Grüne Flamme bei einem Gasherd
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Kohlenmonoxid-Melder: Ist eine Anschaffung sinnvoll?

Deborah Hucht

Level: Für Alle

Brauche ich einen Kohlenmonoxid-Melder? Wir beantworten diese Frage. Plus: Die wichtigsten Infos rund um CO-Melder.

Als Nutzer von Airbnb habt ihr das vielleicht schon gesehen: Als Ausstattungsmerkmal bei potentiellen Gastgebern wird auch vermerkt, ob ein Kohlenmonoxid-Detektor in den Räumlichkeiten vorhanden ist.

In Ländern wie Großbritannien oder den USA sind CO-Melder in privaten Haushalten völlig normal. Hierzulande findet man sie eher selten. Kohlenmonoxid-Melder funktionieren ähnlich wie Rauchwarnmelder. Tritt in Haus oder Wohnung giftiges Kohlenmonoxid aus, springen sie an und bewahren so die Bewohner und Besucher vor einer Vergiftung mit dem Gas. Aber ist eine solche Anschaffung auch sinnvoll? Oder sind CO-Melder eher trendy als nützlich?

Wir haben hier die Vor- und Nachteile aufgelistet und kommen am Ende zu einem ziemlich eindeutigen Fazit.

Vorteile von CO-Meldern

1. Ihr vermeidet gefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Das tückische an Kohlenmonoxid: Ihr seht es nicht, ihr riecht es nicht. Das Gas kriecht sehr schnell vom Austrittsort in andere Räume. CO ist sehr schädlich – auf erstes Unwohlsein und Kopfschmerzen folgt schnell eine Bewusstlosigkeit. Nicht selten enden Gasunfälle tödlich. Im Jahr 2016 fielen laut statistischem Bundesamt 640 Menschen in Deutschland einer Kohlenmonoxid-Vergiftung zum Opfer.

Dramatisch: Oft trifft es Familien im Schlaf. Im Januar 2018 starb eine vierköpfige Familie in Esslingen. Hier war ein defektes Heizungsrohr der Grund, dass die 29-jährigen Eltern sowie ihre drei und fünf Jahre alten Kinder ums Leben kamen.

2. Zahlreiche Gefahrenquellen werden überwacht

Kohlenmonoxid kann da entstehen, wo etwas unvollständig verbrennt. Gasherde, Gasthermen, Durchlauferhitzer, Ölheizungen, Holzpellet-Heizungen, Kamine … All diese Geräte können durch nicht sichtbare Defekte Kohlenmonoxid produzieren. Auch Garagen sind potenzielle Kohlenmonoxid-Quellen. Und: Wer beim Grillen nicht auf ausreichend Lüftung achtet, riskiert eine Kohlenmonoxid-Entwicklung oder gar -Vergiftung!

Extra-Tipp: Achtet bei der Buchung eines Hotels oder einer Ferienunterkunft darauf, ob diese mit Rauchwarnmeldern und / oder Kohlenmonoxid-Meldern ausgestattet sind.

Brennender Kaminofen
Kaminöfen sind eine feine Sache. Bei unsachgemäßem Betrieb kann aber auch hier Kohlenmonoxid entstehen. © Getty Images/iStockphoto

3. Geringe Kosten für große Sicherheit

Anders als bei Rauchwarnmeldern gibt es derzeit noch keine Pflicht, Kohlenmonoxid-Melder zu installieren. Deshalb finden sich bisher noch keine Vorschriften, in welchen Räumen die CO-Warner anzubringen sind.

Wenn ihr euch für die kleinen Lebensretter entscheidet: Bringt Melder in den Räumen an, in denen sich die potenziellen Gefahrenquellen befinden. Zusätzlich solltet ihr Schlaf- und Kinderzimmer ausstatten. Achtung: In Küche und Bad empfiehlt es sich nicht, Kohlenmonoxid-Melder anzubringen. Hier kann es durch die hohe Luftfeuchtigkeit zu ungewünschten Fehlalarmen kommen.

Ihr benötigt pro Haushalt zwei bis fünf dieser Geräte, die etwa 35 bis 50 Euro pro Stück kosten.

4. Unkomplizierte Installation

Haltet euch an die Bedienungsanleitung. Kohlenmonoxid-Melder könnt ihr an Wänden oder der Decke anbringen. Achtet darauf, dass sich keine störenden Geräte wie Lampen oder Abluft-Anlagen in der Nähe befinden. Und schaut, dass eure Kinder nicht unbeaufsichtigt an die Geräte heranreichen können!

5. Einfache Wartung

Gewartet werden müssen die Geräte je nach Herstelleranweisung. Ein CO-Melder hat eine Lebensdauer zwischen drei und zehn Jahren. Die Termine könnt ihr euch ganz bequem als Erinnerung im Handy oder Kalender eintragen.

CO-Melder von Abus
CO-Melder sind einfach zu installieren und können im Ernstfall Leben retten. © Abus

Nachteile von Kohlenmonoxid-Meldern

Nachteile entstehen euch durch die Installation von CO-Messgeräten unter Umständen auch. Was euch bei der Entscheidung für die Anschaffung eines Kohlenmonoxid-Melders im Wege stehen könnte:

1. Große Auswahl an Geräten

Wer sich mit CO-Meldern auseinandersetzt, stellt schnell fest: Hier ist ein wenig Recherche nötig, um das richtige für den eigenen Haushalt zu finden. Das Angebot ist riesig! Für welche Art von CO-Meldern ihr euch entscheidet: Am wichtigsten ist, dass die Geräte das Prüfzeichen CE aufweisen. Ihr könnt mittlerweile auch smarte Geräte kaufen. So behaltet ihr zum Beispiel auch im Urlaub den Überblick.

Und Vorsicht bei den Begrifflichkeiten. Es gibt auch so genannte "Gasmelder", die mit CO-Meldern aber nichts zu tun haben. Diese erkennen Erd- und Flüssiggas, aber (in der Regel) kein Kohlenmonoxid. Es gibt zwar auch Kombi-Geräte, von denen raten wir euch aber ab.

2. Ein weiteres Gerät zur Installation

Rauchwarnmelder, Heizungsthermostat, Smart-Home-Bedienung… Ihr habt das Gefühl, Haus und Wohnung verwandeln sich in die Star-Trek-Steuerungszentrale?! Rettung naht: Es gibt mittlerweile Kombigeräte, die als Rauchwarnmelder und CO-Melder zugleich dienen. Und: Neben den klassischen weißen Boxen gibt es mehr und mehr stylische Varianten der CO-Melder.

Unser Fazit: CO-Melder – ja oder nein?

Ein Kohlenmonoxid-Melder ist ein weiteres Gerät, für das ihr euch entscheiden und Geld ausgeben müsst. Und das Wartung und Pflege verlangt. Aber dafür könnt ihr ruhig schlafen und seid sicher vor einer CO-Vergiftung.

Solltet ihr eine der unter Punkt 2 genannten Gefahrenquellen bei euch im Haus oder in der Wohnung haben: Denkt über die Anschaffung eines Gas-Melders nach.

Es kann durchaus sein, dass der Einbau von CO-Meldern mittelfristig Pflicht für Immobilien-Eigentümer wird. Wir möchten euch darin bestärken, für euch und eure Familie vorzusorgen. Denn wie auch beim Thema Feuerlöscher gilt: Im Ernstfall kann eure vorausschauende Vorsicht euch das Leben retten.

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