Luftreiniger im Schlafzimmer
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Luftreiniger für Allergiker: Sagt Staub und Pollen den Kampf an

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Pollen- und Hausstauballergien können einem das Leben erschweren, besonders im Sommer. Mit einem Luftreiniger für Allergiker könnt ihr effektiv etwas dagegen tun. Wir nennen euch die neun besten Geräte und geben Tipps, wie ihr Allergien vorbeugen könnt.

Ein guter Luftreiniger für Allergiker kann die Pollen- und Staubkonzentration in der Raumluft drastisch reduzieren. Wir nennen euch neun Luftreiniger, die von Stiftung Warentest in den neusten Tests in puncto Pollen- und Staubreduktion am besten abgeschnitten haben. Zusätzlich könnt ihr weitere Maßnahmen treffen, um die Auswirkungen eurer Allergien so erträglich wie möglich zu machen.

Übrigens: Die kompletten Tests mit allen Ergebnissen im Detail findet ihr in Ausgabe 01/2022 und Ausgabe 03/2020 der Zeitschrift "Test" oder online auf der Website der Stiftung Warentest (kompletter Artikel hinter einer Paywall).

Stiftung Warentest nennt die besten Luftreiniger für Allergiker

Stiftung Warentest testet regelmäßig Luftreiniger und untersucht dabei, wie gut sie Pollen, Staub, Schadstoffe und Viren aus der Luft filtern können. Besonders für Allergiker sind Luftreiniger interessant, denn die Tests zeigen: Gute Geräte können die Pollenkonzentration in der Luft innerhalb von zehn Minuten um 92 bis 95 Prozent senken.

Im aktuellen Luftreiniger-Test 01/2022 konnten gleich vier Modelle überzeugen: Luftreiniger von Xiaomi, Levoit und Philips waren besonders wirksam gegen Pollen. Im Test 03/2020 schnitten Luftreiniger von Rowenta, Soehnle und ebenfalls Philips besonders gut ab.

Die Hersteller versprechen auch, dass die Luftreiniger neben Pollen auch aufgewirbelten Hausstaub aus der Luft filtern können. Sie sind also gleichermaßen für Hausstaub-Allergiker geeignet. Viele der genannten Modelle sind auch als Luftreiniger für Raucher geeignet.

1. Der Luftreiniger-Testsieger: Mi Air Purifier Pro von Xiaomi

Der Mi Air Purifier Pro von Xiaomi ist Testsieger unter den Luftreinigern. Er überzeugte bei Stiftung Warentest (01/2022) in allen Belangen und filterte Pollen sehr gut aus der Luft. Auch Aerosole wie Viren und Schadstoffe wie Formaldehyd konnte das Gerät im Test im großen Stil filtern. Wer Allergene während der Pollen- und Grippesaison aus der Luft filtern will, ist mit dem Mi Air Purifier Pro also gut beraten.

Der Luftreiniger verfügt über eine intelligente App- und Sprachsteuerung und ist somit leicht zu bedienen.

Xiaomi Mi Air Purifier Pro 
Der Xiaomi Mi Air Purifier Pro ist Testsieger der Stiftung Warentest (1/2022). © Xiaomi

2. Guter Pollen-Luftreiniger: Core 400S von Levoit

Auch der Core 400S von Levoit konnte im Luftreiniger-Test (01/2022) überzeugen und lieferte in puncto Pollenreduktion gute Ergebnisse.

Das Gerät soll auch für Raucher geeignet sein und gut vor Gasen und anderen Schadstoffen schützen.

Luftreiniger levoit core 400s
Ein Lasersensor im Core 400S von Levoit überwacht die Raumluft in Echtzeit. Der Luftreiniger lässt sich auch per App steuern. © Levoit
  • Max. Raumgröße: 37 Quadratmeter
  • Lautstärke: ‎24 dB
  • Leistung: 24 Watt
  • Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Alle sechs bis zwölf Monate
  • Preis: ab 220 Euro, Core 400S von Levoit bei Amazon bestellen (Anzeige*)

3. Luftreiniger AC2887/10 von Philips für Allergiker geeignet

Wirksam gegen Pollen und Aerosole: Auch der Luftreiniger AC 2887/10 von Philips konnte im Test die Pollenkonzentration in der Raumluft deutlich reduzieren. Wer eine smarte Steuerung übers Smartphone will, ist mit dem Philips AC2887/10 jedoch falsch beraten, denn er lässt sich nicht per App steuern.

Luftreiniger Philips AC288710
Luftreiniger AC2887/10 von Philips kann Pollen gut aus der Raumluft filtern. © Philips
  • Max. Raumgröße: 79 Quadratmeter
  • Lautstärke: ‎19 bis 55 dB
  • Leistung: 56 Watt
  • Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Aktivkohlefilter alle zwölf Monate, HEPA-Filter alle 24 Monate
  • Preis: ab 250 Euro, AC2887/10 von Philips bei Amazon bestellen (Anzeige*)

4. Luftreiniger AC2939/10 von Philips

Ein weiteres Gerät von Philips beeindruckte im Pollentest mit guten Ergebnissen. Anders als bei den meisten anderen Geräten, bei denen der Filter schon nach drei Monaten gewechselt werden muss, soll es beim AC2939/10 ausreichen, den Filtern nur alle drei Jahre zu wechseln, so der Hersteller.

Bedenkt man die Zusatzkosten, die durch neue Filter entstehen können, ist das mit Sicherheit ein großer Pluspunkt. Ob die Wirksamkeit aber auch nach drei Jahren Einsatz noch gegeben ist, ist allerdings fraglich.

Luftreiniger AC2939/10 von Philips
Luftreiniger AC2939/10 von Philips filtert die Luft auch nach 100 Zigaretten noch gut. © Philips
  • Max. Raumgröße:98 Quadratmeter
  • Lautstärke: ‎54 dB
  • Leistung: 46 Watt
  • Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: alle drei Jahre
  • Preis: ab 330 Euro, bestellbar bei Saturn.

5. Der Testsieger 2020: Luftreiniger AC2889/10 von Philips

Auch schon 2020 überzeugten Geräte von Philips im Pollentest. Luftreiniger AC2889/10 von Philips ging als Testsieger (3/2020) unter den Luftreinigern hervor, denn er filtert nicht nur besonders gut Pollen aus der Raumluft, gleiches gilt auch für Zigarettenrauch. Das Gerät könnt ihr außerdem mit dem Sprachassistent Siri von Apple steuern.

Luftreiniger Philips AC2889-10
Luftreiniger AC2889/10 von Philipps ist Testsieger bei Stiftung Warentest (03/2020). © Philips
  • Max. Raumgröße: 79 Quadratmeter
  • Lautstärke: 64 dB
  • Leistung: 56 Watt
  • Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Aktivkohlefilter alle zwölf Monate, HEPA-Filter alle zwei Jahre
  • Preis: ab 250 Euro, AC2000i von Philips bei Amazon bestellen (Anzeige*)

6. Luftfilter gegen Pollen: Airfresh Clean Connect 500 von Soehnle

Preis-Leistung stimmt hier: Der Luftreiniger Soehnle Airfresh Clean Connect 500 war im Test 03/2020 der günstigste unter den am besten bewerteten Luftreinigern für Allergiker und befreit die Luft dennoch gut von Pollen. Und nicht nur das Gerät selbst ist günstig, auch die Kosten für Ersatzfilter halten sich mit 45 Euro in Grenzen.

Soehnle Airfresh Clean Connect 500
Der Luftreiniger Soehnle Airfresh Clean Connect 500 beseitigt zuverlässig Zigarettenrauch. © Soehnle

Max. Raumgröße: 55 Quadratmeter
Lautstärke: keine Angabe
Leistung: 65 Watt
Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Die Filter sollten alle 4.320 Stunden gewechselt werden.
Preis: ab 190 Euro, Soehnle Airfresh Clean Connect 500 bei Amazon bestellen (Anzeige*)

7. Luftfilter Intense Pure Air Connect PU6080 von Rowenta

Im Luftreiniger von Rowenta sind gleich drei unterschiedliche Filter verbaut. Die Pollenkonzentration in der Raumluft lässt sich so gut reduzieren. Bei Zigarettenrauch lieferte der Luftreiniger bei Stiftung Warentest (3/2020) das beste Ergebnis, nach Austausch der Filter fällt die Leistung jedoch um eine Note ab. Das Gerät verfügt zusätzlich über eine Kindersicherung.

Luftreiniger Pollen Allergiker
Die Filter des Intense Pure Air Connect PU6080 von Rowenta lassen sich gut reinigen und auswechseln. © Rowenta

Max. Raumgröße: 360 Kubikmeter
Lautstärke: 32 dB
Leistung: 30 Watt
Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Aktivkohlefilter alle zwölf Monate, Partikelfilter alle drei Jahre, NanoCapture-Filter abhängig vom Sättigungsgrad
Preis: ab 275 Euro, Intense Pure Air Connect PU6080 von Rowenta bei Amazon bestellen (Anzeige*)

8. Luftreiniger HPA710WE Premium Air Purifier von Honeywell

Die Filter des HPA710WE Premium Air Purifier sind gut zu reinigen, der Vorfilter ist sogar wasch- und absaugbar. Er befreit die Raumluft gut von Pollen. Die Ersatzfilter sind allerdings verhältnismäßig teuer.

Luftreiniger Pollen Allergiker
Der HPA710WE Premium Air Purifier von Honeywell ist nicht per App steuerbar, besitzt aber eine eingebaute Kindersicherung. © Honeywell

Max. Raumgröße: 84 Quadratmeter
Lautstärke: 45 dB
Leistung: 33 Watt
Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Aktivkohle- und HEPA-Filter alle zwölf Monate
Preis: ab 237 Euro, HPA710WE Premium Air Purifier von Honeywell bei Amazon bestellen (Anzeige*)

9. Luftreiniger Pure Cool Link Tower von Dyson

In Sachen Pollen schneidet der Luftreiniger von Dyson nur befriedigend ab, dafür kann er an heißen Sommertagen als einziger auch als Ventilator genutzt werden. Das Gerät kann mit den Sprachassistenten Siri und Alexa gesteuert werden.

Schon schick: Der Luftreiniger Dyson Pure Cool Link. © Dyson
  • Max. Raumgröße: keine Angabe
  • Lautstärke: 63 dB
  • Leistung: 63 Watt
  • Wechselhäufigkeit der Filter laut Hersteller: Aktivkohlefilter und HEPA-Filter alle zwölf Monate
  • Preis: ab 460 Euro (mittlerer Onlinepreis), Luftreiniger Dyson pure cool bei Amazon bestellen (Anzeige*)

Was Allergiker zum Betrieb von Luftreinigern wissen müssen

Die Pollenkonzentration in der Raumluft konnte bei allen Luftreinigern im Test nachweislich nach bereits zehn Minuten verringert werden. In der Realität können aber durch Ritzen, Fenster oder Türen immer wieder neue Pollen nachkommen und aufgewirbelt werden.

Stiftung Warentest rät besonders empfindlichen Personen deshalb dazu, das Gerät weitere zehn Minuten laufen zu lassen, um die Pollenkonzentration möglichst niedrig zu halten.

Manche Pollen, wie zum Beispiel die der Ambrosia-Pflanze, führen schon bei etwa zehn Partikeln pro Kubikmetern zu allergischen Reaktionen. Die Luftreiniger müssen also oft weit länger betrieben werden.

Was kosten Luftreiniger für Allergiker?

Die von Stiftung Warentest getesteten Luftreiniger gegen Pollen und Hausstaub kosten im Schnitt zwischen 200 und 410 Euro. Andere Modelle gibt es bereits ab 55 Euro online zu kaufen. Doch es bleibt nicht bei den einmaligen Anschaffungskosten: Je nach absorbierter Schmutzmenge müssen neue Filter her.

Die meisten Filter können leider nicht gereinigt, sondern müssen vollständig ausgetauscht werden. Bei einigen Modellen ist das schon nach drei Monaten der Fall, andere Filter halten bis zu drei Jahre. Im Lauf der Zeit können da also eine ganze Menge Zusatzkosten anfallen.

Alternativen zu Luftreinigern gegen Pollen und Hausstaub

Statt einen Luftreiniger gegen Pollen und Hausstaub zu kaufen, könnt ihr auch noch einen Schritt weiter gehen und eine Lüftungsanlage einbauen lassen. Sie ermöglicht einen kontrollierten Luftaustausch, die Fenster können dabei geschlossen bleiben. Ein zusätzlicher Pollen- oder Luftfilter verhindert, dass Staub und Pollen in eure Wohnräume gelangen.

Doch auch hier solltet ihr euch vorher genau informieren. Mehr zur Wirkungsweise von Lüftungsanlagen und zu Kosten erfahrt ihr in unseren Artikeln "Zentrale Lüftungsanlage: Vorteile und Kosten" sowie "Dezentrale Lüftungsanlage: Vorteile und Kosten".

Wem Luftreiniger oder Lüftungsanlage zu teuer sind, kann alternativ auf ein günstigeres Pollenschutzgitter oder Pollenschutzvlies (Anzeige*) zurückgreifen. Wichtig ist hierbei, dass ihr es vor der Pollenflugzeit installiert. Sonst kann die Pollenkonzentration nicht reduziert werden.

Je nach Schweregrad der Allergie sind die Gitter allein nicht ausreichend und müssen außerdem regelmäßig erneuert werden. Das ergab ein Test von Allergiker-Fachhandels alfda, in dem Luftreiniger und Pollenschutzgitter getestet wurden. Dazu gibt es große qualitative Unterschiede bezüglich der Wirksamkeit von Pollenschutzgittern.

Allgemeine Tipps für Pollen-Allergiker

Deutschlandweit leiden etwa zwölf Millionen Menschen an Heuschnupfen, der mittlerweile häufigsten allergischen Erkrankung. Bedingt durch den Klimawandel blühen viele Pflanzen sogar früher, die Pollen fliegen vermehrt durch die Luft, werden vielfältiger und sogar aggressiver.

Da hilft nur aktiv gegenzusteuern. Wir geben euch ein paar Tipps, wie ihr eure Pollen-Allergie, abgesehen von Medikamenten und Desensibilisierungen, zumindest etwas in den Griff bekommen könnt.

Zu den richtigen Zeiten durchlüften

Der beste Zeitpunkt zum Lüften als Pollen-Allergiker? Natürlich dann, wenn die Pollenkonzentration am niedrigsten ist. Mehr Infos dazu in unserem Artikel "Wann lüften bei Pollenallergie?"

Während der Haupt-Pollenflugzeiten solltet ihr die Fenster im besten Fall geschlossen halten, damit sich die Konzentration in der Raumluft nicht dramatisch erhöhen kann.

Nach einem Regenguss könnt ihr mit gutem Gewissen lüften. Der Regen klärt die Luft weitestgehend von Schwebepartikeln wie Pollen. Dazu empfehlen wir euch, während der Pollenflugzeiten das Stoßlüften, statt das Fenster permanent auf Kipp zu lassen. Weitere Tipps zum Luftaustausch findet ihr in "Richtig lüften: So sorgt ihr für saubere, frische Luft in eurer Wohnung".

Frau öffnet Velux Fenster
Pollen-Allergiker sollten zu bestimmten Tageszeiten lüften, wenn die Pollenkonzentration am niedrigsten ist. © Getty Images

Verstärkende Einflussfaktoren minimieren

Einige Faktoren können Heuschnupfen-Symptome verstärken. Versucht sie also weitestgehend, oder so gut ihr könnt, zu vermeiden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Zigarettenrauch
  • Ozon
  • Längere Aufenthalte im Grünen
  • Chlorwasser (Schwimmbad)
  • Brille statt Kontaktlinsen (wenn die Augenbindehaut gereizt ist)

Sonnenbrillen sind empfehlenswert. Sie schützen eure Augen zusätzlich vor dem direkten Kontakt mit herumfliegenden Pollen. Auch das Tragen einer medizinischen Maske oder FFP2-Maske erzielt bei stärkeren Beschwerden positive Effekte.

Pollenflugzeiten im Blick behalten

Wer weiß, wann seine kleinen Gegner fliegen, ist im klaren Vorteil und kann aktive als auch präventive Maßnahmen gegen sie ergreifen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um euch über die Pollenflugzeiten zu informieren:

Pollenflug-Apps bieten, neben umfangreichen Informationen zu Pollenflugzeiten, die Möglichkeit, die eigenen Pollenwerte besser im Blick zu behalten. So könnt ihr Veränderungen feststellen und euch besser auf die nächste Saison vorbereiten.

Pollenflugkalender mit Daten von 2013 bis 2019

Urlaubsplanung und -ziele an Pollenflugzeiten anpassen

Wisst ihr, gegen welchen Pollen ihr allergisch seid und wann die Pollenbelastung bei euch zuhause besonders hoch ist, plant euren Urlaub am besten in diesem Zeitraum ein. Wählt ein Urlaubsziel, das möglichst pollenfrei ist.

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst nennt das Pollenflucht und empfiehlt euch dafür heuschnupfenfreie Regionen, in denen ihr entspannt Urlaub machen könnt.

Allgemeine Tipps für Hausstaub-Allergiker

Hausstaub-Allergiker haben es nicht leicht, denn – anders als bei Pollen – fliegen kleine Staubpartikel ganzjährig durch die Wohnung. Und auch der Kampf gegen Hausstaubmilben nimmt niemals ein Ende. Doch es gibt Möglichkeiten, die Gefahrenquellen einzudämmen, um so die Allergie etwas erträglicher zu machen.

Allergikerbettwäsche und -bezüge verwenden

Matratzen sind der Lieblingsort von Hausstaubmilben. Auch wenn man es kaum glauben mag, doch hier tummeln sie sich zu Millionen. Und es ist gerade zu unmöglich, sie alle auf einmal los zu werden. Naheliegend wäre es natürlich, den Milben den Nährboden zu entziehen. Aber auch synthetische Matratzen oder der Verzicht auf organische Materialien sind nicht unbedingt wirksam. Denn die Nahrungsquelle liegt woanders.

Die Milben in der Matratze ernähren sich hauptsächlich von euren Hautschuppen. Mit einem speziellen milbenundurchlässigen Schutzbezug (Encasing) sowie Allergikerbettwäsche könnt ihr verhindern, dass die Milben zu ihrer Nahrungsquelle, eurer Haut, gelangen. Encasings sind zwar etwas teurer, doch viele Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten. Nachfragen lohnt sich also. Ist eure Matratze älter als acht Jahre, solltet ihr sie dazu einmal austauschen und eine neue Matratze kaufen.

Bettzeug regelmäßig waschen

Im gleichen Zuge gilt: Wascht euer Bettzeug regelmäßig, denn hier lagern sich eine Menge Hautschuppen ab. Auch die milbendichten Encasings könnt ihr regelmäßig bei 60 Grad waschen. Den Matratzenbezug nur maximal drei bis vier mal pro Jahr, sonst wirkt er weniger effektiv. Nach zwei bis drei Jahren lohnt es sich, alle Encasings einmal zu erneuern.

Normale Tagesdecken, Bettdecken und Bettwäsche sollten genauso regelmäßig bei 60 Grad, wenn möglich sogar bei 95 Grad, gewaschen werden. Das tötet sämtliche Hausstaubmilben ab. Besonders allergikerfreundlich sind außerdem hochwertige Daunendecken. Milben können schwieriger durch das dichte Gewebe dringen und sich dort folglich nicht so gut einnisten. Lest hier, welche Daunendecken bei Stiftung Warentest besonders gut abgeschnitten haben.

Frau legt Bettwäsche in die Waschmaschine
Bettwäsche waschen ist unkompliziert, sollte aber häufiger geschehen als oftmals angenommen. © Getty Images/iStockphoto

Staubfänger eliminieren und regelmäßig abstauben

Viele Möbelstücke und Gegenstände sind ein echtes Paradies für Staub, besonders solche mit großen Ablageflächen. Auch Textilien sind eine Gefahrenquelle für Hausstaub-Allergiker. Da hilft nur noch regelmäßig waschen, feucht abwischen oder aber ihr holt euch folgende Möbel, Textilien und Gegenstände gar nicht erst ins Haus:

  • offene Kleideraufbewahrungssysteme wie Kleiderstangen
  • voluminöse Vorhänge
  • offene Regale
  • Kuscheltiere

Vor der Heizperiode solltet ihr unbedingt auch eure Heizkörper gründlich reinigen. Zwischen den Ritzen sammelt sich gerne Staub an, der dann aufgewirbelt wird. Verwendet statt offener Kleiderstangen lieber einen geschlossenen Kleiderschrank. So lagert sich weniger Staub auf den Kleidungsstücken ab. Leiden eure Kinder an einer Hausstaub-Allergie, schenkt ihnen allergikerfreundliche Kuscheltiere, die waschbar sind.

Für richtige Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sorgen

Warm, feucht und dunkel, so lieben es Hausstaubmilben: Bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent und Temperaturen um 25 Grad herrschen ideale Lebensbedingungen für die kleinen Tierchen. So zum Beispiel in eurer Matratze. Die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer solltet ihr als Hausstaub-Allergiker also möglichst gering halten, optimal sind 40 bis 55 Prozent, nicht feuchter. Überprüfen könnt ihr das mithilfe eines Hygrometers.

Zusätzlich empfehlen wir euch, drei bis vier mal am Tag stoßzulüften, um feuchte Raumluft gegen frische Luft auszutauschen. Im Sommer solltet ihr außerdem keine Ventilatoren im Zimmer aufstellen, diese wirbeln nur den Hausstaub auf.

Regelmäßig staubsaugen und durchwischen

Auf dem Fußboden kann sich nicht nur eine Menge Staub ablagern, auch Pollen finden ihren Weg dorthin. Auf glatten Böden können sie durch Bewegung schnell wieder aufgewirbelt und in der Raumluft verteilt werden. Deshalb gilt: Regelmäßig staubsaugen und glatte Böden vorzugsweise nass wischen.

Für Allergiker gibt es außerdem Staubsauger mit speziellen Filtersystemen wie Wasserfilter oder HEPA- Filter, speziell für Feinstaub. Zu hundert Prozent solltet ihr euch aber nicht auf die Werbeversprechen von "Anti-Allergie-Staubsauger"-Herstellern verlassen, wichtig ist laut Stiftung Warentest ein gutes Staubrückrückhaltevermögen.

Fälschlicherweise werden Teppichböden in einem Allergiker-Haushalt als große Gefahrenquellen wahrgenommen. Warum aber nichts gegen einen Teppichbodenbelag spricht, und was ihr als Hausstaub-Allergiker beachten müsst, könnt ihr in unserem Ratgeber "Darauf sollten Allergiker bei Teppichboden achten" nachlesen.

Regelmäßiges Staubsaugen ist für Allergiker ein Muss. © Getty Images

Fazit zu Luftreinigern für Allergiker

Als Pollen- und Hausstauballergiker könnt ihr mit einem Luftreiniger effektiv etwas für eure Gesundheit tun. Ein gutes Gerät kann die Pollenkonzentration in der Raumluft um bis zu 95 Prozent reduzieren. Der Effekt ist leider nicht dauerhaft, der Luftreiniger muss also regelmäßig eingeschaltet und der Filter dementsprechend oft ausgetauscht werden. Hier lauern Zusatzkosten, auf die ihr euch einstellen müsst.

Ein Luftreiniger allein reicht nicht aus, um eure Allergien in den Griff zu bekommen, weshalb ihr weitere präventive Maßnahmen ergreifen solltet. Mit unseren Tipps für Pollen- und Hausstauballergiker könnt ihr das Gesundheitsrisiko aber zusätzlich minimieren.

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