Mann verlegt Laminat
© Getty Images/iStockphoto

Modernisieren | Listicle

Laminat verlegen: Diese 7 Anfängerfehler solltet ihr vermeiden

Antonia Eigel

Klick, klick, klick – so schnell und einfach lässt sich Laminat verlegen. Wer jedoch glaubt, es handele sich hierbei um ein Kinderspiel, der hat noch nie Laminat verlegt. Wir stellen euch sieben Anfängerfehler inklusive Tipps vor.

Zu den wohl beliebtesten Bodenbelägen zählt Laminat. Die günstige Alternative zum teureren Echtholzdielenboden verfügt über spezielle Klick- und Locksysteme, die das Verlegen zu einem echten Kinderspiel machen. Glaubt ihr.

Wenn sich spätestens nach ein paar Wochen die ersten Laminat-Paneele hochdrücken oder fiese Kanten entstehen, wird klar: Da ist eventuell doch etwas schief gelaufen. Wir präsentieren euch sieben Anfängerfehler und geben Tipps, wie ihr sie beim Laminat verlegen zukünftig vermeiden könnt.

Fehler 1: Laminat sofort verlegen

Manchmal kann es beim Laminat verlegen gar nicht fix genug gehen. Schließlich soll der alte Teppichboden so schnell wie möglich verschwinden. Doch wer den neuen Laminatboden sofort nach dem Kauf verlegt, begeht einen folgenschweren Fehler, der oft erst später sichtbar wird.

Hat der Laminatboden nicht genügend Zeit zum Akklimatisieren bekommen, können sich später einzelne Paneele nach oben drücken oder der Boden wellt sich. An den entstandenen Kanten bleibt man dann gerne mal mit den Socken hängen.

Unser Tipp: Hersteller empfehlen, das Laminat erst einmal samt Verpackung 48 Stunden lang in waagerechter Position in die Mitte des Raumes zu stellen, bevor ihr ihn verlegt. So kann es sich optimal an die Raumtemperatur anpassen. Diese sollte zwischen 18 und 30 Grad Celsius betragen. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 70 Prozent liegen. Mit einem Hygrometer* (ab 10 Euro) könnt ihr messen, wie hoch sie ist.

Fehler 2: Die Raumtiefe am Anfang nicht beachten

Die letzte Reihe Laminat ist viel zu schmal geworden. Statt nochmal von vorne anzufangen, hilft jetzt oft nur noch Möbel drauf stellen und den Fehler darunter verschwinden lassen. Dabei sollte das Sofa doch eigentlich auf der anderen Seite des Raumes stehen.

Unser Tipp: Jetzt nochmal alles herauszureißen, wäre wirklich eine lästige Arbeit. Beim nächsten Mal empfehlen wir euch deshalb, vorher die Raumtiefe auszumessen und so zu ermitteln, wie viele Reihen ihr insgesamt verlegen müsst.

Wird der letzte Streifen Laminat nach eurer Berechnung zu schmal, passt ihr die erste Reihe mit an, indem ihr sie gleichermaßen in der Breite kürzt. So sind erste und letzte Reihe identisch und es entsteht ein harmonisches Gesamtbild.

Fehler 3: Laminat ohne Trittschalldämmung verlegen

Oft liegt dieser Fehler gar nicht bei euch, sondern beim Nachbarn von oben: Wenn ihr jeden seiner Schritte durch die Wohnung verfolgen könnt, läuft er vermutlich gerade über einen alten Dielenboden oder hat beim Laminat verlegen tatsächlich die Trittschalldämmung vergessen. Niemand will dann zum ungeliebten Spießer-Nachbarn werden und mit dem Besen gegen die Decke stoßen oder klingeln müssen.

Mit einer freischwebenden Zwischendecke könnt ihr den Schall isolieren. Wenn ihr aber selbst der trampelnde Nachbar seid, bei dem schon mal geklingelt wurde, solltet ihr unbedingt weiterlesen.

Eine Trittschalldämmung vermindert den Schall, der in darunterliegende Räume abgegeben wird. © Logoclic

Darum solltet ihr eine Trittschalldämmung unter das Laminat verlegen

Anders als Teppich und PVC-Böden besitzt Laminat eine härtere Oberfläche, die den Trittschall beim Auftreten weiterleitet und an den Untergrund und darunterliegende Räume abgibt. Nicht zu verwechseln ist dieser mit dem Gehschall, den ihr im Raum selbst wahrnehmt.

Eine Trittschalldämmung unterbindet die Weiterleitung des Schalls und kann sogar kleine Unebenheiten auf der Bodenfläche ausgleichen. Wir versichern euch, eure Nachbarn und Mitmenschen werden es euch nachhaltig danken.

Geeignete Materialien, Kosten und Tipps zum Verlegen von Trittschalldämmungen haben wir euch bereits vorgestellt. Laminat-Hersteller wie Logoclic bieten sogar Laminatböden an, in denen bereits eine Tritt- und Gehschalldämmung integriert ist.

Falls ihr auf die Idee kommen solltet, euren alten Korkboden mit Fußbodenheizung als Trittschalldämmung zu verwenden, solltet ihr euch vorher folgenden Artikel durchlesen:

Fehler 4: Dampfbremsfolie unter dem Laminat vergessen

Obwohl ihr im ersten Stock wohnt und nicht der direkten Feuchtigkeit aus dem Erdreich ausgeliefert seid, wellt sich auf einmal euer frisch verlegtes Laminat. Eine Dampfbremsfolie habt ihr damals beim Verlegen eures Bodens für überflüssig befunden.

Unser Tipp: Mineralische Böden aus Estrich, Beton oder Asphalt werden mit Wasser hergestellt und können Feuchtigkeit abgeben. Und da ist es ganz egal, in welchem Stockwerk ihr wohnt. Die Dampfbremsfolie verhindert, dass die von unten eindringende Feuchtigkeit den Boden aufquellen lässt oder dieser sich verzieht. Checkt vorher also immer, auf welchem Grund ihr das Laminat verlegen werdet. Wie ihr die Dampfbremsfolie am besten auslegt, erklärt Laminat-Hersteller My Floor.

Fehler 5: Laminat ohne Dehnungsfuge verlegen

Wenn sich der Laminatboden an manchen Stellen nach oben drückt, gibt es neben fehlender Akklimatisierung des Laminats und zu viel Feuchtigkeit eine weitere mögliche Ursache: Ihr habt die Dehnungsfuge beim Verlegen vergessen.

Unser Tipp: Die Dehnungsfuge ist wichtig, denn Laminatböden bestehen oft zu über 90 Prozent aus Holz beziehungsweise Holzwerkstoffen. Und Holz lebt: Je nach Temperatur kann es schwinden und quellen, Naturholz bis zu zehn Prozent und Laminat nach Herstellerangaben maximal 0,1 Prozent (je nach Richtung).

Klingt erst mal gar nicht zu viel. Aber sicher ist sicher. Experten empfehlen deshalb einen Dehnungsabstand von 10 bis 15 Millimeter zur Wand einzuhalten. Dafür könnt ihr Abstandskeile* benutzen. Sie gewährleisten, dass das frisch verlegte Laminat immer ein bisschen Luft hat, um sich zu bewegen.

Wenn ihr den Boden bereits ohne Dehnungsfuge verlegt habt, könnt ihr das Problem auf diese Weise beheben:

Fehler 6: Keine Gedanken über Verlegemuster und -richtung machen

Der Laminatboden ist ordentlich verlegt, bislang haben sich keine Bretter nach oben gedrückt. Doch irgendetwas stört trotzdem das Gesamtbild. Dann solltet ihr euch nochmal genau Verlegemuster und -richtung anschauen.

Unsere Tipps zur Verlegerichtung von Laminat

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, euer Laminat auszurichten:

  1. Längsrichtung: Die Laminat-Paneele werden parallel zur langen Raumseite ausgerichtet.
  2. Querrichtung: Die Laminat-Paneele werden parallel zur kurzen Seite des Raumes ausgerichtet.
  3. Diagonal: Das Laminat wird schräg verlägt, also nicht im rechten Winkel zur Wand.

Ob richtig oder falsch verlegt – darauf gibt es keine klare Antwort. Je nach Raum müsst ihr individuell entscheiden, wie die Laminat-Paneele verlaufen sollen. Es gibt jedoch ein paar Faustregeln, an denen ihr euch orientieren könnt, damit am Ende ein harmonisches Bild entsteht:

  1. Richtet die Paneele parallel zum Fenster beziehungsweise der primären Lichtquelle aus. So wirkt der Raum optisch größer und auch länger. Bei tiefstehender Sonne werfen die Fugen so außerdem keinen Schatten.
  2. Einen Raum könnt ihr optisch strecken, wenn ihr das Laminat parallel zur langen Wand verlegt.
  3. Einen schlauchartigen Raum könnt ihr genauso stauchen, indem ihr das Laminat parallel zur kurzen Wand verlegt.

Unsere Tipps zum Verlegemuster von Laminat

Für ein harmonisches Bild wird meistens ein Versatz zwischen 30 und 50 Zentimetern empfohlen, je nach Länge eurer Paneele. Sonst entsteht ein treppenförmiges Muster, dass unruhig wirken kann.

Auf der Seite des Baublog-Werder findet ihr einen Verlegeplaner, mit dem ihr den Versatz und die Länge aller einzelnen Paneele berechnen und euch sogar anzeigen lassen könnt.

Fehler 7: Zu wenig Laminat kaufen

Und am Ende muss man doch nochmal in den Baumarkt, weil man zu wenig Laminat gekauft hat. Das nervt nicht nur, es kostet dazu auch noch Zeit.

Vermutlich habt ihr vorher die Grundfläche schon berechnet, um herauszufinden wie viel Laminat ihr benötigt. Doch nicht für jeden Raum geht die Rechnung gleich auf.

Unser Tipp: Die meisten Laminat-Hersteller empfehlen fünf bis zehn Prozent Verschnitt auf die Grundfläche eures Zimmers drauf zu rechnen. Komplizierter wird es bei verwinkelten Räumen. Wenn ihr viele Heizungsrohre, Ecken und Nischen im Zimmer habt, solltet ihr deshalb bis zu 15 Prozent aufschlagen, um am Ende ausreichend Laminat verlegen zu können.

Gerade wenn ihr Laminat-Neulinge seid, lohnt es sich ein paar extra Paneele in der Hinterhand zu haben, falls beim Sägen mal etwas schief geht.

Ihr habt euch noch gar nicht entschieden, welcher Boden es am Ende werden soll? Dann haben wir hier einmal alle Bodenbeläge für euch im Überblick zusammengestellt:

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