Handwerker dämmt Dach
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Bauen | Ratgeber

Dach dämmen: Methoden, Dämmstoffe & Kosten einer Dachdämmung

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Wer sein Dach dämmt, der kann bei den Heizkosten viel Geld sparen. Doch Dachdämmung ist nicht gleich Dachdämmung. Wir zeigen euch, welche Methoden es gibt, welche sich für wen eignet und wie viel das Dachdämmen kostet.

Schon vor 12.000 Jahren haben Menschen Dächer zum Schutz vor Regen, Wind und Sonne gebaut. Ein Hausdach muss auch heute noch viel aushalten – und das am besten über Jahrzehnte. Damit es den Bewohnern noch mehr Komfort und Schutz bietet, ist es sinnvoll, das Dach zu dämmen. Aber welche Möglichkeiten gibt es? Was kostet eine Dachdämmung und was schreibt das Gesetz vor?

Was bringt eine Dachdämmung?

Eine gute Dachdämmung sorgt für ein gemütliches Klima im Dachgeschoss – sowohl im Sommer wie auch im Winter. Denn wenn es draußen kalt wird, dann ist das im oberen Bereich des Hauses stark zu spüren, wenn das Dach nicht gut gedämmt ist. Eine ordentliche Dämmung sorgt auch dafür, dass das Dachgeschoss im Sommer nicht so aufheizt. So ist das Klima im oberen Bereich des Hauses das ganze Jahr über ausgeglichen und das Dachgeschoss wird lebenswert.

Doch eine gute Dachdämmung sorgt nicht nur für mehr Lebensqualität im Haus. Sie hilft auch, 20 bis 30 Prozent der Heizwärme einzusparen. So hoch ist der Anteil der Energie, die über ein ungedämmtes Dach verloren geht. Wer sein Dach dämmt, der kann damit sein Haushaltsbudget also stark entlasten. So zahlen sich die Kosten für die Dämmung auch schnell aus.

Nebenbei schont ein gedämmtes Dach die Umwelt. Gebäude verursachen rund 30 bis 35 Prozent der gesamten in Deutschland anfallenden CO2-Emissionen. Der Großteil davon fällt beim Heizen an.

Deshalb habt ihr auch gar nicht die Wahl Dämmung oder keine Dämmung. Mittlerweile schreiben Gesetze eine Mindestdämmung vor. Auch der Schallschutz wird durch die Wärmedämmung des Dachs verbessert.

Handwerker unter dem gedämmten Dach
Welche Methode der Dachdämmung die beste ist, hängt von vielen Voraussetzungen ab. Seit 2002 ist es aber Pflicht, das Dach oder die oberste Geschossdecke zu dämmen. © Getty Images

Welche unterschiedlichen Möglichkeiten zur Dachdämmung gibt es?

Dachdämmung ist nicht gleich Dachdämmung. Es kann recht günstig aber auch sehr teuer und aufwendig sein, ein Dach zu dämmen. Vieles hängt auch davon ab, ob eine Dämmung nachgerüstet oder gleich beim Neubau mitgeplant wird. Auch ob es sich um ein Steildach, Gründach oder Flachdach handelt, macht einen Unterschied und ob das Dachgeschoss als Wohn- oder nur als Stauraum genutzt wird. Wenn der Dachspeicher nicht als Wohnraum genutzt und damit nicht geheizt wird, dann reicht es, die oberste Geschossdecke ausreichend zu dämmen. Das ist einfacher und spart Geld.

Der Großteil der Bauherren und -frauen entscheidet sich für ein Steildach. Das heißt, dass die Neigung des Dachs – je nach Definition – größer als fünf Grad ist. Für Steildächer gibt es grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten der Dämmung. Ein Dachstuhl besteht aus sogenannten Sparren aus Holz, die das Dach tragen. Ob zwischen, auf oder unter den Sparren gedämmt wird, hängt davon ab, in welchem Zustand das Dach bei einer Nachrüstung ist, wie die baulichen Voraussetzungen sind und was sich die Hausbesitzer wünschen.

Aufsparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung wird die Dämmung – wie der Name schon sagt – auf den Sparren befestigt, also außerhalb. Sie ist zwar sehr effektiv, weil sie Wärmebrücken verhindert, allerdings auch sehr aufwendig und teuer. Sie eignet sich für den Neubau oder bei einer Sanierung, wenn das ganze Dach neu gedeckt wird.

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung wird die Dämmung zwischen den Sparren angebracht. Weil der Aufwand und die Kosten relativ gering sind und trotzdem eine gute Dämmwirkung erzielt werden kann, ist diese Form der Dachdämmung sehr beliebt. Auch eine Einblasdämmung lässt sich zwischen den Sparren anbringen.

Allerdings ist die Gefahr von Wärmebrücken sehr groß, weshalb diese Dämmform nicht so effektiv wie die Aufsparrendämmung ist. Die Art der Dämmung eignet sich besonders, wenn der Dachboden ausgebaut, die Dacheindeckung aber erhalten werden soll.

Untersparrendämmung

Die Dämmung unter den Sparren ist eine ideale Ergänzung zur Zwischensparrendämmung. Durch sie können durch die Zwischensparrendämmung auftretende Wärmebrücken vermieden werden. Allerdings wird durch die Untersparrendämmung auch der Wohnraum kleiner.

Sonderfälle bei der Dachdämmung

Welche Art der Dachdämmung und welcher Dämmstoff der richtige ist, entscheidet sich je nach Einzelfall und Beschaffenheit des Daches. Eine Dämmung auf, zwischen oder unter den Sparren kommt aber bei Flachdächern nicht in Frage. Auch ein unbewohnter Dachspeicher und die Dämmung der obersten Geschossdecke ist ein Sonderfall.

Flachdach dämmen

Auch ein Flachdach muss gedämmt werden. Je nach Ausgangslage gibt es die

  • Kaltdachdämmung
  • Warmdachdämmung
  • Umkehrdachdämmung.

Bei der Kaltdachdämmung ist ein luftgefüllter Hohlraum zwischen der dämmenden Schicht und dem eigentlichen Dach. Beim Warmdach fällt dieser Hohlraum weg. Wird die Dämmung auf der Dachabdichtung installiert, sprechen Fachleute von einer Umkehrdämmung.

Das Kaltdach kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, wenn sich das Haus in besonderen Höhenlagen befindet oder es in Leichtbauweise gebaut ist zum Beispiel. Bei massiven Dächern wird die Warmdachdämmung eingesetzt.

Ein Flachdach zu dämmen ist eine besondere Herausforderung. Das Dach ist besonderen Belastungen ausgesetzt und kann deshalb schnell undicht werden. Undichte Stellen führen aber dazu, dass Wasser ins Innere gelangen kann. So kann es auch dazu kommen, dass sich der Dämmstoff mit Wasser vollsaugt und dann seine Dämmwirkung verliert.

Oberste Geschossdecke dämmen

Wer den Dachstuhl nicht als Wohnraum nutzt und beheizt, der muss auch das Dach nicht dämmen. In diesen Fällen reicht es aus, die oberste Geschossdecke zu dämmen. Dadurch lässt sich bei der Dämmung sehr viel Geld sparen.

Wie die obere Geschossdecke am besten gedämmt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel, ob die Decke begehbar und aus Holz oder Beton ist. Eine Einblasdämmung oder das offene Aufblasen der Dämmung können je nach Voraussetzung geeignet sein, aber auch der Einsatz von Dämmmatten bietet sich besonders bei begehbaren Decken an.

Welche Dämmstoffe sind für die Dachdämmung geeignet?

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Dämmstoffe. Für die Dachdämmung kommen zum einen konventionelle Dämmstoffe zum Einsatz wie

Auch zahlreiche organische Dämmstoffe eignen sich hervorragend, um das Dach zu dämmen. So sind zum Beispiel Matten aus Schafwolle, Hanf oder Flachs für die Dämmung zwischen und unter den Sparren geeignet. Auch Einblasdämmstoffe aus Zellulose oder anderen organischen Materialien eignen sich hervorragend für die Dämmung des Dachs. Die Aufsparrendämmung ist auch mit Holzfaserplatten möglich.

Welcher Dämmstoff der richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Organische Dämmstoffe regulieren die Feuchtigkeit aber in der Regel besser als es konventionelle Dämmstoffe tun. Auch ein sehr guter Schallschutz kann durch sie erreicht werden. In unserem großen Übersichtsartikel könnt ihr mehr über ökologische Dämmstoffe lesen.

Dach dämmen: Welche Kosten entstehen?

Günstig es nicht, ein Dach zu dämmen. Mit mehreren tausend Euro müsst ihr in jedem Fall rechnen. Allerdings hängt die Höhe der Kosten natürlich von vielen Voraussetzungen ab. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen, liegt an der Art der Dachdämmung, am verwendeten Dämmstoff, an der Dicke des Dämmstoffs aber auch an der Dacharchitektur.

Grundsätzlich ist die Aufsparrendämmung die aufwendigste und teuerste Variante. Hier müsst ihr mit 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein Einfamilienhaus fallen hier schnell einmal Kosten bis zu 30.000 Euro an.

Bei der Zwischensparrendämmung müsst ihr mit 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei der Untersparrendämmung mit 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Einblasdämmungen sind prinzipiell günstiger als das Dämmen mit Dämmmatten. Auch für die Dämmung der obersten Geschossdecke reicht ein sehr viel geringes Budget. Hier müsst ihr mit 15 bis 60 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Ihr solltet aber bedenken, dass ihr durch die Einsparungen bei den Heizkosten die Kosten für die Dachdämmung ausgleichen könnt. Und hier gilt natürlich: Je besser – und damit häufig teurer – das Dach gedämmt ist, desto besser ist das Haus isoliert und desto mehr Geld könnt ihr bei den Heizkosten sparen.

Handwerker bringt Zwischensparrendämmung an
Eine Zwischensparrendämmung ist günstiger als eine Aufsparrendämmung – allerdings nicht so effizient. © Getty Images/iStockphoto

Gibt es eine Pflicht, das Dach zu dämmen?

Seit 2002 gibt es eine gesetzlich verankerte Pflicht, das Dach oder die obere Geschossdecke zu dämmen. Diese Pflicht gilt für alle Häuser, die ab dem 1. Februar 2002 gekauft oder gebaut worden sind. Bis zum November 2020 war die Energieeinsparverordnung (EnEV) der maßgebliche Gesetzestext, seit 1. November 2020 ist es das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Maßgeblich ist das Datum, an dem der Bauantrag eingereicht worden ist. Was die geforderten U-Werte und das energetische Anforderungsniveau für Neubauten und Sanierungen angeht, enthält das GEG aber keine Verschärfungen.

Wer die Vorschrift zur Dämmpflicht ignoriert, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen. Die Dämmung muss den Auflagen der Wärmeschutz-Norm DIN 4108-2 entsprechen. Die orientiert sich am Wärmedurchgangskoeffizienten, dem sogenannten U-Wert, der in Watt pro Quadratmeter und Kelvin angegeben wird. Der Wert gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter verloren geht. Je niedriger er ist, desto besser ist ein Gebäude gedämmt.

Das Gesetz sieht für unterschiedliche Teile des Hauses unterschiedliche U-Werte vor. Für das Dach sowie die obere Geschossdecke gilt ein maximaler U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es für eine Dachdämmung?

Wer sein Dach sanieren und dämmen will, dem hilft die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit verschiedenen Fördermöglichkeiten. Die KfW-Kredite 151 und 152 im Programm Energieeffizient Sanieren bieten eine gute Möglichkeit. Beim Kredit 152 könnt ihr bis zu 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent beantragen. Wenn ihr eine Sanierung des Hauses zum KfW-Effizienzhaus durchführen wollt, dann bekommt ihr über den KfW-Kredit 151 sogar bis zu 120.000 Euro für den gleichen Zinssatz. Zudem bietet die KfW Tilgungszuschüsse von 10.000 beziehungsweise 48.000 Euro.

Den Zuschuss könnt ihr über das Programm KfW 430 auch ohne Kredit beantragen. Hier bezahlt die KfW bis zu 48.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder bis zu 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Die KfW übernimmt auch die Hälfte der Kosten für einen Energie-Berater. Den solltet ihr vor der Antragsstellung hinzuziehen. Wichtig wie bei allen KfW-Krediten und -Zuschüssen: Den Antrag müsst ihr stellen, bevor ihr mit der Umsetzung der Maßnahmen beginnt.

Allerdings solltet ihr beachten, dass die KfW-Vorgaben für den U-Wert höher sind als die des GEG. Sie liegen bei einem Steildach bei 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

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