Frau wirft Abfälle auf Kompost
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Kompostbeschleuni­ger: 5 Tipps fürs schnellere Kompostieren

Lisa Gutknecht

Kompostieren braucht Zeit: Die Verwandlung von Bioabfällen in wertvollen Dünger hängt von vielen Faktoren ab. Mit einem Kompostbeschleuniger könnt ihr den Prozess von zwölf auf zwei Monate verkürzen. Hier sind fünf Möglichkeiten für ein schnelleres Kompostieren.

Beim Kompostieren seid ihr auf die Arbeit von Kleingetier wie Kompostwürmern und Mikroorganismen angewiesen. Ebenso auf Feuchtigkeit, eine optimale Durchlüftung und die richtige Schichtung eurer Abfälle. Je besser ihr vorarbeitet, desto schneller kommt ihr zu einem guten Ergebnis, eurem Dünger.

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Wer nicht so viel Geduld aufbringen möchte, kann mit Kompostbeschleuniger nachhelfen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, vom Thermokomposter über Pulver aus dem Baumarkt bis hin zur DIY-Pflanzenjauche. Wir stellen euch fünf Ideen vor.

1. Kompostierung im Thermokomposter

Ein Thermokomposter oder Schnellkomposter kann bereits nach zwei Monaten fertigen Kompost liefern. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Kompostbehälter, zum Beispiel aus Holzlatten oder Drahtgitter, verfügt dieser über extra dicke Wände. Sie sorgen für eine gute Wärmeisolierung. Seitliche Lüftungsschlitze dienen der optimalen Luftzirkulation. Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr sind somit ideal für Kleinst- und Mikroorganismen im Kompostmaterial.

In Winter ist die natürliche Umsetzung aufgrund der Temperaturen allerdings auch im Thermokomposter deutlich verlangsamt. Dann müsst ihr auch trockene Materialien wie zum Beispiel trockenes Laub und Häckselgut dazugeben, damit nasse Küchenabfälle nicht anfangen zu faulen.

Einen Thermokomposter als Kompostbeschleuniger gibt es im Baumarkt für rund 100 Euro.

Schnellkomposter im Garten
Ein Schnellkomposter ist meist aus Kunststoff und fest verschlossen, um Wärme zu speichern. © Getty Images/iStockphoto

2. Regenwürmer als Kompostbeschleuniger

Kompostwürmer helfen, eure Garten- und Küchenabfälle schnell in wertvollen Humus zu verwandeln. Es gibt verschiedene Arten, die sich im lockeren, nährstoffreichen Substrat besonders wohl fühlen. Dazu gehören der Kompostwurm, auch Mistwurm oder Stinkwurm genannt (Eisenia fetida), die Regenwurmart Eisenia andrei und der europäische Regenwurm (Eisenia hortensis).

Würmer als Kompostbeschleuniger selbst zu sammeln, ist leichter gesagt als getan. Es gibt viele verschiedene Wurmarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Ein Laie kann den Unterschied kaum ausmachen. In speziellen Wurmfarmen werden die Kleinstlebewesen gezüchtet. Ihr bekommt sie bereits ab 25 Euro, sogar online.

Regenwurm als Kompostbeschleuniger
Kompostwürmer können den Rotteprozess beim Kompostieren beschleunigen. © Getty Images

3. Kompostbeschleuniger als Pulver

Klassische Kompostbeschleuniger sind Zusätze für euren Kompost, erhältlich in Pulver- oder Granulatform. Sie gelten als Düngemittel und sollen die Kompostqualität in kürzester Zeit verbessern.

Kompostbeschleuniger enthalten in der Regel Stickstoff, Kalium und Kalk sowie Spurenelemente und Horn- beziehungsweise Knochenmehl. Außerdem sind sie angereichert mit Mikroorganismen und Pilzsubstraten. Diese zersetzen euer Kompostmaterial zuverlässig und zügig.

Der Nachteil dieses Kompostbeschleunigers: Das Pulver kann schwarze Fliegen anlocken und heimische Würmer, Asseln oder andere wertvolle Organismen vertreiben.

Fertigen Kompostbeschleuniger gibt es im Baumarkt ab circa 10 Euro für 5 Kilogramm. Wichtig: Den Kompostbeschleuniger müsst ihr zu Hause kühl und trocken lagern.

Freu verteilt Kompostbeschleuniger auf Erde
Kompostbeschleuniger wird am besten Schicht für Schicht ins Kompostmaterial eingearbeitet. © Getty Images

4. Kompostbeschleuniger selbst herstellen

Aus Hefe, Zucker und Wasser könnt ihr Kompostbeschleuniger einfach selbst herstellen. Einmal angesetzt, lässt sich das Bio-Gemisch mit einer Gießkanne auf eurem Kompostmaterial verteilen. Ideale Bedingungen dafür sind trockenes Wetter und milde Temperaturen um die 20 Grad.

Für den DIY-Kompostbeschleuniger braucht ihr:

  • 10 Liter Wasser (chlorfrei)
  • circa 1 Kilogramm Zucker
  • 1 Würfel frische Hefe

Ihr könnt das Hefe-Zucker-Konzentrat zunächst in einem kleinen Topf mit lauwarmem Wasser ansetzen und später verdünnen. Am besten zwei Stunden stehen lassen, bevor ihr den Kompostbeschleuniger verwendet.

Mann gießt Wasser vom Eimer in eine Tonne
Angesetzten Kompostbeschleuniger aus Zucker, Hefe und Wasser gut verdünnen und erst dann verwenden. © Getty Images/iStockphoto

5. Pflanzenjauche als Kompostbeschleuniger

Auch Pflanzenjauche steht euch als Kompostbeschleuniger zur Verfügung. Brennnessel, Baldrian und Beinwell sind der ideale pflanzliche Dünger für euren Kompost. Etwa ein Kilogramm der Blätter mit zehn Litern Regenwasser übergießen. Das Gefäß abdecken und zwei bis drei Wochen ruhen lassen. Täglich mit einem Holzstab umrühren und den Gärprozess kontrollieren.

Die Jauche ist fertig, sobald sich keine Bläschen mehr an der Oberfläche sammeln. Die Blätter könnt ihr anschließend mit einem Sieb abschöpfen und die Flüssigkeit als Kompostbeschleuniger verwenden. Dafür verdünnt ihr in einer Gießkanne Pflanzenjauche im Verhältnis 1:9 mit Wasser und verteilt das Gemisch über dem Kompostmaterial.

Behälter mit Brennnesseln
Brennnesseln sind der ideale Dünger für euren Kompost. © Getty Images/iStockphoto

Eine Alternative, um schnell wertvollen Dünger aus Küchenabfällen herzustellen, ist übrigens der Bokashi-Eimer. Wir haben einen für euch getestet. Mehr dazu lest ihr in unserem großen Ratgeber:

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