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Nachhaltiger Weihnachtsbaum: Bio-Alternativen für euren Christbaum

Michael Penquitt

Level: Für Alle

Weihnachtsbäume haben eine fürchterliche Öko-Bilanz. Es sei denn, ihr achtet auf eine ökologische Herkunft oder zieht eine faire Alternative für euren Christbaum in Erwägung.

Jährlich werden in Deutschland etwa 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Laut NABU stammen gut 90 Prozent davon aus Deutschland. Na, immerhin. Die meisten Bäume wachsen jedoch auf Plantagen, auf denen große Mengen an Düngemittel und Pestiziden zum Einsatz kommen. Diese belasten Gewässer, Böden und Tiere – vor allem Insekten. Und wenn die Christbäume am Ende in eurem Zuhause landen, ist nicht auszuschließen, dass sie Pestizidreste mit sich hereintragen. Offiziell gibt es in Deutschland keine rechtlich festgelegten Grenzwerte dafür, wie viele Schadstoffrückstände an Weihnachtsbäumen zulässig sind.

Ob es die eigene Gesundheit oder der Umweltschutz ist: Es gibt gute Gründe dafür, Weihnachtsbäume aus ökologisch nachhaltiger Herkunft zu kaufen. Das sehen immer mehr Menschen so. Die Zahl der Verkaufsstellen, an denen Öko-Weihnachtsbäume verkauft werden, ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Mittlerweile könnt ihr an über 700 unterschiedlichen Orten in Deutschland einen Christbaum mit Bio-Zertifikat erstehen. Noch 2015 gab es deutschlandweit lediglich rund 160 Verkaufsstellen dieser Art.

So erkennt ihr einen Öko-Weihnachtsbaum

Sogenannte Öko- oder Bio-Weihnachtsbäume sind solche, die aus Betrieben stammen, die nachweislich ökologischen Landbau oder ökologisch ausgerichteten Waldbau betreiben. Diese Betriebe bewirtschaften ihre Flächen ohne den Einsatz von Pestiziden und mineralischem Dünger. Ihr erkennt sie an bestimmten Bio-Siegeln. Wo Bioland, Naturland, Biokreis, Demeter, das EU-Biosiegel oder FSC draufsteht, könnt ihr euch darauf verlassen, dass der Baum aus einem solchen Betrieb stammt.

Andere Siegel erlauben es nur bedingt, Rückschlüsse auf eine umweltfreundliche Herkunft zu ziehen. Auch wenn die dahinter stehenden Organisationen versuchen, genau diesen Anschein zu erwecken, seid ihr gut beraten, zur Sicherheit die Finger von solchen Bäumen zu lassen.

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood aktualisiert jedes Jahr ihre Liste der bundesweiten Verkaufsplätze von Öko-Weihnachtsbäumen. Wenn ihr wissen wollt, wo ihr in der Nähe einen umweltfreundlichen Weihnachtsbaum kaufen könnt, schaut da gerne rein. Bio-Bäume sind, wenn überhaupt, nur wenige Euro teurer als konventionelle Bäume.

Faire Weihnachtsbäume müssen nicht bio sein

Ein Großteil der Samen für deutsche Nordmanntannen stammt übrigens aus Georgien, wo die Samensammler hoch oben in den Baumwipfeln unterwegs sind, um die Zapfen zu pflücken. Ein anstrengender und gefährlicher Job – gut bezahlt ist er deswegen noch lange nicht. An dieser Stelle kommt die Organisation Fair Trees ins Spiel. Sie setzt sich für sichere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung der Arbeiter ein. Das heißt noch lange nicht, dass der Baum, der ein solches Siegel trägt, frei von Pestiziden und anderen Schadstoffen ist. Am besten sind also Bäume, die sowohl ein Bio- als auch das "Fair Trees"-Siegel tragen.

Eine weitere Alternative ist der direkte Ankauf bei regionalen Waldbetrieben. Immer mehr Christbäume stammen aus landwirtschaftlich betriebenen Weihnachtsbaumkulturen, immer weniger aus dem Wald. Auf sogenannten Sonderflächen unter Strom- oder auf Leitungstrassen wachsen in vielen Fällen noch heimische Kiefern, Tannen und Fichten. Die Flächen gehören regionalen Forstbetrieben und die Bäume werden häufig weniger gespritzt und gedüngt als Bäume aus Monokulturen. Ihr könnt einen solchen Betrieb kontaktieren, um euren Baum gegebenenfalls selbst auszuwählen, zu schlagen und nach Hause zu fahren. Dank des vergleichsweise kurzen Transportweges bleibt der ökologische Fußabdruck des Christbaums klein.

Weihnachtsbäume für fortgeschrittene Gärtner

Seit einigen Jahren habt ihr auch zunehmend die Möglichkeit, einen Baum für die Weihnachtszeit zu mieten. Dafür wird er mitsamt Wurzeln in einen Topf gehoben und ins Wohnzimmer gestellt, ehe er anschließend wieder im Freien in die Erde gepflanzt wird. Das ist natürlich deutlich nachhaltiger, als einen Baum, der zehn Jahre und mehr gewachsen ist, zu schlagen und nach wenigen Wochen wieder zu entsorgen.

Jedoch gibt es ein großes Aber: Nicht jeder Weihnachtsbaum überlebt diesen Stress. Das Problem ist der plötzliche Temperaturwechsel. Mietbäume sollten langsam an die Wärme im Wohnzimmer gewöhnt werden. Dafür werden sie für einige Zeit in leicht beheizte Lagerräume gestellt. Wenn ihr euch für einen solchen Christbaum entschieden habt und sogar einen Wintergarten besitzt, könnt ihr den Baum vorübergehend dort stehen lassen, ehe er an seinen eigentlichen Platz für die Bescherung kommt. Und: Gießen nicht vergessen!

Weihnachtsbaum selber ziehen

Auch in die andere Richtung geht die Gewöhnung nicht von heute auf morgen. Bevor der Baum wieder in die Kälte gestellt wird, sollte er dieselben Stationen noch einmal durchlaufen. Nachdem er wieder in den Boden gepflanzt wurde, muss er sich mindestens zwei Jahre wieder von diesem Abenteuer erholen.

Mit gutem Gewissen können wir euch für diese Variante nur lokale Baumschulen und Forstbetriebe empfehlen. Die Internetrecherche dauert in diesem Fall meistens aber nicht lang. Alternativ könnt ihr auch selbst einen Baum im Topf ziehen – vorausgesetzt ihr habt einen Garten oder einen sehr geräumigen Balkon. Dort lasst ihr ihn das Jahr über stehen, kümmert euch ab und an um die Pflege, gießt ihn alle paar Tage und holt ihn nur zu Weihnachten herein. Beachtet auch hier den Temperaturwechsel. Bis es so weit ist, dass der Baum zu Weihnachten einiges hergibt, braucht ihr aber schon einige Jahre Geduld.

Vielleicht habt ihr stattdessen mal Lust auf etwas ganz anderes. Dann schaut auf diese fünf ungewöhnlichen Ideen für den Weihnachtsbaum – und das ganz ohne Baum:

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