Rauchwarnmelder an der Decke
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7 Tipps: Wo sind Rauchmelder Pflicht und wie installiere ich sie richtig?

Deborah Hucht

Level: Für Alle

Benötigt ihr Rauchmelder oder vielmehr Rauchwarnmelder? Wir beantworten die brennendsten Fragen rund um die kleinen Lebensretter.

Schon gewusst? Was die meisten Menschen als Rauchmelder bezeichnen, ist eigentlich ein Rauchwarnmelder. Ein kleines Gerät mit ungefähr zehn Zentimetern Durchmesser, das vor Rauchentwicklung warnt. Rauchmelder hingegen sind eigentlich die kleinen Sensoren einer zentral gesteuerten Anlage. Hotels, Büros, öffentliche Gebäude und ähnliche Einrichtungen verfügen über solche Systeme, die meist mit der Rettungsleitstelle verbunden sind.

1. Sind Rauchmelder Pflicht oder nicht?

Rauchwarnmelder in Privathaushalten sind deutschlandweit Pflicht. Aber: Nicht in jedem Bundesland gelten dieselben Regeln! Ob, bis wann und in welchen Räumen Rauchmelder vorgeschrieben sind, ist in der jeweiligen Landesbauordnung festgehalten. Sachsen beispielsweise schreibt lediglich vor, dass Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern versorgt werden müssen. Lebt ihr in anderen Teilen der Republik, gilt die Pflicht auch für Bestandsbauten. Jedes Bundesland hat hier allerdings eigene Fristen zur Nachrüstung angesetzt. In Hamburg ist der kleine Lebensretter schon seit 2006 Standard, nachgerüstet werden musste bis Ende 2010.

Die Fristen zum Einbau von Rauchwarnmeldern in den Bundesländern

  • BUNDESLAND
  • EINBAUPFLICHT BEI NEUBAUTEN SEIT ...
  • NACHRÜSTPFLICHT BEI BESTANDSBAUTEN SEIT/AB ...
  • WO MÜSSEN RAUCHMELDER ANGEBRACHT WERDEN?
  • Baden-Württemberg
  • 2013
  • 2015
  • • In allen Aufenthaltsräumen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen • In allen Fluren
  • Bayern
  • 2013
  • 2018
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren • Bei Einfamilienhäuser im offenen Treppenraum auf jedem Stockwerk
  • Berlin
  • 2017
  • 01.01.2021
  • • In allen Aufenthaltsräumen (außer Küchen) • In allen Fluren
  • Brandenburg
  • 2017
  • 01.01.2021
  • • In allen Aufenthaltsräumen (außer Küchen) • In allen Fluren
  • Bremen
  • 2010
  • 2016
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Hamburg
  • 2006
  • 2011
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Hessen
  • 2005
  • 2015
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren • In allen Aufenthaltsräumen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen • Bei Einfamilienhäuser im offenen Treppenraum auf jedem Stockwerk
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 2006
  • 2010
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Niedersachsen
  • 2012
  • 2016
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren • Bei Einfamilienhäuser im offenen Treppenraum auf jedem Stockwerk
  • Nordrhein-Westfalen
  • 2013
  • 2017
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Rheinland-Pfalz
  • 2003
  • 2012
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Saarland
  • 2004
  • 2017
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Sachsen
  • 2016
  • noch keine Nachrüstpflicht
  • • In allen Aufenthaltsräumen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen • In allen Fluren
  • Sachsen-Anhalt
  • 2009
  • 2016
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Schleswig-Holstein
  • 2005
  • 2011
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren
  • Thüringen
  • 2008
  • 2019
  • • In Schlafräumen und Kinderzimmern • In allen Fluren

2. In welchen Räumen brauche ich einen Rauchmelder?

Wo ihr genau einen Rauchwarnmelder anbringen müsst, lest ihr in der Landesbauordnung eures Bundeslandes nach. In der Regel benötigt ihr einen Rauchmelder in Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flur. Richtig sicher wird es, wenn ihr pro Aufenthaltsraum einen Rauchmelder vorseht. Achtung: In Küche und Bad sind Rauchwarnmelder ebenfalls sinnvoll – können hier durch Dampfentwicklung aber schnell Fehlalarme auslösen.

3. Wie viele Rauchmelder brauche ich?

Wie viele Rauchwarnmelder ihr in eurem Haus oder eurer Wohnung benötigt, hängt von deren Größe ab. Und davon, in welchem Bundesland ihr lebt. Ein Rauchmelder kann eine Fläche von etwa 60 Quadratmetern abdecken. Ihr solltet ihn möglichst mittig platzieren. Befinden sich im Zimmer Paravents oder teilen große Regale oder Schränke den Raum, gehört in jeden Abschnitt des Zimmers ein Rauchmelder. Offene Räume über mehrere Etagen sind durch einen Rauchmelder auf der oberen Ebene abgesichert – sofern die Grundfläche nicht zu groß ist.

4. Wie bringe ich Rauchwarnmelder richtig an?

Ein Rauchmelder besteht meist aus zwei Teilen: Aus einer Halterung, in der die Mechanik sowie die Batterie versteckt sind sowie einem Deckel. Die Halterung könnt ihr bequem an der Decke verschrauben. Batterien einsetzen, Deckel aufklicken, fertig! Da es mittlerweile unterschiedlichste Modelle gibt: Schaut euch vor der Montage unbedingt die Anleitung an!

Wichtig ist, dass ihr diese Tipps beherzigt:

  • Rauchwarnmelder gehören an die Decke.
  • Haltet mindestens 50 Zentimeter Abstand zu Lampen, Stromverteilern und anderen festen Installationen an der Decke.
  • Installiert Rauchwarnmelder nicht in Zugluft.
  • Streicht nicht mit Farbe über das Gerät und beklebt es nicht.

5. Wer ist für Rauchmelder zuständig – Mieter oder Vermieter?

Eigentum verpflichtet: Sobald ihr ein Haus oder eine Wohnung erwerbt, seid ihr gefragt, die Rauchwarnmelder anzubringen oder installieren zu lassen. Einmal mit Jahr steht außerdem die Wartung an. Lebt ihr zur Miete oder vermietet ihr eine Immobilie, regelt ihr per Mietvertrag, wer dafür zuständig ist. Achtung: Als Mieter seid ihr gefragt, Defekte zu melden, sobald ihr sie bemerkt!

Welche Strafen drohen, wenn ihr eurer Pflicht nicht nachkommt? Diese sind in der Landesbauordnung festgeschrieben – und nicht ohne. Wenn ein Haus oder eine Wohnung brennt und es keinen Rauchwarnmelder gibt, zahlt ihr als Vermieter in Niedersachsen zum Beispiel bis zu 50.000 Euro. Kommen Personen bei einem Feuer zu Schaden, wird der Vermieter wegen fahrlässiger Körperverletzung oder sogar fahrlässiger Tötung ermittelt. Hier drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren!

Ein weiterer Grund, der Sorgfaltspflicht nachzukommen: Versicherungen müssen im Schadenfall nicht zahlen, wenn Rauchwarnmelder nicht ordnungsgemäß installiert waren.

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Funk-Rauchwarnmelder sind in einem vernetzten Haus in der Lage, per Push-Nachricht einen Alarm auf das Handy zu senden. © Gira

6. Welche Art von Rauchmelder benötige ich?

Für welche Art von Rauchwarnmelder ihr euch entscheidet, liegt ganz bei euch. Die Geräte sollten mindestens das Prüfzeichen CE aufweisen. Rauchwarnmelder mit dem Zeichen Q mit einer Flamme darin sind sehr langlebig und lösen weniger Falschalarme aus als andere.

Ihr werdet schnell bemerken, dass es zwei Arten von Rauchmeldern gibt: Die mit fest verbauten und die mit austauschbaren Batterien. Wählt ihr die Rauchwarnmelder mit festen Lithium-Batterien, halten diese zwischen drei und zehn Jahre lang. Lest daher die Testberichte der Rauchwarnmelder immer genau durch.

Nutzt ihr Melder mit austauschbaren Alkaline-Batterien, müsst ihr je nach Modell alle sechs bis zwölf Monate ran. Vorteile gibt es hierbei trotzdem: Die Exemplare sind meist günstiger. Und ihr müsst die Geräte nicht gleich komplett wegwerfen, wenn die Batterien leer sind. Achtung: Verwendet keine Akkus – auch wenn das besser für die Umwelt wäre. Nicht jeder Rauchmelder erkennt, wann diese aufgeladen werden müssen!

Auch bei der Funktionsweise gibt es Unterschiede.

Foto-optische Rauchmelder

Foto-optische Rauchwarnmelder sind die hierzulande am häufigsten verbreitete Varianten. In ihrem Inneren strahlt eine Diode einen Infrarotstrahl ab. Bei Rauchentwicklung, wenn eine ausreichende Konzentration an Rauchpartikeln in die Kammer eindringt, wird der Infrarotstrahl gebrochen. Dadurch entsteht eine Streuung des Lichts, und dieses gestreute Licht trifft auf einen Sensor, der den Alarm auslöst.

Thermo-optische Rauchmelder

Bei dieser Variante wird (zusätzlich zur foto-otpischen Sicherung) auch noch beim Überschreiten einer maximalen Umgebungstemperatur Alarm ausgelöst. In der Praxis ist die Zusatzfunktion aber ziemlich sinnlos. Die Thermo-Optik funktioniert nur bei ziemlich heißen Temparaturen, da hat die foto-optische Variante schon längst Alarm gegeben.

Ionisationsrauchmelder

Diese Variante reagiert am sensibelsten auf Rauchteilchen, hat aber einen großen Nachteil: die Entsorgung. Das liegt an der Funktionsweise. Bei Ionisationsrauchmeldern liegt zwischen zwei Metallplättchen ein radioaktiv strahlendes Element und erzeugt einen Stromfluss. Dieser wird schon durch kleinste Rauchteilchen unterbrochen, so dass Alarm ausgelöst wird. In den USA ist diese Variante sehr verbreitet, in Deutschland gibt es sie so gut wie gar nicht. Zwar ist die Strahlung unbedenklich, trotzdem müssen diese Rauchmelder hierzulande (anders als in den Vereinigten Staaten) extra entsorgt werden. Brennt ein Haus mit Ionisationsraucheldern nieder, könnte das unter Umständen dazu führen, dass der ganze Brandschutt als Sondermüll deklariert und entsorgt werden muss.

Habt ihr ein Smart Home, könnt ihr hierfür taugliche Rauchmelder erwerben. Diese gibt es auch als Kombi-Geräte mit integrierten CO-Meldern oder sogar Kameras. Per App schlagen sie dann Alarm, falls etwas bei euch zu Hause nicht stimmt.

Noch ein Tipp: Rauchmelder in der Nähe der Küche sollten am besten solche mit Stummschaltung sein. Diese könnt ihr im Falle eines Fehlalarms schnell ausschalten. Sie springen dann wieder von alleine in den Betriebsmodus.

7. Warum blinkt mein Rauchmelder?

Manche Modelle blinken regelmäßig grün, um ihre Einsatzbereitschaft zu signalisieren. Flackert das Lämpchen hingegen rot auf und es ertönt ein Signal – dann ist die Batterie des Rauchwarnmelders eventuell bald leer. Bei den meisten Modellen habt ihr dann noch 30 Tage Zeit, die Batterie zu tauschen. Übrigens: Löst ein Rauchmelder öfter grundlos aus, kann er verschmutzt sein. Tauscht ihn dann besser aus.

Übrigens: Intelligente Rauchwarnmelder könnt ihr auch im Rahmen der Wohnglück-SMARTHAUS-Tour 2019 direkt vor Ort ansehen.

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