Hand einer Person stellt Temperatur einer Heizung am Thermostat ein
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Wohnen | Expertentipp

Stimmt es, dass es eine Mindesttemperatur für Mietwohnungen gibt?

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Stimmt es, dass Vermieter dazu verpflichtet sind, eine Mindesttemperatur für Mietwohnungen zu gewährleisten? Welche Regelungen es gibt und welche Klauseln im Mietvertrag ungültig sind, erfahrt ihr hier.

Fröstelt ihr in eurer Wohnung, obwohl ihr die Heizung voll aufgedreht habt? Und fühlen sich die Heizkörper auch gar nicht richtig heiß an? Dann kann es sein, dass euer Vermieter an den Temperaturreglern der Zentralheizung gespielt hat. Darf er die Temperatur einfach so runterregeln oder muss er eine Mindesttemperatur gewährleisten?

Die Antwort ist: Euer Vermieter muss für eine Mietwohnung tatsächlich eine Mindesttemperatur gewährleisten.

Wie hoch diese sein muss und welche Mietvertragsklauseln ungültig sind, erfahrt ihr hier. Außerdem verraten wir euch noch ein paar Tipps, was ihr selbst tun könnt, wenn es in der Wohnung mal nicht richtig warm wird.

Vermieterpflicht: Mindesttemperatur für Mietwohnungen

In der Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30. April müssen Mieter in der Lage sein, ihre Wohnung auf eine vorgeschriebene Mindesttemperatur hochheizen zu können. Vermieter sind demnach verpflichtet, die zentrale Heizungsanlage so einzustellen, dass in den Mietwohnungen eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad erreicht werden kann, so der Deutsche Mieterbund. Wie hoch die Mindesttemperatur genau sein muss, dazu gibt es unterschiedliche Gerichtsurteile. Es hängt immer auch von der Nutzung eines Raumes ab.

Vermieter müssen diese Temperaturen aber nicht zu jeder Zeit garantieren. Zwischen 23 /24 Uhr und 6 Uhr morgens ist nach einer Nachtabsenkung eine Raumtemperatur von 18 Grad ausreichend.

Außerhalb der Heizperiode muss der Vermieter die Heizungsanlage einschalten, wenn es so kalt ist, dass die Innentemperatur dauerhaft unter 18 Grad Celsius sinkt.

Sind Mietvertragsklauseln mit Temperaturen unter 20 Grad unwirksam?

Im Mietvertrag findet ihr in der Regel eine Klausel, in der das Thema "Zentralheizung" abgehandelt wird. Steht dort geschrieben, dass eine Temperatur von 18 Grad zwischen 8 und 21 Uhr ausreichen soll, so ist die Klausel laut Mieterbund unwirksam.

Kann die vorgeschriebene Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad nicht eingehalten werden, liegt möglicherweise ein Wohnungsmangel vor. Darunter fallen zum Beispiel undichte Fenster oder eine defekte Heizung. Der Vermieter ist nach § 536 BGB dazu verpflichtet, Mängel solcher Art zu beheben.

Tut er das nicht, könnt ihr sogar die Miete mindern. Wie viel ihr mindern könnt, hängt davon ab, welche Räume wie lange zu kühl sind. Solltet ihr gar nicht heizen können, könnt die Mietzahlung sogar komplett einstellen.

Der Mieterverein Köln rät dazu, die Temperaturen in einer Tabelle zu dokumentieren, am besten in Gegenwart eines Zeugen. Weitere Informationen und Tipps erhaltet ihr in diesem Video:

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Was ihr tun könnt, wenn die Wohnung trotzdem kalt bleibt

Nicht immer aber liegt die Schuld beim Vermieter, wenn es in eurer Wohnung nicht richtig warm wird. Drei Gründe und was ihr selbst tun könnt, damit es in den eigenen vier Wänden wieder muckelig warm wird:

  • Die Heizung bringt nicht die volle Heizleistung, weil sie mal wieder entlüftet werden muss.
  • Die Heizkörper wurden schon lange nicht gereinigt. Das kann ihre Heizleistung um bis zu 30 Prozent mindern und eure Heizkosten in die Höhe treiben.
  • Ihr habt das Thermostat falsch eingestellt. Erfahrt hier, was die Zahlen auf dem Heizungsregler bedeuten und wie ihr ihn richtig einstellt.

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