Pflanzen im Kinderzimmer
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Wohnen | Ratgeber

Pflanzen im Kinderzimmer: Ungiftige Zimmerpflanzen für Kinder

Antonia Eigel

Level: Für Alle

Pflanzen im Kinderzimmer – ist das nicht gefährlich? Nein, denn Zimmerpflanzen bieten euch und euren Kindern jede Menge Vorteile. Wir nennen euch ungiftige Pflanzen, die besonders geeignet für Kinder sind und sagen auch, welche nicht ins Kinderzimmer gehören.

"Mama, ich will einen richtigen Dschungel im Zimmer!" Eltern unter euch zucken bei diesem Satz vielleicht zusammen: Ein Paradies aus Pflanzen im Kinderzimmer – ist das nicht gefährlich? Keine Angst, es gibt zahlreiche ungiftige Zimmerpflanzen, die gleichzeitig für ein gesundes Raumklima sorgen.

Wir nennen die wichtigsten Vorteile von Pflanzen im Kinderzimmer und sagen euch, welche Zimmerpflanzen ungiftig und besonders geeignet für Kinder sind. Welche Pflanzen nicht ins Zimmer gehören, wollen wir euch aber auch nicht verschweigen. Und schließlich haben wir noch Tipps, wie ihr die Pflanzenerde vor kleinen Kinderhänden schützt.

Vorteile von Pflanzen im Kinderzimmer

Knapp 70 Prozent der Deutschen finden Pflanzen und Blumen in den eigenen vier Wänden wichtig oder sehr wichtig. Vor Pflanzen im Kinderzimmer schrecken hingegen viele zurück. Schade, denn es gibt drei große Vorteile.

1. Pflanzen verbessern das Raumklima

Zahlreiche Studien belegen: Zimmerpflanzen wirken sich positiv auf das Raumklima aus. Als natürliche Luftbefeuchter und Luftreiniger können sie Schadstoffe in der Luft reduzieren, Sauerstoff produzieren und der Luft vorhandene Schimmelsporen entziehen.

2. Zimmerpflanzen steigern das Wohlbefinden

Doch es ist nicht nur die bessere Luft, die den Bewohnern gut tut. Denn es gibt auch Studien, die herausgefunden haben: Menschen, die mehr Zeit in der Natur verbringen, sind glücklicher und ausgeglichener. Und das soll ausdrücklich auch für Zimmerpflanzen gelten.

Auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, dass Pflanzen im Kinderzimmer die nächste lautstarke Auseinandersetzung übers Aufräumen vermeiden können – einen Versuch ist es allemal wert, oder?

3. Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen

Verantwortung bereits im Kindesalter zu fördern, hat positive Effekte auf deren Entwicklung. Denn mit Pflanzen im Kinderzimmer lernen sie schon früh, eigene Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen zu meistern:

  • Wann muss ich meine Pflanze gießen?
  • Wieviel Wasser braucht sie?
  • Welche Bedürfnisse hat meine Pflanze?
  • Wo wächst sie am besten?

Natürlich gilt: Je älter das Kind, desto mehr Verantwortung könnt ihr ihm überlassen. Sind eure Kinder noch sehr klein, solltet ihr sie an die Hand nehmen und an das Thema Pflanzen langsam heranführen. Schritt für Schritt können sie dann selbstständig ihre Blumen und Pflanzen im Kinderzimmer gießen und ihnen beim Wachsen zusehen.

Kind gießt Pflanze Kinderzimmer
Kinder können Pflanzen in ihrem Kinderzimmer selbst gießen und so Verantwortung übernehmen. © Getty Images

Pflanzen fürs Kinderzimmer: Unsere Top 5

Wenn ihr jetzt darüber nachdenkt, euren Kindern den Traum vom Dschungel-Kinderzimmer zu erfüllen, solltet ihr die richtige Pflanzen-Auswahl treffen. Diese Fragen solltet ihr euch vorab stellen:

  • Wie alt ist mein Kind? Was traue ich ihm zu?
  • Wie sind die Lichtverhältnisse im Kinderzimmer?
  • Hat mein Kind Allergien?

Um euch die beste Empfehlung zu geben, haben wir uns gefragt: Was macht eine gute Pflanze fürs Kinderzimmer aus?

  • Pflanzen fürs Kinderzimmer sollten unbedingt ungiftig sein.
  • Den Zimmerpflanzen sollten das Prädikat "pflegeleicht" anhaften.
  • Die Kinderzimmer-Pflanzen sollten für ein möglichst gutes Raumklima sorgen.
  • Außerdem sollten die Pflanzen möglichst einen Aha-Effekt bieten. Also entweder schnell und üppig wachsen, Früchte tragen oder irgendeinen anderen Superhelden-Trick draufhaben.

Auf diese Kriterien haben wir alle Kandidaten geprüft – herausgekommen sind folgende fünf Pflanzen, die wir euch fürs Kinderzimmer empfehlen würden.

1. Grünlilie – der Allrounder

Grünlilie
Die pflegeleichte Grünlilie ist perfekt für das Kinderzimmer geeignet. Die Ableger können Kinder selbst anzüchten und eintopfen. © Getty Images/iStockphoto

Die Grünlilie eignet sich hervorragend zur Begrünung des Kinderzimmers. Sie braucht wenig Aufmerksamkeit und ist somit ideal für den Einstieg in die Pflanzenwelt. Außerdem gilt sie als völlig ungiftig.

Pflegetipp: Die Ableger der Mutterpflanze könnt ihr einfach mit der Schere abtrennen und in ein Glas mit Wasser stellen, bis sie Wurzeln ziehen. Zusammen mit euren Kindern könnt ihr sie dann neu einpflanzen. So lernen sie nicht nur etwas über die Vermehrung von Pflanzen, sondern auch, wie man sie richtig eintopft.

2. Kresse – das essbare Experiment

Kresse im eigenen Kinderzimmer anpflanzen, das ist ein einfaches Experiment, das eure Kinder lieben werden. Ihr benötigt eine Gießkanne mit Wasser, eine Schale, Watte und Kressesamen. Auf der Fensterbank bekommen die Samen genügend Sonnenlicht und können keimen. Eure Kinder können täglich beim Wachsen zuschauen und die Kresse bereits nach einer Woche ernten.

Eine Idee für kleine Bastler, die uns gut gefällt: Gesichter auf Eierschalen malen und Kresse hineinpflanzen, fertig ist der Kressekopf, aus dem Haare wachsen.

3. Sukkulenten – die Einstiegspflanze

Sukkulente Topf Pflanze Kakteen Holztisch
Schön und pflegeleicht: Sukkulenten sind hervorragende Pflanzen fürs Kinderzimmer. © Getty Images/iStockphoto

Kakteen, natürlich ohne Stacheln, eignen sich perfekt fürs Kinderzimmer. Denn Sukkulenten brauchen verhältnismäßig wenig Wasser, sind anspruchslos und somit sehr einfach zu pflegen. Für Kinder der ideale Einstieg, um den Umgang mit Pflanzen zu lernen.

Pflegetipp: Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass die Sukkulenten regelmäßig und nicht zu viel gegossen werden. Ist es zu nass, können die Wurzeln faulen. Ein Schluck Wasser im Monat reicht den meisten Kakteen aus. Legt mit euren Kindern einen Tag im Monat fest, an dem ihr die Kakteen gießt.

4. Venusfliegenfalle – die fleischfressende Pflanze

Venusfliegenfalle fleischfressende Pflanze
Bei der Venusfliegenfalle können Kinder beobachten, wie sie Insekten frisst. © Getty Images/iStockphoto

Vorsicht, bissig: Einen spielerischen Umgang lernen Kinder mit fleischfressenden Pflanzen. Besonders bekannt und beliebt: die Venusfliegenfalle. Die frisst natürlich nicht wirklich Fleisch, sondern Insekten und kleinere Spinnen und ist völlig ungefährlich.

Ein spannendes Erlebnis für kleine Entdecker, wenn sie selbst einmal den Finger in die Venusfliegenfalle halten und beobachten können, wie sich die Blätter zusammenklappen, um die Beute festzuhalten und anschließend zu zersetzen.

Pflegetipp: Reichlich Wasser und Sonne sind wichtig, denn fleischfressende Pflanzen lieben es feucht. Es heißt: Je röter die Pflanze ist, desto wohler fühlt sie sich.

5. Zyperngras – Dschungel-Feeling fürs Kinderzimmer

Zyperngras Pflanze
Das Zyperngras ist anspruchslos und somit sehr geeignet für das Kinderzimmer. © Getty Images/iStockphoto

Das Zyperngras ist die ideale Pflanze fürs Kinderzimmer im Dschungel-Look. Sie ist dazu sehr anspruchslos und beschwert sich selten über ihren Standort.

Pflegetipp: Die Kinder haben es gut gemeint und zu viel gegossen? Keine Sorge, das Zyperngras liebt nasse Wurzeln.

Ebenfalls fürs Kinderzimmer zu empfehlen sind: Bogenhanf, Aloe-Pflanzen, Bromelien, Hibiskus, Orchideen, Pantoffelblume.

5 giftige Pflanzen, die nichts fürs Kinderzimmer sind

Im Kinderzimmer wird getobt und gespielt, da haben Pflanzen mit scharfkantigen Blättern oder Dornen keinen Platz. Weil Kleinkinder berüchtigt dafür sind, alles Mögliche in den Mund zu stecken, sollten Pflanzen im Kinderzimmer ungiftig sein und darüber hinaus keine Allergien auslösen.

Deshalb ist nicht jede Grünpflanze, die ihr euch ins Wohnzimmer stellt, gleich für das Zimmer eurer Kleinen geeignet. Diese fünf Pflanzen solltet ihr deshalb unbedingt vermeiden:

1. Alpenveilchen

Alpenveilchen
Alpenveilchen sind giftig und sollten keinen Platz im Kinderzimmer finden. © Getty Images/iStockphoto

Die rosa Blüten des Alpenveilchens sehen in Kinderaugen sicherlich verlockend aus, da würde man doch gerne mal zugreifen. Doch besonders die Knolle ist giftig und kann schon in kleiner Dosis großen Schaden anrichten. Der Saft hat eine entzündliche Wirkung auf Haut und Augen, bei Verschlucken kommt es zur Atemlähmung.

2. Amaryllis

Amaryllis
Viele Amaryllis-Arten sind stark giftig und sollten grundlegend aus Kinderzimmern verbannt werden. © Getty Images/iStockphoto

Amaryllisgewächse sollten in keinem Kinderzimmer stehen. Nur wenige Gramm des Giftstoffes Lycorin könnten beim Verzehr tödlich sein. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und starke Schweißausbrüche bleiben nicht aus.

3. Dieffenbachie

Dieffenbachia
Eine Dieffenbachie sieht aus wie die perfekte Pflanze für das Dschungel-Kinderzimmer. Sie ist jedoch hochgiftig. © Getty Images/iStockphoto

Sie sieht aus wie die perfekte Dschungel-Pflanze für das Kinderzimmer, doch sie hat es in sich: Berührt ihr die Pflanze, schießt sie kleine Nadeln mit Giftstoffen heraus, die zu inneren und äußeren Verletzungen führen. Starke Reizungen der Haut, Verätzung der Bindehaut oder Herz-Rhythmus-Störungen sind nur einige der möglichen Folgen.

4. Efeutute

Efeutute
Die Efeutute verursacht innere sowie äußere Vergiftungserscheinungen und gehört deshalb nicht ins Kinderzimmer. © Getty Images/iStockphoto

Zwar ist die Efeutute perfekt für ein gutes Raumklima, in die Nähe von Kinderhänden sollte sie trotzdem nicht kommen. Äußerliche Hautentzündungen, Brennen und Anschwellen der Mundschleimhäute sind neben Übelkeit und Erbrechen die häufigsten Vergiftungserscheinungen.

5. Einblatt

Einblatt
Vom Einblatt sollten Kinder die Finger lassen, denn sie ist giftig. © Getty Images/iStockphoto

Zweimal im Jahr blüht das Einblatt, zum Vorschein kommt eine auffällige weiße Blüte. Die Schönheit ist trügerisch, denn die Giftstoffe bewirken Hautreizungen, Brennen und führen zu Magen- und Darmbeschwerden.

Tipp: Eine gute Übersicht über die Giftigkeit von Pflanzen bietet die Seite der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Uniklinikums Bonn.

Sorge wegen Pflanzen, die "Sauerstoff wegatmen"

Es hört sich absurd an, aber es stimmt tatsächlich: Viele Pflanzen nehmen nachts Sauerstoff auf. Das hängt mit dem Photosynthese-Prozess zusammen, der nachts zum Erliegen kommt. Kohlendioxid strömt aus den Blättern, Sauerstoff wird aufgesogen – wer es ganz genau wissen will, kann den Stoffaustausch auf pflanzenforschung.de nachlesen. Deshalb hört man die Sorgen mancher Eltern, dass Pflanzen im Kinderzimmer den Kleinen im Schlaf "den Sauerstoff wegatmen" könnten.

Diese Sorge ist letztlich unbegründet. Denn in der Tag-Nacht-Bilanz produzieren die Pflanzen insgesamt mehr Sauerstoff als CO2. Außerdem sind die Mengen an veratmetem Sauerstoff selbst bei üppigem Bewuchs so gering, dass sie der normale Luftaustausch locker ausgleicht. Grundsätzlich gilt: Ihr solltet bitte eure Wohnung mehrmals am Tag lüften, auch im Winter.

Tipps gegen Pflanzenerde im Kinderzimmer

Kurz mal weggeschaut, schon ist die Pflanzenerde im kompletten Kinderzimmer verteilt oder in den Mund gewandert. Pflanzenschutzgitter* oder Pflanzenschutznetze sind eine hilfreiche Lösung für das Problem. Sie decken den Pflanztopf sicher ab und verhindern, dass die kleinen Hände mit der gedüngten Erde herumspielen oder sie sich Granulatkugeln in den Mund stecken. Wer auf die Anschaffung verzichten möchte, sollte die Pflanzen am besten außerhalb der Reichweite von Kinderhänden postieren.

Kinderzimmer Erde einpflanzen
Mit Erde und Pflanzen experimentieren macht Spaß und manchmal auch etwas Sauerei. © Getty Images

Aber das Thema Erde muss für Kinder kein Tabu-Thema sein. Spielerisch können eure kleinen Gärtner zum Beispiel beim Pflanzenterrariumbauen etwas über das Einpflanzen lernen. Damit das Kinderzimmer sauber bleibt, am besten in die Küche umsiedeln und den Tisch mit Zeitung auslegen. So bleibt alles sauber.

Wer darüber hinaus Grün ins Kinderzimmer holen möchte, dem empfehlen wir Wandsticker mit Pflanzenprints oder Tapeten mit Dschungel-Aufdruck. Denn das liegt derzeit voll im Trend und verwandelt jedes Kinderzimmer in eine kleine Wohlfühloase. Achtet aber bitte unbedingt darauf, dass Wandtattoos und Tapeten schadstoffarm sind.

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