Hängematte in schattigem Garten
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Schattenpflanzen: Dunkle Ecken im Garten schlau bepflanzen

Katharina Schneider

Nicht an jede Stelle im Garten kommt Sonnenlicht. Doch besonders diese dunklen Ecken werden durch Pflanzen viel freundlicher. Wir stellen euch sieben Schattenpflanzen vor, mit denen ihr Licht und Farbe in jeden Winkel eures Garten bringen könnt.

Jeder Garten hat sie, diese Ecken, an die gar keine oder kaum Sonne kommt. Doch es gibt Schattenpflanzen, die an dunklen Standorten im Garten besonders gut gedeihen – und zwar nicht nur Farne oder Funkien. Einige bilden schöne Blüten aus und machen die dunklen Ecken so gleich viel freundlicher.

Wir zeigen euch, wie ihr mit Blumen, Sträuchern und Bäumen etwas Licht in dunkle Ecken bringen könnt.

Für welche Ecken eignen sich Schattenpflanzen?

Es gibt viele Ecken in Gärten und um Häuser, an die nur wenig oder gar kein direktes Sonnenlicht gelangt. Die Schattenpflanzen, die wir euch hier vorstellen, eignen sich besonders für:

  • Nordseiten von Häusern oder Mauern und halbschattige Lagen rund ums Haus
  • Unterpflanzung unter Bäumen und hohen Sträuchern
  • Vorgärten, in die nur wenig Sonnenlicht kommt
  • Schattige Beete
  • Begrünung von schattigen Mauern

Ihr könnt sowohl bunte Blumen als auch Gräser, Sträucher und sogar Bäume in schattigen oder halbschattigen Ecken pflanzen. Wir stellen euch sieben Schattenpflanzen vor.

1. Robuste Schattenpflanze: Tränendes Herz

Tränendes Herz wächst im Schatten
Das Tränende Herz eignet sich sehr gut zur Unterpflanzung von größeren Gehölzen. © Getty Images/iStockphoto

Ein Hingucker in schattigen Ecken ist das Tränende Herz (Lamprovapnos spectabilis), auch flammendes Herz genannt. Mit seiner außergewöhnlichen Blütenform, ein rosafarbenes Herz mit einer weißen Träne an der unteren Spitze, macht es selbst die dunkelsten Ecken freundlich. Seine Herkunft liegt im lichten Laubwald – es lässt sich also auch besonders gut im Schatten von größeren Bäumen pflanzen.

Die Schattenpflanze ist robust und auch für Menschen ohne grünen Daumen geeignet. Das Tränende Herz gehört zu der Familie der Mohngewächse und ist giftig. Die Blüten der krautartigen Pflanze wachsen an überhängenden gebogenen Trieben. Außerdem hat sie filigrane und dichte frischgrüne Blätter, die nach der Blüte absterben. Die Pflanze ist mehrjährig und winterhart – so habt ihr nicht nur in einem Sommer etwas von der romantischen Pflanze.

  • Höhe: bis zu 80 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit
  • Standort: schattig oder absonnig, geschützt, kühl
  • Boden: feucht, humos, kalkarm
  • Pflanzung: Das Tränende Herz solltet ihr im Frühjahr pflanzen. Dafür empfiehlt es sich, mehrere Jungpflanzen im Abstand von 40 bis 60 Zentimetern zu pflanzen.
  • Pflege: Bei großer Trockenheit und an heißen Tagen solltet ihr die Schattenpflanze gießen und alle zwei Jahre mit Kompost düngen.
  • Tipp: Die Pflanze blüht im Frühjahr, anschließend zieht sich die Blüte ein. Ihr solltet sie im Beet mit Sommer- oder Herbstblühern kombinieren, sonst bleibt die dunkle Ecke nach der Blüte dunkel.

2. Anspruchsvoll, aber beeindruckend: Rhododendron

Rhododendron
Rhododendren gibt es in zahlreichen Farben. © Getty Images/iStockphoto

Der Rhododendron – auch Alpenrose genannt – gehört zur Gattung der Heidekrautgewächse und ist ein sehr beliebter Blütenstrauch. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Rosenbaum. Überwiegend sind die Sträucher immergrün, einige Sorten sind auch sommergrün.

Es gibt Rhododendren außerdem in zahlreichen Blütenfarben. Die meisten Sträucher blühen im April und Mai. Die Schattenpflanze ist besonders wegen ihrer ausladenden großen Blüten beliebt. Es gibt weltweit über 1.000 verschiedene Arten. Von denen sind die meisten in Asien und Nordamerika heimisch, wenige aber auch in Europa. Ursprünglich wächst Rhododendron in lichten Wäldern. Viele Sorten sind giftig.

Allerdings ist ein Rhododendron eher anspruchsvoll, was Boden und Standort angeht. Wenn er schön blühen soll, braucht die Pflanze entsprechende Pflege.

  • Höhe: je nach Art zwischen 15 und 400 Zentimeter
  • Standort: lichter Schatten, unter nicht zu dominanten Bäumen
  • Boden: anspruchsvoll, kalkfreie, sehr lockere und humusreiche Erde, gleichmäßig feucht
  • Pflanzung: Bereitet den Boden gut auf die Pflanzung vor. Ist die Erde sandig, sollte sie mit Kompost oder Rindenhumus optimiert werden. Ein lehmiger Boden benötigt oft eine Drainageschicht aus sandfreiem Kies. Ihr solltet den Strauch nicht zu tief in die Erde setzen.
  • Pflege: Der Rhododendron verträgt keinen Kalk. Ihr solltet ihn daher mit Regenwasser gießen, außer das Wasser in eurer Gegend ist sehr kalkarm. Auch ein regelmäßiges Düngen ist für den Strauch wichtig. Ihr könnt dafür organischen Rhodondron-Dünger oder Hornspäne verwenden.
  • Tipp: Der Strauch ist sehr empfindlich und mag keine starke Wurzelkonkurrenz. Ihr solltet ihn mit verträglichen Pflanzen kombinieren. Dazu gehört die Funkie, die Schaumblüte, die Zaubernuss oder verschiedene Schneeballarten. Ein idealer Partner ist auch die Waldkiefer.

3. Schattenpflanze für jeden Boden: Seggen

Seggen
Es gibt mehr als 2.000 Arten der Gräser. Viele gedeihen in schattigen Lagen besonders gut. © Getty Images/iStockphoto

Seggen sind Ziergräser, die besonders gut im Schatten und Halbschatten gedeihen. Besonders gut für diese Standorte sind Vogelfuß-, Schopf-, Pilzkopf-, Zwerg-, Berg-, Goldrand- und Waldseggen geeignet. Seggen sind langlebig, robust, passen sich leicht an und sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Insgesamt gibt es rund 2.000 Arten der immer- und wintergrünen Ziergräser. Natürlicherweise wachsen sie im Wald, in Moor und Sumpf aber auch an trockenen, sandigen Standorten.

Die Blätter haben einen dreieckigen Querschnitt und sind gefüllt. Für schattige Standorte eignen sich grüne oder mehrfarbige Arten. Die Sorten, die sich im Herbst braun oder bronzefarben verfärben, benötigen viel Sonne.

  • Höhe: bis zu 80 Zentimeter (je nach Art)
  • Standort: schattig bis halbschattig
  • Boden: anspruchslos
  • Pflanzung: Pflanzen könnt ihr das Gras das ganze Jahr hindurch.
  • Pflege: Seggen sind anspruchslos und benötigen kaum Pflege. Wenn ihr das Gras unter einem Laubbaum pflanzt, könnt ihr das im Herbst herabgefallene Laub als Winterschutz liegen lassen. Es verwandelt sich außerdem in Humus und düngt die Pflanze so. Im Frühjahr könnt ihr zusätzlich mit Dünger nachhelfen.
  • Tipp: Kombinieren lassen sich Seggen unter Bäumen besonders gut mit Funkien oder Purpurglöckchen. Größere schattige Flächen könnt ihr außerdem mit niedrigen Arten bepflanzen. Dort bilden sie das ganze Jahr über einen dichten Teppich. Auch in Kübeln gedeihen die Gräser gut. Bestimmte Arten eignen sich auch zur Teichbepflanzung.

4. Im Winter ein Hingucker: Helleborus

Helleborus niger
Die Christrose ist die bekannteste Vertreterin der Gattung Helleborus. Sie blüht pünktlich zu Weihnachten. © Getty Images/iStockphoto

Um dunkle Ecken auch im Winter zum Strahlen zu bringen, eignen sich besonders die Arten der Gattung Helleborus. Insgesamt gehören dazu 19 Arten, die in Europa aber auch in Teilen Asiens heimisch sind.

Die Pflanzen sind unter verschiedenen Namen bekannt. Am bekanntesten sind Christrose, Nieswurz und Lenzrose. Die Pflanzen blühen je nach Art zwischen Dezember und April. Es gibt sowohl stammlose wie auch stammbildende, sommer- oder immergrüne Sorten.

Die einzige wirkliche Christrose (Helleborus niger) blüht pünktlich zu Weihnachten mit großen, reinweißen Blüten. Zahlreiche andere Arten blühen zwischen Februar und April, je nach Art in unterschiedlichen Farben und Formen. Es gibt weiße, rosafarbene, rote, gesprenkelte und sogar fast schwarz blühende Arten. Aber Vorsicht: Alle Helleborus-Arten sind sehr giftig.

  • Höhe: Die nicht stammbildenden Arten erreichen eine Höhe von rund 45 Zentimetern
  • Standort: halbschattig, unter einem nicht zu dichten Baum, keine direkte Wintersonne
  • Boden: eher feucht, lehmig und kalkhaltig
  • Pflanzung: Am besten ihr pflanzt die Helleborus zwischen Spätherbst und Frühjahr – dann wachsen die Wurzeln am stärksten.
  • Pflege: Je mehr Sonne an den Standort kommt, desto mehr Nässe brauchen die Pflanzen. Staunässe vertragen sie jedoch nicht. Ansonsten sind die Helleborus-Arten aber sehr pflegeleicht.
  • Tipp: Helleborus werden mit den Jahren immer schöner. Nicht-stammbildende Arten erreichen auch ein hohes Alter von über 20 Jahren. Ihr solltet die Pflanze daher nicht teilen, sondern ungestört wachsen lassen.

5. Anspruchslose Schattenpflanze: Eibe

Eibe
Eiben bevorzugen schattige Standorte. Vorsicht ist bei Kindern geboten: Sowohl die Nadeln als auch die Samen der Pflanze sind giftig. © Getty Images/iStockphoto

Ein sehr vielfältiges Nadelgehölz sind Eiben. Für die Schattenbepflanzung eignet sich besonders die Europäische Eibe (Taxus baccata). Sie ist seit Jahrtausenden in mitteleuropäischen Wäldern heimisch und gedeiht auch mit sehr wenig Licht gut. Eiben haben immergrüne Nadeln, die zweizeilig an den Trieben angeordnet sind. Die Nadeln sind weich und stechen nicht. Eiben bilden im Gegensatz zu den meisten anderen Nadelbäumen keine Zapfen, sondern rote Beeren als Früchte. Aber Vorsicht: Die Eibe ist giftig.

  • Höhe: bis zu 18 Meter hoch und 15 Meter breit
  • Standort: schattig bis halbschattig, windgeschützt
  • Boden: kalkhaltig, lehmig, keine sauren Moorböden
  • Pflanzung: Eiben solltet ihr im Frühjahr pflanzen. Ihr sollten sie nicht zu tief in die Erde setzen, das vertragen die Pflanzen nur schlecht.
  • Pflege: Wenn es längere Zeit trocken ist – egal ob Sommer oder Winter – solltet ihr die Eibe zusätzlich gießen. Düngen müsst ihr den Baum nicht.
  • Tipp: Eiben sind vielseitig einsetzbar. Ihr könnt sie als Hecken pflanzen oder auch einzeln in schattigen Ecken oder unter großen Bäumen. Sie sind Tiefwurzler, was ihr bei der Kombination mit anderen Pflanzen beachten solltet.

6. Pflegeleicht und ungiftig: Alpen-Johannisbeere

Alpen-Johannisbeere
Die Alpen-Johannisbeere bevorzugt im Gegensatz zu ihren Verwandten schattige Plätze. Dafür schmecken ihre Früchte aber auch nicht so gut. © Getty Images/iStockphoto

Ebenfalls für halbschattige bis schattige Orte eignet sich die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum). Sie stammt ursprünglich aus den Alpen, wo sie in Höhenlagen bis zu 1.600 Metern wächst. Sie gehört zur Familie der Stachelbeergewächse. Ihre Beeren sind zwar essbar und ungiftig, aber schmecken nicht so gut wie die ihrer bekannten Verwandten.

Die Schattenpflanze ist sommergrün. Im Herbst verfärben sich die Blätter gelb, bevor sie abfallen. Die gelbgrünen Blüten bilden sich ab April und blühen bis Mai und sind bei Bienen sehr beliebt.

Die Alpen-Johannisbeere ist ein sehr pflegeleichter Kleinstrauch, der sich auch besonders für Hecken eignet.

  • Höhe: 1,50 Meter bis 2 Meter,
  • Standort: halbschattig bis schattig
  • Boden: nährstoffarme, kalkhaltige Erde
  • Pflanzung: Ihr könnt Ribes alpinum das ganze Jahr über pflanzen.
  • Pflege: Die Alpen-Johannisbeere ist äußerst pflegeleicht – sie braucht eigentlich überhaupt keine besondere Pflege. Da sie ein sehr weit und dicht verzweigtes Wurzelsystem hat, müsst ihr sie nicht einmal bei länger anhaltender Trockenheit gießen.
  • Tipp: Die Alpen-Johannisbeere eignet sich sehr gut zur Unterpflanzung aber auch als Hecke. Sie bildet (abgesehen vom Winter) auch einen guten Sichtschutz. Auch für Haushalte mit Kindern ist sie aufgrund ihrer ungiftigen Früchte geeignet.

7. Schattenpflanzen mit Farbpracht: Purpurglöcken

Purpurglöckchen wachsen gut im Schatten
Nicht nur die Blüten der Heuchera sind ein Blickfang. Auch die Blätter hellen aufgrund ihrer Färbung jede dunkle Ecke auf. © Getty Images/iStockphoto

Auch gut für schattige Ecken geeignet sind Pflanzen aus der Gattung der Purpurglöckchen (Heuchera). Die meisten Arten sind wintergrüne bis immergrüne Stauden. Besonders hübsch sind die sehr kleinen Glockenblüten. Purpurglöckchen blühen in weiß, rosa oder rot von Mai bis Juli.

Doch nicht nur die Blüten haben Zierwert, auch die Blätter sind ein Hingucker. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlich farbigen Blättern – von zartem Grün über Gelborange und Dunkelrot bis hin zu Silber und Violett. Das Laub hat nicht nur meist eine sehr auffällige Farbe, sondern auch eine besondere Zeichnung.

  • Höhe: 15 bis 90 Zentimeter hoch (je nach Art)
  • Standort: halbschattig, Unterpflanzung eines nicht zu dichten Baumes
  • Boden: frisch, feucht, locker, nährstoffreich
  • Pflanzung: Ihr solltet die Pflanze sehr tief in den Boden setzen, da sich der Wurzelballen nach oben schiebt. Am besten ist es, sie im Frühjahr zu pflanzen.
  • Pflege: Im Winter solltet ihr eure Purpurglöckchen mit Reisig abdecken, da sie durchaus etwas frostempfindlich sind. Auch im Winter solltet ihr sie an frostfreien Tagen etwas gießen. Wenn ihr wollt, dass eure Heucheras buschig wachsen, solltet ihr sie vor dem Austrieb zurückschneiden.
  • Tipp: Heucheras kommen gut mit Funkien, Farnen und schattenverträglichen Gräsern zurecht. Sie eignen sich als Kübelpflanze auf schattigen Balkonen oder für schattige Gräber.

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