Frau öffnet Fenster zum Lüften
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Wohnen | Ratgeber

Wann lüften bei Pollenallergie?

Mariesa Brahms

Mariesa Brahms

Für Allergiker wird das Lüften der Wohnung in der Pollenzeit oft zum notwendigen Übel. Wann und wie ihr auf dem Land und in der Stadt am besten lüftet, wenn ihr eine Pollenallergie habt, erfahrt ihr hier.

Wenn die Pollenzeit Spaziergänge in der Natur für Allergiker zum reinen Spießrutenlauf macht, sollen wenigstens die eigenen vier Wände dem Partikelflug Einhalt gebieten. Jedoch könnt ihr eure Fenster auch nicht immer geschlossen lassen. Wohnung lüften bei Pollenallergie: In diesem Artikel erfahrt ihr, zu welchen Uhrzeiten ihr bei einer Pollenallergie lüften solltet, wenn ihr in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Außerdem geben wir euch fünf Tipps, wie ihr Pollen in der Wohnung vorbeugen könnt.

Bei Pollenallergie lüften in der Stadt

Zu welcher Tageszeit bei einer Pollenallergie am besten gelüftet werden sollte, ist ortsabhängig. Für Allergiker in Städten empfiehlt die Deutsche Lungenstiftung e.V. die Morgenstunden als optimales Zeitfenster. Konkret solltet ihr demnach zwischen sechs und acht Uhr morgens die Fenster öffnen.

Allgemein gilt: Wer die richtige Zeit abpasst, kann das Fenster auch gerne ganz öffnen. Wer den ganzen Tag das Fenster auf Kipp lässt, setzt sich konstant der Pollenbelastung aus.

Bei Pollenallergie lüften auf dem Land

In ländlichen Regionen öffnet ihr die Fenster am besten in den Abendstunden. Ab 19 Uhr bis Mitternacht ist die Pollenbelastung hier am niedrigsten. Auch hier ist Stoßlüften besser als kontinuierliches Lüften. Bei starkem Wind bleiben die Fenster unabhängig von der Tageszeit geschlossen, denn dann fliegen die Pollen ununterbrochen.

Fünf Tipps gegen Pollen in der Wohnung

Neben dem Lüften zu richtigen Zeiten, gibt es auch einige Tricks, welche die Heuschnupfenzeit für Allergiker erträglicher und die Wohnung zur Schutzzone vor Pollenflug machen. Hier sind fünf Tipps, wie ihr eure eigenen vier Wände so pollenfrei wie möglich haltet.

1. Luftreiniger gegen Pollen

Zusätzlich zum Lüften kann auch ein Luftreiniger euren Wohnraum von Pollen befreien. Nach kurzer Zeit tragen Luftreiniger zu einer weitaus niedrigeren Pollenbelastung bei. Die Anschaffungskosten liegen je nach Produkt zwischen 55 und 410 Euro. Lest hier, welche Luftreiniger für Allergiker beim Check der Stiftung Warentest überzeugt haben.

Tipp: Es gibt auch Luftreiniger-Ventilatoren, die nicht nur für saubere, sondern bei großer Hitze auch führ kühle Luft sorgen.

2. Pollenschutzgitter fürs Fenster anbringen

Günstiger und schnell justiert sind vor allem Pollenschutzgitter an den Fenstern. Wem der Preis eines Luftfilters zu hoch ist, findet damit eine passende Alternative. Durch die engmaschige Oberfläche schafft es im Übrigen auch kein unerwünschtes Ungeziefer ins Haus und das Lüften ist auch zu Tageszeiten mit hoher Pollenbelastung möglich.

Doch Vorsicht: Gerade bei Pollenschutzgittern gibt es große Qualitätsunterschiede, weshalb ihr euch vor dem Kauf gut informieren solltet. Woran ihr ein gutes Pollenschutzgitter erkennen könnt, erfahrt ihr in: Pollenschutzgitter fürs Fenster: Was bringen sie wirklich?

3. Bettwäsche regelmäßig wechseln und waschen

Während der Pollenzeit empfiehlt es sich, häufiger die Bettwäsche zu wechseln. Tut man das mindestens einmal die Woche, verringert man die Pollenbelastung während des Schlafes immens. Damit die neu aufgezogene Wäsche möglichst lange pollenfrei bleibt, ist es ratsam, vor dem Schlafen die Haare gründlich zu waschen und frische Klamotten anzuziehen.

4. Der richtige Bodenbelag für Allergiker

Teppichböden sind nichts für Allergiker, denn auf ihnen setzen sich Pollen besonders gut fest? Was sich erstmal nach einem Argument gegen den Teppichkauf anhört, birgt tatsächlich einige Vorteile: Neben Pollen wird beispielsweise auch Hausstaub gebunden – das Ergebnis: ein um bis zu 50 Prozent verringerter Feinstaubgehalt in der Wohnung, wie eine Studie des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) herausgefunden hat.

Auf glatten Bodenbelägen liegen die Pollen auf und werden durch nur kleine Bewegungen und Winde aufgewirbelt. Diese haben allerdings den Vorteil, dass ihr sie leichter saubermachen könnt.

Worauf ihr als Allergiker bei der Teppichbodenauswahl unbedingt beachten solltet, erfahrt ihr in in unserem Artikel über Allergiker-Teppiche.

5. Den Rasen kurzhalten

Wer den Luxus eines eigenen Gartens hat und diesen auch in der Pollenzeit genießen will, der sollte seinen Rasen regelmäßig mähen. Wenn Allergiker selbst zum Rasenmäher greifen, tun sie gut daran, den nächsten Regen abzuwarten oder den Rasen künstlich zu befeuchten, damit so wenig Pollen wie möglich aufgewirbelt werden. Alternativ kann auch ein Mähroboter die Arbeit übernehmen.

Pollenflugkalender für Allergiker

Für die rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung, die bei Pollenflug von Nies- und Schnupfreizen geplagt werden, hilft ein Blick auf den Pollenflugkalender. Unterschieden wird zwischen starkem, mäßigem und schwachen Pollenflug.

Pollenflugkalender mit Daten von 2013 bis 2019

Pollenflugkalender findet ihr online, zum Beispiel von Hexal. Genauere Daten wie eine Tagesprognose zu den unterschiedlichen Pollenarten und -flugzeiten findet ihr auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes.

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