Füße in Socken, die sich an einem Heizkörper wärmen.
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Heizlastberechnung: So plant ihr euren Wärmebedarf richtig

Dirc Kalweit

Mit der Heizlastberechnung wird der Wärmebedarf eines Gebäudes berechnet. Das Ergebnis benötigt der Fachmann für die optimale Heizungsplanung, sowohl beim Neubau als auch beim Heizungstausch im Zuge einer Modernisierung.

Mit einer Heizlastberechnung findet der Fachmann heraus, wie groß oder klein eure Heizung sein muss, um Haus oder Wohnung ausreichend mit Wärme zu versorgen. Wie das funktioniert, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, das erfahrt ihr hier.

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Thermostat aufdrehen und schon wird es wohlig warm. Damit das auch zuverlässig und vor allem effizient funktioniert, muss die Heizung für das zu versorgende Gebäude entsprechend dimensioniert sein. Ist die Leistung der Heizung zu niedrig, bleibt es in den vier Wänden kalt und Feuchtigkeit und Schimmel drohen. Bei einer zu groß ausgelegten Heizung zahlt ihr unnötig viel Geld für die Heizkosten.

Wer führt die Heizlastberechnung durch?

Neben dem hydraulischen Abgleich ist die Heizlastberechnung eine der wichtigsten Maßnahmen zur Optimierung der Heizung. Sie hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und sollte durch einen Heizungsfachmann durchgeführt werden. Ihr könnt selbst über Online-Tools die ungefähre Heizlast für ein Gebäude ermitteln. Hier handelt es sich aber bestenfalls um grobe Daumenwerte, die nur eine erste Orientierung geben.

Wie funktioniert eine Heizlastberechnung?

Die Durchführung einer Heizlastberechnung erfolgt streng nach Norm, und zwar nach der DIN EN 12831 "Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast". Dabei geht es um die Berechnung von drei Größen, aus deren Summe sich die Heizlast ergibt:

  1. Transmissionswärmeverlust: Hier geht es um die Wärme, die über die Gebäudehülle verloren geht
  2. Lüftungswärmeverlust: Hier wird berechnet, wie viel Wärme durch Lüftungsverhalten und Undichtigkeiten entweicht
  3. Zusatz-Aufheizleistung der Heizlastberechnung: Nach einer Heizpause benötigt eine Heizung eine erhöhte Leistung zum Wiederaufheizen. Dieser Wert fließt ebenfalls in die Berechnung ein.

Aus diese drei Werten schließt der Fachmann dann schlussendlich auf die Dimensionierung der Heizung. Was sich so simpel anhört, ist ein ziemlich aufwendiges Verfahren. Denn schließlich spielen bei den drei oben beschriebenen Größen viele Faktoren eine Rolle:

  • U-Werte der Gebäudehülle: Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Er wird von der Außenwand bis hin zu den Dachflächen für alle Gebäudeflächen ermittelt.
  • Speichermasse: Je größer und massiver ein Gebäude, desto länger braucht es, um sich aufzuheizen. Simpel, aber bei der Heizlastberechnung eine wichtige Größe.
  • Luftaustausch: Ob durch regelmäßiges Lüften oder undichte Fenster, auch durch den (gewollten oder ungewollten) Luftaustausch geht Wärme verloren.
  • Heiztemperatur: Draußen ist es kalt, drinnen schön mollig. Aus der Differenz ergibt sich, wie viel Leistung die Heizung erbringen muss. Aber wie kalt ist kalt, welche Temperaturen sind im Innenraum ideal? Das regelt die oben erwähnte DIN-Norm. Für den Außenbereich werden regionale Unterschiede mit einbezogen. Für den Innenbereich gelten – je nach Raum – zwischen 15 Grad (Flur) und 24 Grad (Bäder) als ideale Temperaturen.

Was ist der Unterschied zwischen Heizlast und Heizwärmebedarf?

Bei der Heizlast geht es um die optimale Leistungsberechnung der Heizung beziehungsweise des Heizkessels. Die Leistung des Kessels wird dabei in Kilowatt (kW) angegeben. Bei der Heizwärme handelt es sich nicht um einen Leistungs- sondern um einen Verbrauchswert. Es geht um die Energie, die für Heizung und Warmwasser in einem Jahr benötigt wird. Die Angabe dafür erfolgt in Kilowattstunden (kWh).

Auf der Heizkostenrechner.eu wird dafür ein schöner Vergleich zum Auto gezogen: Die Heizlast entspricht der PS-Zahl eines Autos, die Heizwärme dem Verbrauch. Beides hängt zwar miteinander zusammen, es handelt sich aber um völlig unterschiedliche Größen.

Heizungsbauer überprüft Wärmepumpe
Ist die Heizung richtig dimensioniert? Bei der Berechnung der Heizlast geht es darum, dass die Leistung der Heizung optimal auf das Gebäude ausgelegt ist. © Bauherren-Schutzbund e.V.

Was kostet eine Heizlastberechnung?

Was eine Heizlastberechnung kostet, hängt natürlich von der Größe des Gebäudes ab. Je mehr Räume, desto größer der Berechnungsaufwand. Das erhöht die Kosten. Als Grundpreis müsst ihr so über den Daumen mit 100 bis 150 Euro rechnen. Üblicherweise gibt es einen Grundpreis pro Gebäude plus einen Preis pro Raum. Für Räume mit Dachschrägen kommt häufig noch ein Zuschlag dazu.

Wann sollte ich eine Heizlastberechnung durchführen lassen?

Ihr solltet eine Heizlastberechnung immer dann durchführen lassen, wenn ein neuer "Wärmeerzeuger" (also eine Heizung) eingebaut wird. Beim Neubau wird das sowieso gemacht, hier geht es ja schon bei der Planung darum, welche Heizung überhaupt in Frage kommt und welche Leistung sie haben muss.

Aber auch wenn ihr in einem Bestandsbau die Heizung im Zuge einer Modernisierung tauschen wollt, ist eine Heizlastberechnung wichtig. Denn auch hier lohnt sich der Kauf erst, wenn der genaue Wärmebedarf im Vorfeld ermittelt wurde.

Ihr spielt mit dem Gedanken, euch eine neue Heizung anzuschaffen? Dann schaut doch auch gern in diesen Artikel:

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