Frau in Wohnung mit Heizungen
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Heizkosten-Studie: Wo in Deutschland Heizen am teuersten ist

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Wie viel Geld die Deutschen für ihre Heizung ausgeben, hängt davon ab, wo sie wohnen. Aber nicht nur das hat Einfluss auf die tatsächliche Höhe der Rechnung, wie eine neue Heizkosten-Studie zeigt.

Für viele Deutsche ist das Heizen in den vergangenen Jahren günstiger geworden. Der Grund: Öl- und Gaspreise sind in den vergangene zehn Jahren deutlich gesunken. Auch wenn die warmen Nebenkosten im Zeitraum zwischen 2010 und 2019 um rund 10,5 Prozent gestiegen sind, sei das immer noch unter der Inflationsrate, heißt es in der Studie "Wohnnebenkosten in Deutschland" des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Das erkläre sich durch die sinkenden Preise für Brennstoffe sowie milde Winter, heißt es von den Autoren der Heizkosten-Studie. Allerdings gibt es gewaltige Unterschiede bei der Höhe der Heizkosten – je nachdem, wo man lebt. Wir zeigen euch die fünf spannendsten Erkenntnisse der Studie.

1. Besonders teuer ist's im Osten

Besonders viel für ihre warmen Nebenkosten müssen die Menschen im Osten der Republik zahlen. Während die kalten Nebenkosten wie Hausmeister oder Versicherung im Osten günstiger als in westdeutschen Bundesländern sind, sieht es bei den Heizkosten anders aus.

So muss in Mecklenburg-Vorpommern mit im Schnitt 1,15 Euro pro Quadratmeter Abschlagszahlung an den Vermieter so viel gezahlt werden wie in keinem anderen Bundesland. Auch in Brandenburg (1,13 Euro), Sachsen-Anhalt (1,12 Euro) und Sachen (1,11 Euro) wird’s laut Heizkosten-Studie teuer.

2. Es kommt aufs Wetter an

Wie hoch die Heizkosten in einer Region ausfallen, hängt stark vom Klima vor Ort ab. Auf Platz eins im Ranking liegt daher auch Freudenstadt, eine Stadt im Schwarzwald. Hier zahlen die Menschen im Monat 1,50 Euro pro Quadratmeter durchschnittlich für Heizkosten vorab an den Vermieter. Auf den weiteren Plätzen kommen Kaiserslautern (1,47 Euro), Emden (1,38 Euro), Salzgitter (1,35 Euro) und Heidenheim (1,35 Euro).

3. Gute Dämmung, niedrige Heizkosten

Ein weiterer Faktor, der bei der Höhe der Heizkosten ins Gewicht fällt, ist der Gebäudezustand. Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto geringer fallen auch die Heizkosten aus. Auch wenn die Autoren davon ausgehen, dass die warmen Betriebskosten durch die CO2-Bepreisung ab 2021 wieder steigen, gehen sie langfristig von einer anderen Entwicklung aus. Denn immer mehr Gebäude würden auch energetisch saniert und gedämmt – und so können Heizkosten langfristig immer niedriger werden.

4. In Städten mit hoher Grundmiete fallen Heizkosten nicht so ins Gewicht

Auch wenn München klimabedingt bei den Heizkosten die teuerste der größten Städte Deutschlands ist (1,20 Euro pro Quadratmeter), sind diese im Vergleich zur Miete gering. Nur 7,1 Prozent betragen die warmen Nebenkosten im Vergleich zur Nettokaltmiete laut Heizkosten-Studie. Auch in Frankfurt am Main liegen die Heizkosten im Vergleich zur Grundmiete nur bei 8,3 Prozent. Im rheinland-pfälzischen Pirmasens hingegen liegen die warmen Nebenkosten in dem Vergleich bei 25 Prozent. Im bayerischen Tirschenreuth sind es 24,9 Prozent und in Salzgitter 24,2 Prozent.

5. Kalte Betriebskosten gering, warme Betriebskosten hoch

In Städten und Regionen, wo die kalten Nebenkosten wie Versicherung, Gebäudereinigung oder Müllabfuhr laut Heizkosten-Studie hoch sind, sind die warmen Nebenkosten eher gering. So ist Nordrhein-Westfalen bei den kalten Nebenkosten zum Beispiel ganz vorne dabei und im Bundesländer-Ranking nach den Stadtstaaten Berlin und Bremen auf Platz drei bei hohen Kosten.

Für die warmen Nebenkosten gilt das aber nicht, denn hier ist es nirgendwo in Deutschland so günstig wie im westlichsten Bundesland. Im Mittel zahlen Menschen in Nordrhein-Westfalen 1,01 Euro pro Monat und Quadratmeter an Abschlagszahlungen für die Heizkosten.

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