Kinderzimmer im Dschungellook mit Bett
© Inter Ikea Systems B.V.

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Kinderzimmer einrichten: Kreative Ideen & wertvolle Tipps

Redaktion

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Ihr wollt ein Babyzimmer oder Kinderzimmer einrichten? Wir verraten euch, worauf ihr achten solltet und liefern euch viel Inspiration und Tipps für Kinderzimmer-Möbel, Wandgestaltung sowie eine schadstofffreie Einrichtung.

Kinder brauchen ebenso ihr eigenes Reich wie Erwachsene. Im Kinderzimmer können sie sich zurückziehen, mit Freunden spielen, lesen und natürlich auch lernen. Deshalb ist es beim Kinderzimmer einrichten so wichtig, sich an den kreativen Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Das heißt: ansprechend, aber auch funktional.

Was funktional ist, das hängt natürlich auch vom Alter der Kinder ab. Wir geben euch in diesem Artikel Tipps und Informationen, worauf ihr bei der Einrichtung eines Kinderzimmers achten solltet – egal, ob ihr gerade ein Baby erwartet und ein Babyzimmer einrichten wollt oder schon größere Kinder habt, die ein neues Kinder- oder Jugendzimmer benötigen.

Kinderzimmer schadstofffrei einrichten

Grundsätzlich solltet ihr bei der Einrichtung eines Kinderzimmers auf schadstoffarme Materialien achten. Schadstoffe in der Raumluft belasten Kinder stärker als Erwachsene, weil Kinder in der gleichen Zeit häufiger einatmen. Zudem können sie Schadstoffe noch nicht so gut "entgiften" wie Erwachsene. Besonderes Augenmerk solltet ihr auf den Bodenbelag und die Wandfarben legen, aber auch Möbel können Schadstoffe ausdünsten.

Eine gute Orientierung beim Kauf bieten folgende Siegel, die Produkte auszeichnen, die hinsichtlich Schadstoffen und Ausdünstungen (Emissionen) geprüft wurden:

Auch Second-Hand-Möbel sind eine gute Wahl, insbesondere Kindermöbel aus Massivholz.

Babyzimmer einrichten: Worauf ihr achten müsst

Wer schwanger ist, ist oft beseelt vom "Nestbautrieb" und möchte es dem neuen Erdenbürger möglichst heimelig machen. Eines solltet ihr als werdende Eltern aber wissen: Renovieren in der Schwangerschaft kann eurem Baby schaden.

Jede Renovierung ist mit Ausdünstungen aus Anstrichen, Klebstoffen, Teppichen und Möbeln verbunden. Diese befinden sich für lange Zeit – etwa ein halbes Jahr – in der Raumluft und können dazu führen, dass das Allergierisiko des Kindes steigt.

Wenn ihr also schwanger seid (oder eure Partnerin), dann solltet ihr die Renovierung der Wohnung oder den Umzug in eine frisch renovierte Wohnung lieber verschieben. Wartet damit am besten, bis das Kind etwa ein Jahr alt ist. Vor allem solltet ihr keine neuen Fußböden verlegen. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, dann wartet damit lieber so lange wie möglich bis nach der Geburt.

Um eurem Baby ein heimeliges Nest zu schaffen, müsst ihr anfangs noch nicht viele Dinge anschaffen. Zunächst reichen ein Bettchen und Wickelkommode aus. Was sonst noch ins Babyzimmer gehört, lest ihr in unserem Artikel "5 Dinge, die in keinem Baby-Kinderzimmer fehlen sollten".

Kinderzimmer einrichten: Der richtige Bodenbelag

Wenn ihr noch beeinflussen könnt, welcher Bodenbelag ins Kinderzimmer kommt, solltet ihr an die besonderen Anforderungen denken, die durch wildes Rumgehopse, ausgiebiges Toben oder Übernachtungspartys entstehen. Wenn es kein kompletter Teppichboden im Kinderzimmer sein soll, bietet sich oft ein größerer maschinenwaschbarer Teppich an, der den Füßen schmeichelt, Lautstärke dämpft und den Schaden bei fallenden Gegenständen mindert.

Achtet darauf, dass der Bodenbelag möglichst ohne Klebstoffe verlegt wird, denn diese dünsten häufig Schadstoffe aus. Ist dies nicht möglich, solltet ihr nur Werkstoffe mit dem Emicode-Siegel "EC1PLUS" oder dem Blauen Engel einsetzen.

Hier findet ihr viele Tipps, welche Bodenbeläge sich fürs Kinderzimmer besonders eignen und was sie kosten.

Kinderzimmer einrichten: Die Wandgestaltung

Kinder sprühen vor Fantasie und lieben es, sich in ferne Welten zu denken. Kahle, weiße Wände wirken in Kinderzimmern oft deplatziert. Es gibt so viele schöne Möglichkeiten, mit einer kreativen Wandgestaltung die Kleinen zu beflügeln.

Kinder lieben es bunt, auch beim Anstrich. Dazu passt das trendige Colour-Blocking. Hierbei teilt sich die Wand horizontal in zwei kontrastierende Töne. Bei der Farbwahl die Kids hinzuziehen. Nicht alle Mädchen stehen auf Pink, genauso wenig wie jeder Junge auf Hellblau. Fröhliche Farben, wie ein saftiges Grün, Orange oder Gelb, sorgen außerdem für gute Laune. Wichtig ist nur, dass der untere Teil der Wand immer im dunkleren Ton gestrichen wird, sonst wirkt der Raum gedrungen.

Verwendet möglichst wohngesunde Wandfarben wie beispielsweise Kalkfarbe, Lehmfarbe oder Silikatfarbe. Mehr zu ökologischen Wandfarben lest ihr hier.

Soll doch eine Motivtapete an die Kinderzimmer-Wand, müsst ihr nur eine einzelne Fläche verzieren. Noch weniger Mühe macht ein dezenter Farbanstrich. Auf ihn können in Hülle und Fülle alle Stars als Wandtattoo oder Sticker geklebt und ganz einfach wieder abgezogen werden.

Unser Tipp: In "Tapeten für Kinder: So kombiniert ihr wilde Muster und starke Farben" findet ihr ein paar tolle Anregungen zur Wandgestaltung im Kinderzimmer, ebenso in unserer Bildergalerie:

Möbel fürs Kinderzimmer

Bei der Einrichtung des Kinderzimmers scheiden sich schnell die Geschmäcker von Nachwuchs und Eltern. Hier hilft eine Sitzung am runden Tisch. Gemeinsam zu planen hilft, die richtige Entscheidung bei Farben, Möbeln und Deko fürs Kinderzimmer zu treffen.

Ganze Abenteuerwelten entstehen mit den derzeitigen Möbeltrends – und wecken Begehrlichkeiten beim Nachwuchs. Statt in einem einfachen Bett darf der Nachwuchs in Urwaldhütten, Minihäusern und Burgen von Abenteuern und Märchen träumen. Auch bei Kleiderschränken gibt es viel Neues. Mal sehen sie aus wie eine Burg, mal wie ein Schloss. Die Entscheidung fällt nicht leicht bei der großen Auswahl.

Ein paar Beispiele gefällig? Dann schaut euch diese Bildergalerie an.

Als Eltern würdet ihr – ein entsprechendes Budget vorausgesetzt – vielleicht lieber Designklassiker wählen, die auch eurem Auge schmeicheln. Inspiration dazu findet ihr in unserm Artikel "Designklassiker für Kinder: 7 Designermöbel für stilvolle Kinderzimmer".

Es gibt aber auch zahlreiche Trends fürs Kinderzimmer, die Eltern und Kinder lieben und die es euch leicht machen, das Reich eurer kleinen Lieblinge zukunftsorientiert auszustatten.

Kinderzimmer einrichten: Darauf solltet ihr beim Kauf achten

Wichtig bei Auswahl der Einrichtung fürs Kinderzimmer ist, dass die Möbel robust sind, möglichst zeitlos und im besten Fall noch multifunktional.

Kinderzimmer-Möbelstücke müssen standfest und robust sein. Schließlich steht ihnen einiges an Belastungsproben bevor. Achtet auf auseinanderstehende Gitter, wackelige Sprossen oder schlecht versenkte Nägel und Schrauben. Sie bilden eine mögliche Verletzungsquelle.

Stichwort zeitlos: Zu bunten Wänden passen am besten Kinderzimmer-Möbel in neutralen Weiß- oder Naturtönen. Sie sind zeitlos und passen sich jeder neuen Wandfarbe oder Tapete an.

Noch besser und nachhaltiger und auch auf Dauer kostengünstiger ist es, wenn sie auch noch mitwachsen können. So gibt es beispielsweise mitwachsende Tische und Kinderbetten. Oder Wickelkommoden mit abnehmbaren Aufsätzen, die sich später noch als ganz normale Kommode nutzen lassen.

Guckt euch auch nach multifunktionalen Kinderzimmer-Möbeln um. Sie sorgen dafür, dass Kinder auch auf kleinerer Fläche genug Platz zum Toben haben. Bettkästen und -schubladen schlucken störendes Bettzeug, ungenutzte Spielsachen und anderen Krimskrams oder lassen sich mal eben zu einem Bett für kleine Übernachtungsgäste ausziehen.

Ein Hochbett kann gleichzeitig eine Ritterburg mit Rutsche sein. Oder aus einem Wickeltisch wird mit wenigen Handgriffen ein kleiner Schreibtisch.

Standard-Ausstattung fürs Kinderzimmer

Zur Standard-Ausstattung bei Kinderzimmer-Möbeln gehören:

  • Bett – je nach Alter und Größe des Kindes und mit Bettwäsche, in der das Kind gut und gerne schläft
  • Tisch beziehungsweise Schreibtisch – um darauf zu basteln, zu malen oder später die Hausaufgaben zu erledigen
  • Stuhl – als Sitzgelegenheit, die auf die Größe des Kindes abgestimmt sein sollte, um Haltungsschäden vorzubeugen
  • Kleiderschrank oder Kommode – am besten erst einmal zusammen mit dem Kind eine sinnvolle Ordnung besprechen
  • Regal – für Bücher, Spielsachen oder das Lieblingskuscheltier. Was ihr bei Regalen für Kinder beachten solltet, lest ihr in "Bücherregal für Kinder".

Ordnung im Kinderzimmer ermöglichen

Im Kinderzimmer häufen sich in den Ecken schnell Bausteine, Spielzeug und Kleidung an. Hier sind klar aufgeteilte Bereiche zum Aufräumen nützlich. Ein fester Platz für die Hausaufgaben und ein weiterer zum Spielen bringen Struktur in den Kinderalltag.

Ordnungssysteme aus Aufbewahrungsbox, Wäschesack und Kleiderhaken erleichtern es Kindern aufzuräumen, wenn diese Helfer in erreichbarer Höhe sind.

Die Behälter sollten möglichst bunt sein. Ein Korb mit einem lustigen Tiergesicht bedruckt, wird für Schmutzwäsche viel lieber genutzt als ein grauer Wäschesack.

In niedrigen Regalen mit bunten Kisten lassen sich Spielzeug, Bastel- und Lernutensilien einfach einsortieren und wieder finden. Besonders praktisch sind Truhen. In ihrem Bauch haben alle Kuscheltiere Platz und sie dienen gleichzeitig als Sitzgelegenheit.

Noch mehr Tipps bieten wir euch in unserem Artikel "Ordnung im Kinderzimmer: 7 Ideen zum leichteren Aufräumen". Und hier haben wir die besten Aufräumspiele & Tipps für mehr Ordnung im Kinderzimmer versammelt.

Licht im Kinderzimmer

Wie gesagt: Eure Kinder verbringen viel Zeit im Kinderzimmer. Deshalb ist es wichtig, dass ihr dort die Voraussetzungen für gesundes Licht schafft. Auch eine schlichte Deckenleuchte kann natürlich für eine gute Grundbeleuchtung im Kinderzimmer sorgen. Eine außergewöhnliche Lampe kann jedoch auch als Stilmittel im Kinderzimmer fungieren. Ist es nicht schön, wenn ein Stern oder eine Wolke oben im Kinderzimmer strahlt?

Wahrscheinlich benötigt ihr darüber hinaus ein Nachtlicht (bei kleineren Kindern) und eine Tischlampe, damit die Augen geschont werden. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Mitunter lassen sich Lampenschirme auch selbst basteln oder nachträglich verzieren.

Wenn es um Licht geht, sollte man Dunkelheit nicht vergessen: Besonders im Sommer ist eine Verdunklung des Kinderzimmer-Fensters wichtig, damit die Kleinen gut schlafen können. Hier bieten sich lichtdichte Verdunklungsvorhänge oder Rollos an.

Ein leuchtender Hase hilft beim Einschlafen
Die Hasenfamilie hilft als Nachtlicht beim Einschlafen. © NIK Nostalgie im Kinderzimmer

Gutes Raumklima im Kinderzimmer schaffen

Mindestens ebenso wichtig wie die Beleuchtung ist das richtige Raumklima im Kinderzimmer. Frischluft gehört unweigerlich dazu. Achtet darauf, dass das Fensterbrett möglichst frei bleibt, damit ihr regelmäßig für Sauerstoff sorgen könnt. Es gilt: lieber kräftiges Stoßlüften als gekippte Fenster.

Mediziner empfehlen, die Temperatur im Kinderzimmer tagsüber bei rund 20 bis 21 Grad zu halten. Denkt bitte dran, dass sich Kinder im Vergleich zu Erwachsenen viel bewegen, weshalb es im Kinderzimmer ruhig ein wenig frischer sein darf. Nachts darf die Temperatur sogar bei 16 bis 18 Grad liegen. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich – das gilt wie im Rest des Hauses – bei zwischen 40 und 60 Grad bewegen.

Tipp: Auch Zimmerpflanzen können für ein gesundes Raumklima sorgen. Welche sich besonders gut fürs Kinderzimmer eignen, weil sie ungiftig und pflegeleicht sind, verraten wir hier.

Coole Deko-Ideen fürs Kinderzimmer

Ob Avenger-Helden, Eiskönigin oder Darth Vader: Mit Bettwäsche, Kissen, Girlanden und Bildern oder Postern lässt sich das Kinderzimmer in die jeweils aktuelle Abenteuerwelt verwandeln, ohne dass ihr ständig neu tapezieren müsst. Das schont den Geldbeutel und lässt beim Wunsch nach Veränderung einen schnellen Wechsel zu.

Hier findet ihr noch fünf kleine Ideen mit großer Wirkung, mit denen ihr das Kinderzimmer günstig dekorieren könnt.

Und unserer Bildergalerie liefert Inspiration für ansprechende Kinderzimmer-Deko.

Kinderzimmer richtig einrichten: 9 Tipps

  1. Überschaubare Mengen: Statt Berge von Kuscheltieren anzuhäufen, auf vier oder fünf gerade am meisten geliebte Plüschtiere und ausgesuchte Spielsachen reduzieren. Das hält Ordnung. Und am Ende der Woche darf ausgetauscht werden.
  2. Ein Ausziehbett: Wenn die beste Freundin oder der Kumpel übernachten will, ist ein schnell aufzubauendes Zusatzbett sehr praktisch.
  3. Ein Hochbett für kleine Räume: Unter ihm lässt sich platzsparend eine Arbeits- oder Spielecke einrichten. Statt eines fertigen Hochbetts bietet sich auch eine Hochebene an. Diese nimmt im Raum noch weniger Platz weg.
  4. Gerne noch einmal, weil es ein wichtiger Hinweis ist: Auf natürliche und nachhaltige Materialien für Wände, Möbel und Boden achten. Wohngesundheit ist ein wichtiges Thema.
  5. Kissenbezüge und Teppiche sollten in der Waschmaschine zu waschen sein.
  6. Bei der Matratze im Kinderbett auf die gleiche Qualität achten wie im Elternschlafzimmer.
  7. Statt gut erhaltene Holzmöbel zu entsorgen, lieber mit einem frischen Anstrich aufmöbeln. Upcycling macht auch den Kindern Spaß – und sie lernen viel dabei.
  8. Kostenlose Farb-Apps für Smartphone oder iPad nutzen. Mit den sogenannten Color Designern kann auf einem hochgeladenen Foto des Kinderzimmers die Wirkung verschiedener Wandfarben bzw. der Möbel in einer Vorschau ausprobiert werden. Alpina bietet zum Beispiel einen Color Designer zur interaktiven Wandgestaltung im Internet an.
  9. Gebrauchte Kinderzimmer-Möbel kaufen, Kosten sparen. Komplette Kinderzimmer-Sets, bestehend aus Bett, Nachttisch, Schrank, (Schreib)tisch, Regal und Kommode, gibt es zwar bereits für unter 1.000 Euro. Man sollte dann aber nicht den höchsten Anspruch an die Möbel stellen. Besser fährt man oft mit gebrauchten Kinderzimmer-Möbeln, die Kleinanzeigen sind voll von hochwertigen Dingen, aus denen die Vorbesitzer rausgewachsen sind.

Noch ein abschließender Tipp: Bei vielen Familien, insbesondere in Großstädten, wird der Platz mit dem zweiten oder dritten Kind knapp. Wir haben mit Einrichtungsexpertin Sabine Stiller darüber gesprochen, wie Familien in ihrer Wohnung mehr Raum schaffen und vielleicht sogar noch ein Extra-Zimmer herausschlagen können.

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