Zweige durch frisches Tannengrün und holt den Weihnachtsbaum erst möglichst spät ins warme Zimmer.

Brandschutz-Tipp 2: Weihnachtsbaum und Adventskranz sicher platzieren

Achtet unbedingt auf einen sicheren Stand eures Weihnachtsbaums. Dazu gehört ein passender, ausreichend dimensionierter Ständer.

Allgemein gesagt: Der Weihnachtsbaum sollte frei stehen. Das bedeutet: Denkt bitte an genügend Sicherheitsabstand zu leicht brennbaren Materialien. Dazu gehören Vorhänge, Gardinen, Holzmobiliar und Weihnachtsdekoration.

Thema Lüften: Fährt der Wind durch die Wohnung, können bodenlange Gardinen bis zu einen Meter in den Raum wehen. Und auch so manche herumliegende Zeitung ist beim Lüften schnell in Adventskranz und Weihnachtsbaum geflogen.

Brandschutz-Tipp 3: Unbrennbare Materialien einsetzen

Benutzt bitte keine Untersetzer für Adventsgestecke, die aus brennbaren Materialien bestehen. Für den Weihnachtsbaum gilt: so wenig brennbarer Baumschmuck wie möglich. Dieser Brandschutz-Tipp fällt uns nicht leicht: Das betrifft leider auch die schönen, selbst gebastelten Strohsterne.

Brandschutz-Tipp 4: Sicherheitskerzen verwenden

Aus Sicht der Feuerwehr gilt natürlich: Verwendet am besten gar keine echten Kerzen. Und wenn doch, dann am besten sogenannte Sicherheitskerzen mit einem verkürzten Docht. Dieser endet vor dem Kerzenboden und lässt die Flamme automatisch erlöschen. Vergesst bitte auch nicht, die Kerzen auf nicht brennbare Halterungen zu stellen.

Wer die Finger doch nicht von echten Kerzen lassen kann: Stellt bitte entsprechendes Löschmittel bereit. Die Feuerwehr empfiehlt einen Eimer Wasser oder besser noch einen Feuerlöscher.

Über den sicheren Umgang mit Kerzen haben wir einen Ratgeber für euch erstellt.

Brandschutz-Tipp 5: Feuer beaufsichtigen (und Kinder und Haustiere)

Lasst brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt – schon gar nicht, wenn Kinder (oder Haustiere!) allein im Zimmer sind. Verwahrt Zündhölzer und Feuerzeuge an einem sicheren Platz – außerhalb der Reichweite von Kindern. Bitte sprecht auch mit euren Kindern über die Gefahren und vermittelt ihnen die Brandschutz-Tipps.

Brandschutz-Tipp 6: Lichterketten mit Prüfsiegel verwenden

Elektrische Lichterketten sind grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings gibt es auch hier Sicherheitsrisiken – vor allem bei Billigangeboten aus Fernost. Verwendet daher nur Lichterketten mit entsprechendem VDE-/CE-Prüfsiegel und schließt nicht zu viele Lichterketten an eine Steckdose (Überlastgefahr). Prüft die Lichterketten vor jedem Einsatz auf eventuelle Kabel- und Steckerschäden.

Brandschutz-Tipp 7: Notfall-Maßnahmen planen

"Es wird schon nichts passieren" – dieser Satz ist leicht dahingesagt. Jedoch können Brandschutz-Maßnahmen das Risiko nur minimieren und nicht komplett auf Null setzen. Deshalb solltet ihr euch vorab mit einem Notfall auseinandersetzen:

Löschmittel bereithalten

Wir haben es bereits erwähnt: Haltet für den Brandfall ein Gefäß mit Wasser, eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher (mit Lösung auf Wasserbasis) im Zimmer griffbereit. Weshalb? Um ein Gefäß mit zehn bis zwölf Litern Wasser zu füllen, benötiget ihr rund eine Minute. Ergänzt um die Zeit zur Wasserquelle und zurück sind schnell zweieinhalb Minuten und mehr vergangen. Dann ist ein wirkungsvoller Löschversuch kaum mehr möglich.

Fluchtwege bedenken und frei halten

Verstellt niemals – auch nicht vorübergehend – Fluchtwege wie Fenster, Türen, Flure und Treppen.

Brennender Weihnachtsbaum – da helfen auch keine Brandschutz-Tipps mehr.
Hier lag wohl kein ausreichender Brandschutz vor. Zum Glück gehen nur die wenigsten der rund 28 Millionen in Deutschland verkauften Tannenbäume in Flammen auf. © Getty Images

Brandschutz-Tipp 8: Funktionieren die Rauchmelder?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Die Vorweihnachtszeit ist der ideale Zeitpunkt, um im ganzen Haus nochmal einen Rauchmelder-Check durchzuführen. Eure Rauchmelder solltet ihr sowieso einmal im Jahr warten und kontrollieren.

Ihr habt noch keine? Dann solltet ihr euch schleunigst darum kümmern. Denn Rauchmelder sind seit einigen Jahren deutschlandweit Pflicht. Zwar wird das von keiner Behörde wirklich kontrolliert, im schlimmsten Fall haben sie aber schon so manches Leben gerettet.

Ohne Rauchmelder kann's teuer werden

Ihr seid Mieter? Dann schaut einmal im Mietvertrag nach, wer für Installation und Wartung von Rauchmeldern in der Wohnung zuständig ist. In der Regel müssen sich die Vermieter darum kümmern, es herrscht Rauchmelder-Pflicht. Tun sie das nicht, wird's im Brandfall ganz schön teuer: Es drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Es spricht aber auch nichts dagegen, die Rauchmelder in der Wohnung selbst einmal zu überprüfen. Wie ihr das macht, haben wir euch in unserem Expertentipp "Woran erkenne ich, ob mein Rauchmelder noch funktioniert?" beantwortet.

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Brandschutz-Tipp 9: Verhaltensregeln bei Feuer

Sollte es trotz größtmöglicher Vorsicht und Vorbeugung zu einem Brand kommen, gelten folgende Verhaltensregeln. Ihr solltet diese regelmäßig mit euren Kindern oder Mitbewohnern durchsprechen:

  • Leitet einen Löschversuch nur ein, wenn dieser gefahrlos möglich erscheint.
  • Leistet Erste Hilfe bei Brand- und Unfallopfern.
  • Notruf 112: Alarmiert die Feuerwehr – und beantwortet die fünf "W-Fragen":
    • Wo brennt es? Ortsangabe – Ort, Straße, Hausnummer, Stockwerk, Name
    • Was brennt? Zum Beispiel Brand im Haus, Fahrzeug, Waldstück
    • Wie viel brennt? Zum Beispiel Zimmer, Wohnung, Haus
    • Welche Gefahren? Lebensgefahr, bekannte Risiken, zum Beispiel Gasflaschen
    • Warten auf Rückfragen!
  • Versucht, Ruhe zu bewahren – und sofort dafür zu sorgen, dass alle den Brandraum verlassen.
  • Schließt die Tür (und Fenster), damit sich der Rauch nicht weiter ausbreiten kann.
  • Warnt weitere Mitbewohner und informiert die Nachbarn.
  • Wartet vor dem Haus auf die Feuerwehr und weist die Feuerwehrkräfte bei deren Ankunft ein.
Eine echte Kerze wird am Weihnachtsbaum entzündet
Wer offenes Feuer in die Wohnung holt, sollte dieses unbedingt immer beaufsichtigen. © Getty Images/iStockphoto

Puh, diese Brandschutz-Tipps zu lesen, war sicherlich kein reines Vergnügen, weil man dabei immer das Horrorszenario vor Augen hat. Auch für Wohnglück.de ist es kein leichtes Thema. Aber es ist uns sehr wichtig, dass ihr alle heil und froh durch die Advents- und Weihnachtszeit kommt.

In diesem Sinne: Passt gut auf euch auf – wir wünschen euch eine wunderbare Zeit!

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