Wohzimmer mit großer Panoramascheibe mit Blick in einen grünen Wald
© Getty Images/iStockphoto

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Klimapaket: Was die Beschlüsse für Hausbesitzer und Mieter bedeuten

Dirc Kalweit

Level: Für Alle

Die Große Koalition hat sich beim Thema Klimaschutz auf zahlreiche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung geeinigt. Für Wohnungs- und Hausbesitzer hat das Klimapaket ganz konkrete Folgen – vor allem für jene, die modernisieren oder sanieren wollen. Ein Überblick.

Die Bundesregierung hat sich in seinem "Klimaschutzprogramm 2030" auf zahlreiche Maßnahmen zum Klimaschutz verständigt. Das Klimapaket hat auch weitreichende Folgen für Hausbesitzer und Mieter. Wir stellen euch die Beschlüsse, die bis Ende 2019 in Gesetze und steuerliche Regelungen münden sollen, ausführlich und verständlich vor.

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Klimapaket: Die Eckpunkte

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich bei ihrem Klimapaket auf diverse Maßnahmen zum Schutz der Umwelt geeinigt. In einem 22-seitigen Papier verständigten sich die Politiker auf ein umfangreiches Bündel an Maßnahmen. Mehr als 54 Milliarden Euro sollen die Investitionen in das Klimapaket umfassen. Um die Klimaschutzziele 2030 sicher zu erreichen, werden die jährlichen Minderungsziele aus dem 2016 beschlossenen Klimaschutzplan 2050 gesetzlich festgeschrieben.

Die für Wohnungs- und Hausbesitzer sowie für Mieter wichtigsten Punkte haben wir hier aufgelistet:

Klimapaket: Steuererleichterungen und Einzelmaßnahmen

Die Förderung von Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung wird neu aufgestellt. Zusätzlich zu den bestehenden Fördermaßnahmen, bei denen Fördermittel beantragt und meist per Kredit vergeben werden, gibt es ab 2020 folgende Ergänzungen:

  • Förderung von Einzelmaßnahmen. In Ergänzung zu den bisherigen Förderprogrammen werden künftig auch Einzelmaßnahmen gefördert, die dem Klimaschutz dienen. Voraussetzung: Die KfW stuft diese Einzelmaßnahmen auch als förderwürdig ein.
  • Steuerliche Förderung. Damit Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen gleichermaßen in den Genuss der neuen Förderung kommen, erfolgt die Abrechnung dieser Einzelmaßnahmen über Steuererleichterungen.

Zu den erwähnten neuen Einzelmaßnahmen zählt zum Beispiel der Heizungstausch (siehe unten). Darüber hinaus gehören auch der Einbau von neuen Fenstern, Türen und Lüftungsanlagen oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden dazu.

Im folgenden nennt das Klimapaket-Papier ganz konkrete Beispiele. Demnach kann jeder, der alte Fenster durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt, über drei Jahre verteilt seine Steuerschuld um 20 Prozent der Kosten mindern.

Wichtig: Laut dpa-Informationen soll die Förderung gedeckelt werden. Maximal sollen über die erwähnten drei Jahre insgesamt bis zu 40.000 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden können. Das bedeutet, dass eure Kosten für die energetische Sanierung nicht mehr als 200.000 Euro betragen dürfen, um die volle Förderung zu erhalten.

Wer weiterhin die bisherige Förderung nutzen möchte (zum Beispiel im Rahmen des С02-Gebäudesanierungsprogramms), erhält zukünftig ebenfalls eine um zehn Prozent erhöhte Förderung für Einzelmaßnahmen.

Förderung von Photovoltaik-Anlagen

Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen steht – anders als die Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung – nicht im Fokus des Klimapakets. Zwar soll der derzeit noch bestehende Deckel von 52 Gigawatt für die Förderung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen" aufgehoben werden. Allerdings steht noch nicht im Detail fest, was dies an der bestehenden Photovoltaik-Förderung für Hausbesitzer ändert.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Koalition drängt auf eine Vereinfachung bei den Antragsverfahren und will die Förderung attraktiver machen. Gelingen soll das durch die "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG). Das BEG ist eine inhaltliche Optimierung und Zusammenfassung der bereits bestehenden Förderprogramme im Gebäudebereich zu einem einzigen, umfassenden Förderangebot. Zukünftig soll ein Antrag für Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien genügen.

Außerdem soll es mehr Fördermittel für das BEG-Programm geben. Dementsprechend ist bei den bisherigen Fördersätzen für das Erreichen der unterschiedlichen Effizienzhausstufen im Bereich Wohngebäude eine Erhöhung um zehn Prozent vorgesehen.

Auch der Kreis derer, die in den Genuss einer Förderung kommen sollen, erweitert sich. Dazu heißt es wörtlich im Klimapaket-Papier: "Im Rahmen der KfW-Förderung werden wir dafür sorgen, dass die Investitionen weiterer Adressaten durch Zuschüsse gefördert werden können." Das betrifft zum Beispiel steuerbefreite Wohnungsgenossenschaften, Wohnungsunternehmen mit hohen Verlustvorträgen, Personen ohne oder mit nur geringer veranlagter Steuerschuld wie zum Beispiel Rentner, außerdem Vermieter und Eigentümer eigenbetrieblich genutzter Gebäude.

Heizungstausch: Ölheizungen dürfen nicht mehr eingebaut werden

2026 ist Schluss, jedenfalls für Ölheizungen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen keine Ölheizungen mehr installiert werden "in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist". Bereits eingebaute Anlagen haben Bestandsschutz. Allerdings wird der Austausch alter Ölheizungen gefördert. Beim Wechsel gegen ein effizienteres Heizsystem, zum Beispiel eine Wärmepumpe, gibt über eine Austauschprämie eine Förderung der Kosten von bis zu 40 Prozent.

Erdgas und Heizöl verteuern sich

Ab 2021 gibt es einen neu eingeführten Festpreis für Verschmutzungsrechte (anfangs zehn Euro pro Tonne CO2), der sich sukzessive steigert. Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern, müssen mit diesen Verschmutzungsrechten handeln – und geben den Preis für die Rechte natürlich an den Endkunden weiter. Das bedeutet, dass tanken und heizen automatisch teurer wird.

Stromkosten sinken

Ebenfalls geplant: Eine Senkung der EEG-Umlage, also der Strompreiszulage, die Endverbraucher zum Ausbau der erneuerbaren Energien zahlen.

Die EEG-Umlage sinkt dabei ab ...

  • 2021 um 0,25 Cent pro kWh.
  • 2022 um 0,5 Cent pro kWh.
  • 2023 um 0,625 Cent pro kWh.

Das hat zur Folge, dass der Strompreis leicht sinkt. Eine Durchschnittsfamilie spart dadurch 2023 weniger als drei Euro im Monat.

Verbesserte Energieberatung

Dazu gibt es auch eine Veränderung bei der Energieberatung für Wohngebäude. So soll es zu bestimmten Anlässen (zum Beispiel bei einem Eigentümerwechsel) eine obligatorische Beratung geben. Die bestehenden Förderprogramme decken die daraus entstehenden Kosten.

Kritik am Klimapaket

Das Klimapaket der Bundesregierung stößt auf viel Kritik – nicht nur aus der Opposition. So kritisieren Verbraucherschützer und Experten die Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung als unzureichend.

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