Frau beschneidet Pflanzen
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Garten frühlingsfit machen: Gartenarbeit im Frühling

Sabine Tropp

Sabine Tropp

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen kommen, juckt es bei allen Hobbygärtnern in den Fingern und die Lust auf Gartenarbeit steigt. Wir geben Tipps, wie ihr euren Garten frühlingsfit machen könnt und was es sonst noch zu beachten gilt.

Raus aus dem Haus, rein in den Garten – zumindest für alle unter euch, die das Glück eines eigenen Gartens kennen. Im Frühling ist es Zeit, das heimische Grün für die kommende Gartensaison vorzubereiten. Wir zeigen euch, wie ihr euren Garten frühlingsfit machen könnt und welche Gartenarbeiten jetzt anfallen.

1. Wie mache ich den Boden im Garten frühlingsfit?

Entfernt zuerst die Reste der schützenden warmen Decke aus Laub auf Beeten, Obstbaumscheiben sowie unter Sträuchern und Stauden. Sie können auf den Kompost. Die Oberfläche der Erde unter den Pflanzen nur leicht durchharken, im Boden hat das Leben nämlich schon längst begonnen. Das heißt für Gartenliebhaber: Bitte nicht mit der Schaufel durch unnötiges tiefes Umgraben stören!

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Zur Gartenarbeit im Frühling gehört es auch dazu, alle Unkräuter zu entfernen und Dünger wie Kompost und Hornspäne ausbringen. Auch auf die Beschaffenheit des Bodens muss geachtet werden. Schwere lehmige Böden brauchen Sand und Rindenhumus, sandige leichte Böden dagegen reichhaltiges Gesteinsmehl und lehmhaltige Erde.

Achtung: Fertigen organischen Volldünger nur nach Packungsangabe verteilen. Zuviel des Guten lässt Pflanzen und Bäume eher schwächeln. Statt gesundem Wachstum wuchern wässrige, dünne Triebe.

Laubbesen recht.
Als erstes muss im Frühjahr altes Laub zusammengerecht werden. © R. Handke / Pixelio

2. Wie pflege ich meinen Rasen im Frühjahr richtig?

Welcher Gartenbesitzer ist nicht stolz auf einen saftig grünen Rasen? Damit sich das Ergebnis auch wirklich sehen lassen kann, beginnt die Pflege bereits im März. Zuerst die Rasenfläche gründlich mit einem Rechen von Moos befreien. Mittel gegen Moos im Rasen solltet ihr dabei lieber vermeiden. Sie sind wegen möglicher gesundheitsschädlicher Wirkungen sehr umstritten.

Wer sich das mühselige Moosausreißen erleichtern möchte, leiht sich im Gartencenter oder Baumarkt einen Motor-Vertikutierer für kleines Geld aus. Auch Rasenmäher und andere Gerätschaften könnt ihr euch dort für ein paar Stunden besorgen, ohne sie gleich kaufen zu müssen.

In geschützten Ecken im Garten kann sogar schon neu gesät werden. Dafür den Erdboden von Steinchen und Unkräutern befreien. Liegt der pH-Wert des Bodens im sauren Milieu, könnt ihr die Erde zusätzlich kalken und düngen.

Und wenn ihr gleichzeitig Naturliebhaber seid und unseren fliegenden Freunden, den Bienen, einen Gefallen tun wollt, legen wir euch unseren Ratgeber "Blumen für Wildbienen: So lockt ihr Bienen in euren Garten" ans Herz.

Mann vertikutiert Rasen im Garten im Frühling
Durch Vertikutieren kann Moos, Rasenfilz und sonstiges Unkraut im Rasen beseitigt werden und die Graswurzeln bekommen wieder mehr Sauerstoff. © Getty Images/iStockphoto

3. Wie pflege ich meine Rosen im Frühling richtig?

Auch wenn die Königin der Blumen etwas kapriziös und anspruchsvoll ist, kommt kein Garten ohne sie aus. Rosen lieben es, umsorgt zu werden. Sobald Tauwetter einsetzt, wird der Winterschutz entfernt. Bei angekündigtem Bodenfrost solltet ihr die Schönheiten über Nacht aber auf jeden Fall wieder einpacken.

Den Boden um die Rosen vorsichtig lockern und Unkräuter entfernen, die Erde um die Wurzeln leicht anhäufen. Erst jetzt zurückschneiden! Die königlichen Blumen sollten zudem mit ausreichend Dünger und Kompost versorgt werden.

Neue Rosen mit Ballen können bereits ab März gepflanzt werden, wurzelnackte besser erst im Herbst. Übrigens: Bei Rosen solltet ihr unbedingt auf Qualität achten. Das "ADR"-Siegel ist ein guter Hinweis. Es bezeichnet Sorten, die besonders robust und blühfreudig und gleichzeitig weniger anfällig für klassische Rosenkrankheiten wie Mehltau sind.

Weitere Tipps zur richtigen Frühjahrs-Pflege eurer Rosen findet ihr zudem in folgendem Video:

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4. Wie bereite ich Obstbäume und Hecken auf den Frühling vor?

Eine wichtige Gartenarbeit im Frühling ist das Zurückschneiden der Obstbäume und Hecken. Bereits im Verlauf des März, je nach Temperatur, erhalten Obstbäume ihren letzten Schnitt. Dabei solltet ihr unbedingt Altholz und sich überkreuzende, zu nahe stehende Äste entfernen. Falls ihr euch unsicher seid, ist es immer ratsam, einen Fachmann um Rat zu fragen. Denn: Ein richtiger Obstbaumschnitt ist wahrlich nichts für Anfänger.

Hecken hingegen können sogar bereits im Februar ihren Formschnitt erhalten. Falls ihr einen neuen Sichtschutz pflanzen möchtet, sollte dieser idealerweise im März gepflanzt werden. Am besten verwendet ihr dafür immergrüne Sorten. Die sorgen ganzjährig für eine grüne Wand.

Bei Kletterpflanzen kommt es beim Schnitt ganz individuell auf die Sorte an. Während nur im Sommer blühende Clematis gestutzt werden, nehmen euch Knöterich, Blauregen und Wilder Wein einen radikalen Rückschnitt kaum übel.

Tipp: Wer jetzt noch einen neuen Obstbaum pflanzen möchte, ist damit fast schon etwas zu spät dran. Denn Bäume sollten generell während der Ruheperiode zwischen Oktober und März gepflanzt werden. Habt ihr bereits junge Obstbäume im Garten stehen und treiben Wühlmäuse in eurem Garten ihr Unwesen, könnt ihr sie am besten mit Wühlmauskörben schützen. Wie ihr einen solchen aus Kaninchendraht selber bauen könnt, lest ihr in "Wurzeln junger Obstbäume vor Nagern schützen – was hilft wirklich?".

eine Person schneidet Trieb an Apfelbaum ab
Die Triebe von Apfelbäumen müssen in den Monaten Februar und März zurückgeschnitten werden. © Getty Images/iStockphoto

5. Wie bereite ich meine Beete im Frühling richtig vor?

Die richtige Pflanzzeit für Zwiebelblumen wie die Tulpe ist bereits im Herbst, wenn die Bodentemperatur auf unter zehn Grad Celsius gesunken ist. Viele Zwiebelblumen, die im Sommer blühen, können aber auch erst im Frühling verbuddelt werden. Dazu gehören Montbretien, Gladiolen und Lilien. In frostigen Nächten könnt ihr eine warme Decke aus Vlies oder Tannenzweigen aufs Beet legen. Wenn die Blumen während des Austriebs mit Kompost versorgt werden, blühen sie übrigens später wesentlich üppiger.

Knollenbegonien und Dahlien können im Topf auf dem Fensterbrett im Haus vorgetrieben werden. Unempfindliche Kräuter wie Petersilie, Kümmel, Beifuß, Zitronenmelisse, Liebstöckel, Schnittlauch und Sauerampfer können auch schon in die Erde, ebenso blühende Herbststauden wie Chrysanthemen, Astern, Japananemonen und viele Gräser.

6. Wie wähle ich eine neue Bepflanzung für meinen Garten aus?

Ihr solltet euch nicht dazu verführen lassen, nach Bauchgefühl Pflanzen oder Stauden zu kaufen, sondern lieber vorher gründlich planen. Zum Beispiel mit folgendem Tipp: Auf einem Karopapier die Maße des Gartens aufzeichnen und den Ort, wohin welche Pflanze soll, einzeichnen. Das gilt auch für Balkon oder Terrasse.

Ganz wichtig ist hierbei, Schatten-, Halbschatten- und Sonnenplätze zu bedenken. Sonst wird aus dem Blütentraum nichts, weil die Pflanzen am falschen Platz einfach nicht wachsen wollen. Vorsichtshalber solltet ihr zudem auch noch Vlies oder Jutesäcke für empfindliche Pflanzen und Sämlinge bereithalten, falls nächtlicher Bodenfrost vorhergesagt wird. Eine Auswahl an schönen Schattenpflanzen, findet ihr in unserem Ratgeber "Schattenpflanzen: Dunkle Ecken im Garten schlau bepflanzen".

Wer lieber seine eigenen Pflanzen ziehen möchte: Perfekt zum Vorziehen im Saatkasten am Fenster eignen sich neben Kräutern wie Basilikum, Kerbel und Koriander Blumen wie Löwenmäulchen, Begonie, Schmuckkörbchen, Männertreu und Eisenkraut. Tipps, wie eure Kräuter prächtig gedeihen, findet ihr in unserem Ratgeber zum "1x1 der Kräuterzucht".

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7. Wie mache ich die Terrasse frühlingsfit?

Und zu guter Letzt: Damit an den ersten warmen Tagen auch endlich wieder Würstchen und Steaks im Freien genossen werden können, solltet ihr rechtzeitig Gartenmöbel samt Grill aus dem Schuppen holen und säubern.

Verwitterten Holz- und Holzterrassen könnt ihr je nach Bedarf gerne einen neuen Anstrich verpassen. Wie ihr verblichene Korbmöbel wieder wie neu aussehen lassen könnt, erfahrt ihr in "Rattan bleicht aus: So frischt ihr eure Gartenmöbel wieder auf".

Mit einem Dampfdruckstrahler lassen sich leicht Schmutz, Moos und Algen in Fugen auf Steinwegen und der Terrasse entfernen. Auch Gartenstühle und Tische sind damit ruckzuck frisch gereinigt einsatzbereit.

Die Terrasse ist grundgereinigt? Dann könnt ihr jetzt mit dem Dekorieren beginnen. Neben Kübelpflanzen empfiehlt euch unsere Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner ein paar schöne Deko-Trends für die Terrasse.

Viele weitere Tipps, Ratgeber und Inspirationen zur Nutzung eurer Terrasse findet ihr auf unserer großen Übersichtsseite. Wir wünschen euch einen schönen Start in den Frühling!

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