Frau läuft auf Fußboden
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Bauen | Ratgeber

Den richtigen Bodenbelag finden: Das solltet ihr über Bodenbeläge wissen

Tanja Müller

Tanja Müller

Level: Für Alle

Warm, charaktervoll, strapazierfähig, pflegeleicht – welcher Bodenbelag passt zu welchem Zimmer? Wir prüfen die acht beliebtesten Fußboden-Arten auf ihre Eigenschaften und Kosten.

Ein Bodenbelag soll gut aussehen, pflegeleicht sein, dazu noch strapazierfähig und bitte gern auch fußwarm. Der Fußboden gilt als Basis des Raumes - deshalb solltet ihr die Wahl gut überlegt treffen. Der Einsatzort gibt quasi den Belag vor: In Wohn- und Schlafräumen mögen wir es behaglich. Diele, Küche und Kinderzimmer verlangen dagegen eine robuste Grundlage.

Welche Bodenbeläge sich für welchen Raum und Zweck eignet, was sie kosten und ihre besonderen Eigenschaften, das haben wir in der nachstehenden Übersicht für die acht verschiedenen Fußboden-Arten Parkett, Linoleum, Kork, Naturstein, Fliesen, Teppich, Laminat und Vinyl beziehungsweise Designboden kompakt zusammengefasst.

1. Parkettboden

Holz kommt immer häufiger rustikal daher, gern auch ein wenig verlebt, Vintage eben. Eiche steht bei Parkett nach wie vor an erster Stelle.

Grundsätzlich gilt: Parkett ist ein warmer, robuster und pflegeleichter Bodenbelag mit langer Lebensdauer. Die hohen Anschaffungskosten rechnen sich über die Jahrzehnte. Ist die Oberfläche stumpf geworden, wird sie einfach abgeschliffen. Wie häufig der Boden so renoviert werden kann, richtet sich nach der Stärke der Echtholz-Laufschicht. Denn gut ein halber Millimeter geht beim Abschleifen verloren.

Massivparkett wartet mit bis zu 22 Millimeter Dicke auf. Daran können sich also noch nachfolgende Generationen erfreuen. Mehrschichtparkett bietet eine Nutzschicht von 2,5 bis 6 Millimetern. Im Gegensatz zur massiven Variante, die vom Fachmann verlegt werden sollte, kann der geschickte Heimwerker dieses selbst aufbringen.

  • Preis von Parkett als Bodenbelag: ab 30 Euro pro Quadratmeter
  • Parkett ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Kinderzimmer, Schlafzimmer
Parkettboden in einer Wohnung
An Massivholzparkett können sich noch die nachfolgenden Generationen erfreuen. © Getty Images/iStockphoto

2. Linoleum als Bodenbelag

Reine, natürliche Materialien in schnörkelloser Optik machen einen altbekannten, wohngesunden Bodenbelag aus – Linoleum. Längst ist er ein paar Schritte aus dem öffentlichen Raum herausgetreten, entwickelt sich in frischen Farben sogar zum Trendsetter und erobert die Wohnräume.

Das Bodenkleid mit langer Lebensdauer ist fußwarm und reinigungsfreundlich zugleich. Praktischer Vorteil im Home Office: Das antistatische Material stört nicht die empfindliche Büroelektronik. Zudem gilt der Naturstoff als nahezu unverwüstlich – gleichermaßen ideal für rollende Bürostühle wie für Bobbycar-Rennen.

Für Linoleum wird ein Zement aus Leinöl, Harzen, Farbstoffen, Kork- und Holzmehl auf ein Jutegewebe gewalzt und in langen Bahnen getrocknet. Das Verlegen überlasst ihr besser dem Fachmann. Analog zum Fertigparkett gibt es auch Linoleumpaneele, die ganz unkompliziert auf vorhandenem Belag aufgelegt werden.

  • Preis von Linoleum als Bodenbelag: ab 20 Euro pro Quadratmeter
  • Linoleum als Bodenbelag ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Keller, Hauswirtschaftsraum
Blau-Schwarzer Linoleum Fußboden
Linoleum ist lange haltbar, fußwarm und gut zu reinigen. © (c) Ryan Mcvay

3. Kork als Bodenbelag

Der Ökotrend holt Kork aus seinem Dornröschenschlaf. Schließlich muss für seine Herstellung kein Baum fallen, die Korkeiche nur alle neun Jahre ihre Rinde lassen. Vor allem aber ist Kork ein Wohlfühlboden. Das liegt zum einen daran, dass er durch seine einzigartige Zellstruktur sehr elastisch ist und so einen hohen Geh- und Stehkomfort bietet. Das schont Rücken und Gelenke.

Zum anderen ist Kork als Bodenbelag warm und leise: Kork nimmt die Raumtemperatur an und dämmt sowohl den Schall im Raum als auch den Trittschall. Der Naturstoff wirkt antistatisch und gilt als pflegefreundlich. Ihr müsst ihn nur staubsaugen und regelmäßig nebelfeucht wischen.

Kork wird geölt, gewachst oder versiegelt angeboten. Je stärker die Materialdichte, desto strapazierfähiger der Belag. Wie seinen Kollegen aus Holz gibt es auch Korkparkett als Massivversion und als furnierte Ausführung.

  • Preis von Kork als Bodenbelag: ab 25 Euro pro Quadratmeter
  • Kork als Bodenbelag ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Kinderzimmer, Schlafzimmer
Mann verlegt Korkboden
Kork als Bodenbelag ist ökologisch, pflegeleicht und bietet viel Gehkomfort. © Getty Images/iStockphoto

4. Naturstein als Bodenbelag

Lange Zeit war Naturstein eher Vertreter von Prunk, Protz und Politur. Heute stehen die matten, hellen Oberflächen der angesagten Sedimentgesteine Travertin, Kalk- und Sandstein für ursprüngliche Eleganz. Die hellen Naturstein-Legenden zählen aber zu den eher empfindlichen Materialien im Gegensatz zu ihren harten Art­genossen.

Naturstein-Bodenbeläge sind nicht besonders säureresistent und sollten imprägniert werden, vor allem in anspruchsvollen Bereichen wie Küche und Bad. Sonst habt ihr jahrelang ein Andenken, wenn euch ein Glas Rotwein umkippt.

Grundsätzlich gilt Naturstein als besonders pflegeleicht. Die Kosten für Reinigung und Wartung sind gering. Das rechnet sich über die hohe Lebensdauer und macht die höhere Investi­tion gegenüber vergleichbaren künstlichen Baustoffen wieder wett. Statt unansehnlich zu werden, erhält Naturstein im Laufe der Jahre eine natürliche Patina.

Und wenn der Naturstein doch einmal wieder wie neu aussehen soll, ist das selbst nach Jahrhunderten kein Problem: Durch das Abschleifen kann man Natursteinplatten wieder in den Originalzustand versetzen. Kaum ein Bodenbelag ist so verschleißfest.

Praktisch: Die hohe Wärmeleitfähigkeit macht Natursteine zum perfekten Baustoff bei Fußbodenheizungen.

  • Preis für Naturstein als Bodenbelag: ab 50 Euro pro Quadratmeter
  • Naturstein als Bodenbelag ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Bad, Keller, Waschküche, Hauswirtschaftsraum
Natusteinboden
Natursteinböden haben eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit und sind ideal über Fußbodenheizungen. © Jonastone

5. Fliesenboden

Sie ist hart im Nehmen – die Fliese. Verschleißfest, nicht brennbar, dazu quasi resistent gegen jegliche Art von Dreck und Flecken wie Chemikalien oder Fett. Deshalb gilt Keramik als idealer Bodenbelag für Räume, dies stark belastet werden.

Neben Flur, Küche und Bad erobert Fliesenboden aber längst auch Wohnräume. Denn mit einer Fußbodenheizung unter dem extrem wärmeleitfähigen Belag verliert die Fliese ihr Kalte-Füße-Image. Familien mit Kindern und Hundehalter schätzen ihre leichte Reinigung.

Die Belastbarkeit glasierter Bodenfliesen ist in Gruppen gegliedert: Gruppe I und II sind für leichte bis mittlere Beanspruchung gedacht (Bad und Schlafraum, die barfuß oder nur mit weich besohltem Schuhwerk betreten werden), sind aber auf dem Markt kaum noch vertreten. Zum Standard zählen heute Fliesen der Gruppe III, die höhere Belastungen durch intensives Begehen aushalten (Flur), und der Klasse IV für hohe Beanspruchung (Küche, Terrasse).

Beim Kauf ist eine Beratung unerlässlich, damit nicht versehentlich Wandfliesen auf den Boden gelangen. Denn die sind meist leichter und poröser als Bodenfliesen. Immer mehr Hersteller bringen heute Feinsteinzeug heraus, das für Wand und Boden gleichermaßen geeignet ist.

Achtung: Beim Kauf solltet ihr auf die Rutschfestigkeit achten.

  • Preis für Fliesen als Bodenbelag: ab 25 Euro pro Quadratmeter
  • Fliesenboden ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Bad, Keller, Waschküche, Hauswirtschaftsraum
Musterfließen
Fliesenböden sind nicht nur robust - sie können auch sehr edel aussehen. © Villeroy-Boch

6. Teppichboden

Kuscheliger, sprich hochfloriger Teppichboden schneidet in Sachen Wärme- und Geräuschdämmung am besten ab. Um bis zu 90 Prozent kann Auslegware den Schalldruck mindern. Je dichter und länger der Flor, desto kuscheliger und energiesparender. In mit Teppich ausgelegten Zimmern liegt die gefühlte Temperatur um gut zwei Grad höher als in Räumen mit glattem Boden.

Schurwolle erlebt einen Aufschwung, sorgt sie doch für ein ideales Raumklima und ist besonders pflegeleicht. Das Gros der angebotenen Teppichböden besteht aber aus synthetischen Fasern wie Polyamid oder Polypropylen. Beide sind reinigungsfreundlich und lichtecht. Polypropylen ist zudem schmutzunempfindlich, dafür weniger weich.

  • Preis für Teppichboden: ab 25 Euro pro Quadratmeter
  • Teppichboden ist ideal für: Wohnzimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flure im Obergeschoss
Blauer Musterteppich
Teppichböden gibt es mit den verschiedensten Mustern. © Photography Alexander van Berge Amsterdam

7. Laminat als Bodenbelag

Der Champion in der Familie der Bodenbeläge ist an Beliebtheit kaum zu überbieten: Laminat. Deutlich preisgünstiger als sein hölzerner Bruder Parkett erobert der Belag seit Ende der 80er-Jahre Häuser, Wohnungen und auch den Objektbau.

Die rasante Entwicklung der Fertigungstechnologie macht Laminat zu einer bildschönen Kopie. Übrigens nicht nur vom Holzboden. Auch Beton, Stein, Terrakotta und Metall kann es täuschend echt vorgaukeln – je nachdem, was das imprägnierte Dekorpapier abbildet. Denn das ist für die Optik des Bodens verantwortlich. Darüber liegt eine Oberfläche aus Kunstharz. Sie macht den Belag strapazierfähig und pflegeleicht.

Gut für Allergiker: Staub und Schmutz können weder eindringen noch fest auf der geschlossenen Oberfläche haften. Als Untergrund dienen mehrere Schichten aus Holzwerkstoffen wie HDF-Platten. Die Trittschalldämmung ist zumeist integriert.

Laminat ist mittlerweile ein Hightech-Produkt. Es gibt Laminat mit antibakteriellen Oberflächen, die Bakterien und Keimen keine Chance lassen, feuchtigkeitsresistente Laminatböden fürs Bad und solches mit Beschichtungen, die Schadstoffe aus der Raumluft neutralisieren und unangenehme Gerüche reduzieren.

Laminat als Bodenbelag gilt als idealer Partner für Fußbodenheizungen. Mit bis zu sieben Millimetern Materialstärke trägt Laminat selbst auf vorhandenem Belag kaum auf. Es wird schwimmend verlegt, per Nut und Feder verleimt oder einfach ineinandergesteckt. Das macht das Verlegen einfach.

  • Preis für Laminat als Bodenbelag: ab 10 Euro pro Quadratmeter
  • Laminatboden ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Keller, Hauswirtschaftsraum
Zimmer mit Laminatboden
Laminat ist eine bildschöne Kopie - zum Beispiel von Holzboden. © Getty Images/iStockphoto

8. Vinyl und Designboden

Vinyl- und Designböden werden oft über einen Kamm geschoren, haben auch viel gemein, aber dennoch einen großen Unterschied. Zunächst die Gemeinsamkeit: Beide sind aus Kunststoff. Der Unterschied ist die Art des Kunststoffs. Vinyl ist aus PVC und enthält in der Regel Weichmacher.

Bei Vinyl als Bodenbelag gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Ihr solltet beim Kauf von Vinylböden daher unbedingt darauf achten, dass "gesundheitlich unbedenkliche Weichmacher" verwendet wurden. Beim Designboden, dem jüngsten Spross der Belagsfamilie, müsst ihr euch diesbezüglich keine Sorgen machen. Bei Designböden wird PU oder PET verarbeitet, das gleiche Material, aus dem auch Trinkflaschen gefertigt sind.

Designboden verdankt seinen Namen der enormen Gestaltungsvielfalt. Jedes Material von Stein, Metall, Beton bis zu Holz wird originalgetreu imitiert. Optik, Haptik und Akustik sind vorbildlich. Designboden gilt als pflegeleicht, strapazierfähig, schalldämmend und auch noch fußwarm.

Für echte Nassräume wie Bad oder Waschküche ist Designboden nur eingeschränkt geeignet. So sind holzträgerbasierte Dielen für Nassräume eher nicht zu empfehlen. In der "massiven" Kunststoff-Variante, also ohne Holzträger, könnt ihr die Böden aber auch in Nassräumen verwenden.

  • Preis für Vinyl / Designboden: ab 15 Euro pro Quadratmeter
  • Vinyl / Designboden ist ideal für: Wohnzimmer, Flur, Küche, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Keller, Hauswirtschaftsraum, teilweise auch für Bad und Waschküche
Wohnzimmer mit Designfußboden
Mit Designfußboden aus Kunststoff sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. © Getty Images

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