Isolierklinker werden an Fassade angebracht
© kess Isolierklinker

Modernisieren | Ratgeber

Isolierklinker: Kosten und Nutzen der Fassadendämmung mit Klinkern

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Mit einer Fassadendämmung mit Isolierklinkern bekommt ihr mehr als nur ein wärmeres Zuhause. Denn Isoklinker bieten nicht nur eine gute Wärmedämmwirkung. Euer Haus bekommt mit ihnen auch noch eine neue Optik. Wir zeigen euch, was ihr über das Dämmen mit Isolierklinkern wissen müsst und ob sich diese Dämmmethode für euch eignet.

Wer sein Haus energieeffizienter machen will, der kommt nicht darum herum, die Außenwände zu dämmen. Doch besonders bei Sanierungen geht es manchem Hausbesitzer auch um etwas optische Veränderung. In so einem Fall ist eine Fassadendämmung mit Isolierklinkern eine gute Alternative zur herkömmlichen Dämmung. Denn durch Isolierklinker erhaltet ihr nicht nur eine besseren Schutz vor Kälte in eurem Zuhause – ihr bekommt auch noch eine neue Optik.

Was sind Isolierklinker?

Eigentlich sind Isolierklinker eine Art des Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Dabei liefern sie anders als reine WDVS, die am weitesten verbreitete Art der Fassadendämmung, nicht nur eine Dämmung. Ihr bekommt bei Isolierklinkern auch noch die typische Klinkeroptik dazu.

Die ist besonders im Norden Deutschlands häufig zu sehen. Kein Wunder, denn Klinker sind nicht nur äußerst pflegeleicht und langlebig. Sie bieten auch einen sehr guten Wetterschutz und schützen vor Schlagregen besser als Putz. Daneben bieten sie guten Schallschutz und Feuchteschutz. Was für alle Klinkersteine gilt, gilt ebenso auch für Isolierklinker. Bei denen handelt es sich um ein Kombinationsprodukt, bei dem die Dämmung mit vormontierten Klinkerplatten kombiniert wird.

Die Dämmung bei Isolierklinkern kann aus verschiedenen Dämmstoffen bestehen. So kommen zum Beispiel Platten aus PUR-Schaumstoff (Polyurethan), EPS (Expandiertem Polystyrol) oder auch Mineralwolle zum Einsatz. Und auch die Steine gibt es in zahlreichen verschiedenen Optiken. Ihr könnt die Fassade so vor Wetter schützen aber auch individuell gestalten.

Wie sind Isolierklinker aufgebaut?

Die Isolierklinker werden wie andere Ziegel auch bei 1.000 bis 1.500 Grad Celsius gebrannt. Sie sind als Klinkersteine, auch Verblender genannt, Halbklinker, auch als Sparverblender bezeichnet, und Klinkerriemchen erhältlich.

Die Sparverblender schneidet man aus den normalen Verblendern. Sie lassen sich aber leichter und einfacher verarbeiten. Sie haben eine Dicke von viereinhalb bis fünf Zentimetern.

Klinkerriemchen sind noch schmaler: Sie sind in der Regel nur zwischen ein und zwei Zentimeter stark und werden direkt auf die Fassade geklebt. Bei der Nutzung von Klinkerriemchen benötigt man kein Vormauerwerk aus Klinkersteinen. Sie sind günstiger als Vollklinker, bieten aber einen effektiven Wetterschutz. Kombiniert mit Dämmmaterial bieten sie außerdem eine gute Wärmedämmwirkung und stehen, was die Optik betrifft, einer Vollklinkerfassade in nichts nach. Klinkerriemchen eignen sich besonders dann, wenn ihr euer Haus nachträglich mit einer Klinkerfassade ausstatten wollt.

Isolierklinker Nahansicht
Die Klinkerriemchen befinden sich auf einer Dämmschicht. © Kess Isolierklinker

Montage der Fassadendämmung mit Isolierklinkern

Bei Isolierklinkern werden die Klinker-Steine oder die Klinkerriemchen an der Rückseite mit Dämmplatten ausgestattet. Die einzelnen Elemente sind dann in etwa 120 Zentimeter breit und 70 Zentimeter hoch und werden einfach an der Fassade montiert.

Normalerweise sind für eine gedämmte Klinkerfassade drei Schritte nötig: Zunächst werden die Dämmplatten mit Spezialdübeln an der Außenwand montiert. Auf die Dämmplatten werden dann die Klinker mit einem Spezialmörtel aufgebracht. In einem letzten Schritt werden die einzelnen Steine noch verfugt.

Die Montage von einer Fassadendämmung mit Isolierklinkern ist weitaus einfacher und schneller und außerdem auch im Selbstbau möglich. Doch auch wenn der Profi die Steine anbringt, fahrt ihr damit in der Regel günstiger als bei einer gedämmten Klinkerfassade: Denn es wird ein vorgefertigtes Komplettsystem direkt auf die Fassade aufgebracht, ein Fundament ist nicht notwendig. Ihr müsst weder Erdarbeiten durchführen, noch die Außenwand verputzen. Dabei eignen sich so gut wie alle Fassaden-Materialien, um die Isoklinker darauf zu montieren.

Möglich ist die Montage beim Neubau sowie nachträglich beim Altbau. Auch bei unverputzten oder beschädigten Fassaden könnt ihr die Isolierklinker anbringen. Sie werden einfach mit Spezialdübeln an der Wand verschraubt und anschließend handwerklich verfugt.

Wie dick die Fassadendämmung mit Isolierklinkern letztlich wird, hängt davon ab, welchen Dämmstoff ihr wählt. So hat zum Beispiel EPS eine höhere Wärmeleitfähigkeit und damit eine geringere Wärmedämmwirkung als Polyurethan. Daher wird die Dämmschicht in der Gesamtheit etwas dicker.

Kosten von einem Quadratmeter Isolierklinker

Isolierklinker sind nicht die günstigste Methode, eure Fassade zu dämmen. Die Steine an sich sind zwar schnell und einfach an der Fassade angebracht. Sie sind aber an sich schon ein komplexer Baustoff, der seinen Preis hat. Und der ist teurer als ein "normaler" Dämmstoff. Allerdings liefern Isoklinker nicht nur Dämmung, sondern die Klinker-Optik gleich mit. Ihr bekommt mit ihnen also auch mehr als mit anderen Dämmstoffen.

Je nachdem, für welches Dämmmaterial, für welchen Klinkerstein und welche Dämmstoffdicke ihr euch entscheidet, fällt auch die Rechnung aus. Außerdem spielt die Quadratmeteranzahl der zu dämmenden Fläche eine Rolle.

Ein Quadratmeter Isoklinker kostet in der Regel ab 220 Euro, inklusive der Einbaukosten. Wer auf weniger Dämmstärke, einen günstigen Dämmstoff und Selbstbau setzt, kann etwas Geld sparen.

Fördermöglichkeiten einer Fassadendämmung mit Isolierklinker

Fassadendämmungen mit Isolierklinkern sind wie auch andere Dämmungen von Außenwänden förderfähig. Ihr könnt euch entweder für einen Kredit mit günstigen Zinsen und Tilgungszuschuss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entscheiden. Das Programm wurde für das laufende Jahr 2022 verlängert, ihr könnt also jetzt noch euren Antrag stellen. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) könnt ihr einen Zuschuss für Einzelmaßnahmen wie die Fassadendämmung von bis zu 12.000 Euro bekommen. Mehr zu den Fördermöglichkeiten lest ihr in unserem Artikel zur Bundesförderung für effiziente Gebäude.

Alternativ könnt ihr für die Fassadendämmung auch einen Steuerbonus in Anspruch nehmen. Dabei könnt ihr maximal 200.000 Euro an Sanierungskosten geltend machen, wovon ihr aber nur 20 Prozent von der Steuer absetzen könnt. Das ergibt eine Steuerminderung von höchstens 40.000 Euro pro Wohneinheit. Mehr dazu lest ihr in "Sanierung steuerlich absetzen: 5 Steuertipps für die energetische Sanierung". Lest außerdem, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen sich wirklich lohnen.

Vorteile der Dämmung mit Isolierklinkern

Die Fassadendämmung mit Isolierklinkern hat viele Vorteile: Sie bietet, je nach Dämmmaterial, eine gute Wärmedämmwirkung. Durch das komplette Dämmsystem ist die Gefahr von Wärmebrücken äußerst gering. Außerdem bieten Isolierklinker, was auch andere Klinkersteine bieten: guten Wetterschutz, guten Schallschutz, guten Feuchteschutz.

Und: Wenn ihr euch für Isoklinker entscheidet, dann bekommt ihr nicht nur eine Dämmung, sondern die Klinker-Optik gleich mitgeliefert. Ein weiterer Vorteil: Es ist nicht nötig, die Isoklinker-Fassade zu warten oder zu streichen.

Ein Vorteil jeder Dämmung ist natürlich, dass ihr Energie spart und somit die Umwelt schont. Außerdem werdet ihr durch geringere Heizkosten finanziell entlastet – daher lohnt sich eine Fassadendämmung – schließlich geht rund 30 Prozent der Wärme über die Außenwände verloren – spätestens nach einigen Jahren auch wirtschaftlich.

Den Wert eurer Immobilie steigert ihr mit einer Fassadendämmung mit Isolierklinkern in jedem Fall sofort. Ihr wollt wissen, was eure Immobilie wert ist? Dann nutzt einfach unsere kostenlose Immobilienbewertung.

Haus mit Putzfassade wird mit Isolierklinkern gedämmt und umgestaltet
Mit Isolierklinkern könnt ihr die Optik eines Hauses komplett ändern und es gleichzeitig Dämmen. Aus einer Putzfassade wird eine Klinkerfassade. © Kess Isolierklinker

Nachteile von Isoklinkern

Der größte Nachteil von Isoklinkern ist sicher ihr Preis. Denn im Vergleich mit anderen Dämm-Methoden sind sie sehr teuer. So wird eure Rechnung, wenn ihr euch für ein klassisches WDVS entscheidet, mindestens 30 Prozent günstiger ausfallen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Außenwände breiter werden und sich somit die Grundstücksfläche etwas verkleinert. Und: Wem die Klinkeroptik nicht gefällt, für den werden Isoklinker natürlich auch keine Alternative sein.

Fazit: Wann lohnt sich die Fassadendämmung mit Isolierklinkern?

Für jeden ist eine Fassadendämmung mit Isoklinkern sicher nichts. Allein der hohe Preis ist eine Hürde für viele Menschen. Besonders sinnvoll ist es, Isoklinker bei Sanierungen von Altbauten einzusetzen, wenn die Fassade ohnehin saniert wird.

Auch wenn ihr in Gegenden mit starkem Schlagregen lebt, sind Klinkersteine eine gute Wahl. Denn die Tonsteine sind um einiges witterungsbeständiger als Putz. Diese Dämmung ist zwar eine große Investition, lohnt sich aber nicht nur in Bezug auf die geringen Heizkosten.

Hier lest ihr mehr über sämtliche Methoden, eine Fassade zu dämmen.

Lest mehr über die Alternative der Vakuum-Dämmung in unserem Artikel "Vakuum-Dämmung: Vorteile, Nachteile & Kosten".

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