Ein Neubaugebiet von Wohnhäusern mit Baukränen und Baustelle im Hintergrund
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Ende des Immobilienbooms: In welchen Städten die Preise sinken

Joscha Thieringer

Joscha Thieringer

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit: In den vergangenen Jahren haben sich Immobilien massiv verteuert, nun sehen Experten das Ende des Immobilienbooms nahen.

"Der Immobilienboom endet, Preiskorrekturen in vielen Städten" – für diese Einschätzung ernten die Experten von immowelt sehr viel Aufmerksamkeit: Handelsblatt, tagesschau.de und Berliner Zeitung nehmen die Prognose umgehend auf. Eine Zeitenwende kündigt sich auf dem Immobilienmarkt an, nachdem die Immobilienpreise jahrelang nur eine Richtung kannten: nach oben.

Immobilienpreise stagnieren oder sinken

Die immowelt-Analyse befasst sich mit der Entwicklung der Kaufpreise von Bestandswohnungen bis Ende 2022. Das Ergebnis: In zehn der 14 untersuchten Großstädten sollen die Kaufpreise stagnieren oder sinken.

  • Stadt
  • Einwohnerzahl (Stand 2020)
  • Preis (pro m2) April 2022
  • Schätzung Dezember 2022
  • Veränderung in Prozent
  • Berlin
  • 3.664.088
  • 5.030 Euro
  • 4.890 Euro
  • -3%
  • Hamburg
  • 1.852.478
  • 6.670 Euro
  • 6.790 Euro
  • +2%
  • München
  • 1.488.202
  • 9.610 Euro
  • 9.670 Euro
  • +1%
  • Köln
  • 1.083.498
  • 5.320 Euro
  • 5.340 Euro
  • 0%
  • Frankfurt
  • 764.104
  • 6.600 Euro
  • 6.260 Euro
  • -5%
  • Stuttgart
  • 630.305
  • 5.760 Euro
  • 5.720 Euro
  • -1%
  • Düsseldorf
  • 620.523
  • 5.120 Euro
  • 5.100 Euro
  • 0%
  • Leipzig
  • 597.493
  • 2.710 Euro
  • 2.610 Euro
  • -4%
  • Dortmund
  • 587.696
  • 2.910 Euro
  • 2.890 Euro
  • -1%
  • Essen
  • 582.415
  • 2.910 Euro
  • 2.920 Euro
  • 0%
  • Bremen
  • 566.573
  • 3.400 Euro
  • 3.440 Euro
  • +1%
  • Dresden
  • 556.227
  • 2.970 Euro
  • 2.960 Euro
  • 0%
  • Hannover
  • 534.049
  • 4.120 Euro
  • 4.250 Euro
  • +3%
  • Nürnberg
  • 515.543
  • 4.040 Euro
  • 3.950 Euro
  • -2%

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote in den 14 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern, die im April 2022 angeboten wurden. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise.

"Sollten die Bauzinsen noch stärker steigen, sind auch spürbare Rückgänge denkbar", sagt Felix Kusch von immowelt.

Gründe fürs Immobilienboom-Ende

In der Tat: Die steigenden Bauzinsen wirken sich besonders negativ auf die Nachfrage nach Immobilien aus: Wer nun drei statt 0,8 Prozent für seine Baufinanzierung zahlen soll, kann sich viele Häuser und Wohnungen schlichtweg nicht mehr leisten.

Hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung wegen des Ukraine-Kriegs und die damit verbundene Inflation. Und nicht zu vergessen das vorzeitige Ende der Förderungen für Effizienzhäuser.

Sinkendes Angebot auf dem Wohnungsmarkt

Doch es gibt auch Punkte, die gegen einen weiteren Preisverfall sprechen: Nicht nur die Nachfrage sinkt, auch das Angebot. Denn Lieferengpässe, Rohstoffknappheit und Handwerkermangel haben die Baupreise in die Höhe schnellen lassen. Viele Projektentwickler kommen nicht voran oder lassen sich bewusst Zeit.

Sollte man sich also noch schnell die – historisch gesehen – günstigen Bauzinsen sichern? Oder ist jetzt der optimale Zeitpunkt, seine Immobilie zu verkaufen? Wie erfülle ich die gestiegenen Kreditanforderungen für einen Immobilienkauf?

Die Lage auf dem Immobilienmarkt ist spannend wie lange nicht mehr.

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