Familie spielt vor Haus Frisbee mit Hund
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Schnäppchenhäuser: 10 Tipps, wie ihr an günstige Häuser kommt

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Ihr träumt von den eigenen vier Wänden, habt aber weder ein Spitzeneinkommen noch genügend Eigenkapital? Auch ohne den nötigen finanziellen Puffer könnt ihr unter Umständen euren Traum vom eigenen Haus realisieren. Wir verraten zehn Wege, wie ihr an Schnäppchenhäuser kommt.

Beim Blick auf die steigenden Immobilienpreise kann einem mulmig werden. Auch ihr gehört zu denjenigen, die sich den Traum vom Eigenheim schon abgeschminkt haben? Die gute Nachricht: Schnäppchenhäuser öffnen euch doch noch die Tür zu den eigenen vier Wänden. Wir zeigen, wie ihr eventuell an günstige Immobilien kommt.

1. Schnäppchenhäuser kaufen von privat: Haus kaufen ohne Makler

Ein Makler nimmt Verkäufern und Hausbesitzern in spe viel Arbeit ab. Dafür fallen natürlich Kosten an – und zwar nicht gerade wenig: Die Maklerprovision beträgt in Deutschland bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises. Also werden für Käufer bis zu 3,57 Prozent des Kaufpreise fällig. Deutlich günstiger kommt ihr weg, wenn ihr eine Immobilie von einem privaten Anbieter kauft. Achtet bei Online-Inseraten auf Plattformen wie Immowelt oder Immobilienscout24 auf den Hinweis "von privat".

Ihr seid unsicher, ob sich der Kauf eurer Wunschimmobilie wirklich lohnt? Nutzt den Wohnglück Immobilienbewertungsservice – kostenlos und unkompliziert.

2. Ein sanierungsbedürftiges Haus kaufen

Ein Neubau ganz nach den eigenen Vorstellungen ist der Traum vieler zukünftiger Hausbesitzer. Dafür müssen sie aber tief in die Tasche greifen. An gebrauchte Immobilien – übrigens auch ehemalige Gewerbebauten – kommt ihr für weit weniger Budget. Und wenn ihr bereit seid, viel Eigenleistung zu investieren, lässt sich selbst aus sanierungsbedürftigen Schnäppchenhäusern eine Menge rausholen. In Immobilienanzeigen werden solche Häuser oft mit dem Zusatz "Für Handwerker" angeboten.

Natürlich sollte die Bausubstanz intakt sein. Ein Wertgutachten kann sinnvoll sein, damit ihr zwar ein Schnäppchen, aber keinen Schrott bekommt. Informiert euch auch über Fördermöglichkeiten für die Haussanierung.

Extra-Tipp: Wer eine günstige Eigentumswohnung sucht, sollte die Augen nach nicht ausgebauten Dachböden und Souterrain-Wohnungen offenhalten.

Unsere Empfehlung: Nehmt zur Hausbesichtigung unbedingt einen Bausachverständigen mit. Er kann bauliche Mängel identifizieren, die ihr auf den ersten Blick nicht seht. So könnt ihr den Immobilienpreis vielleicht sogar noch etwas drücken.

Dachboden aus Holz
Wohnglück unterm Dach: Nicht ausgebaute Dachböden sind eine gute Möglichkeit, günstig Wohnraum zu kaufen und selbst zu sanieren. © Getty Images/iStockphoto

3. Schnäppchenhaus in Randlagen suchen

Die Immobilienpreise in Deutschland explodieren. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Wohnimmobilien in den letzten drei Monaten des Jahres 2021 so stark an wie nie seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Überdurchschnittlich starke Preissteigerungen verzeichneten die Top 7 Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf). Dort erhöhten sich die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im vierten Quartal 2021 um 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Da lohnt sich der Blick über die Stadtgrenzen: In Randlagen und sogenannten B-Städten finden Wohneigentümer in spe günstigere Immobilien und Grundstücke.

Extra-Tipp: Macht doch einfach mal einen Sonntagsausflug in Vororte oder Dörfer in vertretbarer Entfernung, um ein Gefühl für Alternativstandorte zu bekommen.

4. Günstige Baulücken finden

Ihr wollt unbedingt bauen, aber mit angezogener Kostenbremse? Dann kann es lohnenswert sein, eine Baulücke zu suchen. Das können beispielsweise Flächen sein, auf denen früher mal ein Gebäude stand, oder auch Hanggrundstücke in zweiter Reihe. Großer Vorteil: Baulücken sind häufig in begehrten Wohnlagen verfügbar und bereits erschlossen. Dafür müsst ihr euch als Bauherr kompromissbereit zeigen was die Wohnfläche und die Gestaltungsmöglichkeiten angeht.

Wie genau eine Baulücke definiert ist und wie ihr an eine solche kommt, erfahrt ihr im Ratgeber "Baulücke finden: So kommt ihr an ein günstiges Grundstück mit Potenzial".

5. Alternative zum Schnäppchenhaus-Kauf: Tiny House

Schnäppchenjäger, die sich auch mit wenig Platz zufriedengeben, sollten bei ihrer Immobiliensuche auch Minihäuser ins Visier nehmen. Ein Tiny House ermöglicht minimalistisches Wohnen und ist natürlich deutlich günstiger als ein großzügiges Einfamilienhaus. Die größte Herausforderung ist, ein passendes Grundstück zu finden, wo Tiny-House-Besitzer sesshaft werden dürfen.

Hier findet ihr eine Übersicht über geplante Tiny House-Siedlungen in Deutschland.

6. Zwangsversteigerung von Immobilien

Kann ein Immobilieneigentümer seine Raten nicht mehr zahlen, wirft die Bank das Haus oder die Wohnung wieder auf den Markt. Bei einer solchen Zwangsversteigerung kann man mit etwas Glück sehr günstig an Eigentum kommen.

Der Kaufpreis liegt häufig unter dem geschätzten Marktwert und auch die Kaufnebenkosten fallen vergleichsweise gering aus. Allerdings müssen Bieter risikobereit sein. So habt ihr zum Beispiel meist keine Chance auf eine Besichtigung, kauft also die Katze im Sack, und übernehmt unter Umständen bestehende Grund- und Hypothekenschulden.

7. Nießbrauchrecht: Ein Haus geschenkt bekommen

Nießbrauch bedeutet, dass man das Recht hat, eine Immobilie zu bewohnen, obwohl einem diese gar nicht gehört. Besonders Menschen, die ihr Zuhause in familiärer Hand wissen wollen, machen davon Gebrauch. Sie geben es zu Lebzeiten an ihre Nachkommen weiter. Ihr werdet als Nießbrauchnehmer im Grundbuch eingetragen und dürft das "fremde" Gut nach eigenem Ermessen nutzen. Sind eure Großeltern oder Eltern also bereit zu einer solchen Schenkung, wäre dies ein günstiger Weg, an ein Eigenheim zu kommen.

8. Schnäppchen: Haus oder Wohnung tauschen

Eine weitere Möglichkeit, günstig an Wohneigentum zu kommen, ist der Immobilientausch. Davon machen immer mehr Singles und junge Familien Gebrauch, aber auch ältere Menschen, die sich nach dem Auszug der Kinder verkleinern möchten. Fündig werdet ihr auf Plattformen wie Homeday oder Immobilientausch. Sind sich die Tauschpartner über die Konditionen einig, läuft der Verkauf über einen Notar.

Vorteil von Tauschgeschäften: Ihr könnt auch mit wenig Kapital an Wohneigentum kommen und braucht im besten Fall nicht mal eine finanzierende Bank. Plant für euer Vorhaben aber genug Zeit ein. Denn es gestaltet sich in der Praxis oftmals als schwer, Tauschwillige zu finden und sich dann auch noch auf einen angemessenen Preis zu einigen.

Familie in Haus auf dem Land
Tausche Bungalow gegen 3-Zimmer-Wohnung: Auf Tauschbörsen lassen sich Schnäppchenhäuser finden. © Getty Images/iStockphoto

9. Schnäppchenhäuser finden über Immobiliengesuch

Noch eine Option: Anstatt selbst nach einem Schnäppchenhaus zu suchen, lasst euch einfach finden. Ein Gesuch kann sich lohnen, denn nicht jeder potenzielle Verkäufer hat die Muße, sich selbst um Inserate und das Anwerben von Interessenten zu kümmern. Gute Plattformen für euch sind zum Beispiel Facebook-Gruppen, ebay-Kleinanzeigen oder auch das Intranet am Arbeitsplatz. Ebenso erfolgversprechend kann eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung sein.

10. Schnäppchenhäuser kaufen ohne Eigenkapital

Auf eurem Konto sieht es mau aus? Dann ist die Vollfinanzierung eine Option. Die Bank finanziert in diesem Fall 100 Prozent des Kaufpreises. Von einer "110-Prozent-Finanzierung" spricht man, wenn auch die Kaufnebenkosten übernommen werden. Was auf den ersten Blick verlockend klingt, ist allerdings mit großen Risiken verbunden. Denn tilgen müsst ihr das Darlehen natürlich trotzdem und die Zinskosten können euch am Ende doppelt und dreifach belasten.

Abschließender Tipp: Ihr entscheidet euch dazu, ein in die Jahre gekommenes Schnäppchenhaus zu kaufen und müsst es kernsanieren? Auch hier lässt sich eine Menge Geld sparen, zum Beispiel, wenn ihr euer Haus zum KfW-Effizienzhaus saniert.

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